1. Zu Besuch in Rembrandts Heimatstadt
Der berühmteste Sohn der Stadt ist niemand anderes als Rembrandt van Rijn. Der Künstler kam 1606 in Leiden zur Welt und lernte in einem kleinen Studio in der Langebrug 89 das Malen. Hier befindet sich heute das Young Rembrandt Studio. Wer auf den Spuren des weltbekannten Malers wandeln mag, macht hier entlang der Rembrandt-Route Stopp und erfährt in einer Videoprojektion allerhand Spannendes über das Leben von Rembrandt.

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2. Ursprung der niederländischen Tulpe
Tatsächlich stammt die Tulpe nicht aus den Niederlanden, sondern aus Zentralasien. Über das Osmanische Reich gelangte sie nach Europa, und 1593 pflanzte der Botaniker Carolus Clusius die ersten Tulpenzwiebeln in den Hortus Botanicus, den 1590 gegründeten ältesten botanischen Garten der Niederlande. Damit legte er den Grundstein für die niederländische Tulpenzucht. Der nachgebaute Clusiusgarten erinnert heute daran, und ein Spaziergang durch die Gewächshäuser mit Pflanzen aus aller Welt lohnt allemal.

Alisa Anton
3. Die Stadt der Gedichte
Überall in der Stadt prangen Gedichte an Hauswänden, die »muurgedichten«. Seit 1992 kamen mehr als 100 Werke in Dutzenden Sprachen auf die Leidener Mauern, von Shakespeare über Pablo Neruda bis zu Marina Zwetajewa, mit deren Gedicht alles begann. Japanisch steht neben Arabisch, Hebräisch neben Russisch, jedes Gedicht in eigener Typografie. Auf dieser Webseite findest du Übersetzungen und schöne Routen, um Leiden entlang der Gedichte zu erkunden.

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4. Über 88 Brücken musst du geh’n
Rund 28 Kilometer Grachten und Kanäle schlängeln sich durch Leiden. Allein innerhalb des Singelrings führen 88 Brücken über das Wasser, nur Amsterdam hat in den Niederlanden mehr. Bei einem Spaziergang durch die Altstadt entlang der Kanäle und über die schmucken Brücken zeigt sich Leiden von seiner schönsten Seite. Wer mag, steigt in eines der Ausflugsboote auf der Gracht.

Jose Zuniga
5. Eine tolle Museumslandschaft
Jedes Jahr wird ein europäisches Museum für seine Bestrebungen ausgezeichnet, in Leiden ist das in den letzten Jahren gleich zweimal passiert. 2019 kürte die Jury das Rijksmuseum Boerhaave zum »Europäischen Museum des Jahres«. Es beschäftigt sich mit der Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften in der Stadt. 2021 erhielt das frisch renovierte Naturalis Biodiversity Center diese Auszeichnung, an diesem Institut finden auch wichtige Arbeiten zur Erforschung der Biodiversität statt. Beide Museen lohnen einen Besuch!
Das wichtigste Kunstmuseum der Stadt ist das Museum De Lakenhal, untergebracht in der Tuchhalle von 1640. Es zeigt Werke des jungen Rembrandt und das Weltgericht von Lucas van Leyden, den bedeutendsten Altarschrein der niederländischen Renaissance.

Frederic Paulussen
6. Feiern der lokalen Traditionen
Am 3. Oktober feiert Leiden das Ende der spanischen Belagerung von 1574. Das Leidens Ontzet zählt zu den größten Volksfesten der Niederlande, rund 200.000 Menschen kommen jedes Jahr, und seit 2019 steht es auf der Liste des immateriellen Kulturerbes. Der Tag beginnt frühmorgens mit dem Weckruf, danach gibt es traditionell Hering mit Weißbrot und abends Hutspot, einen Eintopf aus Kartoffeln, Möhren und Zwiebeln. Den fanden die ausgehungerten Leidener der Legende nach im verlassenen spanischen Lager. Dazu kommen Paraden, Kirmes und Märkte, ein Erlebnis für sich und einer unserer Tipps für Leiden!

Saskia van Manen
7. Auf den Spuren von Marilyn Monroe
Ab 1609 lebte in Leiden eine Gemeinde englischer Glaubensflüchtlinge, die später als Pilgerväter in die Geschichte einging. 1620 brach ein Teil von ihnen nach Amerika auf und erreichte mit der Mayflower die Neue Welt. Zu ihren Nachfahren zählen der Überlieferung nach Marilyn Monroe, Franklin D. Roosevelt und die beiden Präsidenten Bush. Wer auf den Spuren der Leidener Pilgerväter wandeln mag, kann an diesem zweistündigen Rundgang teilnehmen.

Antonio Leutsch
8. Der Schlüssel zum Glück
Der Spitzname von Leiden in den Niederlanden? Schlüsselstadt! Aber nicht, weil man diese hier herstellt. Sondern weil der heilige Petrus, der Schutzpatron der Stadt, einen solchen in der Hand hält. Dieser Schlüssel soll ihm, wenn man den Geschichten der Bibel glaubt, das Tor zum Himmelreich öffnen. Na, wenn das mal kein gutes Zeichen ist! Und tatsächlich versteckt sich das Schlüsselsymbol an so manchem Ort in der Stadt. Wer aufmerksam durch die Stadt geht, entdeckt es an vielen Ecken.

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9. Schlemmertour durch die Stadt
Selbstverständlich kann in Leiden auch nach Herzenslust geschlemmt werden. Man merkt: Das Meer ist nur wenige Kilometer entfernt. Und so freut man sich auf frischen Fisch und viele weitere Köstlichkeiten. Wer mag, kann dabei schwimmend speisen, auf einer der schönen Terrassen, die auf den Kanälen treiben. Restaurant-Tipps für Leiden stehen hier.

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10. Die älteste Universität der Niederlande
Wilhelm von Oranien gründete 1575 die Universität Leiden, als Dank für den Widerstand der Stadt gegen die spanische Belagerung. Der Legende nach durfte Leiden zwischen Steuerfreiheit und einer Universität wählen. Bis heute prägt sie das Stadtbild: Rund 30.000 Studierende füllen die Cafés an den Grachten, und im Academiegebouw an der Rapenburg liegt das Zweetkamertje, das Schwitzkämmerchen. Dort warten Promovierende auf das Urteil der Prüfer und verewigen sich anschließend mit ihrer Unterschrift an der Wand. Albert Einstein hat hier gelehrt, Nelson Mandela einen Ehrendoktor empfangen.
11. Burcht und Pieterskerk: der historische Kern
Mitten in der Altstadt erhebt sich auf einem künstlichen Hügel die Burcht, eine Ringburg aus dem 11. Jahrhundert. Der Aufstieg kostet nichts und endet mit dem besten Blick über die Dächer und Grachten. Ein paar Schritte entfernt steht die Pieterskerk, die gotische Hauptkirche ohne Turm. Der stürzte 1512 ein und wurde nie wieder aufgebaut. In der Kirche liegt John Robinson begraben, der geistliche Führer der Pilgerväter, die von Leiden aus nach Amerika aufbrachen.
12. Der Rapenburg: Leidens schönste Gracht
Der Rapenburg gilt als eine der schönsten Grachten der Niederlande, gesäumt von Stadtpalästen, alten Linden und Bogenbrücken. Hier liegen das Academiegebouw der Universität und zwei Museen, die einen Besuch lohnen. Im Rijksmuseum van Oudheden, dem niederländischen Nationalmuseum für Archäologie, steht in der Eingangshalle der Tempel von Taffeh, ein echter ägyptischer Tempel, den Ägypten den Niederlanden schenkte. Ein paar Häuser weiter zeigt das Japanmuseum SieboldHuis die Sammlung des Würzburger Arztes Philipp Franz von Siebold, der im 19. Jahrhundert als einer der ersten Europäer Japan erforschte.
13. Die Hofjes: verborgene Gärten hinter Türen
Hinter unscheinbaren Toren verstecken sich in Leiden rund 35 Hofjes, ehemalige Armenhäuser rund um einen Innengarten. Wohlhabende Bürger stifteten sie über Jahrhunderte für alleinstehende ältere Menschen, bewohnt sind viele bis heute. Wer die Tür aufdrückt, steht plötzlich in einem stillen Garten mit Brunnen und Blumenbeeten, mitten in der Altstadt. Die meisten Hofjes sind tagsüber geöffnet, sonntags oft geschlossen. Und weil hier Menschen wohnen, gilt: leise sein.
14. Die Windmühle über der Stadt
De Valk, der Falke, ragt seit 1743 am Rand der Altstadt auf, sieben Stockwerke hoch. Die Turmmühle mahlte bis 1964 Getreide und beherbergt heute ein Museum. Im Erdgeschoss steht die Wohnung des Müllers samt Küche und Schlafkoje, oben dreht sich das Mahlwerk, und von der Galerie schweift der Blick über Leiden.

Keukenhof / Laurens Lindhout
15. Tulpenfelder und Keukenhof vor der Haustür
Leiden liegt am südlichen Rand der Bollenstreek, des niederländischen Blumenzwiebelgebiets. Von Ende März bis Mitte Mai leuchten die Felder zwischen Leiden und Haarlem in Streifen aus Rot, Gelb und Violett. Der Keukenhof mit seinen Millionen Blumenzwiebeln liegt rund 15 Kilometer nördlich und ist mit dem Bus ab Leiden Centraal in einer halben Stunde erreichbar. Wer die Blüte ohne Andrang erleben will, radelt stattdessen durch die Felder rund um Lisse und Noordwijkerhout.
Anreise nach Leiden
Mit dem Auto: Von Köln sind es rund 250 Kilometer, gut drei Stunden über Arnheim und Utrecht. Aus Düsseldorf und dem Ruhrgebiet verläuft die Strecke ähnlich lang, aus Aachen sind es etwa 260 Kilometer über Eindhoven. In der Altstadt sind Parkplätze knapp und teuer. Günstiger und entspannter sind die Park-and-Ride-Plätze am Stadtrand, von dort fahren Busse in wenigen Minuten ins Zentrum.
Mit der Bahn: Der ICE von Köln nach Amsterdam hält in Utrecht, von dort dauert es rund 40 Minuten bis Leiden Centraal, die gesamte Fahrt gut drei Stunden. Aus dem Ruhrgebiet führt die Intercity-Verbindung über Arnheim und Utrecht. Der Bahnhof liegt zehn Gehminuten von der Altstadt entfernt, ein Auto braucht in Leiden niemand.
Mit dem Flugzeug: Schiphol liegt nur 15 Minuten entfernt, Züge fahren mehrmals pro Stunde direkt nach Leiden. Für Reisende aus Westdeutschland lohnt der Flug allerdings selten.
Tipp für die Rückfahrt: Die Nordseeküste bei Katwijk und Noordwijk liegt zehn Kilometer westlich und lässt sich gut mit dem Besuch verbinden. Den Haag erreichen Züge in einer Viertelstunde.


