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Saint-Barthélemy

Saint-Barthélemy: Diese Orte zeigen die Karibikinsel von ihrer schönsten Seite

Saint-Barthélemy steht für Luxus, Yachten und Traumstrände. Doch die kleine Karibikinsel hat noch eine ganz andere Seite. Zwischen Gustavia und wilder Atlantikküste warten Orte, die selbst viele Karibikfans überraschen dürften.

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Saint-Barthélemy macht auf den ersten Blick ziemlich genau das, was man von einer exklusiven Karibikinsel erwartet: Im Hafen von Gustavia schaukeln Segelboote und Yachten, in den Straßen warten kleine Boutiquen und hinter grünen Hügeln verstecken sich weiße Sandstrände. Doch ein paar Kilometer weiter sieht die Insel plötzlich ganz anders aus. Dort schlägt der Atlantik gegen die felsige Küste, schmale Pfade führen durch karge Landschaften und kleine Fischerdörfer erinnern an ein Saint-Barth jenseits von Luxushotels und Beach Clubs.

Gerade einmal 24 Quadratkilometer misst Saint-Barthélemy. Viel Platz braucht die Karibikinsel offenbar nicht, um erstaunlich unterschiedliche Landschaften unterzubringen. Geschützte Lagunen wechseln sich mit einsamen Buchten, trockenen Hügeln und überraschend wilder Küste ab. Hinzu kommt der Hauptort Gustavia mit seinem schwedischen Erbe, während sich Orte wie Corossol noch etwas vom traditionellen Inselleben bewahrt haben.

Alte Kanone über dem Hafen von Gustavia auf Saint-Barthélemy.

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Auch unter Wasser setzt sich die Vielfalt fort. Rund 1.200 Hektar Meeresfläche gehören zur Réserve Naturelle. In den geschützten Gewässern leben unter anderem Meeresschildkröten, Rochen und zahlreiche Fischarten. Wer Saint-Barth, wie das Eiland oft in Kurzform genannt wird, also nur auf Yachten, Champagner und Traumstrände reduziert, verpasst einen beträchtlichen Teil der Insel.

Die Sehenswürdigkeiten von Saint-Barthélemy zeigen eine Karibikinsel, die zwischen Traumstränden, Geschichte und wilder Natur deutlich abwechslungsreicher ist, als ihr Luxusimage vermuten lässt.

Gustavia: ein bisschen Schweden in der Karibik

Gustavia ist Hauptstadt und gesellschaftliches Zentrum der Insel. Rund um den natürlichen Hafen liegen Restaurants, Geschäfte und Boutiquen, dahinter ziehen sich schmale Straßen den Hang hinauf. Auffällig sind die Spuren der schwedischen Vergangenheit. Frankreich überließ Saint-Barthélemy 1784 dem schwedischen König Gustav III., erst 1878 kam die Insel wieder zu Frankreich. Noch heute verbindet Gustavia französisches und schwedisches Erbe. Zu den historischen Gebäuden gehört die um 1820 errichtete Maison Dinzey, auch Le Brigantin genannt. Sie überstand den großen Stadtbrand von 1852 und beherbergt heute einen der beiden Standorte der Musées Territoriaux von Saint-Barthélemy.

Anglikanische Kirche in Gustavia auf Saint-Barthélemy bei Sonnenuntergang.

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Shell, Colombier und Gouverneur Beach

Von Gustavia ist es nur ein kurzer Spaziergang bis zum Meer. Shell Beach heißt offiziell Plage des Grands Galets und macht seinem bekannteren Namen alle Ehre: Unzählige Muschelstücke bedecken Teile des Strandes. Wer morgens durch Gustavia schlendert, kann deshalb schon wenig später im Wasser liegen, ohne dafür ins Auto steigen zu müssen.

Blick auf Shell Beach auf Saint-Barthélemy: eine türkisfarbene Bucht mit schmalem Strand und grünen Hängen.

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Wer einen der schönsten Strände der Insel erreichen möchte, muss etwas dafür tun. Nach Colombier führt keine Straße. Die Bucht ist nur mit dem Boot oder zu Fuß über Wanderwege erreichbar. Gerade das macht ihren Reiz aus. Hinter den Hügeln öffnet sich eine geschützte Bucht mit hellem Sand und klarem, türkisfarbenem Wasser. Schnorcheln und Schwimmen gehören hier zu den Hauptbeschäftigungen. Von den Höhen rund um Colombier ergeben sich zudem weite Blicke über das Meer.

Gouverneur erfüllt ziemlich zuverlässig die Erwartungen an einen karibischen Traumstrand. Heller Sand zieht sich zwischen grünen Hügeln entlang, davor leuchtet das Meer in unterschiedlichen Blautönen. Große Hotelanlagen bestimmen hier nicht das Bild. Bei ruhiger See eignet sich das klare Wasser auch zum Schnorcheln. Vor allem aber ist Gouverneur ein Strand zum Baden, Spazierengehen und Nichtstun. Manchmal darf ein Highlight tatsächlich einfach nur schön sein.

Strand von Gouverneur auf Saint-Barthélemy.

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Grande Saline und Grand Cul-de-Sac

Auch Grande Saline gehört zu den Stränden, die Saint-Barths Ruf als Badeinsel begründet haben. Nach Flamands ist er der zweitgrößte Strand der Insel. Vom Parkplatz führt der Weg zunächst durch eine eher karge Landschaft, bevor sich hinter den Dünen plötzlich das Meer zeigt. Die abgeschiedene Lage und die weitgehend naturbelassene Umgebung sorgen dafür, dass Saline trotz seiner Bekanntheit einen anderen Charakter besitzt als die belebteren Strandabschnitte rund um Saint-Jean.

Ganz anders präsentiert sich Grand Cul-de-Sac im Nordosten. Die geschützte Bucht bildet eine flache Lagune innerhalb eines Naturreservats. Stellenweise geht es weit ins hinein, ohne dass das Wasser wesentlich tiefer wird. Zwischen Mangroven, Felsen und Seegras leben Fische und Meeresschildkröten. Eine besonders ruhige Möglichkeit, die Lagune zu erkunden, bieten transparente Kajaks, durch deren Boden sich die Unterwasserwelt beobachten lässt.

Strand von Grand Cul-de-Sac auf Saint-Barthélemy.

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Grand Fond und Toiny: Saint-Barths wilde Seite

Saint-Barth besteht keineswegs nur aus geschützten Buchten. Im Osten trifft der Atlantik mit deutlich mehr Kraft auf die Insel. Grand Fond ist von Felsen geprägt und öffnet sich zum Ozean, Toiny wiederum ist für kräftige Wellen bekannt und bei Surfern beliebt. Gerade dieser Teil der Insel überrascht. Statt Beach Clubs und Yachten bestimmen trockene Hänge, Felsen und das offene Meer die Landschaft. Eine Wanderroute führt von Toiny über die Berge in Richtung Petit Cul-de-Sac.

Eine der interessanteren Wanderungen führt von Grand Fond über die Trois Crêtes. Der Weg verläuft zunächst durch eine trockene, felsige Landschaft und später durch Bestände der für die Karibik typischen Latanierpalmen. Eine weitere Route beginnt bei Flamands und führt über die Höhen von Colombier mit Blick auf das Karibische Meer. Damit zeigt sich auf wenigen Kilometern, wie abwechslungsreich die Landschaft der kleinen Insel sein kann.

Wanderweg bei Colombier auf Saint-Barthélemy.

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Corossol: das ruhigere Saint-Barth

Nur wenige Autominuten von Gustavia entfernt liegt Corossol, ein kleines Fischerdorf mit einer ausgeprägten lokalen Identität. Traditionelle Häuser, der kleine Fischerhafen und die überschaubare Bucht prägen den Ort. Am Strand treffen sich auch einheimische Familien zum Baden. Für einen unkomplizierten Zwischenstopp bietet die Épicerie de Corossol leckere Sandwiches. Zur Bucht gehören die traditionellen Fischerboote, sogenannte Dories. Dazu kommt eine auffällige Besonderheit: Der Sand ist braun. Gerade diese Mischung aus Booten, Strand und Dorfleben macht den Reiz von Corossol aus.

Der Ort ist außerdem eng mit der traditionellen Flechtkunst der Insel verbunden. Aus getrockneten Palmblättern entstehen Hüte und Körbe; ein Handwerk, das über Generationen weitergegeben wurde. Ein solcher Korb erzählt mehr über die Geschichte von Saint-Barth als die nächste Einkaufstüte aus Gustavia.

Saint-Jean: Baden neben der Landebahn

Dass Saint-Barth einen der spektakulärsten Flughäfen der Karibik besitzt, lässt sich in Saint-Jean kaum übersehen. Der Strand liegt unmittelbar beim kleinen Flughafen der Insel. Maschinen fliegen beim Landeanflug ungewöhnlich niedrig über den Hügel und setzen kurz dahinter auf.

Flugzeug im Landeanflug auf den Flughafen Gustaf III auf Saint-Barthélemy

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Saint-Jean selbst gehört zu den lebhafteren Gegenden der Insel. Der Strand bietet feinen Sand und meist ruhiges Wasser, Restaurants und Geschäfte liegen in der Nähe.

Weitere Informationen gibt es auf der Website des Tourismusverbandes der Insel, Saint-Barth Tourisme.

Häufige Fragen

Wie fliegt man von Deutschland nach Saint-Barthélemy?
Direktflüge aus Deutschland gibt es nicht. Eine praktische Route führt über Amsterdam nach Sint Maarten (SXM). Von dort geht es mit einem kleinen Regionalflugzeug weiter nach Saint-Barthélemy. Der Flug von Sint Maarten nach Saint-Barth dauert nur etwa 15 Minuten; unter anderem fliegen St Barth Commuter und Winair die Insel an. Sint Maarten ist zugleich der wichtigste Zubringer für Saint-Barth.
Wann ist die beste Reisezeit für Saint-Barth?
Die beliebteste Reisezeit liegt in der trockeneren Zeit von Dezember bis April. Dann fallen meist weniger Niederschläge, die Temperaturen sind angenehm warm und die Luftfeuchtigkeit ist niedriger. Gleichzeitig herrscht Hochsaison, und Saint-Barth macht seinem Ruf als exklusives Reiseziel bei den Übernachtungspreisen alle Ehre. Ruhiger und häufig günstiger ist die Insel von Mai bis November, wobei von Juni bis November offiziell Hurrikansaison in der Karibik ist.
Wie teuer sind Hotels auf Saint-Barthélemy?
Saint-Barthélemy gehört zu den teuersten Reisezielen der Karibik. In kleineren, unabhängigen Hotels sind Zimmer in der günstigeren Saison teilweise ab etwa 120 bis 250 Euro pro Nacht zu bekommen. Das Le Village St Barth verlangt beispielsweise im Sommer 2026 ab 230 Euro, das Sunset Hotel nennt Preise ab 120 Euro. Bei gehobenen Strandhotels sollte eher mit 500 bis 1.000 Euro pro Nacht gerechnet werden. In den Luxushotels können es während der Hauptsaison mehrere Tausend Euro sein. Besonders extrem wird es über Weihnachten und Silvester: Das Tourismusbüro ermittelte für Luxushotels Preise von etwa 1.700 bis 12.000 Euro pro Nacht.
Wie sicher ist Saint-Barthélemy?
Saint-Barthélemy gilt als sehr sicheres Reiseziel. Die Kriminalitätsrate ist niedrig, dennoch kommen vereinzelt Taschendiebstähle und andere Kleindelikte vor. Wertsachen sollten deshalb auch hier nicht unbeaufsichtigt am Strand oder sichtbar im Mietwagen liegen. Die USA stufen die Insel aktuell mit Level 1 (»normale Vorsichtsmaßnahmen«) ein. Ein größeres Risiko als Kriminalität können Naturereignisse sein. Von Juni bis Ende November ist Hurrikansaison, außerdem liegt Saint-Barthélemy in einer seismisch aktiven Region. Das Auswärtige Amt empfiehlt in dieser Zeit, Wetterwarnungen und Hinweise der örtlichen Behörden zu verfolgen.
Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.