Wenn sich Wangerooge in ein Blütenmeer verwandelt
Im Spätsommer zeigt Wangerooge eine überraschend farbenfrohe Seite. Auf der Insel wächst das größte zusammenhängende Besenheidegebiet der Ostfriesischen Inseln. Während der Blüte überzieht die Heide Teile der Landschaft mit einem dichten Blütenteppich.

Foto: Kees van Surksum
Wer durch die Heidelandschaft spaziert, läuft zugleich durch ein Stück Inselgeschichte. Ein Teil der Pflanzen wächst in ehemaligen Bombentrichtern. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs bombardierten die Alliierten Wangerooge wegen der militärischen Anlagen und Bunker auf der Insel. Innerhalb weniger Minuten fielen Tausende Bomben. Heute hat die Natur viele Spuren der Zerstörung zurückerobert. Die Heide wächst über ehemalige Bombentrichter und alte Eisteiche.
Diese künstlich angelegten Teiche dienten früher dazu, im Winter Eis zu gewinnen und damit Lebensmittel zu kühlen. Inzwischen haben sich die Eisteiche zu wertvollen Süßwasserbiotopen entwickelt. Zahlreiche Insekten und andere Tiere finden hier einen Lebensraum. Besonders zur Heideblüte lohnt sich deshalb ein Spaziergang oder eine Fahrradtour durch die Landschaft.
Schlafen am Strand und zwischen den Dünen
Warum nach Sonnenuntergang den Strand verlassen, wenn man einfach dortbleiben kann? Auf Wangerooge gibt es gleich mehrere ungewöhnliche Möglichkeiten für eine Nacht in Meeresnähe. Von Juni bis September können Urlauber in Schlafstrandkörben übernachten. Sie stehen im Osten des Strandes hinter dem Hundestrand und bieten Platz für zwei Erwachsene. Die Liegefläche misst 1,30 Meter in der Breite und 2,40 Meter in der Länge.

Foto: Kurverwaltung Wangerooge
Stauraum befindet sich direkt im Strandkorb. Zusätzlich steht den Gästen eine Strandbox mit Tisch und Stühlen zur Verfügung. Ein Badezimmer in der Nähe kann mit einem eigenen Schlüssel genutzt werden. Wer morgens nicht erst auf Nahrungssuche gehen möchte, kann einen Frühstückskorb dazubuchen.
Mehr Platz bieten die Glampingzelte der Surfschule. Sie stehen mitten in den Dünen und eignen sich für bis zu vier Personen. Statt Isomatte und Schlafsack warten richtige Betten mit Matratzen. Duschen und Toiletten stehen ebenfalls zur Verfügung. Der vielleicht größte Luxus zeigt sich allerdings beim Weg zum Meer: Nach rund einer Minute stehen Gäste bereits am Strand.
Den besten Blick gibt es im höchsten Zimmer der Insel
Ein Zimmer mit Aussicht bekommt auf Wangerooge eine ziemlich wörtliche Bedeutung. Im Westturm befindet sich seit vielen Jahren eine Jugendherberge. Übernachtungsgäste finden dort Doppel- und Mehrbettzimmer mit Dusche und WC sowie Vollverpflegung.
Das wohl ungewöhnlichste Zimmer liegt ganz oben. Im höchsten Zimmer Wangerooges kann zwar niemand übernachten, dafür wartet dort einer der besten Ausblicke über die Insel. Wer im Bistro ein Pfand hinterlegt, darf hinaufsteigen. Von oben reicht der Blick über Wangerooge, die Dünenlandschaft und die Nordsee. Bei guter Sicht dürfte der Aufstieg zu den eindrucksvollsten Perspektiven der Insel gehören.





