Kaum ein Ort verbindet die Landschaften rund um Hall-Wattens so eindrucksvoll wie die Walderalm. Sie liegt auf einem Hochplateau oberhalb des Inntals, eingerahmt von den schroffen Gipfeln des Karwendels. Besonders im Herbst entsteht hier ein traumhafter Kontrast zwischen bunten Wäldern, grünen Almflächen und den zunehmend kargen Bergflanken.

Foto: Tourismusverband Region Hall-Wattens
Zur Alm führen unterschiedliche Wege. Besonders angenehm ist die Wanderung von der Hinterhornalm. Der breite Panoramaweg ist nur 3,6 Kilometer lang und überwindet vergleichsweise wenige anspruchsvolle Passagen. Für Hin- und Rückweg sollte entsprechend mehr Zeit eingeplant werden als die rund 1 Stunde und 20 Minuten, die für eine Richtung angegeben werden.
Wer länger unterwegs sein möchte, kann die Walderalm in eine ausgedehntere Tour einbauen. Vor allem an klaren Herbsttagen lohnt sich das. Die Fernsicht reicht dann oft über das Inntal bis weit in die Tuxer Alpen. Im späten Herbst sollte allerdings vor jeder Tour geprüft werden, ob die jeweilige Alm noch bewirtschaftet ist. Viele Hütten beenden ihre Saison nämlich im Laufe des Oktobers.
Auf dem Zirbenweg über dem Inntal wandern
Der Zirbenweg gehört zu den Klassikern der Region. Rund sieben Kilometer führt er in etwa 2.000 Metern Höhe vom Patscherkofel Richtung Glungezer. Unterwegs durchquert der Weg einen der größten Zirbenbestände der Alpen. Das Besondere ist weniger die sportliche Herausforderung als das Panorama. Große Höhenunterschiede gibt es auf dem eigentlichen Höhenweg kaum. Dafür liegt fast während der gesamten Tour das Inntal tief unterhalb, gegenüber erhebt sich die Nordkette des Karwendels.

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Ausgangspunkt ist die Bergstation der Patscherkofelbahn auf 1.964 Metern. Von dort führt der Weg über Boscheben bis zur Tulfeinalm. Für die reine Wanderzeit werden etwa zweieinhalb Stunden veranschlagt. Im Herbst ist allerdings etwas Planung erforderlich. Die Glungezerbahn fährt in der Sommersaison 2026 bis einschließlich 1. November. Im Herbst gilt ein eingeschränkter Tagesfahrplan, die letzte Bergfahrt zur Tulfeinalm startet um 15.30 Uhr. Wer den Zirbenweg spät in der Saison gehen möchte, sollte außerdem unbedingt Wetter, Schneegrenze und Betriebszeiten der Bergbahnen kontrollieren.
Gemütlich über Besinnungsweg und Baumlehrpfad
Nicht jede Herbstwanderung muss auf 2.000 Meter führen. Gerade wenn auf den Gipfeln bereits Schnee liegt, sind die tieferen Wege rund um Gnadenwald eine gute Alternative. Der dortige Besinnungsweg ist Teil des Tiroler Jakobswegs und verläuft ohne größere Steigungen. Tafeln mit Gedanken, Weisheiten und religiösen Texten begleiten die Strecke. Fast nahtlos geht der Weg anschließend in den Gnadenwalder Baumlehrpfad über.

Foto. Tourismusverband Region Hall-Wattens
Vierzehn heimische Pflanzenarten werden entlang des Weges vorgestellt. Darunter befinden sich bekannte Arten wie Fichte und Haselnuss, aber auch Berberitze und Liguster. Gerade im Oktober spielt dieser Weg seine Stärke aus: Statt großer Gipfelpanoramen stehen bunte Wälder und die ruhigere Seite der Tiroler Bergwelt im Mittelpunkt.
Zur Kaisersäule oberhalb von Thaur
Etwas mehr Kondition verlangt die Wanderung zur Kaisersäule auf 1.701 Metern. Ausgangspunkt ist Thaur. Von dort führt die Route durch Mischwald hinauf zur Thaurer Alm und anschließend weiter zur Säule. Das Denkmal erinnert an Kaiser Franz I., der diesen Aussichtspunkt 1815 besucht haben soll. Heute lohnt sich der Aufstieg vor allem wegen des Panoramas über das Inntal.

Foto: Tourismusverband Region Hall-Wattens
Mit rund elf Kilometern und etwa viereinhalb Stunden Gehzeit ist die Tour deutlich anspruchsvoller als Walderalm oder Besinnungsweg. Gerade im Herbst sollte genügend Zeitreserve eingeplant werden, weil es am Nachmittag früh schattig und gegen Ende Oktober merklich früher dunkel wird.
Hall in Tirol entdecken
Ein Regentag ist in Hall kein Grund zum Trübsal blasen. Die historische Altstadt gehört zu den sehenswertesten in Tirol und lässt sich hervorragend mit mehreren Museen verbinden. Besonders spannend ist die Münze Hall in der Burg Hasegg. Hall spielte eine wichtige Rolle in der europäischen Geldgeschichte: Hier wurde im 15. Jahrhundert der erste Guldiner geprägt, der als Vorläufer des Talers gilt.

Foto: Tourismusverband Region Hall-Wattens
Auch die Salzgeschichte der Stadt lässt sich entdecken. Im Haller Bergbaumuseum wurde ein historisches Bergwerk nachgebildet. Führungen finden auch im Herbst regelmäßig statt. Wer Hall nicht allein erkunden möchte, kann sich einer Stadtführung anschließen. Die Führung »Hall mit allen Sinnen« wird im Herbst 2026 jeweils samstags angeboten.
Einen Regentag in den Swarovski Kristallwelten verbringen
Nur wenige Kilometer von Hall entfernt liegen in Wattens die Swarovski Kristallwelten. Gerade für einen nassen oder kalten Herbsttag sind sie eine der naheliegendsten Alternativen zum Wandern.

Foto: Swarovski Kristallwelten
Das Herzstück bilden die unterirdischen Wunderkammern mit Installationen internationaler Künstler und Designer. Hinzu kommt der weitläufige Garten rund um den berühmten wasserspeienden Riesen. Für Familien ist Wattens ebenfalls interessant, sodass sich die Kristallwelten gut als Schlechtwetterprogramm einplanen lassen.
Tiroler Herbstküche probieren
Knödel, Schlutzkrapfen und andere Tiroler Klassiker schmecken nach einer Wanderung bekanntlich besonders gut. Im Herbst kommen Kürbis, Pilze und andere saisonale Produkte hinzu.

Foto: Tourismusverband Region Hall-Wattens
Eine gute Adresse für Selbstversorger und alle, die regionale Lebensmittel mit nach Hause nehmen möchten, ist der Haller Bauernmarkt. Er findet samstags von 9 bis 12 Uhr auf dem Oberen Stadtplatz statt. Angeboten werden unter anderem Obst und Gemüse, Käse und andere Milchprodukte, Brot, Honig, Fleisch, Speck, Wurst und Eier.
Am 12. September 2026 findet außerdem das Tiroler Bio-Fest in Hall statt. Noch herbstlicher wird es am 17. Oktober, wenn der Bauernmarkt von 9 bis 13 Uhr seinen speziellen Herbstmarkt veranstaltet.
Einen Tiroler Almabtrieb erleben
Zu einem Herbsturlaub in Tirol gehört für viele der Almabtrieb. Auch in Hall-Wattens kehren die Tiere nach dem Sommer von den Bergweiden zurück ins Tal.

Foto: Tourismusverband Region Hall-Wattens
Am 12. September 2026 findet der Almabtrieb am Friedrichshof in Absam statt. Traditionell werden die Rinder aufwendig mit Blumen und Tannengrün geschmückt, sofern der Almsommer ohne schwere Unglücke verlaufen ist. Wer speziell wegen eines Almabtriebs anreist, sollte allerdings nicht erwarten, dass jedes Dorf an jedem Herbstwochenende einen veranstaltet. Die Termine unterscheiden sich von Jahr zu Jahr.
Beim Haller Freudenfeuer ins Mittelalter reisen
Einer der ungewöhnlichsten Termine des Herbstes wartet vom 2. bis 4. Oktober 2026. Beim Haller Freudenfeuer verwandelt sich die historische Altstadt für drei Tage in eine mittelalterliche Festkulisse.

Foto: Tourismusverband Region Hall-Wattens
Historische Lager und Marktstände ziehen in die Gassen ein, dazu kommen Musik, Tanz, Handwerksvorführungen, Kinderprogramm und Armbrustschießen. Mittelpunkt ist das namensgebende Freudenfeuer auf dem Oberen Stadtplatz. Das Fest beginnt an allen drei Tagen jeweils um 10 Uhr.
Wer im Herbst keine Zeit für einen Urlaub hat, für den ist vielleicht der Winter interessant: Hier gibt’s zahlreiche Tipps für einen entspannten Winterurlaub in Hall-Wattens.


