Der Name MAZAGGS klingt zunächst nach einer jener Wortschöpfungen, die sich Marketingabteilungen für neue Lifestylehotels ausdenken. In diesem Fall steckt allerdings echte Hotelgeschichte dahinter. Zwischen 1899 und 1902 entstand in Pertisau der Alpenhof, 1929 baute ihn der Tiroler Architekt Siegfried Mazagg um und erweiterte ihn. Mazagg gehörte zu den Vertretern der frühen Moderne in Tirol und beschränkte sich bei seinen Hotelprojekten nicht auf die Gebäudehülle. Er entwarf auch Interieurs, Möbel und Leuchten. Der Umbau des Alpenhofs zählt zu seinen bedeutenden Arbeiten.
Nach der späteren Schließung stand das Haus jahrzehntelang leer. 2021 übernahmen die Tiroler Unternehmer Hansi Entner und Dietmar »Didi« Gstrein den ehemaligen Alpenhof. Historische Bauteile und originale Elemente sollen erhalten bleiben und in die neue Architektur einfließen. Und auch Siegfried Mazagg kehrt zumindest namentlich zurück: Aus seinem Nachnamen wurde MAZAGGS.
Wo liegt’s? Das Boutiquehotel liegt in Pertisau am westlichen Ufer des Achensees in Tirol.
Wie viele Zimmer? Mit lediglich 39 Zimmern und Suiten bleibt das MAZAGGS vergleichsweise klein.

Foto: MAZAGGS – Alpenhof am Achensee
Art déco trifft auf zeitgenössische Kunst
Was verspricht das Interieur? Hier wird die Geschichte des Hauses besonders sichtbar. Im historischen Haupthaus greifen die Planer die Formensprache des Art déco auf und interpretieren sie zeitgemäß. Der Bestand soll dabei erkennbar bleiben, ohne dass aus dem Hotel ein historisches Museum wird. Daneben entsteht im Pavillon eine zweite Designwelt. Dort treffen mediterrane und asiatische Einflüsse aufeinander. Verbunden werden beide Bereiche durch die Kunst.
Dabei geht es um mehr als hübsche Bilder an der Wand. Neben der permanenten zeitgenössischen Sammlung sind wechselnde Einzelausstellungen und ein eigener Art Space vorgesehen. Ein Artist-in-Residence-Programm soll Künstler zeitweise direkt ins Hotel holen. Gäste können Atelierbesuche und Gespräche erleben, Vernissagen besuchen und teilweise verfolgen, wie neue Arbeiten entstehen. Gastgeber Didi Gstrein will Interessierte auf Wunsch persönlich durch die Sammlung führen.

Foto: MAZAGGS – Alpenhof am Achensee
Mediterrane und asiatische Küche im Siegfrieds am See
Wo essen und trinken?Für die Küche zeichnet Benjamin Koidl verantwortlich. Im Restaurant Siegfrieds am See verbindet er regionale Produkte mit mediterranen und asiatischen Einflüssen, vegetarische und vegane Gerichte gehören selbstverständlich zur Karte. Das Restaurant steht auch Gästen offen, die nicht im Hotel wohnen.
Über den Tag verteilt sich das Angebot auf mehrere Orte: Im Café de Mazagg sind Brunch und Tea Time vorgesehen, dazu kommen kleinere Gerichte, eine Bar, die Terrasse und Private Dining in ausgewählten Suite

Foto: MAZAGGS – Alpenhof am Achensee
Golf, Achensee und Karwendel direkt vor der Tür
Was kann man in der Umgebung unternehmen? Achensee und Karwendel liegen praktisch vor der Haustür. Entsprechend bieten sich je nach Jahreszeit Wandern, Wassersport und Ausflüge in die Berge an. Die Karwendel-Bergbahn ist vom Hotel schnell erreichbar.
Eine besonders große Rolle spielt Golf. Der nahe Golfclub Achensee soll eng in das Hotelangebot eingebunden werden. Als Golfgastgeber fungiert Manfred Furtner, Präsident von Golf in Austria. Neben Greenfee-Vorteilen und der Organisation von Abschlagszeiten soll er Gäste beraten und, wenn sein Terminkalender es zulässt, sogar persönlich auf den Platz begleiten.
2.000 Quadratmeter Spa für nur 39 Zimmer
Highlight des Hotels? Ein Kandidat ist allein aufgrund seiner Dimensionen der Wellnessbereich. ALMA – Spa & Sports umfasst rund 2.000 Quadratmeter, obwohl das gesamte Hotel nur 39 Zimmer und Suiten hat. Geplant sind zwei Outdoorpools, Saunen und Dampfbad sowie Massagen, Kosmetikanwendungen und Head-Spa-Behandlungen. Yoga, Pilates und Personal Training ergänzen das Angebot. Je nach Verfügbarkeit können auch externe Gäste den Bereich als Day Spa buchen.

Foto: MAZAGGS – Alpenhof am Achensee
Noch ungewöhnlicher ist das Kunstkonzept. Ein Artist-in-Residence-Programm, bei dem Künstler im Hotel arbeiten und Gäste den Entstehungsprozess neuer Werke erleben können, ist wesentlich seltener. Zusammen mit dem historischen Gebäude könnte genau diese Verbindung aus Architekturgeschichte und zeitgenössischer Kunst das eigentliche Alleinstellungsmerkmal des MAZAGGS werden.
Was kostet der Spaß? Das lässt sich derzeit noch nicht beantworten. Preise wurden ebenso wenig veröffentlicht wie die einzelnen Zimmerkategorien. Fest steht bislang lediglich, dass sich das MAZAGGS als Boutiquehotel im Premiumsegment positioniert. Auch beim Eröffnungstermin gibt es bisher nur einen Monat: Das MAZAGGS – Alpenhof am Achensee soll im Dezember 2026 eröffnen. Weitere Informationen auf der Webseite des MAZAGGS Hotel.


