Schweinefleisch gibt es hier nicht. Auf der Karte stehen nur Ramen mit Hähnchen- oder Gemüsebasis. Veganer*innen bekommen Toppings wie Sojamilch-Curry-Kroketten, vegane Gyoza, Tofu und Gemüsetempura. Chicken-Fans können sich auf Karaage, Crispy Chicken und Teriyaki-Chicken freuen. Spezialität des Hauses: die Paitan Ramen mit besonders lang gekochter Brühe. Die Lieblingsramen von Marie: Creamy White Tan Tan Men. Takumi findest du in der Antwerpener Straße 63. Unter der Woche ist von 12 bis 15:30 Uhr und von 17 bis 22 Uhr geöffnet, samstags durchgehend bis 22:30 Uhr und sonntags von 13 bis 22 Uhr. Es gibt auch viele Plätze draußen.
Jennys Lieblingsspot um den Brüssler Platz
SCHEE: Die Posterwand in der Maastrichter Straße
Ein Concept Store, der mit einer Wand berühmt geworden ist. Wer bei SCHEE reinkommt, steht erst mal vor einer riesigen Fläche gerahmter Prints, nummeriert, limitiert, und wenn eine Edition ausverkauft ist, hängt an der Stelle ein neues Motiv. Man kann sich eine halbe Stunde davor festgucken. Dazu gibt es handverlesene Sachen fürs Zuhause: Lampen, Vasen, Decken, Kissen, Papeterie, Kerzen, Schokolade und Gin aus kleinen Manufakturen. Vieles ist nur eine Zeit lang da, danach kommt etwas Neues. Direkt nebenan hat SCHEE einen zweiten Laden eröffnet, also doppelt so viel Stöberfläche. Du findest SCHEE in der Maastrichter Straße 36. Geöffnet ist montags bis freitags von 11 bis 20 Uhr, samstags von 10 bis 20 Uhr, sonntags geschlossen.

Foto: Marie Tysiak
fraukayser: Vom Aufkleber bis zur Lampe in der Maastrichter Straße
Ein paar Häuser weiter, Maastrichter Straße 40 bis 44, liegt die Boutique fraukayser. Hier gibt es keine teuren Designklassiker, sondern Dinge für Menschen, die es bunt mögen: Spielzeug für Kinder, Haarschmuck, Sticker, kleine Designobjekte, Lampen, die man sich als Erwachsener gern ins Wohnzimmer stellt, ohne dass es nach Kinderzimmer aussieht. Der Laden ist eine Entdeckungsreise. Chefredakteurin Jenny sagt: »Er verschluckt mich jedes Mal, und ich komme garantiert mit etwas wieder raus.« Perfekt, wenn man vor dem Geburtstag einer Freundin noch schnell etwas braucht, das garantiert niemand doppelt hat. Geöffnet ist montags bis samstags von 12 bis 19 Uhr.

Foto: instagram/fraukayser
Siebter Himmel: Bücher, Design und Marimekko in der Brüsseler Straße
Hinter dem Namen steckt ein Verlag: Bastei Lübbe (ja, der Verlag, der auch Kreuzworträtsel macht!), das Kölner Haus, das mit Heftromanen groß geworden ist, hat den Siebten Himmel 2013 als eine Art Versuchslabor eröffnet. Was wollen Leser wirklich? Die Antwort steht in sieben Themenräumen, daher der Name: Kochbücher, Reiseführer, Kinderbücher, Bildbände, englische Titel, dazu Deko, Papeterie, Tassen und Lampen, die zum jeweiligen Raum passen. Ganz hinten gibt es die finnische Modemarke Marimekko, die nur hier in Köln exklusiv erhältlich ist. Überall stehen Sessel, man darf sich mit einem Buch und einem Kaffee aus der Siebträgermaschine hinsetzen und erst mal lesen. 2023 kam ein zweiter Store im Nachbarhaus dazu. Du findest den Siebten Himmel in der Brüsseler Straße 67.

Foto: instagram/siebterhimmel_koeln
Bar Brio: Pasta mittags, großes Kino abends am Brüsseler Platz
Der Gourmet-Tipp des Jahres für Köln: Seit Mai 2026 kocht Jakob Erdsiek, 31, in der Bar Brio direkt am Brüsseler Platz. Erdsiek hat in Spitzenküchen rund um die Welt gearbeitet und bringt diese Erfahrung jetzt ins Belgische Viertel, aber ohne Chichi. Der Name ist Programm: »con brio« heißt in der Musik lebhaft, mit Schwung, und genau so läuft der Abend hier. Mittags unter der Woche gibt es hausgemachte Pasta zum fairen Preis, abends verwandelt sich der Laden in Casual Fine Dining mit kreativen Mezze zum Teilen. Die Austern sind ein Muss. Natürlich nur für diejenigen, die Austern gerne essen. Dazu eine kleine, feine Barkarte und ein Kaffee, den es in dieser Form in Köln nur hier gibt: kalt gezapfter Nitro Coffee. Unbedingt Platz fürs Dessert lassen. Die Bar Brio findest du am Brüsseler Platz.

Foto: instagram/barbrio_
Bali: Indonesisch im Kellerlokal am Brüsseler Platz
Mitten im lautesten Teil des Viertels liegt eines der leisesten Restaurants: Das Bali am Brüsseler Platz 2 ist ein Kellerlokal mit Kerzenlicht, Holz und Hausmannskost aus Indonesien, dazu ein schattiger Innenhof, der im Winter mit Heizstrahlern bespielt wird. Auf der Karte stehen Klassiker wie Opor Pitik, Hähnchenbrust in milder Kokossauce mit Kurkuma und Muskatblüte, oder die Reistafel, mit der man sich einmal quer durch die Küche isst. Chefredakteurin Jenny hatte hier ihr erstes Date mit ihrem Mann, und das war kein Zufall: Ihr Vater stammt aus Indonesien, sie ist mit Indo-Essen aufgewachsen, und beim ersten Date wollte sie ein bisschen von sich selbst zeigen. Das Restaurant gibt es noch, die Ehe auch. Abends ab 18 Uhr, am Wochenende reservieren.
Ice Cream United: Poldis Eisbude an der Ecke Brüsseler/Antwerpener Straße
Ja, es ist Promi-Gastro. Und ja, der Promi ist Lukas Podolski. Mehr Köln geht kaum. Aber das Eis ist tatsächlich gut, und die Geschichte dahinter ist sehr kölsch: Am 24. Juni 2017 machte Poldi an der Ecke Brüsseler/Antwerpener Straße seine erste eigene Eisdiele auf, 60 Quadratmeter, Holz und Edelstahl, am Eröffnungstag gab es Gratis-Eis für alle. Inzwischen ist Ice Cream United eine Marke mit Filialen bis nach Japan, der Laden im Belgischen Viertel ist das Original. Auf Experimente wird verzichtet: Vanille, Stracciatella, Erdbeere und Co., dafür mit nur zwölf Prozent Zucker. Spezialität des Hauses: das Poldi-Sandwich, eine hausgebackene Brioche, gefüllt mit Eis nach Wahl und Soße. Du findest Ice Cream United in der Brüsseler Straße 71, direkt um die Ecke vom Siebten Himmel.

Foto: Marie Tysiak
Konrads Tipps für das Belgische Viertel in Köln
Fairfitters: Nachhaltig Kleidung in zwei Stores
Dass Mode nicht nur gut aussehen, sondern auch fair und nachhaltig hergestellt sein kann, zeigt sich bei jedem Besuch in einem der beiden Fairfitters auf der Brüsseler Straße aufs Neue. Seit mehr als zehn Jahren versorgt die Boutique modebewusste Kölnerinnen und Kölner mit feinem Zwirn, ohne dass das Gewissen darunter leiden müsste.
Die Produktpalette reicht dabei von Hosen, Sweatshirts, Hemden und Jeans über Schuhe, Stiefel und Sandalen bis hin zu Taschen, Rucksäcken und weiteren Accessoires. Sowohl Herren- als auch Damenschnitte werden angeboten, Unisex sowieso. Im ursprünglichen Laden in der Brüsseler Straße 77 werden auf gut 160 Quadratmetern aktuelle Kollektionen bekannter Fair-Fashion-Marken ausgestellt. Im Fairfitters No. 2 direkt am Brüsseler Platz wiederum können Modebewusste sich mit fairen Basics einkleiden. Beide Läden sind von Montag bis Samstag zwischen 12 und 19 Uhr durchgehend geöffnet. Und nicht zuletzt die hervorragende Beratung in beiden Läden zieht Redakteur Konrad immer wieder hierher. Meist landet dann auch ein Teil im Jutebeutel, was zuvor nicht auf dem Einkaufszettel stand.
Frieda: Szenekneipe für alle Punk-Fans
Achtung, es wird laut: Wer sich durch alle hippen Bars im Belgischen durchprobiert oder einfach Lust auf laute Musik und günstiges Bier hat, kommt an der Frieda auf der Antwerpener Straße nicht vorbei. Die Szenekneipe ist ein sicherer Hafen für alle Fans von Punk, Metal, Alternative und allen weiteren gitarrenlastigen Musikgenres. Abgerockte Tapeten, dunkle Holzmöbel und die liebevoll zusammengestellte Dekoration machen die Frieda zu einem erfrischenden Kontrast im – bei aller Liebe – beinahe durchgentrifizierten Veedel.
Aber Achtung: Die Frieda ist ziemlich überschaubar und insbesondere am Wochenende wird’s gerne mal sehr voll. Wer keine Lust auf laute Menschenmengen in engen Räumen hat, sucht sich lieber was anderes. Im Sommer allerdings vergrößert sich die Kapazität durch den Schanigarten direkt vor der Bar. Von hier sind sogar die Spitzen des Doms sichtbar. Hach, Kölle. Täglich geöffnet ab 18 Uhr.

Foto: Konrad Bender
Die Bredouille Weinbar: Klein, aber fein
Wer Wein mag, wird die Bredouille lieben. Die elegante Weinbar direkt an der Venloer Straße zeigt, dass die Önologie kein Fass mit sieben Siegeln sein muss. Herrlich unprätentiös, nahbar und lässig kommt die Bredouille daher, mit einfachen Holzmöbeln, viele Licht und kölscher Gastlichkeit. Das soll aber alles nicht heißen, dass sie hier vom Wein nichts verstehen würden: Die Karte hält eine reiche Auswahl bereit, bestellt werden können die edlen Tropfen als Flasche oder, sofern offen, pro Glas.
Damit auch Anfänger voll auf ihre Kosten kommen, stehen die freundlichen und kundigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bredouille parat. Hier findet noch jeder seinen Lieblingswein. Und damit der nicht alleine bleibt, bestellen sich angehende Kenner am besten gleich noch eines der Brotzeit-Bretter als passende Begleitung dazu. Wie in Köln üblich, ergießen sich die Sitzplätze des Lokals im Sommer auf den Bürgersteig davor. Ansonsten gilt, im Sommer wie im Winter: Geöffnet hat die Bredouille Montag bis Freitag ab 17 Uhr, Samstag sogar schon ab 15 Uhr.

Foto: Marie Tysiak