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Prächtiges Passau: Diese Sehenswürdigkeiten solltest du dir anschauen

Drei Flüsse, eine barocke Altstadt und eine mächtige Burg hoch über den Dächern: Passau macht es Besuchern leicht, sich zu orientieren. Donau, Inn und Ilz führen fast automatisch zu vielen Sehenswürdigkeiten, dazwischen warten verwinkelte Gassen, Aussichtspunkte und eine Domorgel der Superlative. Für einen ersten Eindruck reicht ein Tag. Wer Passau wirklich kennenlernen möchte, sollte ein Wochenende bleiben.

Schon die Lage macht Passau ungewöhnlich. Die historische Altstadt zieht sich auf einer schmalen Landzunge zwischen Donau und Inn entlang. Pastellfarbene Fassaden, kleine Plätze und Kirchtürme erinnern stellenweise eher an Österreich oder Italien als an eine typische bayerische Stadt. Das ist kein Zufall. Nach den verheerenden Stadtbränden von 1662 und 1680 wurde Passau stark barock geprägt. Italienische Baumeister spielten beim Wiederaufbau eine wichtige Rolle.

Ein guter Ausgangspunkt für einen Rundgang ist der Residenzplatz. Rundherum stehen die Neue Bischöfliche Residenz, historische Bürgerhäuser und der Domchor. In der Mitte erhebt sich der Wittelsbacherbrunnen. Von hier sind es nur wenige Schritte zum Dom und hinunter zur Donau. Passau Tourismus bezeichnet den Platz wegen seines geschlossenen Erscheinungsbildes als Gesamtkunstwerk.

Wittelsbacherbrunnen auf dem Residenzplatz in der Passauer Altstadt

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Dom St. Stephan: Barock und eine Orgel der Superlative

Mit seinen weißen Türmen und blaugrünen Kuppeln beherrscht der Dom St. Stephan die Silhouette der Altstadt. Nach dem Stadtbrand von 1662 entstand das Gotteshaus weitgehend neu im barocken Stil, Teile des älteren gotischen Baus blieben erhalten.

Dom St. Stephan mit seinen beiden Türmen am Domplatz in Passau

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Im Inneren lohnt sich der Blick nach oben. Üppiger Stuck, Fresken und ein heller Kirchenraum bilden einen deutlichen Kontrast zu den eher strengen mittelalterlichen Kirchen vieler anderer Städte. Berühmt ist der Dom vor allem für seine Orgelanlage. Sie besitzt 17.974 Pfeifen und 233 Register, verteilt auf fünf eigenständige Orgelwerke. Das Bistum Passau bezeichnet sie als größte Domorgel der Welt.

Die größte Pfeife misst mehr als elf Meter und wiegt 306 Kilogramm, die kleinsten sind gerade einmal sechs Millimeter lang. Ganz vollständig lässt sich das Instrument derzeit aber nicht erleben. Wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten können voraussichtlich bis 2028 nicht jederzeit alle Teilwerke gespielt werden. Auch Teile des hinteren Kirchenraums sind zeitweise durch Gerüste verdeckt. Orgelkonzerte finden trotzdem statt.

Am Dreiflüsseeck wird Passaus Lage sichtbar

Am östlichen Ende der Altstadt geht Passau langsam das Land aus. An der Ortspitze treffen Donau, Inn und Ilz zusammen. Besonders spannend sind die unterschiedlichen Wasserfarben. Der aus den Alpen kommende Inn erscheint grünlich, die Donau eher blau-braun und die aus einem Moorgebiet kommende Ilz dunkel bis schwarz. Nach dem Zusammenfluss lassen sich die Farben zeitweise noch ein Stück nebeneinander erkennen.

Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz am Dreiflüsseeck in Passau

Foto: Hajo Dietz

Dabei drängt das Wasser des Inns die Donau auffällig zur Seite. Ein Grund dafür liegt in den unterschiedlichen Tiefen: Nach Angaben der Stadt ist der Inn an dieser Stelle rund 1,90 Meter tief, die Donau etwa 6,80 Meter. Das vergleichsweise flache Wasser des Inns schiebt sich beim Zusammenfluss über das tiefer liegende Donauwasser. Besonders gut lässt sich das Zusammenspiel der drei Flüsse von der Veste Oberhaus beobachten.

Veste Oberhaus: Bester Blick auf Passau

Hoch über dem linken Donauufer thront die Burganlage Veste Oberhaus. Sie wurde 1219 gegründet und diente den Passauer Fürstbischöfen über Jahrhunderte als Festung und Machtsymbol. Später nutzte Napoleon die Anlage als Grenzbastion gegen Österreich, ab 1822 diente sie der bayerischen Armee als Militärstrafanstalt. Seit 1932 gehört sie der Stadt Passau.

Innenhof der Veste Oberhaus in Passau

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Mit rund 65.000 Quadratmetern umbauter Fläche gehört Oberhaus zu den größten erhaltenen Burganlagen Europas. Heute befindet sich dort das Oberhausmuseum mit Ausstellungen unter anderem zur Stadtgeschichte, zum Mittelalter sowie zu Handwerk und Handel. Mindestens ebenso wichtig ist die Aussicht. Von der Batterie Linde lassen sich Altstadt, Dom und das Zusammentreffen der drei Flüsse besonders gut überblicken. Nach Angaben der Leiterin des Oberhausmuseums gehört sie zu den wenigen Punkten, von denen aus der Zusammenfluss aller drei Flüsse tatsächlich zu erkennen ist. Wer den Aufstieg scheut, kann während der Museumsöffnungszeiten einen Pendelbus vom Rathausplatz nehmen.

Rathaus und Hochwassermarken erzählen von der Macht des Wassers

Zurück an der Donau fällt das Alte Rathaus mit seinem hohen Turm auf. Der Gebäudekomplex wurde über Jahrhunderte erweitert und besitzt im Inneren prächtige Rathaussäle. Fast spannender für einen kurzen Stopp sind jedoch die Hochwassermarken am Rathaus. Sie erinnern daran, dass die Lage an drei Flüssen für Passau nicht nur malerisch ist.

Hochwassermarken am Alten Rathaus in Passau

Foto: Stefan Rotter/Shutterstock.com

Immer wieder wurde die Stadt von schweren Überschwemmungen getroffen. Besonders das Hochwasser von 2013 ist vielen Passauern noch präsent. Die Marken machen die historischen Wasserstände auf einen Blick nachvollziehbar und gehören zu den unscheinbareren Sehenswürdigkeiten, die viel über die Stadt erzählen.

Am Inn zeigt Passau seine schönste Seite

Wer vom Rathaus durch die Altstadt Richtung Inn läuft, sollte nicht nur auf Gebäude achten. Der Innkai gehört zu den schönsten Spazierwegen der Stadt. Historische Häuser stehen dicht am Wasser, dazwischen ragt der mittelalterliche Schaiblingsturm mit seinem spitzen Dach auf.

Schaiblingsturm am Innkai in der Altstadt von Passau

Foto: Bayern Tourismus Marketing GmbH/Frank Heuer

Noch besser wird die Perspektive auf der anderen Flussseite. Über die Marienbrücke gelangt man in die Innstadt. Vom rechten Innufer öffnet sich ein Panorama mit dem grünen Inn, den pastellfarbenen Häusern, dem Dom und der Veste Oberhaus dahinter. Passau Tourismus führt diesen Blick nicht ohne Grund als einen der beliebtesten Fotostandorte der Stadt. Besonders schön ist die Perspektive im warmen Abendlicht. Wer also nur Zeit für ein einziges klassisches Passau-Foto hat, sollte ein paar zusätzliche Schritte in Kauf nehmen.

321 Stufen führen hinauf nach Mariahilf

Über der Innstadt erhebt sich auf der gegenüberliegenden Seite der Altstadt die Wallfahrtskirche Mariahilf. Ihre beiden markanten Türme gehören seit Jahrhunderten zur Passauer Silhouette. Der schönste Weg hinauf führt über die überdachte Wallfahrtsstiege. 321 Stufen verbinden die Innstadt mit der Kirche. Oben wartet nicht nur das barocke Gotteshaus, sondern auch ein schöner Blick hinüber auf Passau und die Veste Oberhaus.

Mariahilf bietet damit einen reizvollen Perspektivwechsel: Von Oberhaus schaut man auf Altstadt und Flüsse, von hier auf Dom, Inn und den gegenüberliegenden Georgsberg.

Ilzstadt zeigt das ruhigere Passau

Die Ilz ist der kleinste der drei Passauer Flüsse und wird bei einem kurzen Stadtbesuch leicht übersehen. Dabei beginnt hinter dem Dreiflüsseeck und der Burg Niederhaus eine deutlich ruhigere Seite der Stadt. Entlang der Ilz führen Wege ins Grüne. Weiter flussaufwärts liegt der Stadtteil Hals mit historischem Ortskern und Burgruine. Wer zwei Tage in Passau verbringt, findet hier einen guten Gegenpol zur barocken Altstadt.

Auch Wanderer kommen schnell aus der Stadt hinaus. Rund um die Veste Oberhaus verlaufen mehrere Wege, darunter Abschnitte des Fernwanderwegs Goldsteig Richtung Hals.

Passauer Stadtteil Hals an der Ilz mit Häusern und Spiegelungen im Wasser

Foto: Ajan Alen/Shutterstock.com

Passau vom Schiff aus sehen

Bei kaum einer anderen deutschen Stadt liegt eine Bootsfahrt so nahe wie in Passau. Verschiedene Rundfahrten führen über Donau und Inn und zeigen die Stadt aus einer Perspektive, die sich vom Ufer aus kaum erschließt. Besonders die steilen Hänge, die Veste Oberhaus und die schmale Altstadt zwischen den Flüssen wirken vom Wasser noch einmal anders. Hinzu kommen längere Donauschifffahrten Richtung Österreich.

Ausflugsschiff auf der Donau vor der Altstadt von Passau

Foto: FooTToo/Shutterstock.com

Eine Rundfahrt ersetzt allerdings nicht den Weg zum Dreiflüsseeck oder auf die Veste. Die besondere Topografie Passaus versteht man am besten aus mehreren Perspektiven: vom Ufer, vom Wasser und von oben.

Tagesausflüge rund um Passau

Passaus Lage unmittelbar an Österreich und nahe dem Bayerischen Wald macht die Stadt zu einem guten Ausgangspunkt für Tagesausflüge. Besonders nah liegt die österreichische Barockstadt Schärding mit ihren farbenfrohen Bürgerhäusern am Stadtplatz.

Naturfreunde können dagegen in den Nationalpark Bayerischer Wald fahren. Besonders schön ist die Martinsklause, ein historischer Stausee im Nationalpark Bayerischer Wald. Der See liegt idyllisch zwischen dichten Wäldern und ist ein beliebtes Ziel für Wanderungen.

Martinsklause im Nationalpark Bayerischer Wald mit Wald und Spiegelung im Wasser

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Wanderwege, Tier-Freigelände und die Nationalparkzentren rund um Lusen und Falkenstein bieten genügend Programm für einen ganzen Tag. Von Passau bestehen auch Busverbindungen in Richtung Nationalpark. Donauabwärts lohnt sich ein Abstecher ins österreichische Engelhartszell. Der Ort lässt sich von Passau sogar im Rahmen einer mehrstündigen Schifffahrt erreichen. Dabei passiert das Schiff unter anderem die Schleuse Jochenstein.

Wer einen längeren Tagesausflug nicht scheut, kann Passau auch als Ausgangspunkt für Český Krumlov in Südböhmen nutzen. Die von einer Moldauschleife umschlossene Altstadt mit ihrer großen Burg- und Schlossanlage gehört zum Unesco-Welterbe. Passau Tourismus führt Český Krumlov ausdrücklich unter den beliebten Tagesausflügen ab Passau.

Weitere Informationen über die touristischen Attraktionen der Stadt gibt es auf der Webseite von Passau Tourismus.

Häufige Fragen

Wie viel Zeit braucht man für Passau?
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten lassen sich an einem Tag besuchen. Dom, Altstadt, Rathaus und Dreiflüsseeck liegen dicht beieinander und sind gut zu Fuß erreichbar. Zwei Tage sind trotzdem die bessere Wahl. Dann bleibt Zeit für die Veste Oberhaus, Mariahilf, einen Spaziergang entlang des Inns oder eine Schifffahrt.
Wann ist die beste Reisezeit für Passau?
Für einen Städtetrip eignen sich vor allem Mai bis Oktober. Im Frühjahr und Herbst ist die Stadt meist ruhiger, während im Sommer viele Donau-Kreuzfahrtschiffe Passau anlaufen. Im Dezember lockt zusätzlich der Christkindlmarkt.
Wie kommt man am besten nach Passau?
Passau ist gut mit der Bahn erreichbar. Von München dauert die direkte Zugfahrt je nach Verbindung rund zwei Stunden. Auch aus Richtung Regensburg, Nürnberg und Österreich bestehen regelmäßige Verbindungen. Ein Auto braucht man für einen klassischen Städtetrip kaum.
Wo übernachtet man in Passau am besten?
Für einen kurzen Aufenthalt bietet sich die Altstadt zwischen Donau und Inn an. Dort liegen viele Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Uferpromenaden in Laufweite. Rund um den Hauptbahnhof finden sich ebenfalls zahlreiche Unterkünfte und kurze Wege ins Zentrum.
Ist Passau teuer?
Passau ist in der Regel günstiger als klassische Städtereiseziele wie München oder Salzburg. Besonders bei Hotels schwanken die Preise allerdings stark, etwa während Veranstaltungen und in der Hauptsaison der Donau-Kreuzfahrten.
Kann man Passau ohne Auto besuchen?
Ja. Bahnhof, Altstadt und die meisten Sehenswürdigkeiten liegen vergleichsweise nah beieinander. Für Ziele außerhalb des Zentrums stehen Busse zur Verfügung. Auch einige Ausflüge in die Umgebung lassen sich prima mit Bahn, Bus oder Schiff unternehmen.
Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.