Wer gerne nach Florida reist, sollte sich ab sofort eine neue Adresse auf der Landkarte markieren. Allerdings nicht auf der mondänen Insel Palm Beach, sondern im geschäftigen West Palm Beach. Genauer gesagt in einem ehemaligen Industrieviertel, das gerade eine bemerkenswerte Verwandlung erlebt. Dort hat seit dem 19. Oktober 2026 das neue The Nora Hotel seine eleganten Pforten geöffnet und bringt ein Stück Manhattan an die Küste Floridas. Doch dazu später mehr.
Ein neues Luxushotel zwischen alten Lagerhäusern
Wo liegt’s? Das The Nora Hotel befindet sich an der 1135 North Railroad Avenue in West Palm Beach, nördlich der Innenstadt. Es bildet den Mittelpunkt des neuen Nora District, eines Stadtentwicklungsprojekts entlang einer ehemaligen Eisenbahntrasse. Der Name leitet sich von North Railroad Avenue ab. Hier standen früher Lagerhäuser aus den 1920er-Jahren, von denen zahlreiche restauriert und in Restaurants, Geschäfte, Galerien und Büros umgewandelt wurden. Das Hotel selbst ist allerdings ein Neubau, keine umgenutzte Industrieimmobilie. Viele Geschäfte und Restaurants lassen sich zu Fuß erreichen. Für eine Stadt, in der das Auto vielerorts unverzichtbar ist, keine Selbstverständlichkeit.
201 Zimmer mit der Handschrift der Chelsea-Hoteliers
Wie viele Zimmer? Das The Nora verfügt über 201 Zimmer und Suiten. Zum Angebot gehören unterschiedliche King- und Queen-Zimmer, Unterkünfte mit separaten Wohnbereichen sowie großzügigere One-Bedroom-Suiten und eine Executive Suite. Barrierefreie Zimmer sind ebenfalls vorgesehen.

Foto: Michael Stavaridis
Palm-Beach-Romantik trifft auf Manhattans dunkle Eleganz
Was verspricht das Interieur? Wer das Hotel Chelsea oder das Bowery Hotel in New York kennt, weiß, dass der Betreiber BD Hotels wenig Interesse an austauschbaren Luxushotels hat. Die Häuser besitzen Charakter, manchmal auch eine gewisse Extravaganz. Jetzt versuchen die Hoteliers Sean MacPherson, Richard Born und Ira Drukier – die Köpfer hinter BD Hotels – ihr Glück in Florida. Verantwortlich für die Gestaltung sind allerdings Christine und John Gachot vom New Yorker Designstudio GACHOT. Die beiden haben unter anderem das Shinola Hotel in Detroit gestaltet. Für das Nora verbinden sie zwei unterschiedliche Welten: die helle, mediterran angehauchte Architektur Südfloridas und die dunklere, elegante Atmosphäre klassischer New Yorker Stadthotels.
Schon die Fassade orientiert sich am Spanish Colonial Revival und an mediterranen Bauformen des frühen 20. Jahrhunderts. Eine wichtige Inspirationsquelle ist der Architekt Addison Mizner, dessen Villen und Hotels das Erscheinungsbild von Palm Beach bis heute prägen. Arkaden, Loggien und dezente Anklänge an die regionaltypischen Grün- und Rosatöne greifen diese Tradition auf. Im Inneren wechselt die Stimmung. Warme, teilweise dunkle Holzoberflächen, ausgewählte Antiquitäten und individuell entworfene Möbel sorgen für ein eher intimes Ambiente. Besonders charakteristisch sind Arbeiten aus Pecky Cypress, einer Zypressenholzart mit markanten natürlichen Hohlräumen und einer unregelmäßigen Struktur. Die Kunstwerke wurden von der Madison Melle Agency zusammengestellt. Gemeinsam mit den Antiquitäten sollen sie den Eindruck eines über viele Jahre gewachsenen Interieurs vermitteln.

Foto: Michael Stavaridis
Auch die Raumfolge ist bewusst gestaltet. Von der überdachten Eingangsterrasse führt der Weg durch einen Garten in die Lobby, wo großzügige Sitzbereiche und kleinere Rückzugsorte ineinander übergehen. Das erinnert an die New Yorker Schwesterhotels, deren Lobbys oft zugleich Wohnzimmer und gesellschaftlicher Treffpunkt sind. Allerdings bekommt dieses Konzept in Florida eine andere Note. Offene Übergänge, begrünte Außenbereiche und viel Tageslicht bringen jene Leichtigkeit hinein, die man in Manhattan gelegentlich vergeblich sucht.
Französische Brasserie, Kennedy-Cocktails und Musik auf dem Dach
Wo essen und trinken? Kulinarisch setzt das The Nora auf einen prominenten Namen: Stephen Starr. Der amerikanische Gastronom betreibt mit seiner Restaurantgruppe STARR Restaurants zahlreiche bekannte Adressen, darunter »Le Coucou« und »Pastis« in New York. Das »Pastis« hat nun auch in West Palm Beach eröffnet. Die französisch inspirierte Brasserie bringt ein Stück Pariser Bistrokultur nach Florida. Auf der Speisekarte stehen Klassiker wie Zwiebelsuppe, Steak frites und Escargots. Das New Yorker Original wurde 1999 im Meatpacking District eröffnet und entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt der Kunst-, Mode- und Gesellschaftsszene. Die Filiale in West Palm Beach knüpft an diese Tradition an.
Gleich nebenan befindet sich »Jack’s Bar«. Die Lobbybar orientiert sich am amerikanischen Gesellschaftsleben der frühen 1960er-Jahre, als John F. Kennedy im Weißen Haus residierte. Warme Beleuchtung, Retro-Elemente und klassische Cocktails bestimmen das Konzept. Besonders im Mittelpunkt stehen Martinis.

Foto: Michael Stavaridis
Auf dem Dach entsteht mit »Lillys« eine weitere gastronomische Adresse. Hinter dem Konzept steht Mama Hospitality, die bereits das »Mary Lou’s« in Palm Beach betreibt. Geplant sind drei Bereiche: Lillys Pool für Getränke und Speisen am Swimmingpool, die Aperitif-Lounge Bar Lilly und das Restaurant Cafe Lilly. Dazu sollen Live-Musik und Veranstaltungen kommen. Für die Küche ist wiederum STARR Restaurants verantwortlich.
Zwischen Kunstmuseen, historischen Villen und Atlantikstrand
Was kann man in der Umgebung unternehmen? Bereits der Nora District lohnt einen Spaziergang. Zwischen restaurierten Lagerhäusern haben sich Restaurants, Boutiquen und Galerien angesiedelt. Für einen längeren Stadtbummel bietet sich die Clematis Street in Downtown West Palm Beach an. Sie führt mit ihren Geschäften und Lokalen bis zur Waterfront am Lake Worth Lagoon.

Foto: Leonard Zhukovsky/Shutterstock.com
Kunstinteressierte sollten das Norton Museum of Art besuchen (hier geht’s zur Website). Es zeigt bedeutende Sammlungen amerikanischer, europäischer und asiatischer Kunst sowie einen Skulpturengarten. Auf der benachbarten Insel Palm Beach erzählt das Henry Morrison Flagler Museum von den Anfängen des Luxustourismus in Florida. Die prachtvolle Villa Whitehall war einst der Winterwohnsitz des Eisenbahnunternehmers Henry Flagler. Wer lieber ans Meer möchte, findet an der Atlantikküste von Palm Beach lange Sandstrände. Das Nora selbst liegt allerdings nicht direkt am Wasser. Für einen Strandtag ist eine kurze Fahrt erforderlich.
Floridas erstes Sisley-Spa als besondere Attraktion
Highlight des Hotels? Das The Nora beherbergt das erste Sisley-Spa in Florida. Die französische Kosmetikmarke ist besonders für ihre pflanzenbasierten Pflegeprodukte bekannt. Entsprechend konzentriert sich das Wellnessangebot auf Hautpflege, Gesichtsbehandlungen und Massagen. Der Spa-Bereich besitzt vier private Behandlungsräume, ein gemeinschaftliches Dampfbad, eine Lounge und eine Außenterrasse. Angeboten werden unter anderem klassische schwedische Massagen, Sport- und Hot-Stone-Massagen sowie verschiedene Gesichts- und Körperbehandlungen. Ergänzt wird das Angebot durch einen Dachpool mit Palmen, privaten Cabanas, Sonnenliegen und rosafarbenen Sonnenschirmen. Die Gestaltung spielt bewusst mit der traditionellen Farbwelt von Palm Beach.
Was kostet der Spaß? Die Zimmerpreise im The Nora Hotel beginnen bei 395 US-Dollar pro Nacht.
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