Der Panamakanal ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt und verbindet als einziger Kanal überhaupt zwei Ozeane: den Atlantik – beziehungsweise die Karibik – und den Pazifik. Aber wie ist der Kanal eigentlich entstanden? Und können Touristen auch durch den Kanal fahren? Wir wissen Bescheid.

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Wie der Panamakanal funktioniert: 82 Kilometer und ein Umweg von 15.000 Kilometern gespart
Das Wichtigste zuerst: Wie funktioniert der Panamakanal eigentlich? Die Wasserstraße durchschneidet auf einer Länge von insgesamt 82 Kilometern den sogenannten Isthmus von Panama, also die Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika. Damit liegt er auf der Liste der längsten Kanäle der Welt übrigens »nur« auf dem neunten Platz. Der längste Kanal der Welt ist der Kaiserkanal in China, mit knapp 1.800 Kilometern Länge. Knappes Rennen also.
Der Kanal läuft allerdings nicht schnurgerade durch Panama. Nach der Einfahrt auf der karibischen Seite bei Colón geht es zunächst bis zu den Schleusen von Gatún, wo die Schiffe auf 26 Meter über dem Meeresspiegel gehoben werden. Von hier führt der Kanal in den Gatúnsee, einen eigens angelegten Stausee, der auf einer Länge von etwa 24 Kilometern durchfahren wird. Gespeist wird der See vom Río Chagres, durch den es zum Gaillard-Kanal und von hier über drei weitere Schleusen in den Pazifik geht.

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Täglich durchfahren 30 bis 40 Schiffe den Kanal, pro Jahr also etwa 14.000 Schiffe. Durch seine Breite ist der Kanal fast durchgehend auf Gegenverkehr ausgelegt. Eine Erweiterung der Schleusenanlage an beiden Seiten des Kanals von 2007 bis 2016 sorgte zudem dafür, dass auch moderne, größere Containerschiffe den Kanal passieren können.
Die reine Fahrtzeit durch den Kanal beträgt zwischen acht und zehn Stunden. Mit Wartezeiten an den Schleusen und den eigentlichen Schleusvorgängen kommt die tatsächlich zwischen den beiden Meeren verbrachte Zeit dann auf zwölf bis 15 Stunden. Zum Vergleich: Ohne den Kanal müssten Schiffe die Reise um ganz Südamerika antreten und das Kap Hoorn umrunden. Ein Umweg von schlappen 15.000 Kilometern.

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Wie die USA für den Panamakanal einen Putsch unterstützten
Kein Wunder, dass der Panamakanal zu den wichtigsten Wasserstraßen der Welt gehört. Bereits im 16. Jahrhundert gab es erste Planungen, um die beiden Ozeane miteinander zu verbinden. Der Bau des heutigen Kanals begann allerdings erst Ende des 19. Jahrhunderts. Nachdem zunächst eine französische Aktiengesellschaft krachend gescheitert war, stiegen die US-Amerikaner unter Präsident Theodore Roosevelt in das Projekt ein. Da die USA sowohl am Atlantik als auch am Pazifik liegen, war hier das Interesse an dem Kanal besonders groß.
So groß, dass die USA einen Putsch in Kolumbien unterstützten, auf dessen Staatsgebiet der geplante Kanal verlaufen sollte. Auf US-Seite hoffte man, dass ein kleinerer Staat besser kontrolliert werden könnte und weniger Gebühren verlangen würde. Am 3. November 1903 wurde die Unabhängigkeit Panamas ausgerufen. Die Putschisten wurden durch US-amerikanische Kriegsschiffe und angelandete Marines unterstützt. Die USA sicherten sich die Hoheitsrechte über das Gebiet, auf dem später der Kanal verlaufen sollte.






