Einst wohnte hier Gräfin von Cosel, heute ist das Taschenbergpalais in Dresden für Gäste aus aller Welt ein Zuhause auf Zeit. Auch reisen-EXCLUSIV-Redakteurin Jana hat das Fünf-Sterne-Hotel in der Altstadt besucht. 

Der flauschige Teppich im Flur verschluckt unsere Schritte, als wir uns in Bademantel und Hausschlappen gekleidet auf den Weg zum Spa-Bereich machen. Die Ruhe vermittelt den Eindruck, wir seien die einzigen Gäste in dem kürzlich renovierten Palast mit den hohen Decken und den vielen Gemälden und Fotos an den Wänden. Aber im fünften Stock angekommen, wird schnell klar, dass der Eindruck trügt.

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Meine Begleitung und ich waren mit der Idee, vor dem Frühstück noch kurz in den Pool zu hüpfen, offensichtlich nicht allein. In dem fünf mal elf Meter großen Becken ziehen mehrere Frühaufsteher ihre (kurzen) Bahnen und die Lounge-Ecken, die wie kleine Höhlen in die Wand eingelassen sind und Platz für zwei Personen bieten, sind gut belegt. Aber kuschelig ist es hier! Und das Wasser schön warm!

Nach einem kurzen Bad im lauwarmen Nass würden wir am liebsten noch einmal die Augen zumachen. Allerdings knurren unsere Mägen, keine Zeit zum Schlafen, wir brauchen dringend was zu essen.

Der Pool im Taschenbergpalais in Dresden.

Foto: Hotel Taschenbergpalais Kempinski Dresden

So kam das Hotel zu seinem Spitznamen

Der Weg zum Frühstücksraum führt durch die Lobby, wo künstliches Feuer, warmer Sandstein und zeitgenössische Kunst auf ein gemütliches Lichtkonzept treffen – was dem Raum die charmante Bezeichnung als »Dresdens luxuriöses Wohnzimmer« eingebracht hat.

Und tatsächlich ist der Raum gefüllt mit einem Mix aus Gästen, Einheimischen und Touristen, die vom Palais beim Vorbeiflanieren offenbar so beeindruckt waren, dass sie einfach mal reinspaziert sind. Was nicht verwundert, denn das Hotel ist wirklich ein Hingucker! Das Gebäude ist pompös. Barockarchitektur. Eierschalenfarbene Fassade. Zum Eingang führt ein roter Teppich. Und Gräfin von Cosel, für die August der Starke die luxuriöse Residenz im Herzen von Dresden im Jahr 1705 bauen ließ, hätte sich sicher über begeisterten Besuch in ihrem Zuhause gefreut!

Restaurants im Taschenbergpalais in Dresden

Wir erreichen die Frühstückslocation, die sich in den Räumen des Restaurants »Kastenmeiers« befindet. Wo am Abend Köstlichkeiten aus dem Meer wie Felsenauster, Kaviar, Hummerrisotto und Dorade Royal serviert werden, wartet am Morgen ein üppiges Buffet auf uns – und eine große Auswahl an Eierspeisen, die à la carte bestellt werden können. Unser Favorit: die Eggs Benedict mit Lachs!

Überhaupt hat das Taschenbergpalais kulinarisch einiges zu bieten. Da wären noch das elegante »Das Palais«, wo das Team um Marcel Spahn hinter dem Herd steht. Gäste können hier zwischen einem Drei- und Vier-Gänge-Menü wählen oder à la carte bestellen. Die bodenständige Almhütte, in der in der kalten Jahreszeit Käse-, Champagner- und Fleischfondue auf der Karte stehen. Die Pâtisserie »Amalie« mit ihren selbst gemachten Pralinen. Und zuletzt die preisgekrönte »Bar 1705«, die Eigenkreationen wie beispielsweise den »Dancer« mixt – ein spritzig-süßer Drink aus Wodka, Thymian, Yuzu, Earl Grey, Limette, Honig und Ingwer.

Die Bar 1705.

Foto: Hotel Taschenbergpalais Kempinski Dresden

Standardzimmer sind hier 35 Quadratmeter groß

Aber uns ist nach dem Frühstück weniger nach einem Drink als einem kurzen Nap zumute, lso geht’s zurück aufs Zimmer, wo ein Kingsize-Bett auf unsere trägen Körper wartet. Zu unserer Entschuldigung: Der 35 Quadrat- meter große Raum (so groß sind alle Standardzimmer!) ist mit seinem hübschen Parkettboden, den gemusterten, hellbraunen Tapeten, dem salbeigrünen Anstrich und den schweren, verdunkelnden Vorhängen einfach so gemütlich, dass man ihn wirklich nur ungern verlässt. Selbst im Badezimmer mit den hochwertigen Armaturen und der großen Dusche vertrödelt man gerne die Zeit.

Die Vorhänge lassen wir offen, der Ausblick auf die umliegenden Gebäude ist einfach zu schön. In direkter Nachbarschaft befinden sich die Semperoper, der Dresdner Zwinger und das Residenzschloss, eine bessere Lage kann ein Hotel gar nicht haben. Kein Wunder also, dass hier schon gekrönte Häupter wie Königin Silvia von Schweden, Politiker wie Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und Stars wie Elton John und Robbie Williams eingecheckt sind. Auch die Band AC/DC war schon zu Gast, die, wie man so hört, die 380 Quadratmeter große Royal Suite des Hotels etwas »umgestellt« hat.

Blick in die Royal Suite.

Foto: Matthew Shaw

Das kann man in der Umgebung unternehmen

Während wir vor uns hindösen, besprechen wir, was wir unternehmen möchten – sollten wir es mal nach draußen schaffen. Klar, die nahe gelegene Frauenkirche, die wie das Palais im Zweiten Weltkrieg zerstört und in den 1990er-Jahren wieder aufgebaut wurde, ist definitiv einen Besuch wert.

Sehr hübsch und very instagrammable ist die im Jahr 1892 eröffnete Dresdner Molkerei »Gebrüder Pfund«, deren gesamter Innenraum mit handbemalten Fliesen von Villeroy & Boch verziert ist. Der perfekte Ort also, um ein paar Erinnerungsfotos zu machen. Oder Mitbringsel zu shoppen – denn hier wartet eine große Auswahl an Käsesorten und regionalen Produkten.

Molkerei Gebrüder Pfund.

Foto: Hendrik Wieduwilt

Und sollten wir plötzlich noch einen gewaltigen Energieschub bekommen, wäre auch ein Ausflug in die älteste Porzellanmanufaktur Europas in Meißen eine Option. Seit ihrer Gründung im Jahr 1710 steht die Manufaktur, die mit dem Auto etwa eine halbe Stunde und mit dem Zug eine Stunde vom Hotel entfernt ist, für höchste Porzellanqualität. Auch eine gute Möglichkeit, um Souvenirs einzukaufen.

Aber erst einmal schlüpfen wir wieder in unsere Bademäntel, schließen die Vorhänge und machen kurz
die Augen zu. Alles andere entscheiden wir dann später. Gute Nacht.

Weitere Infos

Hotel Kempinski Taschenbergpalais Taschenberg 3, Dresden, 211 Zimmer und Suiten, ab 300 Euro die Nacht. www.kempinski.com/de/hotel-taschenbergpalais