Eine Nacht in einem Leuchtturm in Norwegen mit Blick aufs Meer: Davon träumen viele. Rund 60 Leuchttürme im Land bieten inzwischen Übernachtungen an, verteilt über die gesamte Küste. Abenteuer, Kultur und Geschichte gibt es gratis dazu.
Seit die letzten Leuchtturmwärter ausgezogen sind, arbeiten die Leuchtfeuer automatisch. Viele der verlassenen Stationen sind seitdem beliebte Reiseziele. Kein Wunder: Wer möchte nicht einschlafen, während draußen die Wellen gegen die Klippen schlagen? Dazu sind viele der Leuchttürme ein wunderschönes Fotomotiv.

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Die Preise hängen vom Leuchtturm und vom Komfort ab. Gäste schlafen meist in den Häusern, in denen früher die Leuchtturmwärter lebten. Ein Bett im Turm selbst ist die Ausnahme.
Die meisten Leuchttürme gehören dem Staat. Die Küstenverwaltung Kystverket arbeitet mit Gemeinden, Wandervereinen und lokalen Organisationen zusammen, die die Anlagen für Besuche, Führungen und Übernachtungen offenhalten. Einige Stationen gehören inzwischen Gemeinden oder privaten Betreibern.
Kvassheim: Von 1912 bis 1990 in Betrieb, heute Freiluftzentrum mit Gästehaus
Am südlichen Ende der Jæren-Strände (Region Stavanger) steht der Leuchtturm Kvassheim. Er war von 1912 bis 1990 in Betrieb, dann übernahm ein automatisches Leuchtfeuer am Hafen. Heute beherbergt die Station ein Informations- und Freiluftzentrum mit Ausstellungen und Café. Zum Komplex gehören das Haus des Leuchtturmwärters, ein zwölf Meter hoher Turm, ein Maschinenhaus und ein Nebelsignal. Übernachten können Gäste in der renovierten Assistentenwohnung.

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Obrestad: Wohnen in den renovierten Häusern der einstigen Leuchtturmwärter
Der Leuchtturm Obrestad ging 1873 in Betrieb. Er steht an der Küste von Jæren, die für ihre Steinstrände bekannt ist, und ist der westlichste Leuchtturm auf dem norwegischen Festland. Ein Museum erzählt vom Alltag auf der Station und in der Region. Die Häuser der einstigen Leuchtturmwärter und ihrer Familien mieten Gäste das ganze Jahr über. Alle drei Einheiten blicken aufs Meer. Innen sind sie renoviert und geschmackvoll modern eingerichtet, von außen sehen sie aus wie bei der Automatisierung 1991.

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Utsira: Norwegens höchstgelegener Leuchtturm ist ein Zwilling
Am 15. August 1844 leuchtete Utsira zum ersten Mal. Es ist Norwegens einziger erhaltener Zwillingsleuchtturm, nur einer der beiden Türme ist noch in Betrieb. Die Türme selbst messen 13,3 Meter. Ihr Leuchtfeuer liegt aber 78 Meter über dem Meer, höher als jedes andere in Norwegen. Die Station bietet fünf Wohneinheiten für jeweils bis zu fünf Personen. Auf Utsira gibt es außerdem ein Café, eine Galerie und einen Secondhand-Laden. Die Insel eignet sich hervorragend zum Vogelbeobachten, Angeln und Wandern.

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Ryvarden: Von hier segelte einst ein Wikinger nach Island
Ryvarden blickt auf mehr als 1.100 Jahre Geschichte zurück. Um 869 errichtete der Wikinger Floki Vilgerdsson hier einen Steinhaufen als Seezeichen. Danach segelte er nach Island und gab der Insel ihren Namen. Das isländische »Landnámabók«, die Chronik der Besiedlung Islands, erzählt seine Geschichte. Den ersten Leuchtturm baute die Leuchtfeuerverwaltung 1849, danach wuchs die Station über Jahrzehnte. Seit 1984 arbeitet das Leuchtfeuer automatisch. Heute ist Ryvarden ein Kulturleuchtturm mit Galerie und Café. Im Haus des Leuchtturmwärters finden bis zu zehn Gäste in fünf Schlafzimmern Platz.

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Kvanhovden: 40 Meter über dem Meer, erreichbar nur per Boot
Eine halbe Stunde dauert die Bootsfahrt von Florø zum Leuchtturm Kvanhovden. Seit 1895 trotzt er Wind und Wetter. Er steht auf einer Klippe der Insel Hovden, 40 Meter über dem Meer, und gehört zu den höchstgelegenen Leuchttürmen Norwegens. Der Blick reicht weit nach Süden und Norden entlang der Küste und über den Ozean. Das Haus des Leuchtturmwärters bietet heute bis zu zehn Personen Platz, verteilt auf drei Schlafzimmer.

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Kråkenes: Schlafen im Leuchtturm, an einem der stürmischsten Orte Norwegens
Der Leuchtturm Kråkenes leuchtete erstmals 1906. Im Zweiten Weltkrieg brannte das Gebäude nach einem Luftangriff ab, der heutige Bau stammt von 1950. Er thront rund 45 Meter über dem Meer an einem der wetterexponiertesten Punkte der norwegischen Küste und hält mehrere Windrekorde. Wer Sturm mag, ist hier richtig: Gäste schlafen im Leuchtturmgebäude selbst. Die Sturmsuite belegt die komplette dritte Etage, mit Schlafzimmer, Wohnzimmer mit Schlafsofa, Esszimmer, kleiner Küche und Bad. Bis zu vier Personen finden darin Platz. Weitere elf Betten stehen im Sturmhaus, rund 50 Meter entfernt. Seit 2019 betreibt der norwegische Wanderverband DNT die Station.

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Runde: Übernachten auf einer Vogelinsel mit Platz für 24 Personen
Der Leuchtturm steht an der Nordwestspitze der Vogelinsel Runde. Schon 1767 brannte hier ein Leuchtfeuer, damals das erste nördlich der Halbinsel Stad. Der heutige Turm stammt von 1935. Seit 2002 lebt kein Leuchtturmwärter mehr auf der Station. Das jüngste Wärterhaus dient heute als Selbstversorgerhütte des Wanderverbands DNT mit 24 Betten. Bettwäsche oder einen Hüttenschlafsack bringen Gäste selbst mit.

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Molja: Der Leuchtturm mitten in Ålesund ist ein Hotelzimmer
Der Leuchtturm Molja ist das Wahrzeichen am Hafeneingang von Ålesund. Seit mehr als 150 Jahren weist er Schiffen den Weg, sein rotes und grünes Licht leuchtet bis heute. Zugleich ist er Zimmer 47 des Hotel Brosundet, das fünf Gehminuten entfernt liegt. Den Innenraum hat das Architekturbüro Snøhetta gestaltet. Im ersten Stock liegt ein elegantes Bad, darüber das Schlafzimmer mit Blick auf die Insel Godøya und den Atlantik. Morgens bringt das Hotel ein reichhaltiges Frühstück an die Tür.

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Ona: Der Leuchtturm auf einer Insel mit rund 30 Einwohnern
Das Fischerdorf Ona liegt auf einer kleinen Insel westlich von Molde. Rund 30 Menschen leben hier, viele von Keramik und Fischerei. Der rote gusseiserne Leuchtturm von 1867 steht auf dem höchsten Punkt der Insel. Rundherum gibt es Keramikwerkstätten, eine Kapelle und einen langen weißen Strand. Im Leuchtturm selbst übernachtet niemand. Das nahe Ona Havstuer, ein alter Handelsplatz der Gruppe Classic Norway Hotels, vermietet Apartments und Hotelzimmer. Sein Restaurant öffnet im Sommer.

Foto: Vidar Moløkken/Visit Norway
Tranøy: Weit im Norden, mit Blick auf die Lofotwand
Der Abstecher lohnt sich, auch wenn er weit nach Norden führt. Tranøy liegt in der Gemeinde Hamarøy in Nordland, rund tausend Kilometer nördlich der übrigen Adressen. Über eine 250 Meter lange Fußgängerbrücke erreichen Gäste den Leuchtturm. Er steht seit 1864 am Vestfjord und arbeitet heute automatisch. Seinen roten Gusseisenturm brachte die Leuchtfeuerverwaltung 1936 aus Moholmen bei Kabelvåg hierher. Gegenüber erhebt sich die Lofotwand aus dem Meer. Im Sommer scheint hier die Mitternachtssonne, im Winter tanzen Nordlichter über dem Fjord. Die Station bietet bis zu 40 Betten in 16 Zimmern unterschiedlicher Größe. Das Restaurant kocht mit Zutaten aus der Region, auf Wunsch führt das Team durch den Turm.

Foto: Vidar Nordli Mathisen
Noch mehr Informationen zum Übernachten in Leuchttürmen in Norwegen gibt es auf visitnorway.de.


