Mongolei

Mongolei im Herbst: Adlerjäger, goldene Wälder und ein Roadtrip durch den Altai

Die Adlerjägerzeit in der Mongolei beginnt Mitte September und dauert bis November. Im Altai-Gebirge zeigen kasachische Jäger ihre abgerichteten Steinadler bei Festivals wie dem Golden Eagle Festival in Ölgii, während der Norden des Landes in goldenen Lärchenwäldern leuchtet.

Foto: Sixt Mongolia / Mongolia.com.co

Sobald sich im September eine angenehme Kühle über die Mongolei legt, beginnt im Altai-Gebirge das eigentliche Spektakel. Männer reiten in atemberaubenden Tempo durch die Steppe und Steinadler von der Größe eines Kleinkinds warten geduldig auf ihren Einsatz. Diese Tradition reicht weit in die Vergangenheit zurück.

Wer das miterleben will, braucht keine Einladung. Die großen Festivals stehen jedem offen, in manchen Dörfern öffnen Familien sogar für einen Nachmittag ihre Jurte. Meist mit einer Schale Tee und ein paar Geschichten über die letzte Jagd.

Bayan-Ölgii: Wo die Adlerjäger zu Hause sind

Ganz im Westen des Landes treten kasachische Adlerjäger seit Generationen mit ihren abgerichteten Steinadlern an. Die Herbstsaison bringt dabei gleich mehrere Termine mit sich. Mitte September starten die kleineren, lokalen Veranstaltungen: die Altai Nomad Games und das Sagsai-Festival. Weniger Publikum, dafür mehr Gelegenheit für ein Gespräch mit den Männern und ihren Vögeln.

Anfang Oktober folgt das Golden Eagle Festival in Ölgii. Zwei Tage lang treten Teilnehmer aus der ganzen Provinz an, in voller Tracht. Neben Reiterspielen zählt vor allem eine Disziplin: die Jagd auf den Köder. Hierfür zieht ein Reiter den Köder an einer Leine über die Steppe. Oben am Hang hält ein Adlerjäger seinen Vogel bereit. Auf ein Zeichen hebt er den Arm, der Adler löst sich vom Handschuh und stürzt sich zielsicher auf den Köder. Jahrelanges Training, in Sekunden umgesetzt.

Adlerjäger zu Pferd durchqueren einen Fluss, ein Steinadler landet mit ausgebreiteten Flügeln.

Foto: Fadhil Abhimantra

Khuvsgul bis Khangai: Wenn der Norden golden leuchtet

Der Norden des Landes zeigt sich im Herbst golden. In Khuvsgul, Arkhangai und dem Khangai-Gebirge verfärben sich die Lärchenwälder, bevor sie im Winter ihre Nadeln verlieren. Die Lärche ist übrigens weltweit der einzige Nadelbaum, der das tut. Dazu kommen türkisfarbene Bergseen und grasende Yaks. Wer hier einmal die Kamera wegpackt, bereut es prompt.

Nomadische Familien stecken mitten in den Wintervorbereitungen: Milch wird verarbeitet, Käse gepresst. Besucher packen gerne mit an, eine Schale frischer Airag hier, eine Lektion in Käseherstellung dort.

Im November zieht das Taliin-Tumen-Aduu-Festival die Blicke auf sich. Hunderte Pferde donnern über die Steppe, Reiter zeigen ihr über Generationen weitergegebenes Können. Und nach so einem Tag lohnt sich der Blick nach oben, nachdem die Sonne untergegangen ist. Kaum Lichtverschmutzung, dafür klare Luft und die Milchstraße in voller Pracht.

Reiter treiben eine Pferdeherde durch aufgewirbelten Staub im Gegenlicht der Abendsonne.

Foto: Paul Widjanarko / Shutterstock

Unterwegs im Allradfahrzeug: Die Route durch den Herbst

Wer die Mongolei mit ihren Herbstfeierlichkeiten erleben möchte, braucht Zeit und ein Auto (ein Nackenkissen schadet auch nicht). Rund 3.500 Kilometer führen quer durchs Land. Die Route beginnt in Ulaanbaatar, führt über die Wildpferde im Khustai-Nationalpark und das Kloster Erdene Zuu. Von dort geht es mitten hinein in den Altai, dort, wo die Adlerjäger warten. Mongolia.com.co organisiert diese Route in Kooperation mit dem Mietwagenpartner Sixt und baut auf Anfrage passende Festivals mit ein. Mehr dazu unter mongolia.com.co, inklusive GPS-Navigation und durchgehendem Reiseguide-Support per Telefon.

Zwei Geländewagen fahren bei Sonnenuntergang durch die mongolische Steppe, Staubwolken hinter den Reifen.

Foto: Sixt Mongolia / Mongolia.com.co

Übernachtet wird unterwegs im Hotel, im Dachzelt unter freiem Sternenhimmel oder im traditionellen Ger-Camp bei einer Nomadenfamilie, je nachdem, wie weit die Straße an diesem Tag noch reicht. Das Allradfahrzeug bringt einen dabei über Pisten, die auf keiner Karte wirklich als Straße durchgehen, und genau darin liegt der Reiz.

Mehr über die Mongolei gibt es unter www.mongolia.travel.

Häufige Fragen

Wie sieht die Anreise in die Mongolei aus?
Die internationale Anreise erfolgt meist über den Flughafen Chinggis Khaan in Ulaanbaatar. Nonstop-Flüge ab Deutschland gibt es kaum, gängige Verbindungen führen über Istanbul oder Seoul.
Ist für die Mongolei ein Visum nötig?
Deutsche Staatsangehörige reisen für touristische Aufenthalte von bis zu 30 Tagen in der Regel visumfrei ein. Für längere Reisen oder andere Reisezwecke gelten abweichende Bestimmungen, ein Blick in die aktuellen Einreisehinweise vor der Buchung lohnt sich.
Was gehört ins Gepäck für eine Herbstreise?
Warme, winddichte Kleidung im Zwiebellook und robuste Schuhe gehören in jeden Koffer. Ebenso wichtig ist mindestens eine Powerbank, denn Steckdosen und Handyempfang sind außerhalb der Städte nicht garantiert.
Nützliches Wissen über die Mongolei?
Die Mongolei gehört zu den am dünnsten besiedelten Ländern der Welt. Auf einer Fläche von etwa viereinhalbmal Deutschland leben nur 3,5 Millionen Menschen, weite Landschaften bleiben entsprechend leer.
Jasmin Faust
Jasmins Herz muss viel aushalten, denn sie verliebt sich in (fast) jedes Land auf der Welt und würde am liebsten für immer dort bleiben. Die Schönheit des Reisens findet sie überall. Ob in den Bergen und Seen der Alpen, in den Städten Mexikos oder der Wüste Jordaniens. Hauptsache Natur, Kultur und ein bisschen Abenteuer.