
Foto: Vestige Collection
Schon die Anreise stimmt auf das Hotel ein. Olivenhaine ziehen vorbei, Weideland und jene für Menorca typischen Steinmauern, die aussehen, als hätten sie beschlossen, noch ein paar Jahrhunderte stehen zu bleiben. Schließlich taucht das honigfarbene Herrenhaus auf. Bis zum Städtchen Ciutadella sind es rund 20 Minuten, die Cala Son Vell hingegen liegt nur einen Spaziergang entfernt.
Das Anwesen stammt aus den 1820er-Jahren und wurde drei Jahre lang liebevoll restauriert. Dabei durfte die Vergangenheit sichtbar bleiben. Die Fassade trägt Patina, historische Bautechniken wurden wiederbelebt und ehemalige Wirtschaftsgebäude verwandelten sich in Suiten und Restaurantbereiche. Verantwortlich für die Restaurierung war das Vestige Estudio der Eigentümerfamilie Madera.
2023 eröffnete Son Vell als erstes Hotel der Vestige Collection.

Foto: Vestige Collection
33 Suiten und sehr viel Menorca
Insgesamt sind es nur 33 Suiten, die sich auf das historische Haupthaus, ehemalige Wirtschaftsgebäude und behutsam ergänzte Neubauten verteilen. Sechs Suiten befinden sich direkt im Herrenhaus. Andere liegen ebenerdig in den Gärten und haben eigene Terrassen.
Drinnen setzt sich die Ruhe fort. Kalkgeputzte Wände treffen auf Eichenbalken und gealterte Terrakottaböden. Leinen, Jute, Antiquitäten aus der Familiensammlung und zeitgenössische Kunst ergänzen das Interieur. Einige Suiten haben frei stehende Badewannen unter Gewölbedecken, andere einen Kamin mit Kerzen. Vieles wirkt bewusst unperfekt und gerade darin liegt der Charme.

Foto: Vestige Son Vell
Zwei Pools, Yoga und 200 Hektar Natur
Ein klassisches Spa gibt es noch nicht. Dafür übernehmen zwei Pools einen guten Teil der Entspannungsarbeit. Einer stammt aus dem 19. Jahrhundert, der zweite ist moderner gestaltet. Yoga findet täglich unter freiem Himmel statt, Massagen können auf Wunsch gebucht werden.
Vor allem aber ist da das rund 200 Hektar große Anwesen, das entspannt. Mehr als 1.400 heimische Bäume wurden neu gepflanzt. Ein biologisch bewirtschafteter Küchengarten versorgt die Restaurants mit Gemüse und Kräutern, dazu kommen Duftgärten.
Nachhaltigkeit steckt hier erfreulich oft im Detail. Selbst die Kaffeekapseln sind kompostierbar. So soll der Tourismus vor Ort nicht auf Kosten der Natur gehen.

Foto: Vestige Son Vell
Menorca auf dem Teller
Tagsüber serviert das »Sa Clarisa« leichte mediterrane Küche unter freiem Himmel. Salate aus dem Garten stehen ebenso auf der Karte wie Fisch, Pasta und gegrilltes Fleisch.
Am Abend übernimmt das »Vermell«. Executive Chef Joan Bagur kombiniert moderne Küche mit menorquinischen Produkten und kulinarischen Traditionen der Insel. Gemüse und Kräuter kommen aus dem eigenen Garten, weitere Zutaten stammen möglichst aus der Region und aus dem Meer rund um Menorca. Dass hier auch Einheimische regelmäßig zu Gast sind, spricht für die Küche.

Foto: Vestige Son Vell
Im Sattel über den Camí de Cavalls
Nur rund einen Kilometer vom Son Vell entfernt verläuft der Camí de Cavalls. Der historische Küstenweg umrundet Menorca auf etwa 185 Kilometern und diente früher zur Verteidigung der Insel. Heute lässt er sich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf dem Pferderücken erkunden.
Das Hotel organisiert geführte Ausritte bis zu den Stränden von Son Saura sowie Radtouren über die Insel. Dazu kommen Bootsausflüge, Stand-up-Paddling, Kochkurse und Besuche archäologischer Stätten. Wer lieber auf eigene Faust loszieht, kann sich ein Fahrrad oder E-Bike ausleihen.
Interesse? Dann hör dir unsere Folge zum Vestige Son Vell im Hotel-der-Woche-Podcast an.


