Foto: Volker Emersleben/Deutsche Bahn AG
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Neuer Fahrplan: Diese internationalen Ziele fährt die Deutsche Bahn 2027 an

Am 13. Oktober 2026 hat die Deutsche Bahn ihren neuen Fahrplan für das Jahr 2027 vorgestellt. Nächstes Jahr fahren unter anderem mehr Züge nach Paris und Wien, zwischen München und Rom gibt’s außerdem eine Direktverbindung. Was noch wichtig ist, erfährst du hier.

Alle Jahre im Herbst stellt die Deutsche Bahn ihren Fahrplan für das kommende Jahr vor. Nun ist es wieder so weit und reisen EXCLUSIV hat einen genauen Blick darauf geworfen. Schließlich erfreut sich die Bahn aller Widrigkeiten zum Trotz weiterhin großer Beliebtheit als Transportmittel für den Städtetrip und den Urlaub.

Eine Bahnhofsuhr mit blauem Rahmen, dunkelblauen Zeigern und rotem Sekundenzeiger hängt unter der Stahlkonstruktion der Bahnsteighalle im Frankfurter Hauptbahnhof. Auf dem Zifferblatt sitzt das rote DB-Logo.

Foto: Volker Emersleben/Deutsche Bahn AG

Neu ab 2027: Direkt mit dem Zug von München nach Rom

Die Bahn überwindet Grenzen, vor allem jene zu unseren Nachbarländern. So dürfen sich Bahnreisende von Stuttgart aus über mehr Verbindungen nach Paris freuen. Statt zehn Zügen täglich fahren nächstes Jahr zwölf Züge pro Tag aus dem Kessel in Richtung der französischen Hauptstadt. In die österreichische Hauptstadt Wien wiederum geht es von Frankfurt aus über Nürnberg nach einer Korridorsanierung in Zukunft 14-mal pro Tag, zweimal häufiger als noch vor der Sanierung. Und apropos Österreich: Auch von Kassel aus geht es 2027 wieder täglich ohne Umstieg bis nach Innsbruck.

Im Norden freut man sich über mehr Verbindungen auf der Strecke von Hamburg nach Kopenhagen. Das Highlight des neuen Fahrplans dürfte aber wohl die neue Direktstrecke von München nach Rom sein. Ab Sommer 2027 verbindet der Hochgeschwindigkeitszug Frecciarossa in Kooperation mit der Deutschen Bahn täglich (in beide Richtungen) die selbsternannte nördlichste Stadt Italiens mit der Hauptstadt Italiens. Wer von München nach Mailand möchte, schafft das über die Verbindung in etwa 6,5 Stunden, nach Rom sind es 8,5 Stunden.

Ein Frecciarossa der Trenitalia fährt im Sonnenuntergang auf einer Strecke durch flaches Land bei Faenza. Im Vordergrund liegen eine Wiese mit jungen Bäumen und ein Zaun entlang der Gleise.

Foto: alexfaenza/Shutterstock.com

Insgesamt kommt die Bahn 2027 so auf mehr als 320 internationale Fahrten in 14 Länder. Die Bahn arbeitet außerdem an einer Vereinfachung der Buchung. Fahrten mit den Kooperationspartnern ÖBB, SBB, Trenitalia, SNCF, Eurostar, SJ und National Rail können direkt auf bahn.de oder in der hauseigenen App, dem DB Navigator, gebucht werden.

Neuer Sprinter Hamburg nach München in 5 Stunden 20

Nicht nur international, auch beim innerdeutschen Verkehr hält der Fahrplan 2027 einige Neuerungen bereit. So wird zwischen Hamburg und München ein neuer Sprinter eingerichtet, der dreimal täglich verkehrt. Zwischenhalte sind nur in Hannover und Nürnberg vorgesehen. Die planmäßige Fahrtzeit beträgt 5 Stunden und 20 Minuten, was einer Zeitersparnis von 20 Minuten im Vergleich zur bisherigen Verbindung entspricht. Saarbrücken wiederum bekommt erstmals eine direkte Verbindung nach Hamburg, über Frankfurt und Hannover. In der Gegenrichtung startet die Verbindung sogar schon in Flensburg.

Auf der Strecke zwischen Berlin und Stuttgart wird in beide Richtungen die Frequenz erhöht. Statt einmal täglich geht der Sprinter in Zukunft dreimal pro Tag. Zwischen Berlin und Hamburg fährt der Zug nach Bauarbeiten nächstes Jahr wieder im Halbstundentakt. Wiederaufgenommen wird außerdem die zweistündliche IC-Verbindung zwischen Dresden und Rostock über Berlin, die tägliche ICE-Verbindung zwischen Frankfurt und Warnemünde sowie der Direkt-ICE zwischen Jena und Berlin.

Sperrungen 2027: Wo Reisende deutlich mehr Zeit einplanen müssen

Bei aller Freude über neue Verbindungen: 2027 bringt auch neue (und dringend notwendige) Sanierungen und damit einhergehend Umleitungen und Linienausfälle. Unter anderem wird auf den Strecken Hannover–Berlin, Hanau–Fulda und Rosenheim–Freilassing/Salzburg gewerkelt.

Verbindungen zwischen NRW und der Hauptstadt brauchen infolgedessen länger. Rund 80 Minuten mehr genießen Reisende hier die Gastfreundschaft der Bahn. Der Konzern will aber eine Verbindung stündlich aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland in Richtung Berlin garantieren. Zwischen Köln und Frankfurt ist außerdem die Schnellfahrstrecke zwischen dem 15. Mai und dem 19. Juli gesperrt, die Umleitung führt zu einer Verlängerung von 75 Minuten. Und zwischen Duisburg und Dortmund geht vom 10. Juli bis zum 15. Oktober aufgrund von Bauarbeiten gar nichts, der Verkehr wird über Gelsenkirchen, Hagen oder Hamm umgeleitet.

Ein ICE fährt mit hohem Tempo durch einen Bahnhof, Wagenkasten und Hallendach verwischen zu horizontalen Streifen. Der rote Zierstreifen zieht sich als Linie durch das Bild.

Foto: Axel Hartmann/Deutsche Bahn AG

Familienticket für 99,99 Euro und günstigere Monatskarten

Das bereits im Sommer getestete Familienticket wird nun fest ins Angebot der Bahn eingeführt. Bis zu fünf Personen können damit für 99,99 Euro in der 2. Klasse hin und zurück reisen, die Reservierung ist inkludiert. Buchbar ist das Angebot ab dem 26. Oktober, gültig für Reisen ab dem 1. November 2026.

Außerdem neu: Monatskarten im Fernverkehr werden ab dem 21. Oktober um 25 Prozent günstiger. Dafür fällt das Abo-Modell weg. Wer eine Streckenzeitkarte erwerben möchte, muss dies in Zukunft Monat für Monat neu beantragen.

Häufige Fragen

Ab wann gilt der neue Fahrplan?
Der Fahrplan 2027 der Deutschen Bahn gilt ab Sonntag, 13. Dezember 2026. Einzelne Verbindungen starten später, zum Beispiel ab März die zusätzlichen Fahrten zwischen Hamburg und Kopenhagen. Die neue Direktverbindung von München nach Mailand und Rom folgt im Sommer 2027.
Ab wann können Verbindungen nach dem neuen Fahrplan gebucht werden?
Tickets für den Fahrplan 2027 sind ab Mittwoch, 14. Oktober 2026, buchbar. Diese gibt es auf bahn.de, im DB Navigator, in den Reisezentren und bei Reiseagenturen. Größere Bauarbeiten sind laut DB zu diesem Zeitpunkt schon in der Fahrplanauskunft berücksichtigt. Bei der Buchung werden also bereits die geänderten Fahrzeiten angezeigt.
Werden Bahntickets 2027 teurer?
Nein, nach Angaben der Deutschen Bahn bleiben die Preise im Fernverkehr stabil. Bahnchefin Evelyn Palla hatte bereits im April angekündigt, die Preise bis Mai 2027 nicht zu erhöhen. Einige Angebote werden sogar günstiger.
Werden Reservierungen in der Bahn 2027 teurer?
Eine Preiserhöhung für Sitzplatzreservierungen ist bisher nicht angekündigt. Die Pressemitteilungen der DB zum Fahrplan 2027 nennen keine neuen Reservierungspreise. Derzeit kostet eine Reservierung 5,50 Euro in der 2. Klasse und 6,90 Euro in der 1. Klasse. Im Flexpreis der 1. Klasse ist sie bereits enthalten.
Konrad Bender
Konrad hat Geschichte studiert, das Mittelalter, um genau zu sein. Logisch, dass es ihm die geschichtsträchtigen Orte Europas besonders angetan haben. Egal ob in den historischen Städten Deutschlands, einsam im Norden Norwegens oder wandernd in den Vogesen – überall findet Konrad eine Story, die es zu erzählen lohnt. Hauptsache, nicht am Strand liegen – das ist so gar nicht Konrads Ding.