Bon bini, herzlich willkommen, in Willemstad. Hauptstadt von Curaçao und beliebtes Ziel von Kreuzfahrtschiffen. Kein Wunder also, dass es hier unzählige Souvenirshops gibt, die auf Passagiere mit wenig Zeit ausgerichtet sind. Es gibt in Willemstad aber auch wirklich besondere Orte, die jeder Urlauber auf der To-do-Liste stehen haben sollte. Eine Übersicht.
Synagoge Mikve Israel-Emanuel
Im historischen Stadtteil Punda steht ein ganz besonderes Gotteshaus: die Synagoge Mikve Israel-Emanuel – die älteste durchgehend genutzte Synagoge Amerikas. Ihre jüdische Gemeinde wurde bereits 1651 von sephardischen Einwanderern gegründet, das heutige Gebäude stammt aus dem Jahr 1732.
Architektonisch orientiert sich die Synagoge an der Portugiesischen Synagoge in Amsterdam. Aber es gibt eine Besonderheit, die sie von vielen anderen anderen jüdischen Gotteshäusern unterscheidet: Ihr Boden ist mit Sand bedeckt! Dieser soll unter anderem an die Wüstenwanderung des jüdischen Volkes erinnern.

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Bis heute finden in der Mikve Israel-Emanuel regelmäßig Gottesdienste statt. Wen das jüdische Leben in Willemstad interessiert, sollte neben der Synagoge unbedingt auch das angrenzende Jüdische Museum besichtigen. Hier erzählen etwa historische Torarollen und persönliche Erinnerungsstücke die Geschichte der jüdischen Gemeinde Curaçaos.
- Geöffnet ist montags bis freitags von 9 bis 16.30 Uhr, letzter Einlass ist um 15.30 Uhr, außerdem an jedem letzten Sonntag im Monat von 10 bis 14 Uhr. Der Eintritt für Synagoge und Museum kostet 18 US-Dollar für Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren, Kinder zwischen vier und zwölf Jahren zahlen 9 US-Dollar. Eine Audiotour in mehreren Sprachen ist bereits im Eintritt enthalten, ebenso lässt sich eine geführte Besichtigung buchen.
Restauranttipp: Gouverneur De Rouville
Wer in Willemstad gut und an einem schönen Ort essen möchte, sollte das Restaurant »Gouverneur De Rouville« besuchen. Es befindet sich in einem historischen Gebäude im Stadtteil Otrobanda, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1737 zurückreichen. Das Anwesen wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrfach seine Besitzer und wurde schließlich von der örtlichen Denkmalpflege restauriert. Seinen heutigen Namen trägt das Restaurant seit 2001.
Der Platz mit dem schönsten Ausblick ist der Balkon des Restaurants. Wer hier Platz nimmt, blickt über die Sint Annabaai direkt auf die bunten Kolonialhäuser der Handelskade und die Königin-Emma-Brücke. Am gemütlichsten ist allerdings der Hinterhof des Restaurants. Auf der Speisekarte stehen internationale Gerichte wie Trüffelpasta oder Tatar. Es gibt aber auch karibische Spezialitäten, darunter Fischgerichte und die für Curaçao typische gefüllte Käsekreation Keshi Yena. Unser Tipp: Unbedingt die Bananensuppe probieren.
- Das Restaurant ist täglich von 9 bis 23 Uhr geöffnet. Besonders für einen Tisch auf dem Balkon zum Sonnenuntergang lohnt sich eine frühzeitige Reservierung.
Königin-Emma-Brücke
Die Queen Emma Bridge, auf deutsch Königin-Emma-Brücke, ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von Willemstad. Die 167 Meter lange Pontonbrücke verbindet seit 1888 die Stadtteile Punda und Otrobanda miteinander und ist nach der niederländischen Königin Emma benannt. Was die Brücke so besonders macht: Sie liegt auf schwimmenden Plattformen und kann zur Seite schwenken, wenn Schiffe die Meerenge Sint Annabaai passieren möchten. Ihr Spitzname lautet deswegen: »Swinging Old Lady«.

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Früher mussten Fußgänger für die Überquerung eine Gebühr bezahlen – nur wer barfuß unterwegs war, durfte kostenlos passieren. Heute gehört ein kostenfreier Spaziergang über die schwimmende Brücke zu jedem Besuch in Willemstad. Auch weil sich von hier aus die farbenfrohe Häuserzeile der Handelskade besonders gut fotografieren lässt. Auch am Abend ist ein Besuch ein Highlight. Dann ist die Brücke bunt beleuchtet.
- Die Überquerung der Brücke ist grundsätzlich rund um die Uhr möglich, sofern sie nicht gerade für den Schiffsverkehr geöffnet oder vorübergehend gesperrt ist. Dann können Besucher die kostenlose Fähre nutzen, um die Meerenge zu überqueren.
Curaçao Liqueur Distillery
Was wäre ein Besuch auf Curaçao ohne den berühmten Blue Curaçao? Der leuchtend blaue Orangenlikör gehört zu den bekanntesten Exportprodukten der Karibikinsel und wird in der Curaçao Liqueur Distillery im historischen Landhuis Chobolobo hergestellt. Das stattliche Landhaus stammt aus dem 19. Jahrhundert, die Geschichte des hier produzierten Likörs reicht bis ins Jahr 1896 zurück. Damals begann das Unternehmen Senior & Co. mit der Herstellung eines Orangenlikörs aus den getrockneten Schalen der Laraha, einer besonders bitteren Orange, die auf Curaçao wächst.

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Bei einer Führung durch die Destillerie erfahren Besucher, wie der Likör hergestellt wird (und dass die charakteristische Farbe erst nachträglich hinzugefügt wird), sie können die historische Kupferbrennblase von 1896 bestaunen und natürlich auch verschiedene Sorten probieren. Die rund einstündige Standardführung kostet 20 US-Dollar und beinhaltet neben der Verkostung auch einen Cocktail oder ein alkoholfreies Getränk.
- Geöffnet ist die Destillerie montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr, Führungen beginnen zwischen 9 und 15 Uhr zu festen Zeiten. Anschließend lohnt sich ein Abstecher in den Souvenirshop oder in den gemütlichen Innenhof, wo neben Cocktails auch lokal hergestelltes Eis serviert wird.
Hato-Caves
Nur wenige Minuten vom internationalen Flughafen Curaçaos entfernt verbirgt sich eine Sehenswürdigkeit, die wohl nicht viele auf Curaçao erwarten würden: die Hato-Caves. Die weitläufigen Kalksteinhöhlen entstanden über Hunderttausende Jahre hinweg aus einstigen Korallenriffen, die durch Veränderungen des Meeresspiegels an die Oberfläche gelangten.
Lange bevor europäische Kolonialherren die Insel erreichten, dienten sie den indigenen Caiquetío als Unterschlupf, die in der Umgebung etwa 1.500 Jahre alte Felszeichnungen hinterließen. Während der Kolonialzeit fanden hier außerdem versklavte Menschen Zuflucht, die ihren Besitzern entkommen waren. Seit 1991 sind die Höhlen für Besucher zugänglich und zählen heute zu den interessantesten Natursehenswürdigkeiten Curaçaos.

Foto: Jana Freiberger
Bei einer rund 45-minütigen Führung geht es vorbei an bizarren Tropfsteinformationen, unterirdischen Wasserbecken und einer Kolonie seltener Fledermäuse. Die Wege im Inneren sind beleuchtet und größtenteils befestigt, allerdings müssen Besucher zunächst 49 Stufen zum Höhleneingang hinaufsteigen. Und wer Platzangst hat, sollte sich einen Besuch auch zweimal überlegen. Wenn der Guide zwischendurch mal das Licht ausmacht, und durch den abgestellten Strom auch die Ventilatoren stillstehen, droht eine kleine Panikattacke.
- Führungen starten täglich zu jeder vollen Stunde zwischen 9 und 15 Uhr. Der Eintritt kostet 10 US-Dollar für Erwachsene und 8 US-Dollar für Kinder zwischen vier und zwölf Jahren; eine Reservierung ist für kleinere Gruppen normalerweise nicht notwendig.


