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Neue Regeln bei Airbnb: Was Gäste beim Check-out künftig nicht mehr tun müssen

Es gibt einen Grund, warum Airbnb so beliebt ist. Doch viele Gäste klagen über Sonderregeln und Reinigungsaufgaben beim Check-out. Eine neue Richtline für Regeln im Airbnb soll nun Klarheit schaffen.

Wohl jeder, der schon einmal eine Unterkunft via Airbnb gebucht hat, kennt die Situation: Der Urlaub ist vorbei, die Koffer gepackt, aber es steht noch die Reinigung bevor. Muss das dreckige Geschirr gespült werden oder reicht es, alles zusammenzuräumen? Sollte der Gast noch einmal durchsaugen, die Betten abziehen oder den Müll zum Container eine Straße weiterbringen? Da solche Anforderungen an die Gäste immer häufiger und außerdem unübersichtlicher werden, schafft die Buchungsplattform nun Klarheit.

Eine Person in grauer Jacke wirft eine zerknüllte Verpackung in einen von drei hellen Abfallbehältern und hält in der anderen Hand eine Plastikschale. Im mittleren Behälter liegen ein Pappkarton und eine Bananenschale.

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Sieben Hausregeln, die Gäste künftig gebündelt im Inserat finden

In den am 20. Oktober 2026 veröffentlichten Richtlinien für Vermieter werden viele dieser Belange berücksichtigt. Die wichtigste Änderung: In Zukunft sollen die Hausregeln vereinheitlicht und verständlich dargestellt werden. Vermieter, die eine Unterkunft bei Airbnb einstellen, können sieben Regeln festlegen:

  • Maximale Anzahl der Übernachtungsgäste: Wie viele Leute dürfen tatsächlich in der Unterkunft schlafen?
  • Ruhezeiten: Von wann bis wann ist der Lärm in der Unterkunft auf ein Minimum zu reduzieren?
  • Veranstaltungen: Dürfen in der Unterkunft Veranstaltungen (etwa Workshops oder Feiern) durchgeführt werden?
  • Haustiere: Dürfen tierische Begleiter mitgebracht werden und, falls ja, wie viele?
  • Rauchen: Ist das Qualmen in der Unterkunft erlaubt, ob mit Zigarette oder Vape?
  • Kommerzielles Fotografieren: Dürfen die Gäste die Unterkunft zur Aufnahme von kommerziellem Bild- oder Videomaterial nutzen?
  • Abschließen beim Check-out: Müssen Gäste bei der Abfahrt abschließen und, falls ja, wo müssen sie den Schlüssel deponieren?

In Zukunft werden diese Punkte von Hosts beim Einstellen an einem zentralen Ort abgefragt. Für Gäste sind hingegen die neuen Richtlinien in Sachen »zumutbare Aufgaben« interessanter. Denn auch bei Airbnb scheint durchgedrungen zu sein, dass manche Hosts bei den Sonderregeln sehr fantasiereiche Anforderungen aufgestellt haben. Als Gast wundert man sich gern darüber, ist in den Kosten doch ohnehin eine Reinigungsgebühr enthalten.

Benutztes Geschirr steht im Morgenlicht auf dem Rand einer Edelstahlspüle: ein Stapel aus einer gelben, einer roten und einer grauen Schüssel, davor Teller mit Besteck und eine kleine weiße Schale. Links an der Wand ein Seifenspender.

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Was Gästen beim Check-out zumutbar ist und was nicht

Daher stellt Airbnb nun klar, welche Aufgaben für Gäste zumutbar sind, und welche eben nicht. Beim Geschirr etwa darf durchaus erwartet werden, dass Gäste dieses am Ende ihres Aufenthalts ins Spülbecken stellen. Selbst spülen und das Geschirr wegräumen sollten sie aber nicht. Ebenso ist es völlig fair, dass Gäste die genutzten Handtücher zentral sammeln. Die Betten abziehen oder gar einen Waschgang starten ist den neuen Richtlinien zufolge allerdings zu viel verlangt. Darüber hinaus sollten Gäste nicht gebeten werden, den Müll außerhalb des Gebäudes zu bringen, den Müll vorsortieren ist allerdings in Ordnung; ebenso wenig sollten sie zum Verzicht auf vorhandene Ausstattungen, wie etwa eine Klimaanlage, aufgefordert werden.

Die neuen Richtlinien hindern Hosts zwar nicht daran, entsprechende Regeln aufzustellen. Wenn diese allerdings nicht den Richtlinien entsprechen und vom Host nach einer Frist nicht geändert werden, sind sie danach auf der Buchungsseite entsprechend hervorgehoben und der Nutzer sieht gleich, dass dort etwaige Mehrarbeit auf ihn zukommt.

Ausnahmen gibt es, wenn etwa die Umgebung einer Unterkunft Sonderregeln rechtfertigt. In Regionen, die unter akuter Wasserknappheit leiden, ist es zumutbar, dass Gäste ihre Duschzeiten begrenzen. Ebenso kann es in Regionen, in denen Bären leben, nötig sein, den Müll in einem für Tiere unzugänglichen Container zu entsorgen.

Zusätzlich werden Hosts dazu aufgefordert, alle Hausregeln und Aufgaben nur im Regel-Abschnitt eines Inserats zu hinterlegen, damit der potenzielle Gast alles auf einen Blick sieht. Die Regeln nur über Schilder in der Unterkunft zu vermitteln ist nicht vorgesehen.

Mehr Informationen

Die neuen Richtlinien treten am 20. November 2026 in Kraft. Mehr Informationen gibt es auf der Website von Airbnb.

Häufige Fragen

Was ist Airbnb?
Eine Online-Plattform, über die Gastgeber private Unterkünfte an Reisende vermieten, vom einzelnen Zimmer bis zum ganzen Haus. Gegründet wurde das Unternehmen 2008 in San Francisco, heute stehen weltweit Millionen Inserate online. Gebucht und bezahlt wird über die Plattform, die dafür eine Gebühr einbehält.
Welche Unterschiede gibt es zum Aufenthalt im Hotel?
Statt Rezeption gibt es einen Gastgeber, der Check-in läuft oft über eine Schlüsselbox. Die meisten Unterkünfte haben eine eigene Küche, dafür entfallen tägliche Reinigung und Frühstück. Zum Übernachtungspreis kommen Service- und Reinigungsgebühr, und die Stornoregeln legt der Gastgeber fest.
Kann jeder eine Unterkunft inserieren?
Im Prinzip ja, das Inserat ist kostenlos. Örtliches Recht setzt aber Grenzen: In Städten mit Zweckentfremdungsverbot wie Berlin, Hamburg oder München braucht es eine Genehmigung. Seit dem 20. Mai 2026 verlangt eine EU-Verordnung zudem eine Registrierungsnummer im Inserat, sofern die Kommune ein Verfahren eingerichtet hat.
Konrad Bender
Konrad hat Geschichte studiert, das Mittelalter, um genau zu sein. Logisch, dass es ihm die geschichtsträchtigen Orte Europas besonders angetan haben. Egal ob in den historischen Städten Deutschlands, einsam im Norden Norwegens oder wandernd in den Vogesen – überall findet Konrad eine Story, die es zu erzählen lohnt. Hauptsache, nicht am Strand liegen – das ist so gar nicht Konrads Ding.