Das Emirat Sharjah (auf Deutsch auch oft Schardscha geschrieben) könnte auf der arabischen Halbinsel als Wiege der Menschen gelten. Denn hier wurden Spuren menschlicher Besiedlung gefunden, die bis zu 210.000 Jahre in die Vergangenheit reichen! Aber keine Sorge, in Sachen Luxus und Komfort ist der Stand hochaktuell.
Rain Room: Warum in Sharjah alle Schlange stehen, um nass zu werden
Es regnet in Sharjah. Natürlich nicht wirklich, denn die jährlichen Niederschlagsmengen in der Wüste der Vereinigten Arabischen Emirate und speziell im Emirat Sharjah sind verschwindend gering. Regen ist somit für die Bewohner des Wüstenstaats so besonders wie türkisfarbenes Meer am Elbstrand. So ist es nicht verwunderlich, dass die Menschen Schlange stehen für den Rain Room. Das ist eine Kunstinstallation des Londoner Kunstkollektivs Random International, die seit 2018 von der Sharjah Art Foundation präsentiert wird. Nach London, New York, Los Angeles und Shanghai hat die Nasszelle nun einen festen Platz mitten in der Wüste bezogen und es erfreuen sich ganze Familien, wenn sie durch den Regen laufen.

Foto: Sharjah Tourism
Al Noor Insel: 70.000 Pflanzen und 1.001 leuchtende Fiberglasblüten
Bäume, die wie Regenschirme ihr Blätterdach ausbreiten. Andere hingegen präsentieren sich in Flaschenform. Pflanzen, wohin das Auge schaut. Die Al Noor Insel ist eine Ruheoase inmitten des Emirats und Heimat für über 70.000 Pflanzen. Über dreieinhalb Kilometer schlängelt sich die Promenade vorbei an tropischen Biosphären und floralen Schönheiten, aber auch an schillernden Kunstinstallationen wie etwa der des Briten David Harber. Die 240 Zentimeter hochglanzpolierte Skulptur fasziniert aus vielen Blickwinkeln und lädt ein zum illusionären Spiel mit Licht und Reflexionen.
Im Literatur-Pavillon fällt es sich so herrlich in die weichen Kissen. Ein Buch in der Hand, eine Geschichte im Kopf. Es ist ein unerwarteter, aber auch perfekter Entspannungsplatz. Wer mag, bleibt länger. Denn der Anblick lohnt, wenn am Abend die Lichtinstallationen die Al Noor Insel illuminieren und mindestens 1.001 Fiberglasblüten im Gleichklang schimmernd die Farben wechseln.

Foto: Ritu Manoj Jethani/Shutterstock.com
Sharjah Biennale: Wie ein Emirat zur Spitze der arabischen Kunstwelt wurde
Artefakte, die das Leben der Einwohner von der Steinzeit bis zum Aufstieg des Islam beleuchten, zeigt das Archäologische Museum. Zeitgenössische begehbare Skulpturen und Videoinstallationen sind im Sharjah Art Museum zu finden. Jahrhunderte alte arabische Kaligraphie wiederum wird im Sharjah Calligraphy Museum zu neuem Leben erweckt. (Hinweis: Aufgrund des Kriegs im Nachbarland Iran und der daraus resultierenden Gefahr haben die Museen im Emirat zeitweise geschlossen. Über aktuelle Entwicklungen informieren die Websites der Museen.)

Foto: Kirk Fisher/Shutterstock.com
Die Kulturlandschaft im Emirat bietet Kunst- und Kulturinteressierten ein abwechslungsreiches Programm. Mit einer der größten Kunstausstellungen in der arabischen Welt, der alle zwei Jahre ausgerichteten Sharjah Biennale, hat sich das drittgrößte Emirat an die Spitze der zeitgenössischen arabischen Kunstwelt gesetzt. Die nächste Biennale soll planmäßig vom 21. Januar bis zum 13. Juni 2027 stattfinden.
The Chedi Al Bait: Fünf Sterne in denkmalgeschützten Gebäuden, dazu Zucker aus Gold
Im Herzen von Sharjah trifft islamisches Erbe auf Fünf-Sterne-Luxus und jede Menge süßer Überraschungen. Das The Chedi Al Bait bietet arabische Gastfreundschaft in 65 Zimmern und Suiten mit modernstem Komfort. Die teils historischen Gebäude, die unter strengen Denkmalschutzauflagen und unter den Argusaugen der Unesco wiederhergerichtet wurden, atmen die Größe der Geschichte, die dieses Land ausmacht.

Foto: Al Bait Sharjah GHM Hotel
Durch schattenspendende Innenhöfe lohnt ein Spaziergang, vorbei an den kleinen Oasen des Innenhofs. Und es gibt einen Termin, den jeder wahrnehmen sollte, egal ob Hotelgast oder nicht: den Afternoon-Tea im »The Café«. Die Tausend-und-eine-Köstlichkeiten, die wie eine Art Schatz ohne Schall, dafür mit viel Rauch präsentiert werden, sind pure Gaumenfreude. Wer sich einen Tee kommen lässt, greift bitte unbedingt in die Zuckerdose und wird alsbald ein goldenes Universum in der Teetasse wiederfinden, denn der Zucker im Hotel scheint aus purem Gold zu sein.
Alkohol hingegen gibt es in ganz Sharjah (auch in den Hotels) nicht, denn es ist ein »Dry Emirate«. Doch auch wenn die hier angebotenen Mocktails keine Prozente haben, sind sie so vielseitig und erfrischend köstlich, dass der Wohlfühlfaktor in keiner Weise leidet. Und apropos Wohlfühlfaktor: Gerne einmal das Zimmertelefon genauer unter die Lupe nehmen. Auf dem befindet sich ein Sweet Button für die tägliche süße Überraschung des Hauses. Unbedingt drücken! Hier geht’s zur Website des Hotels.

Foto: Al Bait Sharjah GHM Hotel
Nacht in der Wüste: Ohne Lichtverschmutzung bis zu fernen Galaxien blicken
Gemütlich im Hotelbett schlafen – easy. Aber da geht noch mehr in der Wüste! Wer Lust hat, lernt die Sandkiste Sharjahs auf eine ganz besondere Weise kennen. Etwa in der »Panoramic Lounge« mit Blick auf den Faya Mountain, den Fossil Rock und den Saddle Rock. Hier geht’s zum Angebot auf der Tourismuswebsite des Emirats Sharjah.

Foto: Ryan Cheng
Oder steht der Sinn eher nach »Overnight Camp«, einer Nacht im Zelt plus Trekking und Barbecue? Es geht auch höchst romantisch zum Sternegucken. Die niedrige Luftfeuchtigkeit in der Wüste der arabischen Halbinsel und das Fehlen jeglicher Lichtverschmutzung sorgen nämlich für pechschwarze Nächte – ideal, um Sternbilder, Planeten wie Mars und Jupiter und sogar ferne Galaxien zu beobachten. Und wenn dann noch die Sternschnuppen vom Himmel fallen, werden die Wünsche ganz sicher wahr!


