Am 3. Juni traf eine iranische Drohne erneut das Passagierterminal des internationalen Flughafens von Kuwait. Ein Mensch starb, 63 weitere erlitten Verletzungen. Kuwait setzte daraufhin den gesamten Linienflugverkehr aus. Der Flughafen hatte erst zwei Tage zuvor nach der Schließung im Februar wieder geöffnet.

Teheran macht die Regierungen von Kuwait und Bahrain für vorangegangene US-Angriffe auf den Iran verantwortlich. Beide Länder beherbergen amerikanisches Militär, darunter die 5. US-Flotte in Manama im Bahrain. Der Schlagabtausch reicht damit weit über die unmittelbaren Ziele hinaus.

Eine Ruhe, die nicht hält

Die Angriffe gehören zu einem Krieg, der die Region seit Ende Februar 2026 erschüttert. Am 28. Februar begannen die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran. Am 8. April verkündeten die drei Seiten eine Waffenruhe. Diese Waffenruhe hält nur brüchig. Iran und iranische Milizen greifen weiterhin Ziele am Golf an, zuletzt eben in Kuwait.

»Beleuchtetes bogenförmiges Monument bei Nacht vor Hochhaussilhouetten, im Vordergrund verschwommene senkrechte Streben

Foto: Optical Chemnist

Anfang März stand der Luftverkehr in weiten Teilen der Region still. Dubai, Abu Dhabi und Doha stellten ihren regulären Betrieb weitgehend ein und strichen nach Branchenangaben mehrere tausend Flüge. Allein Emirates, Qatar Airways und Etihad bewegen im Normalbetrieb rund 90.000 Passagiere am Tag. Diese Ströme brachen zusammen.

Die Drehkreuze laufen wieder, unter Vorbehalt

Anfang Mai öffneten die Vereinigten Arabischen Emirate ihren Luftraum wieder vollständig. Der Dubai International Airport lässt sich seitdem regulär anfliegen. Das Auswärtige Amt hob die Reisewarnung für mehrere Golfstaaten auf, darunter die VAE, Katar, Bahrain, Oman und Saudi-Arabien. Qatar Airways holt seit Wochen Strecke um Strecke zurück in den Flugplan.

Der Betrieb läuft also wieder. Sicher ist er nicht. Nach einem erneuten Drohnenangriff mussten die VAE den Verkehr kurzfristig wieder einschränken. Das Auswärtige Amt rät trotz aufgehobener Warnung weiterhin dringend von Reisen in die Region ab. Diese Einstufung galt am Stichtag 3. Juni. Sie kann sich mit jeder neuen Eskalation ändern.

Was das für Reisende heißt

Viele Verbindungen aus Deutschland nach Südostasien, Ostafrika, Ozeanien und auf die Malediven laufen über Dubai, Doha oder Abu Dhabi. Wer in den kommenden vier bis acht Wochen über eines dieser Drehkreuze fliegt, sollte mit kurzfristigen Änderungen rechnen.

Reisende mit Trolley geht durch eine moderne, fast leere Flughafenhalle mit Marmorwand, Holzdecke und leeren Sitzreihen

Foto: Sergey Zolkin

Konkret bedeutet das:

  • Längere Flugzeiten. Airlines umfliegen die Konfliktzone großräumig, häufig über die Türkei, Ägypten oder Saudi-Arabien.
  • Flexible Tickets. Eine Buchung mit kostenfreier Umbuchungsoption verschafft Spielraum, falls eine Verbindung kippt.
  • Status prüfen. Vor jeder Anreise zum Flughafen lohnt der Blick auf den aktuellen Flugstatus der Airline.

Pauschalreisende und Individualbuchende stehen rechtlich unterschiedlich da. Seit das Auswärtige Amt die Reisewarnung aufgehoben hat, entfällt das automatische kostenfreie Rücktrittsrecht für Pauschalreisen. Ein ungutes Gefühl genügt als Stornogrund nicht mehr. Eine Pauschalreise können Kunden nur bei außergewöhnlichen Umständen kostenfrei stornieren, etwa bei anhaltenden Flugausfällen oder dem Ausfall eines Drehkreuzes.

Wer individuell gebucht hat, verhandelt direkt mit Airline und Hotel. Hier zählen die jeweiligen Tarifbedingungen, nicht die Reisewarnung.

Vor dem Abflug

Die EASA empfiehlt den Airlines, den Luftraum der Konfliktzone in allen Höhen zu meiden. Wer eine Reise über den Golf plant, gleicht die eigene Buchung am besten regelmäßig mit den Hinweisen des Auswärtigen Amts und der EASA ab.

In Kuwait stehen die Maschinen weiter am Boden. Über Dubai heben sie wieder ab, mit Radar im Dauerblick und dem Wissen, dass die nächste Drohne den Plan über Nacht ändern kann.