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Die Vereinigten Arabische Emirate sind im Zentrum einer Krise, die den internationalen Luftverkehr massiv beeinträchtigt: Seit der Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran sind Hunderttausende Reisende betroffen. Für viele wurde eine lange als sicher geltende Destination unerwartet zum Schauplatz geopolitischer Spannungen. Ein Anlass, die Region jenseits der Schlagzeilen näher kennenzulernen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate bestehen aus sieben Emiraten: Dubai, Sharjah, Ajman, Umm al-Quwain, Ras al-Khaimah und Fujairah.

Die sieben Emirate im Überblick

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind eine junge Föderation. Erst 1971 schlossen sich die sieben Emirate zusammen, um gemeinsam eine Erfolgsgeschichte zu schreiben. Auf einer Fläche von rund 83.600 Quadratkilometern leben heute etwa elf Millionen Menschen. Davon sind nur rund zehn bis zwölf Prozent einheimische Emiratis. Der Rest sind Expats aus aller Welt, die das Land zu einem der kosmopolitischsten Orte des Nahen Ostens gemacht haben.

Trotz der vergleichsweise geringen Größe bietet das Land eine bemerkenswerte geografische und kulturelle Bandbreite: von scheinbar endlosen Wüsten und modernen Megastädten über schroffe Gebirgszüge bis hin zu Mangrovenlagunen und Korallenriffen am Golf von Oman.

Abu Dhabi: Hauptstadt und Kulturzentrum

Abu Dhabi ist das flächenmäßig größte Emirat und politisches Zentrum des Landes. Ölreichtum hat hier früh für Wohlstand gesorgt, doch Abu Dhabi investiert in die Zukunft: Kultur, Bildung und Nachhaltigkeit stehen dabei im Fokus. Die monumentale Sheikh-Zayed-Moschee mit ihren weißen Marmorkuppeln zählt zu den beeindruckendsten religiösen Bauwerken weltweit.

Moschee in Abu Dhabi

Foto: Elena Przhevalskaia/Shutterstock.com

Auf Saadiyat Island befindet sich bereits ein ganzes Kulturviertel, darunter das 2017 eröffnete Louvre Abu Dhabi sowie weitere internationale Museen wie das Zayed National Museum und das Natural History Museum.

Im Gegensatz zum hektischen Dubai wirkt Abu Dhabi geordnet und fast meditativ. Die Corniche lädt zu langen Spaziergängen ein, während sich in der Umgebung weite Wüstenlandschaften erstrecken, die zu Safaris oder traditionellen Beduinenerlebnissen einladen.

Dubai: Metropole der Superlative

Dubai ist das zweifelsohne bekannteste Emirat und ein Symbol für rasanten Fortschritt. Innerhalb weniger Jahrzehnte hat sich Dubai von einem kleinen Handelsplatz zu einer globalen Metropole entwickelt. Der Burj Khalifa, riesige Shoppingmalls und künstliche Inseln wie Palm Jumeirah stehen für diesen Wandel.

Burj Khalifa in Dubai mit Wolken

Foto: MSY1996/Shutterstock.com

Doch Dubai lebt von Kontrasten: Neben ultramodernen Wolkenkratzern existieren historische Viertel wie Al Fahidi, wo Windtürme und enge Gassen an die Zeit vor dem Ölboom erinnern. Der Dubai Creek ist noch immer ein lebendiger Handelsort, an dem traditionelle Holzboote Waren transportieren.

Die Stadt ist ein Schmelztiegel der Kulturen, rund 90 Prozent der Bevölkerung sind Expats. Restaurants aus aller Welt, internationale Events und ein dynamisches Nachtleben machen Dubai zu einem der kosmopolitischsten Orte im Nahen Osten.

Sharjah: Kultur und Tradition

Sharjah hebt sich bewusst von seinen Nachbarn ab. Das Emirat verfolgt eine kulturell geprägte Entwicklungsstrategie und wurde von der Unesco mehrfach ausgezeichnet. Museen, Bibliotheken und Kunstzentren prägen das Stadtbild, darunter das Sharjah Museum of Islamic Civilization.

Panoramablick über Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Foto: ATEF_MS80/Shutterstock.com

Sharjah gilt als konservativer: Alkohol ist verboten, und gesellschaftliche Regeln werden stärker betont. Gerade das macht vielleicht den Reiz für den ein oder anderen Reisenden aus, denn Besucher erhalten hier einen authentischeren Einblick in die arabische Kultur. Die restaurierte Altstadt mit ihren Souks und Innenhöfen vermittelt ein Gefühl für das Leben vor der Moderne.

Auch landschaftlich hat Sharjah viel zu bieten. Das Emirat reicht bis an die Ostküste und umfasst Gebirgsregionen sowie ruhige Strände am Golf von Oman.

Ajman: Das kleinste Emirat

Ajman ist das kleinste Emirat und liegt eingebettet zwischen Sharjah und Dubai. Gerade diese Lage macht es interessant: Während die großen Nachbarn pulsieren, bietet Ajman eine deutlich ruhigere Alternative.

Die Küste ist gesäumt von langen Sandstränden, an denen sich das Leben gemächlich abspielt. Kleine Cafés, lokale Märkte und traditionelle Werften, in denen noch Dhaus gebaut werden, prägen das Bild. Ajman ist kein Ort der Superlative, sondern einer der Alltäglichkeit – und genau darin liegt seine Stärke.

Fassade des Ajman Museum

Foto: Sabeel Ahammed/Shutterstock.com

Für Reisende, die eine authentischere Atmosphäre suchen und dennoch die Nähe zu Dubai schätzen, ist Ajman ein idealer Ausgangspunkt.

Umm al-Quwain: Natur und Ruhe

Umm al-Quwain gehört zu den ruhigsten und ursprünglichsten Emiraten. Hier scheint die Zeit langsamer zu vergehen. Statt Wolkenkratzern dominieren Lagunen, Mangroven und flache Küstenlandschaften.

Besonders schön ist die Vogelwelt: Flamingos und andere Zugvögel machen die Region zu einer interessanten Adresse für Naturbeobachtung. Kajaktouren durch die Mangroven oder Ausflüge zu kleinen Inseln bieten eine Perspektive auf die Emirate, die viele nicht erwarten würden.

Mangrovenlandschaft im Emirat Umm al-Quwain

Foto: mohd almarzouqi/Shutterstock.com

Auch historisch ist Umm al-Quwain interessant: Archäologische Funde belegen eine Besiedlung, die weit vor die Gründung der modernen Emirate zurückreicht. Es ist ein Ort für Entdecker, fernab der großen Touristenströme.

Ras al-Khaimah: Berge und Abenteuer

Ras al-Khaimah liegt im Norden und überrascht mit einer völlig anderen Topografie. Das Hadschar-Gebirge durchzieht das Emirat und bietet spektakuläre Landschaften. Der Jebel Jais, der höchste Berg der Emirate, ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Abenteuerlustige.

Ras al-Khaimah hat sich in den letzten Jahren gezielt als Outdoor-Destination positioniert. Die längste Zipline der Welt zieht Adrenalinfans an, während Wadis und Wüstenlandschaften zu Offroad-Touren einladen.

Touristen wandern in Bergen von Ras al-Khaimah

Foto: Adventurati Outdoors

Gleichzeitig besitzt das Emirat eine lange Geschichte als Handelszentrum. Alte Festungen, Dörfer und archäologische Stätten erzählen von einer Zeit, in der die Region ein wichtiger Knotenpunkt im Handel war.

Fujairah: Rau, grün und dem Ozean zugewandt

Fujairah ist das einzige Emirat, das vollständig an der Ostküste am Golf von Oman liegt. Diese Lage sorgt für ein anderes Klima: etwas feuchter, oft grüner und landschaftlich abwechslungsreicher.

Die Küste ist bekannt für ihre Tauchspots. Korallenriffe, klares Wasser und eine bunte Unterwasserwelt ziehen Taucher aus aller Welt an. Direkt hinter der Küste erheben sich die zerklüfteten Hajar-Berge und bilden einen dramatischen Kontrast zum sanften Blau des Golfs von Oman.

Küste von Fujairah

Foto: Katerina Elagina/Shutterstock.com

Fujairah ist auch reich an Geschichte: Die gleichnamige Festung und eine der ältesten Moscheen der Region zeugen von einer langen Vergangenheit. Im Vergleich zu Dubai wirkt hier alles ruhiger, ursprünglicher und weniger inszeniert.