Sauna in Norwegen: Regeln, Kleidung und Handtuch
Die Regeln in einer norwegischen Sauna unterscheiden sich kaum von denen in Deutschland, mit einer Ausnahme: In öffentlichen Saunen tragen die meisten Gäste Badekleidung, auch wenn das selten vorgeschrieben ist. Textilfreie Saunen bleiben in Norwegen die Ausnahme. Ein Handtuch zum Draufsetzen gehört trotzdem in die Tasche, manche Anbieter verleihen es gegen Gebühr.
Wer einen Aufguss machen will oder die Tür länger offen hält, fragt vorher die anderen Gäste. Die meisten Saunen am Wasser arbeiten mit festen Zeitfenstern, gebucht wird online im Voraus. Weil jeder Anbieter eigene Hausregeln hat, lohnt vor dem Besuch ein Blick auf dessen Website.
Mehr zum Thema: der Sauna-Knigge mit allen wichtigen Regeln und so saunieren die Finnen.
Oslo: ein schwimmendes Saunadorf neben der Oper
Das Zentrum der schwimmenden Saunen liegt in Norwegens Hauptstadt. An der Hafenpromenade steigen Osloer zu jeder Jahreszeit für ein paar Züge in den Fjord. Gleich neben der Oper liegt Sukkerbiten, wo der Verein Oslo Badstuforening ein ganzes Dorf schwimmender Saunen betreibt, weitere ankern am benachbarten Langkaia. Alle tragen Vogelnamen, von Måken (Möwe) und Skarven (Kormoran) bis Havørnen (Seeadler). Gäste buchen ein Einzelticket für die gemeinsame Sauna oder mieten eine Sauna für die eigene Gruppe. Geöffnet ist bei jedem Wetter von 7 bis 23 Uhr.

Foto: Oslo Badstuforening
Der zweite große Anbieter heißt KOK. Seine Saunen liegen am Langkaia mit Blick auf die Oper und an der Aker Brygge gegenüber der Festung Akershus. In der gemeinsamen Sauna schwitzen bis zu acht Gäste. Das ganze Jahr über legt außerdem eine Saunafahrt ab, die durch die Schären vor Oslo führt. Mehr unter oslobadstuforening.no und koknorge.no.

Foto: Oslo Badstuforening
Soria Moria: die goldene Sauna am Bandak
In Dalen, wo der Telemarkkanal endet, steht am Ufer des Bandak-Sees eine Sauna, die eher nach Kunstwerk aussieht. Goldene Schindeln bedecken die Fassade, entworfen hat sie das Büro Feste Landskap/Arkitektur. Ihren Namen leiht sie sich vom Schloss Soria Moria aus dem norwegischen Märchen. Streng genommen schwimmt sie nicht: Sie steht auf Stelzen im See, damit vor der Tür tiefes Wasser wartet.
Bis zu 15 Personen finden Platz. Gebucht wird in Zeitfenstern von zwei Stunden, der Preis gilt für die ganze Gruppe. Mittwochabends öffnet die Sauna für Einzelgäste ohne Gruppe. Mehr unter visitnorway.no.

Foto: Dag Jenssen
Gausta: schwitzen mit Blick auf den Gaustatoppen
Ebenfalls in der Telemark schwimmen die Saunen am See Kvitåvatn. Durch die Fenster geht der Blick auf den Gaustatoppen, mit 1.883 Metern der höchste Berg der Region. Die Saunen gehören zum Gaustablikk Fjellresort, eine Buchung schließt den Wellnessbereich des Hotels ein. Jede Sauna fasst bis zu zehn Personen und lässt sich nur im Voraus reservieren. Im Winter kommen Skifahrer, im Sommer und Herbst Wanderer und Radfahrer. Mehr unter gausta.com.

Foto: Gausta
Bergen: drei schwimmende Saunen in Sandviken
In Bergen hat sich die Saunakultur auf dem Wasser schnell ausgebreitet. Heit Bergen betreibt inzwischen drei Standorte, der jüngste liegt am Måseskjæret im Stadtteil Sandviken. Dort schwimmen drei Saunen im Meer, eigens gestaltete Leitern führen ins kalte Wasser. Wer danach doch lieber Süßwasser mag, steigt in einen Whirlpool mit kaltem Frischwasser oder unter die warme Außendusche.
Vom Fischmarkt Torget oder von Bryggen fährt der Bus in fünf Minuten zur Haltestelle Ludebryggen. Gepäck nimmt der Saunawart an Land entgegen, der Besuch passt also auch zwischen Hotel-Check-out und Abreise. Weitere Heit-Saunen liegen auf Marineholmen und in Laksevåg. Mehr unter heitbergensauna.com.
Heit am Sørfjorden: Aufguss mit Gletscherblick in Hardanger
Knapp sechs Kilometer südlich von Lofthus sitzt in Børve eine Sauna direkt an der Kaikante des Sørfjorden, eines Seitenarms des Hardangerfjords. Aus dem Fenster schweift der Blick über das Wasser auf Berge und Gletscher. Mit Platz für höchstens sechs Personen bleibt es intim, ein Besuch funktioniert nur mit Reservierung. Im Herbst lohnt die Anreise doppelt, wenn an den Hängen von Hardanger die Obstgärten abgeerntet werden. Mehr unter heitsauna.com.

Foto: Tor Hveem
Pust in Tromsø: Saunieren unter Nordlichtern
Am inneren Hafen von Tromsø, der größten Stadt Nordnorwegens, liegt Pust. Der Name bedeutet Atem. Die ruhige Original-Sauna nimmt bis zu 15 Gäste auf, die runde Lavvo-Sauna erinnert an ein samisches Zelt und fasst 18. Die kleine Fire Horse für acht Personen gilt als die heißeste. Zwischen den Saunagängen geht es über Leitern ins Meer oder unter die Außendusche. Von September bis April tanzen mit etwas Glück Nordlichter über dem Hafen. Mehr unter pust.io.

Foto: Yngve Olsen
SvalBad: Saunieren zwischen Festland und Nordpol
Die nördlichste Adresse dieser Liste liegt in Longyearbyen auf Spitzbergen, ungefähr auf halbem Weg zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol. SvalBad ist ein schwimmender Steg mit Sauna im Hafen Port Longyear. Das Wasser des Isfjords bleibt auch im Sommer eiskalt, der Sprung hinein gerät entsprechend kurz. Grauzones »Eisbär« läuft dabei ganz von selbst im Kopf mit. Gebucht wird privat oder als Einzelgast über den Anbieter Gibbs. Mehr unter svalbad.no.

Foto: Svalbad


