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Reportagen

Berggorillas in Ruanda: Wie ein Land von seinen Silberrücken lebt

Ein Silberrücken, der ein ganzes Land auf seinen Schultern trägt. Ein junger Guide mit Ray-Ban und großen Plänen. Ein Jäger, der früher auf Gorillas geschossen hätte und heute für Touristen tanzt. Ruanda hat seine Zukunft auf die Berggorillas gesetzt. Eine Reise zu den Menschen, die von ihnen leben.

Die Begegnungen in dieser Reportage stammen von einer früheren Reise nach Ruanda. Silberrücken Munyinya, der heimliche Held dieser Geschichte, starb im Februar 2020; seine Hirwa-Familie führt heute der Silberrücken Uburanga. Die Reiseinformationen am Ende des Beitrags sind auf dem Stand von Oktober 2026.

Ruanda ist ein besonderes Land in Afrika. Denn Ruanda ist ein Land …

… für starke Männer

Munyinya kratzt sich träge am Bauch, räkelt sich ein wenig in der Sonne, nimmt einen Happen zu sich. Der Tag ist sein Freund, das ist deutlich zu sehen. Munyinya macht nicht den Eindruck, als ob er mit dem Begriff Stress oder Hektik besonders viel anfangen könnte. Dabei trägt er die Zukunft seines Heimatlandes auf seinen Schultern, glaubt man den Menschen, die ihn schützen und umsorgen. Munyinya ist ein vitales Alphamännchen, niemand in Ruanda nimmt es ihm übel, dass er gleich fünf Weibchen um sich schart.

Gorillafamilie im Volcanoes-Nationalpark in Ruanda

Marian Galovic/Shutterstock.com

Er döst noch ein paar Minuten, dann rappelt sich der Gorilla plötzlich auf und schaut sich kurz um. Dieser Blick genügt. Munyinyas Familie flattert auf wie ein Taubenschwarm und setzt sich ohne Murren ebenfalls in Bewegung. Wahre Führer brauchen nicht viele Worte.

… für große Männer

Manzi Kayihura ist groß, hat ein charmantes Lächeln und eine polierte Glatze, und Bälle interessieren ihn nicht. Er hat in der Nähe von Frankfurt gelebt und ist nun Chef einer Reiseagentur in Kigali, die hauptsächlich Amerikaner und Europäer in Ruanda betreut, auf Wunsch rund um die Uhr. Sein Job besteht auch darin, Menschen zu Munyinya in den Dschungel zu bringen.

Menschen auf einem Markt in Kigali, Ruanda

Stephanie Braconnier/ Shutterstock.com

»Viele Ausländer glauben ja, dass in Ruanda immer noch Bürgerkrieg herrscht«, sagt er, zeigt mit dem Finger auf die Straßen Kigalis und fragt rhetorisch: »Sieht das etwa gefährlich aus?« Tut es nicht. Auf den Märkten herrscht bunter Trubel, an jeder zweiten Straßenecke wird gebaut, selbst der Verkehr verläuft weitgehend geordnet. Manzi lacht zufrieden. »Es ist schwer, Vorurteile abzubauen, aber wir sind in Ruanda darauf angewiesen, dass es möglichst schnell passiert.« Manzi weiß auch, wie.

»Das Wichtigste ist, dass sich die Infrastruktur hier schnell entwickelt, ohne Korruption und Vetternwirtschaft zu dulden.«

Er weiß, dass das leichter gesagt ist als getan. Aber: »Wir haben einen starken Führer in Ruanda, er trifft die richtigen Entscheidungen!«

Straße in Ruanda

Stephanie Braconnier/ Shutterstock.com

… für ehrgeizige Männer

Serge ist nicht mal dreißig, er trägt eine Ray-Ban und ein Polohemd von Lacoste. »Ein Fake«, grinst er entschuldigend und zeigt die blitzenden weißen Zähne. Nur wenig kann Serge, der neben der Landessprache Kinyarwanda perfekt Englisch und Französisch spricht und den Ethno-Hip-Hop von »Arrested Development« liebt, richtig wütend machen. Bettelnde Kinder beispielsweise, die sich uns »reichen« Europäern in den Weg stellen und die Hände heben. Und die Frage, ob er denn nun ein Hutu oder ein Tutsi sei.

»Wir sind alle Bürger Ruandas«, sagt er, »wir dürfen da keinen Unterschied machen, nie wieder. Der Genozid war eine schlimme Sache, aber das liegt jetzt mehr als fünfzehn Jahre zurück. Wir müssen nach vorne blicken. Alle zusammen.«

Fast beschwörend sagt er das. Es ist kein Zufall, dass diese Haltung in Ruanda eine offizielle Vorgabe der Regierung ist. Wer dagegen verstößt, macht sich strafbar. Und sich strafbar machen, das heißt in Ruanda: happige lange Haftzeiten, verbunden mit öffentlichen Einsätzen für das Gemeinwohl in bunten Sträflingsgewändern. Ruanda ist ein sicheres Reiseland für Touristen. Besteht da ein Zusammenhang? Serge lächelt: »Wir haben einen starken Führer!«

Zwei Jungen spielen auf dem Land in Ruanda

Marian Galovic/ Shutterstock.com

Serge arbeitet als PR-Guide. Sein Unternehmen baut in Ruanda mehrere neue Häuser im gehobenen Luxussegment. Das ist nicht unbedingt die Welt, in der Serge aufgewachsen ist. Seine Eltern sind 1994 ums Leben gekommen, er selbst kehrte erst 1998 aus Tansania in seine Heimat zurück. »Ich habe gelernt, in der Schule und in meiner Freizeit«, berichtet er stolz, »ich habe mir mein Leben zurückerkämpft.«

Serge hat große Ziele. Er möchte einmal ein kleines Hotel führen, am liebsten ganz in der Nähe von Munyinya und den anderen Gorillas. Deshalb hat er für die bettelnden Kinder am Straßenrand kein Verständnis. »Sie sollten in der Schule sein, sie sollten lernen. In Ruanda muss niemand betteln.« Er scheucht die barfüßigen Kinder davon und ruft ihnen auf Kinyarwanda etwas nach. Er will lieber nicht übersetzen, was er ihnen mit auf den Heimweg gegeben hat. »Strong Leadership«, wiederholt er, das sei es, was das Land brauche, auf jeder Ebene.

… das einen starken Mann an der Spitze hat

Paul Kagame ist Staatschef in Ruanda, und er tut alles dafür, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. Ruanda gilt gern als »Schweiz Afrikas«, und Kagame, der dürre Fußballfan mit der asketischen Ausstrahlung eines Langstreckenläufers, arbeitet an diesem Ruf: sauber, sicher, effizient. Das hat nur am Rande damit zu tun, dass Ruanda sich gern als Land der tausend Hügel bezeichnet und auf geografische Gemeinsamkeiten mit dem europäischen Alpenland anspielt. Beim Berggorilla-Trekking sind zumindest die Touristen hellwach. Ein exklusives Erlebnis, denn zu jeder Gorillafamilie im Volcanoes-Nationalpark dürfen am Tag nur acht Besucher.

Blick auf Kigali, die Hauptstadt von Ruanda

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Kagame interessiert sich für Tourismus, weil er viel Geld in die Kassen Ruandas spült. Der Trend ist Paul Kagames Freund. Seit dem 22. April 2000 ist er Präsident von Ruanda, 2024 wurde er mit mehr als 99 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Die ökonomischen Eckdaten seiner Regentschaft sprechen für ihn: Ruanda berappelt sich, die jährlichen Wachstumsraten sind beachtlich. Der Aufschwung ist spürbar, zumindest in den dichter bevölkerten Regionen um die Hauptstadt Kigali und rund um die Nationalparks, da, wo die Gorillas leben. Im westlichen Ausland gilt Kagame als ein Mann, der sich der Demokratisierung seines Landes verweigert und Menschenrechte nicht immer achtet. Offene Kritik an ihm hört man in Ruanda selten.

… in dem auch Frauen Karriere machen

Astrida Uwara ist eine Pionierin. Sie ist die Herausgeberin und Chefredakteurin der ersten Frauenzeitschrift in Ruanda. Das Agasaro Women’s Magazine erscheint nur online, richtet sich an »dynamische Frauen« zwischen 22 und 55 und beschäftigt sich mit Themen wie Schönheitstipps, Kochrezepten und Sex. So wie jede andere Frauenzeitschrift auf der Welt. Zugeschnitten aber auf die Bedürfnisse eines Landes, in dem 1994 beim Genozid an den Tutsi rund 800.000 Menschen ermordet wurden. »Natürlich sind auch viele Mädchen und Frauen zu Opfern des Genozids geworden«, sagt Astrida Uwara ernst, »und da rede ich nicht nur von den Toten!«

Frauen in bunten Kleidern in Ruanda

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In ihrem Magazin werden diese gebrochenen Lebensläufe thematisiert, ohne viel Aufhebens darum zu machen. Frida Gashumba erzählt etwa, wie sie im Alter von zehn Jahren beinahe totgeschlagen wurde und ihre gesamte Familie verlor. Sie kämpfte sich nach langen, traumatischen Jahren und einem Suizidversuch ins Leben zurück, heute berät sie in einer Kirchengemeinde Menschen in Lebens- und Rechtsfragen. »Ich finde es wichtig, dass ich die Frauen in Ruanda ermuntere, Vertrauen in die eigene Stärke zu gewinnen.« Dann lacht Astrida Uwara: »Und natürlich, wie sie sich gut anziehen können …!«

In dieser Hinsicht muss sie sich um Solange Katarebe keine Gedanken machen. Perfekt gestylt und mit der Grandezza einer selbstbewussten Businessfrau führt sie eines der populärsten Bar-Restaurants in Kigali, die Republica Lounge. Hier treffen sich europäische Expats und einheimische Young Urban Professionals zu afrikanischer Küche für den fortgeschrittenen Genießer. Das halb offene Haus wirkt einladend, lebendig und tolerant. »Die Dekoration und die Küche sind schon Ruanda-Style«, sagt Solange Katarebe, die früher im offiziellen Tourismusbüro von Ruanda Erfahrungen im Umgang mit internationaler Kundschaft sammelte. »Nur der Service, der ist besser!«

… für Männer von gestern

Leonidas ist fast siebzig und war sein Leben lang Jäger. Singen, Trommeln und Tanzen aber, darin ist der drahtige Mann aus dem Iby’Iwacu Cultural Village spitze. Übersetzt heißt Iby’Iwacu so etwas wie »Die Schätze unseres Erbes«. Leonidas springt wie ein Derwisch auf und ab, seine Augen rollen, der Gesang dazu klingt, als ob sich ein paar gregorianische Mönche und Rammstein für einen Track zusammengerottet hätten. Leonidas hat sichtlich Spaß.

Traditioneller Tanz im Iby'Iwacu Cultural Village in Ruanda

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Und er hat geregelte Einkünfte, seitdem er in diesem Kulturdorf für Touristen am Rand des Volcanoes-Nationalparks in Nyabigoma bei Kinigi jeden Tag mit einer kleinen Gruppe von Männern und Frauen seine Tänze aufführt. Von der tragikomischen Atmosphäre, die an solchen Orten oftmals herrscht, ist hier erstaunlich wenig zu spüren. »Die Einkünfte bleiben zu einem großen Teil im Dorf«, verspricht Serge, der uns auf der Reise durch Ruanda begleitet und seine Ray-Ban nur selten ablegt. »So lernen die Menschen, Verantwortung nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Gemeinschaft zu übernehmen.«

Als Leonidas noch auf sich allein gestellt war, hätte er übrigens bedenkenlos auf Munyinya und alle anderen Gorillas geschossen. Die Jagd war sein Broterwerb, eine Alternative hatte er nicht. Lesen und schreiben hat er nie gelernt, überleben schon. Er greift nach Pfeil und Bogen, die zum Amüsement der Touristen bereitliegen. Wir haben uns an dem schlappen Holzbogen schon nach Kräften lächerlich gemacht. Leonidas kneift ein Auge zu, spannt kurz an. Treffer. Mitten rein in die provisorische Zielscheibe. Das wiederholt er noch zweimal, dann johlt er wieder kehlig, seine Augen funkeln. Leonidas liebt auch sein zweites Leben, der Tänzer mit der abgelaufenen Lizenz zum Töten.

Vulkanlandschaft im Volcanoes-Nationalpark in Ruanda

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… für Menschen mit einem Herz für Tiere

Durch Wilderei und Krankheit schrumpfte der Bestand der ohnehin vom Aussterben bedrohten Berggorillas in den Virunga-Vulkanen drastisch. Nach dem Genozid ließ die Regierung die Wilderer mit großer Härte bekämpfen, gemeinsam mit Naturschutzorganisationen und Tierärzten, die bis heute jede Gorillafamilie überwachen. Mit Erfolg: Inzwischen leben wieder rund 1.000 Berggorillas, gut 600 davon in den Virunga-Vulkanen zwischen Ruanda, Uganda und dem Kongo. Das heißt, dass sich auch in Zukunft zahlungskräftige Touristen aus aller Welt aufmachen, um sich Silberrücken wie Munyinya und seine Familie aus nächster Nähe anzusehen.

Schimpanse in Ruanda

Robin Nieuwenkamp/ Shutterstock.com

Allerdings ist das ein kostspieliges und nicht ganz unkompliziertes Vergnügen. Ein Gorilla-Permit kostet in Ruanda 1.500 US-Dollar pro Person, für die Hauptsaison sind die Genehmigungen oft Monate im Voraus vergeben. Zwölf Gorillafamilien sind an Besucher gewöhnt, zu jeder dürfen am Tag höchstens acht Personen, begleitet von Rangern und Fährtenlesern, unter ihnen ehemalige Wilderer. Näher als sieben Meter darf man den Tieren nicht kommen, denn Gorillas sind anfällig für Keime, die Menschen übertragen. Das kann lebensbedrohlich sein. Für die Silberrücken sowieso, aber auch für Ruanda selbst. Die Berggorillas im Volcanoes-Nationalpark und die scheuen Schimpansen im Nyungwe-Nationalpark sind die wichtigsten Argumente Ruandas, Touristen aus aller Welt anzulocken.

… für Menschen, die Kindern eine Perspektive bieten

Insider wie Manzi Kayihura schätzen, dass mehr als die Hälfte aller Einwohner Ruandas vom Tourismus profitieren. Paul Kagame weiß das auch. Er tut alles dafür, dass Munyinyas Hirwa-Familie (die Glücklichen) im Volcanoes-Nationalpark ungestört leben kann. Die Gorillas sind es, die ehemaligen Wilderern wie Leonidas Arbeit und eine Perspektive geben. Sie schaffen Anreize, damit internationale Investoren Luxuslodges wie das One&Only Nyungwe House in Ruanda finanzieren. Der Silberrücken ist es, der Manzi Kayihura eine Menge staunender Kunden zuführt, die sich für eine Stunde wie in Dian Fosseys »Gorillas im Nebel« fühlen wollen.

Kleines Mädchen tanzt in Ruanda

Hanna Morris

Und mit Munyinyas Hilfe kann der »starke Führer« Paul Kagame auch die Laptop-Programme für die Schulen seines Landes finanzieren. Solche Projekte verschaffen dem PR-Fachmann Serge die Gewissheit, dass seine Heimat und die Kinder Ruandas tatsächlich eine Perspektive haben. Wenn man so will, ist Munyinya sogar dafür verantwortlich, dass sich in Kigali ein Bar-Restaurant wie die urbane »Republica Lounge« rechnet und für Astrida Uwara überhaupt eine Klientel heranwächst, die sich für modische Stilfragen in ihrem Onlinemagazin interessiert. Man kann darüber streiten, ob ein ganzes Land sich von ein paar Hundert Gorillas abhängig machen sollte. Andererseits haben ja Menschen Ruanda erst an den Abgrund geführt. Warum sollten die Berggorillas im Volcanoes-Nationalpark da eine schlechtere Wahl sein?

Reisetipps Ruanda: Anreise, Einreise, Gesundheit

Anreise. Nonstop mit Brussels Airlines ab Brüssel oder mit Umstieg etwa mit Ethiopian Airlines via Addis Abeba, mit Qatar Airways via Doha oder mit Turkish Airlines via Istanbul nach Kigali. Vom Flughafen Kigali zum Volcanoes-Nationalpark sind es rund zwei Stunden Fahrt.

Einreise. Deutsche brauchen ein Visum, das online über das Regierungsportal Irembo oder bei Ankunft am Flughafen erhältlich ist (30 Tage, rund 50 US-Dollar). Der Reisepass muss bei der Einreise noch mindestens sechs Monate über die Reise hinaus gültig sein. Wer sich in den 30 Tagen vor der Einreise in der Demokratischen Republik Kongo aufgehalten hat, darf derzeit nicht nach Ruanda einreisen.

Sicherheit. Gewaltkriminalität gegen Reisende ist in Ruanda selten. Das Auswärtige Amt rät jedoch von nicht notwendigen Reisen in die Grenzregionen zur Demokratischen Republik Kongo ab (Stand Oktober 2026). Wanderungen im Volcanoes- und im Nyungwe-Nationalpark sind nur mit staatlich registrierten Guides erlaubt. Vor der Reise unbedingt die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts prüfen.

Reisezeit. Am besten in den Trockenzeiten von Juni bis September und von Mitte Dezember bis Februar. Von März bis Mai sowie im Oktober und November regnet es oft heftig, die Pfade im Regenwald werden dann rutschig.

Vulkan im Volcanoes-Nationalpark in Ruanda

Radzimy/ Shutterstock.com

Gesundheit. Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Impfung vorgeschrieben. Wer aus einem Gelbfiebergebiet einreist, muss eine Gelbfieberimpfung nachweisen. Empfohlen ist eine Impfung gegen Hepatitis A, je nach Reise weitere. Im ganzen Land besteht ganzjährig ein hohes Malariarisiko, eine reisemedizinische Beratung vor der Abreise ist dringend ratsam.

Veranstalter. Gorilla-Trekking buchen Reisende am einfachsten über einen spezialisierten Veranstalter, der Permits, Transfers und Lodges zusammen organisiert. Beliebt sind Kombinationen mit Uganda oder mit einer Safari in Kenia oder Tansania.

Info. Visit Rwanda, das offizielle Tourismusportal des Landes, auch für die Buchung von Gorilla-Permits.

Luxushotels und Lodges in Ruanda

Kigali Serena Hotel. Fünf-Sterne-Haus im Zentrum der Hauptstadt und einer der Klassiker Kigalis, 148 Zimmer. www.serenahotels.com

Hôtel des Mille Collines. Bekannt geworden als Schauplatz und Vorlage für den Film »Hotel Ruanda«. Das Haus ist bis heute Anlaufpunkt für internationale Besucher und am Wochenende Treffpunkt für Nachtschwärmer. Der berühmte Pool steht gegen eine Gebühr auch Nicht-Hotelgästen offen.

One&Only Nyungwe House. Seit 2018 liegt die Lodge auf einer Teeplantage am Rand des Nyungwe-Nationalparks, rund 20 Zimmer und Suiten verteilen sich auf Holzvillen mit Blick in den Regenwald. Von hier starten die Touren zu den Schimpansen. www.oneandonlyresorts.com

One&Only Gorilla’s Nest. Am Fuß der Virunga-Vulkane nahe Kinigi unter Eukalyptusbäumen, nur wenige Minuten vom Parkhauptquartier entfernt, wo die Gorilla-Treks beginnen. www.oneandonlyresorts.com

Singita Kwitonda Lodge. Direkt am Rand des Volcanoes-Nationalparks, eine der exklusivsten Lodges Afrikas, mit eigenem Aufforstungsprogramm für den Lebensraum der Gorillas. www.singita.com

Bisate Lodge. Villen am Hang eines erodierten Vulkankegels mit Blick auf die Virunga-Vulkane; die Lodge forstet das Gelände mit heimischen Bäumen wieder auf. www.wildernessdestinations.com

Die Nationalparks Ruandas

Ruanda hat vier Nationalparks:

Volcanoes-Nationalpark. Der Park liegt im äußersten Nordwesten des Landes an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo und zu Uganda. Er ist einer der letzten Lebensräume der Berggorillas. Zwölf Gorillafamilien sind an Besucher gewöhnt, zu jeder dürfen täglich höchstens acht Gäste. Das Permit kostet 1.500 US-Dollar pro Person. Die Wanderung zu den Tieren dauert je nach Familie zwischen einer und mehreren Stunden, bei den Gorillas selbst bleibt man genau eine Stunde. Außerdem leben hier Goldmeerkatzen, und im Park liegt das Grab von Dian Fossey.

Akagera-Nationalpark. Ruandas einziger Savannenpark liegt im Osten an der Grenze zu Tansania und wird seit 2010 von der Naturschutzorganisation African Parks gemeinsam mit der ruandischen Regierung geführt. Seit der Wiederansiedlung von Löwen und Nashörnern sind hier wieder die Big Five zu Hause, dazu Büffel, Zebras, Giraffen, Impalas, Topis und Wasserböcke. Entlang der Seen leben zahlreiche Flusspferde und Nilkrokodile. Beeindruckend ist auch die Zahl von rund 500 Vogelarten, darunter der Schuhschnabel und der Rotgesicht-Bartvogel.

Zebras im Akagera-Nationalpark in Ruanda

Goran Bogicevic/ Shutterstock.com

Nyungwe-Nationalpark. Mit rund 1.000 Quadratkilometern ist der Nyungwe-Wald der größte zusammenhängende Bergregenwald in Ost- und Zentralafrika und seit 2023 UNESCO-Welterbe. 13 Primatenarten leben hier, darunter Schimpansen und Ruwenzori-Stummelaffen. Geschützt ist der Wald bereits seit 1933. Oft hängen die Wolken tief in den Baumkronen, was ihm den Namen Wolkenwald eingebracht hat. Rund 300 Vogelarten und zahlreiche Schmetterlingsarten sind hier zu Hause. Ein Erlebnis ist der Canopy Walk, eine Hängebrücke hoch über dem Blätterdach.

Gishwati-Mukura-Nationalpark. Der jüngste Nationalpark des Landes schützt seit 2016 zwei Waldgebiete im Westen, in denen Schimpansen und Goldmeerkatzen leben.

Häufige Fragen

Ruanda oder Uganda: Wo ist Gorilla-Trekking besser?
In beiden Ländern begegnet man denselben Berggorillas. In Uganda kostet das Permit 800 US-Dollar, also gut die Hälfte, dafür sind die Wege in den Bwindi-Nationalpark deutlich länger und das Gelände oft anstrengender. Wer wenig Zeit hat, ist in Ruanda besser aufgehoben.
Lassen sich Ruanda und Uganda auf einer Reise kombinieren?
Ja, mit dem East Africa Tourist Visa, das für Ruanda, Uganda und Kenia gilt. Es kostet rund 100 US-Dollar und wird online beantragt, wenn Ruanda das erste Einreiseland ist.
Ist ein Urlaub in Ruanda gefährlich?
Ruanda gilt als eines der sichersten Reiseländer Afrikas, Taschendiebstähle kommen aber gelegentlich vor. Überlandfahrten sollten wegen der Straßenverhältnisse nur tagsüber stattfinden. Flughafen, Brücken, Regierungsgebäude und militärische Anlagen dürfen nicht fotografiert werden, Drohnen sind verboten.
Wie fit muss man für das Gorilla-Trekking sein?
Die Wanderungen führen auf 2.500 bis über 3.000 Meter Höhe durch steiles, oft schlammiges Gelände. Die Ranger teilen die Gruppen nach Kondition ein, lokale Träger helfen gegen ein kleines Entgelt mit Rucksack und Halt.
Ab welchem Alter darf man zu den Gorillas?
Gorilla-Trekking ist in Ruanda erst ab 15 Jahren erlaubt. Für Familien mit jüngeren Kindern eignen sich Safaris im Akagera-Nationalpark und Tage am Kivu-See.
Was zieht man zum Gorilla-Trekking an?
Lange Hosen, langärmlige Oberteile, feste Wanderschuhe und eine Regenjacke. Gartenhandschuhe schützen vor Brennnesseln, Gamaschen vor Schlamm und Ameisen.
Darf man die Gorillas fotografieren?
Ja, aber ohne Blitz. Während der Beobachtungsstunde gilt außerdem: leise sprechen, nicht essen und ruhig stehen bleiben, wenn ein Silberrücken sich nähert.
Was ist Kwita Izina?
Die jährliche Namenszeremonie für die im Vorjahr geborenen Gorillababys im Volcanoes-Nationalpark, meist im September. Prominente und Naturschützer vergeben die Namen, das Fest ist eines der größten Naturschutz-Events Afrikas.
Was kann man in Ruanda außer Tierbeobachtung erleben?
Den Kivu-See mit seinen Badeorten und Bootstouren, den Congo Nile Trail entlang des Seeufers zu Fuß oder mit dem Rad und Besuche bei Kaffee- und Teekooperativen. In Kigali gehört die Genozid-Gedenkstätte zu jedem Besuch.
Darf man Plastiktüten nach Ruanda mitnehmen?
Nein, Ruanda hat Plastiktüten und Plastikverpackungen verboten, bei der Einreise können sie beschlagnahmt werden. Das Verbot ist ein Grund, warum Kigali als eine der saubersten Städte Afrikas gilt.
Was ist Umuganda?
Am letzten Samstag jedes Monats leisten Ruander vormittags gemeinschaftliche Arbeit, etwa Straßenreinigung oder Baumpflanzungen. In dieser Zeit ruht ein Großteil des Verkehrs, Reisende sollten Transfers entsprechend planen.
Harald Braun
Harald liebt heiße Orte. Also so richtig heiß, gerne über 35 Grad, wie zum Beispiel in Australien oder Thailand. Und während andere hier nach einer Abkühlung suchen, fläzt Harald gern in der Sonne oder erkundet aktiv die Gegend. Allerdings nur an Land. Wasser mag der Wahl-Schleswig-Holsteiner so gar nicht.