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Inspirationen

Brot aus Asien: 5 Rezepte von Simit bis Roti zum Nachbacken

Wir lieben Brot, und zwar in jeder Form. Oft verbinden wir mit den leckeren Teigfladen aber vor allem europäische Rezepte, von Schwarzbrot bis Baguette. Dabei kommen auch aus Asien ganz fantastische und teils Jahrtausende alte Brotrezepte. Einige davon stellen wir dir hier zum Nachbacken zuhause vor.

Übrigens: Der Grund, dass es weltweit so viele unterschiedliche Brotsorten gibt, liegt daran, dass Getreide eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt ist. Schon vor gut 10.000 Jahren züchteten Menschen in der Region zwischen Mittelmeer und Irak Weizen. Reichlich Zeit also, um verschiedenste Brote zu erfinden.

Simit: Der Sesamkringel war schon bei Sultanen beliebt

Diesen Sesamkringel hat wohl jeder schon einmal gesehen. In der Türkei ist der Snack ein beliebtes Streetfood; je frischer er verkauft wird, umso besser. Dieses Brotrezept aus Asien trägt dabei eine lange Geschichte: Schon im Osmanischen Reich war der Kringel bei Sultanen als Mitbringsel beliebt. Seit jeher schätzen die Menschen das leicht süße Brot, das vor dem Backen in gesüßtes Wasser getunkt wird.

Auf einem Brettchen liegen drei Simit-Kringel, dahinter auf einem Tisch eine Tee in einem typisch türkischen Glas.

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Zubereitung:

  • 100 ml Sonnenblumenöl
  • 150 ml lauwarmes Wasser
  • 100 ml lauwarme Milch
  • 2 EL Zucker
  • 1 TL Salz
  • ½ Würfel frische Hefe
  • 500 g Mehl
  • ca. 150 g Sesam
  • ca. 100 ml Wasser
  • 3 EL Sirup (original: Pekmez, alternativ Zuckerrübensirup)

100 ml Sonnenblumenöl, 150 ml lauwarmes Wasser, 100 ml lauwarme Milch, 2 EL Zucker, 1 TL Salz und ½ Würfel frische Hefe gut verrühren und dann nach und nach 500 g Mehl hinzugeben, bis der Teig weich, aber nicht klebrig ist. Den Teig für etwa 30 Minuten im 50 Grad angeheizten Ofen abgedeckt gehen lassen.

Anschließend eine Schlange aus dem Teig formen und in etwa 10 gleichlange Stücke teilen, erneut 15 Minuten abgedeckt gehen lassen. In der Zwischenzeit etwa 150 g Sesam ohne Fett in einer Pfanne braun anrösten und dann beiseitestellen. Ca. 100 ml Wasser mit 3 EL Sirup (original: Pekmez oder andernfalls Zuckerrübensirup) in einem tiefen Teller mischen. Nun den Ofen auf 190 Grad Celsius und Ober-/Unterhitze vorheizen.

Ein Mann verkauft auf einer Promenade in Istanbul Simit; in der rechten Hand hält er ein rundes Tablett in Schulterhöhe, auf dem er gekonnt mehrere Lagen Simits balanciert.

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Aus den Teigstücken dünne Schlangen formen und eindrehen, die Enden verkordeln. Nun den Teigkringel zuerst in den Sirup tunken, dann in Sesam wälzen. Anschließend etwa 20 Minuten backen und im Geschirrtuch eingewickelt abkühlen lassen! Simit schmeckt sowohl mit süßem als auch herzhaftem Aufstrich und kann bei Bedarf eingefroren werden! »Afiyet olsun!« (Guten Appetit)

Naan: Eines der ältesten Brote der Welt gelingt auch in der Pfanne

Das flache Naan-Brot aus Indien ist eine der ältesten Brotsorten der Welt. Ursprünglich werden die Brotfladen über der offenen Glut an den Wänden eines Tandur-Ofens gebacken, doch auch in einer guten Pfanne lässt sich ausgezeichnetes Naan backen! Übrigens stammt das Wort aus dem Persischen und bedeutet nichts anderes als »Brot«. Naan ist in ganz Asien eine übliche Beilage zu warmen Speisen.

In einer gusseisernen Pfanne liegt ein fertig gegarter Fladen Naan, die Pfanne steht auf einem großen Holzbrett

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Zubereitung:

  • 2 EL lauwarmes Wasser
  • 1 gestrichener TL Zucker
  • ½ Päckchen Trockenhefe
  • 300 g Mehl
  • 1 TL Salz
  • 3 EL Joghurt
  • 1 EL Olivenöl
  • 100 ml Milch

Den Backofen auf 250 Grad Celsius, Ober- und Unterhitze vorheizen. In einer Schüssel 2 EL lauwarmes Wasser mit 1 gestrichenen TL Zucker und ½ Päckchen Trockenhefe verrühren und wenige Minuten ruhen lassen. Derweil 300 g Mehl und 1 TL Salz vermischen und anschließend das Hefegemisch hinzufügen. 3 EL Joghurt und 1 EL Olivenöl untermischen und gut durchkneten. 100 ml Milch einrühren und den Teig dann eine Stunde zugedeckt gehen lassen.

Ein Frau in traditioneller indischer Tracht bereitet in der Küche einer Lehmhütte Naan zu; auf einem Holzbrett rollt sie den Teig zu Fladen aus, neben ihr liegt eine gusseiserne Pfanne auf einem offenen Herd.

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Danach den Teig erneut gut durchkneten. Mit der Hand flache Laibchen formen, auf einem Backblech mit Backpapier ausbreiten und nochmals etwas flacher drücken. Abschließend vier Minuten auf der einen und eine weitere Minute auf der gewendeten Seite backen. Alternativ können die Fladenbrote auch in einer Pfanne goldgelb gebraten werden. Perfekt zu jedem Curry-Gericht!

Khachapuri: Das Käseschiffchen, bei dem die Stimmung mitbackt

Diese Spezialität ist definitiv keine leichte Kost. Die Rede ist vom georgischen Khachapuri. Das schiffsförmige Brot erfreut sich verschiedener Füllungen aus Ei, Käse, saurer Sahne oder zum Beispiel auch Knoblauch oder Kartoffelpüree. Die Varianten sind divers und unterscheiden sich oft je nach Region des Landes. In größeren Städten kann man Khachapuri oft als Snack für unterwegs kaufen, in den ländlichen Gebieten Georgiens wird es als Frühstück serviert. Übrigens: Eine georgische Weisheit besagt, dass man beim Backen von Khachapuri an etwas Schönes denken muss – sonst schmeckt es nicht. Unser kleiner Tipp vorweg: Den Teig am Tag vorher schon zubereiten, dann geht es anschließend ganz schnell!

Nahansicht eines georgischen Khachapuri, einem mit zwei Eiern und Käse gefüllten Teigschiffchen

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Zubereitung:

Für den Teig:

  • 500 g Mehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 1 gehäufter TL Zucker
  • 1 gehäufter TL Salz
  • 240 ml warme Milch
  • 2 EL Olivenöl

Für die Füllung:

  • 150 g Fetakäse, geraspelt
  • 150 g Frischkäse
  • 150 g Ziegenfrischkäse
  • 1 TL Bockshornklee (nach Geschmack)
  • Salz
  • 4 Eier
  • frische Kräuter (z. B. Petersilie, Dill, Koriander)
  • Schwarzkümmel

Den Backofen auf 240 Grad Umluft vorheizen. Für den Teig 500 g Mehl, 1 Päckchen Trockenhefe, 1 gehäuften TL Zucker und 1 gehäuften TL Salz mischen, zusammen mit 240 ml warmer Milch mit einem Handrührgerät gut verkneten, zum Schluss 2 EL Olivenöl zufügen. Den Teig abdecken und an einem warmen Ort eine Stunde gehen lassen. Dann: wieder kneten, noch einmal 30 Minuten gehen lassen.

Nun kommen wir zur Füllung. Eigentlich benutzt man für den Käse Sulguni, einen landestypischen Salzlakenkäse. Da der in Deutschland aber kaum erhältlich ist, mischen wir für die Füllung folgende Zutaten zusammen: 150 g geraspelten Fetakäse, 150 g Frischkäse, 150 g Ziegenfrischkäse und nach Geschmack 1 TL Bockshornklee. Nach Geschmack salzen.

Eine reich gefüllte georgische Festtafel mit vielen Speisen, mittig ein mit Ei gefülltes Khachapuri.

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Auf einem Backblech auf Backpapier vier dünne Fladen mit dem Teig ausrollen und an den Seiten einrollen und zu Spitzen verzwirbeln – so kommt die typische Form des Bootes zustande. Jetzt die Käsecreme einfüllen und 10 bis 12 Minuten in den Ofen geben.

Im letzten Schritt nun das Blech aus dem Ofen holen, mit einem Löffel pro Fladen jeweils eine Mulde in den Käse drücken und je ein Ei (also insgesamt 4 Eier) hineingleiten lassen. Nochmal für fünf Minuten in den Backofen zurück, bis das Eigelb gerade anfangen würde zu stocken. Nun frische Kräuter (zum Beispiel Petersilie, Dill und Koriander) und Schwarzkümmel drüberstreuen.

Tadaaa – fertig ist der Khatchapuri! Und wie isst man diese Köstlichkeit nun? Am besten natürlich warm. Dazu einfach ein Stück Brot vom Rand abreißen, das Ei anstechen und tief in den geschmolzenen Käse tunken! Guten Appetit.

Eine Person knetet ein Stück Teig auf einer mit Mehl bestreuten Arbeitsoberfläche

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Shaobing: Warum dieses Brot aus zwei verschiedenen Teigen besteht

Wer an die chinesische Küche denkt, hat vielleicht nicht gleich Brot im Kopf. Doch dieses Rezept kommt tatsächlich aus dem Land, wo neben Reis auch verschiedene Brotsorten seit Jahrhunderten eine lange Tradition haben. Die genaue Herkunft der verschiedenen ovalen Brotsorten des Shaobing ist ungeklärt und die Sorten im Land könnten nicht vielfältiger sein. Ob süß oder herzhaft, mit oder ohne Füllung. Meistens wird Shaobing als Streetfood angeboten. Wir präsentieren unseren Favoriten: die nordchinesische Variante mit reichlich Sesam!

Nahaufnahme mehrerer chinesischer Shaobings; einer der Teigfladen ist aufgerissen, sodass die Bohnenfüllung zum Vorschein kommt.

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Zubereitung:

Für den ersten Teig:

  • 200 g Mehl
  • 2 TL Trockenhefe
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Zucker
  • 135 ml Wasser

Für den zweiten Teig:

  • 5 bis 6 EL Öl
  • 3 bis 4 EL Mehl

Außerdem:

  • Salz und Pfeffer
  • helle Sojasoße
  • reichlich Sesam

Shaobing besteht im Grundprinzip aus zwei verschiedenen Teigsorten. Für den ersten Teig werden 200 g Mehl, 2 TL Trockenhefe und je eine Prise Salz und Zucker mit 135 ml Wasser mit der Hand verknetet und dann eine Stunde verdeckt ruhen gelassen. In der Zwischenzeit kann der Sesam goldbraun geröstet werden.

Für den zweiten Teig müssen 5 bis 6 EL Öl in der Pfanne erhitzt werden, um diese dann in ein Schälchen mit 3 bis 4 EL Mehl zu gießen und mit einem Löffel zu verrühren. Wenn der erste Teig geruht hat, wird er auf einer Arbeitsfläche nochmal durchgeknetet und rechteckig ausgerollt. Auf diesen etwa ein bis zwei Zentimeter dicken Teig wird der zweite, weitaus flüssigere Teig verstrichen. Darauf kommen gleichmäßig Salz und Pfeffer, anschließend wird der Teig zu einer länglichen Schlange eingerollt. Diese in etwa sechs gleichgroße Stücke schneiden, dann einzeln wieder flach drücken oder rollen, neu zusammenkneten und wieder ausrollen. Auf die nun kleinen Fladen wird helle Sojasoße gestrichen und alles mit reichlich des angerösteten Sesams bestreut. Bei 180 Grad Celsius backen die Shaobing etwa 20 Minuten. Fertig sind die chinesischen Brötchen. Es klingt tatsächlich komplizierter als es ist.

Nahaufnahme mehrerer Shaobings.

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Roti: Der hauchdünne Fladen muss über Nacht in den Kühlschrank

Diese luftigen, flachen Fladen findet man in Malaysia an jeder Straßenecke – spektakulär wird der feuchte, hauchdünne Teig auf heißen Platten ausgebreitet und erinnert fast an ein Croissant. Fertig wird es dann mit Currys serviert, genannt Roti Canai. Das geht auch zuhause. Mehr als ein paar Standardzutaten braucht es nicht.

Eine Person breitet feuchten Roti-Teich zu einem großen Fladen aus. Weiter unten auf der Arbeitsfläche liegen bereits mehrere Roti zusammengerollt, bereit zum Backen.

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Zubereitung:

  • ½ EL Salz
  • ½ EL Zucker
  • 200 ml Wasser
  • 290 g Mehl
  • 2 EL Öl
  • etwas Öl für die Schüssel und zum Braten

½ EL Salz und ½ EL Zucker in 200 ml Wasser auflösen, anschließend 290 g Mehl zugeben und alles zu einem glatten Teig kneten. Der Teig ist sehr feucht – ruhig etwas Mehl darauf streuen, um ihn besser zu kneten. Den Teig in 6 gleichgroße Kugeln teilen und in eine mit Öl eingeriebene Schüssel legen. Alles mit 2 EL Öl bestreichen und den Teig über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

Am nächsten Tag den feuchten Teig ausbreiten und ihn langziehen. Den ausgebreiteten Teig von unten zu zwei Dritteln überlappen, auch von oben falten. Dieses lange Stück gefalteten Teig nun zu einem Häufchen zusammenkringeln und leicht plattdrücken. Alles darf sehr gerne luftig sein. Etwas Öl auf den Teig tupfen und währenddessen eine Pfanne bei mittlerer Hitze vorwärmen. Nun den Roti braten, bis er leicht braun und knusprig wird. Fertig! Am besten zu Curry servieren.

Häufige Fragen

Seit wann wird Getreide zur Brotherstellung verwendet?
Die ältesten bekannten brotartigen Reste sind rund 14.400 Jahre alt und stammen aus Jordanien. Verarbeitet wurden Wildgetreide wie Einkorn und Gerste – lange vor dem Ackerbau.
Welche Getreidesorten wurden früher für Brot verwendet?
Je nach Region wurden Weizen, Gerste, Roggen oder Hafer verarbeitet. In Europa war feines Weißbrot lange wohlhabenden Menschen vorbehalten; andere aßen häufig dunkles oder gemischtes Brot.
Wie wurde aus Getreide früher Brot hergestellt?
Die Körner wurden gemahlen und teils gesiebt. Das Mehl wurde mit Wasser zu Teig vermischt und als Fladen auf heißen Steinen oder in der Glut gebacken.
Wird Brot in Asien immer gebacken?
Nein, in China werden Mantou aus Weizenmehl gedämpft statt gebacken. Die ungefüllten Brötchen dienen im Norden traditionell als Grundnahrungsmittel zu herzhaften Gerichten.
Marie Tysiak
Ihren ersten Gipfel erklomm Marie im Himalaya in Nepal, weitestgehend ungeplant. Seither sind einige Berge hinzugekommen, besonders Vulkane haben es ihr angetan. Je abenteuerlicher der Aufstieg, je mehr Adrenalin involviert, je zerklüfteter der Weg erscheint, desto besser! Hoch über den Wolken, aus eigener Kraft hinaufgeschleppt, das ist für Marie Urlaub.