Kaum ein Land in Südamerika liefert so viel Abwechslung auf so engem Raum. Morgens durch die Kolonialgassen von Quito, mittags auf gut 4.000 Metern über der Stadt, ein paar Tage später im Kanu durch den Amazonas oder mit Seelöwen im Pazifik schnorcheln. Am Anfang aller Ecuador-Träume aber stehen die Galápagos-Inseln, und deshalb beginnt diese Reise dort.
Wer heute nach Ecuador reist, sollte die Lage im Land kennen und gut planen. Die wichtigsten Antworten zu Einreise, Sicherheit und Gesundheit stehen in den häufigen Fragen am Ende des Beitrags.
Galápagos-Inseln: Darwins lebendiges Labor
Rund 1.000 Kilometer westlich des Festlands liegen die Galápagos-Inseln, einer der berühmtesten Naturschätze der Welt. Als Charles Darwin 1835 hier an Land ging, sammelte er Beobachtungen, die später zum Fundament seiner Evolutionstheorie wurden. Viele Tierarten leben ausschließlich auf diesem Archipel.
Besucher treffen auf Riesenschildkröten, Blaufußtölpel, Meerechsen, Seelöwen und Darwinfinken. Weil die Tiere kaum natürliche Feinde kennen, zeigen sie erstaunlich wenig Scheu vor Menschen. 1978 wurden die Galápagos-Inseln als eine der ersten zwölf Stätten überhaupt in die Welterbeliste der Unesco aufgenommen. Unter Wasser geht das Staunen weiter: Beim Schnorcheln und Tauchen begegnet man Meeresschildkröten, Rochen und mit etwas Glück Hammerhaien.

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Die meisten Besucher erkunden die Inseln auf einer Kreuzfahrt mit Naturführern an Bord. Wer lieber an Land wohnt, findet auf Santa Cruz mit der Pikaia Lodge eine der stilvollsten Adressen des Archipels und startet von dort zu Tagestouren.
Quito: Kolonialstadt in den Wolken
Die meisten Reisen durch Ecuador beginnen in Quito. Die Hauptstadt liegt auf rund 2.850 Metern in den Anden und zählt damit zu den höchstgelegenen Hauptstädten der Welt.
Besonders sehenswert ist die historische Altstadt. Mit ihren Klöstern, Kirchen, Plätzen und Kolonialbauten gehört sie seit 1978 zum Unesco-Weltkulturerbe. Kopfsteinpflaster, barocke Fassaden und kleine Cafés geben dem Zentrum seinen Charme, besonders eindrucksvoll erlebt man es an Ostern, wenn Prozessionen durch die Gassen ziehen. Was dabei auf die Teller kommt, zeigt unser Beitrag zur Küche Ecuadors.
Ein beliebtes Ausflugsziel ist die Mitad del Mundo nördlich der Stadt. Ein Monument markiert dort den Äquator, an dem Besucher symbolisch mit einem Fuß auf der Nord- und mit dem anderen auf der Südhalbkugel stehen. Wer Quito von oben erleben möchte, fährt mit der Seilbahn TelefériQo auf den Cruz Loma in gut 4.000 Metern Höhe. Von dort reicht der Blick über die Stadt bis zu den Andengipfeln. Nur zwei Autostunden entfernt liegt der Nebelwald von Mindo, ein Paradies für Kolibris und Vogelfreunde, mit einigen der schönsten Baumhaus-Hotels des Kontinents.

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Allee der Vulkane: Cotopaxi, Chimborazo und Co.
Alexander von Humboldt soll die ecuadorianischen Anden einst »Allee der Vulkane« genannt haben, und tatsächlich reiht sich hier ein Feuerberg an den nächsten. Der bekannteste ist der Cotopaxi. Mit seinem nahezu perfekten Kegel gilt er als einer der schönsten Vulkane Südamerikas, der umliegende Nationalpark lockt Wanderer, Mountainbiker und Naturfreunde. Weil der Cotopaxi aktiv ist und genau beobachtet wird, können Zugänge kurzfristig gesperrt sein.

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Nicht weniger beeindruckend ist der Chimborazo. Mit 6.263 Metern ist er die höchste Erhebung Ecuadors. Weil die Erde am Äquator leicht ausgebeult ist, liegt sein Gipfel weiter vom Erdmittelpunkt entfernt als jeder andere Punkt der Erde. Rein geografisch steht man hier also näher am Weltraum als auf dem Mount Everest.
Ein weiteres Highlight ist das Naturreservat Pululahua nördlich von Quito. Es gehört zu den wenigen bewohnten Vulkankratern der Welt, Wanderwege führen durch Nebelwald, Felder und kleine Siedlungen. Sportliche Besucher zieht es zu den Ilinizas, zwei benachbarten Gipfeln eines einst zusammenhängenden Vulkans mit anspruchsvollen Routen. Was man vor einem Aufstieg in diese Höhen wissen sollte, steht in unserem Beitrag zur Vulkanbesteigung.

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Amazonasgebiet: Cuyabeno und Yasuní
Im Osten Ecuadors beginnt das Amazonasgebiet. Obwohl es nur einen Teil des Landes ausmacht, gehört es zu den artenreichsten Regionen der Welt. Ein Höhepunkt ist das Naturreservat Cuyabeno mit seinen Flüssen, Schwarzwasserlagunen und dichtem Regenwald. Viele Lodges erreicht man ausschließlich per Boot. Mit etwas Glück zeigen sich Kaimane, Flussdelfine, Anakondas und Piranhas, mit sehr viel Glück sogar ein Jaguar. Cuyabeno liegt in der Provinz Sucumbíos nahe der Grenze zu Kolumbien, deshalb gehört ein Blick auf die aktuellen Sicherheitshinweise vor der Buchung dazu.
Noch berühmter ist der Yasuní-Nationalpark. Wissenschaftler zählen ihn zu den artenreichsten Orten der Erde: Auf einem einzigen Hektar wachsen hier mehr Baumarten als in ganz Nordamerika. Rund 600 Vogelarten, zahlreiche Affenarten und seltene Amphibien machen den Park zum Traumziel für Naturfreunde. 2023 stimmten die Ecuadorianer per Referendum dafür, die Ölförderung in einem Teil des Parks zu beenden.
Ob im Kanu, bei einer Wanderung durch den Regenwald oder einer nächtlichen Exkursion mit lokalen Guides: Am Amazonas zeigt sich Ecuador von seiner wildesten Seite.

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Pazifikküste: Strände, Surfer und Buckelwale
Ganz anders präsentiert sich die Pazifikküste. Hier bestimmen Strände, Fischerdörfer und tropisches Klima das Bild. Zu den schönsten Schutzgebieten zählt der Machalilla-Nationalpark in der Provinz Manabí mit Küstenlandschaften, Trockenwäldern und vorgelagerten Inseln. Besonders beliebt ist die Isla de la Plata, die wegen ihrer Blaufußtölpel und Fregattvögel oft als »kleine Galápagos-Insel« bezeichnet wird.
Zwischen Juni und September wird die Küste zum Revier für Walbeobachter. Dann ziehen Buckelwale vor der Küste entlang und lassen sich von Booten aus beobachten, etwa ab Puerto López. Bei hohem Wellengang können die Touren allerdings ausfallen. Bekannte Badeorte sind Salinas und Montañita, das sich vor allem bei Surfern einen Namen gemacht hat. Für die Provinz Santa Elena, in der beide liegen, rät das Auswärtige Amt derzeit zu besonderer Vorsicht.
Entlang der Ruta del Spondylus führt eine der schönsten Küstenstraßen Südamerikas vorbei an Stränden, Klippen, Fischerdörfern und Naturparks.

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