Walk of Fame, Filmstudios und das berühmte Hollywood Sign kennt fast jeder. Doch wer nach dem Hollywood der großen Stars, Regisseure und Skandale sucht, muss genauer hinsehen. Zwischen West Hollywood, Los Feliz, Santa Monica und den Hollywood Hills liegen Orte, an denen Filmgeschichte, gute Drinks und ein Hauch Nostalgie zusammenkommen.
Hinweis: Öffnungszeiten, Reservierungsmöglichkeiten und Zugangsregeln ändern sich regelmäßig. Vor dem Besuch bitte immer die Website des jeweiligen Hauses prüfen.
Chateau Marmont: Mythos am Sunset Boulevard
Kaum ein Hotel steht so sehr für die glamouröse und zugleich skandalumwitterte Seite von Los Angeles wie das Chateau Marmont. Das schlossartige Haus am Sunset Boulevard liegt in West Hollywood und wurde 1929 eröffnet. Mit seinen Suiten, Bungalows und abgeschirmten Terrassen wurde es über Jahrzehnte zum Rückzugsort für Filmstars, Musiker und Kreative

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Die Liste der Geschichten ist lang: John Belushi starb hier 1982, Jim Morrison soll einen Balkon erklommen haben, und Lana Del Rey besingt das Hotel in mehreren Songs. Selbst der deutsche Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre ist hier für ein paar Monate eingezogen. Warum? Das Hotel inspiriert. Vieles gehört zum Mythos, manches zur belegten Hotelgeschichte und genau diese Mischung macht den Reiz des Chateau Marmont aus.
Wer hier übernachtet oder im Restaurant reserviert, sollte Diskretion erwarten und respektieren. Das Hotel ist kein Museum, sondern ein privates Haus mit Gästen. Fotografieren und insbesondere kommerzielle Foto- oder Videoaufnahmen können eingeschränkt sein.
Formosa Café: Hollywood-Erinnerungen im Straßenbahnwagen
Das Formosa Café in West Hollywood öffnete 1939 und liegt unmittelbar neben dem ehemaligen Gelände der Warner Bros. Studios. Seine Geschichte ist eng mit der Filmbranche verbunden: Schauspielerinnen, Regisseure und Studiomitarbeiter sollen hier gegessen, gefeiert und Geschäfte besprochen haben.
Besonders markant ist der historische Straßenbahnwagen, der heute Teil des Restaurants ist. Nach einer umfangreichen Restaurierung öffnete das Formosa Café 2019 erneut. Innen treffen chinesisch inspirierte Gestaltung, Vintage-Details, gerahmte Fotografien und das Flair eines klassischen Hollywood-Treffpunkts aufeinander.

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Die Geschichten über Elvis Presley, John Wayne oder andere Stammgäste gehören zur Folklore des Hauses. Ob jede Anekdote exakt so passiert ist, lässt sich heute kaum mehr klären. Sicher ist: Das Formosa Café ist eine der atmosphärischsten Adressen für einen Abend mit Old-Hollywood-Gefühl.
Frolic Room: Neonlicht am Hollywood Boulevard
Direkt neben dem Pantages Theatre liegt der Frolic Room, eine kleine Bar mit auffälligem Neon-Schriftzug. Das Lokal gehört seit Jahrzehnten zur Nachtleben-Geschichte am Hollywood Boulevard und zieht Menschen an, die eine unkomplizierte, klassische Bar statt eines durchgestylten Cocktailkonzepts suchen.

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Der Frolic Room ist klein, dunkel und an manchen Abenden gut gefüllt. Wer auf einen Platz hofft, sollte früh kommen oder Wartezeit einplanen. Das Lokal war außerdem immer wieder Kulisse für Film und Fernsehen und gehört damit zu den Orten, die Hollywood nicht nur erzählen, sondern auch tatsächlich abbilden.
Mit dem Frolic Room wird oft der ungelöste Mordfall »Black Dahlia« verbunden. Hinter dem Namen steckt Elizabeth Short, eine junge Frau, die 1947 in Los Angeles ermordet wurde. Der Fall wurde nie aufgeklärt und ist bis heute Teil der düsteren Hollywood-Mythologie. Eine gesicherte Verbindung des Lokals zur Tat gibt es jedoch nicht.
Spannender als solche Spekulationen ist ohnehin die Atmosphäre: Neon, Barhocker, ein Drink und draußen der Walk of Fame.

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Musso & Frank Grill: Hollywoods Klassiker seit 1919
Der Musso & Frank Grill am Hollywood Boulevard gilt als ältestes Restaurant Hollywoods. Er wurde 1919 eröffnet und ist bis heute eine Institution für klassische amerikanische Küche, Cocktails und Service im Stil vergangener Jahrzehnte. Dunkles Holz, rote Lederbänke, hohe Spiegel und Kellner in roten Jacken schaffen eine Atmosphäre, die erstaunlich zeitlos wirkt.

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In der langen Geschichte des Hauses tauchen Namen wie Charlie Chaplin, Greta Garbo, F. Scott Fitzgerald, William Faulkner und Janis Joplin auf. Für Filmfans besonders reizvoll: Musso & Frank ist in Quentin Tarantinos Once Upon a Time … in Hollywood zu sehen

Foto: Andrew Cooper Copyright 2019 CTMG
Ein Martini an der Bar oder ein Dinner im Speisesaal sind keine günstige, aber eine sehr passende Möglichkeit, Hollywood abseits der Souvenirshops zu erleben. Besonders am Abend lohnt sich eine Reservierung.
The Hollywood Roosevelt: Klassik am Walk of Fame
Das Hollywood Roosevelt liegt direkt am Hollywood Boulevard, nur wenige Schritte vom TCL Chinese Theatre und dem Walk of Fame entfernt. Es eröffnete 1927 und war 1929 Schauplatz der ersten Academy Awards – damals noch vor einem deutlich kleineren Kreis als heute.

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Im Inneren prägen spanisch inspirierte Architektur, Säulengänge, bemalte Decken und dunkle Lounges das Bild. Der Tropicana-Pool zählt zu den bekanntesten Hotelpools in Hollywood; Marilyn Monroe wohnte in den frühen Jahren ihrer Karriere zeitweise im Roosevelt, weshalb ihr Name bis heute eng mit dem Haus verbunden ist.
Das Hotel eignet sich auch ohne Übernachtung für einen Drink, einen Blick in die Lobby oder eine Pause vom Trubel am Boulevard. Wer hier übernachten möchte, sollte sich bewusst sein: Die Lage ist zentral und historisch, aber Hollywood Boulevard ist kein ruhiges Wohnviertel.
Yamashiro: Abendessen über den Dächern von Hollywood
Yamashiro bedeutet auf Japanisch »Bergpalast«. Der Name passt. Das Anwesen liegt hoch über dem Hollywood Boulevard in den Hollywood Hills. Die Bernheimer-Brüder begannen 1911 mit dem Bau; 1914 war das Haus fertiggestellt. Es sollte ihre Sammlung asiatischer Kunst beherbergen und orientiert sich architektonisch an einem Palast in der historischen Provinz Yamashiro nahe Kyoto.

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In den 1920er-Jahren wurde Yamashiro zum Treffpunkt für Hollywoods Elite. Später diente das Gebäude als Restaurant, Veranstaltungsort und Filmkulisse. Heute verbindet die Adresse asiatisch inspirierte Küche mit einem der spektakulärsten Ausblicke über Los Angeles.
Für den Besuch lohnt sich besonders die Zeit kurz vor Sonnenuntergang. Dann lässt sich beobachten, wie sich das Licht über den Hills verändert und Los Angeles langsam zu leuchten beginnt. Reservieren sollte man vor allem am Wochenende rechtzeitig.
Miceli’s: Pizza, Pasta und singender Service
Miceli’s am Las Palmas Avenue eröffnete 1949 und gilt als ältestes italienisches Restaurant in Hollywood. Carmen und Sylvia Miceli gründeten das Lokal mit Unterstützung ihrer Familie – zu einer Zeit, als Pizza in Los Angeles noch längst kein alltägliches Gericht war. Miceli’s wird häufig auch als Hollywoods erste Pizzeria bezeichnet.
Das Restaurant bewahrt seinen bewusst altmodischen Charme: rot-weiß karierte Tischdecken, dunkle Holznischen, unzählige beschriftete Chianti-Flaschen an der Decke und eine Atmosphäre, die eher an ein italienisch-amerikanisches Familienrestaurant der Nachkriegszeit als an das heutige Los Angeles erinnert. Dazu kommen singende Kellnerinnen und Kellner, die zwischen Pasta, Pizza und Lasagne Musicalmelodien, Opernarien und Standards anstimmen.

Foto: Martin Kalter
Über die Jahrzehnte zählte Miceli’s zahlreiche bekannte Gäste. Frank Sinatra und Marilyn Monroe sollen hier regelmäßig gegessen haben; auch die Beatles, Jim Carrey und Julia Roberts werden mit dem Restaurant verbunden. Lucille Ball lernte bei Miceli’s angeblich, Pizzateig in die Luft zu werfen – für eine Szene aus I Love Lucy.
Auch Filmfans kennen Miceli’s: Das Restaurant und besonders seine Bar tauchen im ersten Terminator-Film auf. Während Sarah Connor auf der Flucht vor dem Terminator ist, sucht sie dort Schutz. Wer Miceli’s besucht, kommt weniger wegen moderner italienischer Küche als wegen der Zeitreise. Ein Abend hier ist Dinner, kleine Show und Hollywood-Nostalgie zugleich.
The Georgian: Art déco, Stars und Schmugglergeschichten
Das Georgian Hotel liegt zwar in Santa Monica und nicht in Hollywood, gehört aber unbedingt zu einer Tour durch das alte Los Angeles. Das mintfarbene Art-déco-Hotel an der Ocean Avenue eröffnete 1933 – in einer Zeit, in der Hollywoodstars den Strandort gern als Rückzugsort nutzten.
Im Georgian stiegen und feierten zahlreiche Berühmtheiten. Carole Lombard, Clark Gable, Judy Garland und Marilyn Monroe werden mit dem Haus ebenso verbunden wie der Gangster Benjamin »Bugsy« Siegel. Auch Dick Van Dyke trat hier auf

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Besonders legendär ist die Georgian Room Bar im Untergeschoss. Während der Prohibition soll sie als versteckter Treffpunkt gedient haben. Ein Ort für Drinks, Musik und diskrete Begegnungen fernab der Öffentlichkeit. Nach einer umfassenden Restaurierung ist die Bar wieder geöffnet und knüpft mit dunklem Holz, Vintage-Fotografien und Live-Musik an die Atmosphäre des alten Hollywood an.
Tam O’Shanter: Walt Disneys Stammtisch
Das Tam O’Shanter in Atwater Village liegt etwas abseits der klassischen Hollywood-Route, ist für Filmfans aber ein besonderer Ort. Das Restaurant eröffnete 1922 zunächst als Montgomery’s Country Inn und wurde 1925 nach dem Gedicht Tam o’ Shanter des schottischen Dichters Robert Burns umbenannt. Es gilt als ältestes Restaurant von Los Angeles, das bis heute am selben Ort von derselben Familie betrieben wird.
Von außen erinnert das Tam O’Shanter an ein schottisches Landgasthaus: schiefe Dächer, Fachwerk, dunkle Holzbalken und eine bewusst märchenhafte Gestaltung. Entworfen wurde das Haus von Harry Oliver, einem Art Director, der auch für Filmproduktionen arbeitete. In den 1920er-Jahren war das Restaurant ein Treffpunkt für die frühe Hollywood-Szene. Rudolph Valentino, Mary Pickford, Douglas Fairbanks, Gloria Swanson und die Gish-Schwestern werden zu den Gästen gezählt.

Foto: Tam O’Shanter/instagram/tamoshanterla
Die engste Verbindung besteht jedoch zu Walt Disney. Sein damaliges Hyperion-Studio lag nur wenige Kilometer entfernt und hatte zunächst keine eigene Kantine. Disney und seine Mitarbeiter kamen deshalb regelmäßig ins Tam O’Shanter; das Restaurant wurde zeitweise sogar als inoffizielle »Disney Studio Commissary« bezeichnet. Walt Disney soll häufig an Tisch 31 gesessen und dort Besprechungen mit seinem Team abgehalten haben.

Foto: Tam O’Shanter/instagram/tamoshanterla
Noch heute erinnert eine Plakette an seinen Stammplatz. Der Cocktail »Table 31« nimmt Bezug auf diese Geschichte. Auch auf dem Bildschirm lebt das Tam O’Shanter weiter: Unter anderem wurde hier für Mad Men, Glee und The Office gedreht.
Wer hier einkehrt, bekommt nicht nur Prime Rib, Fish and Chips oder Shepherd’s Pie, sondern ein Stück Film- und Animationsgeschichte serviert. Gerade für Disney-Fans ist das Tam O’Shanter eine der schönsten Old-Hollywood-Adressen in Los Angeles.


