Im Vinschgauer Bergdorf Trafoi wächst das Hotel Bella Vista um einen Flügel von Matteo Thun. Der Südtiroler Stararchitekt formte den Anbau als Nest am Fuß des Ortler. Seit Mai 2026 öffnen sich 24 neue Suiten und ein Infinity-Pool über dem Tal.

Früh morgens liegt das Tal noch im Schatten. Über den Dächern des kleinen Örtchens Trafoi in Südtirol ragt der Ortler auf, mit 3.905 Metern der höchste Berg Südtirols. Die ersten Sonnenstrahlen treffen den Gipfel und kriechen langsam den Fels hinunter, bis sie einen Holzbau erreichen, geformt wie ein Nest. Der neue Flügel gehört zum Hotel Bella Vista, das die Familie Thöni seit 1875 führt, inzwischen in fünfter Generation, mitten im Nationalpark Stilfserjoch. Miteigentümer ist Gustav Thöni, eine der größten Skilegenden Italiens. Er hat in den 1970ern viermal den alpinen Gesamtweltcup gewonnen

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Wer hat den neuen Flügel entworfen?

Außenansicht des neuen Flügels von Matteo Thun am Hotel Bella Vista Trafoi mit umlaufender Holzlatten-Fassade und Außenpool.

Foto: Matteo Thun & Partners, Hotel Bella Vista © Luca Visciani & Daniel Merler

Den neuen Flügel verantwortet der Südtiroler Stararchitekt Matteo Thun, mit Thöni seit Jahren befreundet. Die Idee dazu reicht in Thuns Kindheit zurück, zu den Adlern über Trafoi und der Stille der Berge. Daraus wurde ein Bau aus leichtem Holz, der sich organisch in den Hang schmiegt. Große Fenster holen die Gipfel von Stilfserjoch und Engadiner Dolomiten in die Räume. Die Innenräume gestaltete Christina Biasi von Berg, eine langjährige Weggefährtin Thuns.

Die Bar erzählt Skigeschichte

Der Anbau wuchs in Etappen. Im Dezember 2025 öffnete die Lounge-Bar »Home of Gold« mit Kamin, dazu eine neue Rezeption zwischen Altbau und Flügel. Die Bar erzählt die Geschichte von Gustav Thöni und der »Valanga Azzurra«, der »blauen Lawine«. Die Sportpresse taufte das italienische Ski-Team der 1970er-Jahre auf diesen Namen, jene Generation dominierte den Weltcup.

Baden über dem Tal

Seit Mai 2026 ergänzen 24 Suiten den Flügel, alle zur Bergkulisse ausgerichtet. Bodentiefe Fenster rahmen die Gipfel, das Tageslicht prägt jeden Raum. Jede Suite wirkt wie ein Logenplatz über dem Tal.

Vogelperspektive auf Hotel Bella Vista Trafoi mit neuem Holznest-Flügel von Matteo Thun, Außenpool und Infinity-Pool am Hangrand.

Foto: Matteo Thun & Partners, Hotel Bella Vista © Luca Visciani & Daniel Merler

Das Herzstück bildet der neue Wellnessbereich, Erwachsenen vorbehalten. Der Infinity-Pool öffnet sich wie eine schwebende Terrasse zum Tal. Ein großes Panoramafenster rahmt die Gipfel, von der Ortlerwand bis in die Engadiner Dolomiten. Ein Whirlpool und Räume für Yoga und Fitness ergänzen den Bereich.

Vier Saunen ergänzen den Bereich: Infrarot, Bio-Sauna, türkisches Bad und Familiensauna. Im Bereich »Fire and Ice« wechseln Kaminfeuer und Schneedusche einander ab. Draußen führt ein Weg zur Panoramasauna an einem quellgespeisten Naturteich, darüber öffnet sich die »Nature Arena«: ein Oval unter freiem Himmel, das die Gipfel ringsherum freigibt.

Innenpool im Wellnessbereich des Hotel Bella Vista Trafoi mit raumhohem Panoramafenster und Blick auf die verschneiten Gipfel des Nationalparks Stilfserjoch.

Foto: Matteo Thun & Partners, Hotel Bella Vista © Luca Visciani & Daniel Merler

Was erwartet Familien im Hotel Bella Vista?

Familien zieht der neue Flügel ebenso an. Kinder finden einen eigenen Pool, eine Familiensauna und die Erlebnisrutsche »Waterfall«. Hausherr Gustav Thöni begleitet Gäste auf Wunsch beim Wandern und auf der Piste.

Was kostet eine Nacht im Hotel Bella Vista Trafoi?

Klassische Zimmer starten bei rund 170 Euro pro Person und Nacht, meist mit Halbpension. Die Design-Suiten im Stil von Matteo Thun liegen darüber.

Infos und Buchungen auf der Hotel-Website.