Es sind Sommerferien, in Deutschland wie in Österreich. Und während wir uns alle auf den wohlverdienten Urlaub freuen, droht gleichzeitig eines der Monster des Sommers: der gefühlt unausweichliche Stau auf der Fahrt ans Wunschziel. Insbesondere die Route über den Brenner ist geradezu prädestiniert für eine unfreiwillige Aufenthaltsverlängerung.
Spätestens mit dem Ferienstart in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands, beginnt die heiße Phase der vollgestopften Autobahnen. Mit Ausnahme von Baden-Württemberg und Bayern laufen nun in allen deutschen Bundesländern die Sommerferien, und auch in Österreich ist niemand mehr in der Schule.
Diese Tage und Uhrzeiten sollten Urlauber am Brenner meiden
Nicht wenige Familien wollen im Sommer nach Italien, und für viele Urlauber führt der Weg Richtung Italien über die Brennerautobahn (A13 in Österreich, A22 in Italien). Mit ihren jeweils zwei Spuren in jede Fahrtrichtung ist sie ein regelrechtes Nadelöhr. Zwischen Deutschland und Italien liegen nun mal die Alpen mit nur wenigen Alternativen zur Überfahrt. Wer aus West- und Südwestdeutschland fährt, kann je nach konkretem Ziel in Italien noch den Weg durch den Gotthardtunnel in Angriff nehmen, wobei auch der akut staugefährdet ist.
Besonders stauanfällig sind laut ADAC (hier geht’s zur Website) die Wochenenden, vor allem am Freitagnachmittag, am Samstagvormittag und am Sonntagnachmittag kann es allgemein und am Brenner im Speziellen zu langen Autoschlangen kommen. Wer kann, sollte daher auf ruhigere Wochentage ausweichen, etwa Montag oder Dienstag. Ist dies nicht möglich, bleibt immer noch die Option, in aller Herrgottsfrühe aufzubrechen, um anderen Urlaubern vorzukommen. Wer keine Nachtfahrten scheut, kann alternativ entsprechend spät losfahren und so die Stoßzeiten umgehen.
Ein Ausweichen auf die parallel laufende Brennerstaatsstraße (Italien) oder die Brennerbundesstraße (Österreich) ist nur bedingt empfehlenswert. Denn auch diese sind während der Ferien regelmäßig verstopft. Auch die anderen Passstrecken, wie etwa der Gotthard, der San Bernardino oder die Tauernautobahn sind stark beansprucht. Wie man es dreht und wendet: Es wollen einfach wirklich viele Menschen nach Italien.

Die Luegbrücke. |Foto: ASFINAG
Die Luegbrücke: Warum der Stau seit 2025 noch schlimmer geworden ist
Nun sorgen die Ferien ohnehin jedes Jahr für eine volle Brennerautobahn. Seit 2025 ist aber noch eine weitere Erschwernis hinzugekommen. Denn die Luegbrücke, mit gut 1.800 Metern die längste Brücke auf dem österreichischen Teil der Brennerautobahn, ist durch die jahrelange Belastung nur noch bedingt verkehrstauglich.
Seit dem 1. Januar 2025 ist sie deshalb nur noch im einspurigen Betrieb freigegeben. In Stoßzeiten, insbesondere in den Sommerferien, wird die Brücke zwar zeitweise wieder auf zwei Spuren freigegeben. Dennoch kann es aufgrund der zahlreichen Urlauber zu teils kilometerlangen Staus kommen.
Die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG) hat bereits im März 2025 mit einer parallel zur bisherigen Brücke verlaufenden Neuerrichtung begonnen. Ein erster Brückenteil soll bis Ende 2027 fertiggestellt werden. Im Anschluss erfolgt der Abbruch der bisherigen Luegbrücke, bevor dann bis Ende 2030 auch der zweite Teil der neuen Brücke fertiggestellt sein soll. Bis dahin bleibt es wohl in jedem Sommer kuschelig voll am Brenner.


