Dass Houston so weitläufig ist, hat mit seiner Geschichte zu tun. Öl- und Energieindustrie, Hafen, Raumfahrt und das Texas Medical Center schufen über Jahrzehnte eigene Zentren, und die Stadt wuchs um alle gleichzeitig. Der Boom zog Menschen aus aller Welt an. Das erklärt die endlosen Freeways ebenso wie eine der vielfältigsten Restaurantszenen der USA. Für die Planung heißt das: pro Tag ein oder zwei Viertel, dazwischen das Auto.
Houston Sehenswürdigkeiten im Überblick
- Space Center Houston mit Tram Tour zum historischen Mission Control
- Museum District mit 19 Museen rund um Hermann Park
- Menil Collection und Rothko Chapel in Montrose, beide ohne Eintritt
- Project Row Houses im Third Ward, dem Viertel, in dem Beyoncé aufwuchs
- Buffalo Bayou Park Cistern, ein unterirdischer Wasserspeicher von 1926
- Fledermauskolonie an der Waugh Drive Bridge
- POST Houston mit Dachgarten und Blick auf die Skyline
- Hafenrundfahrt auf dem Houston Ship Channel
- Tagesausflug nach Galveston an den Golf von Mexiko
Space Center Houston: Wo die Mondlandung gesteuert wurde
Seit den 1960er-Jahren begleitet das Johnson Space Center der NASA die bemannten Raumflüge der USA. Das Besucherzentrum Space Center Houston liegt rund 40 Kilometer südöstlich von Downtown und zeigt Raumkapseln, Raumanzüge und Trainingsmodule. Im Rocket Park liegt eine der drei erhaltenen Saturn-V-Raketen der Länge nach in einer eigenen Halle aufgebahrt.
Die NASA Tram Tours fahren auf das Gelände des aktiven Raumfahrtzentrums. Je nach Tour stehen die Trainingshallen der heutigen Astronauten auf dem Programm. Für Raumfahrtfans führt kein Weg am historischen Mission Control Center vorbei. Von hier aus steuerte die NASA die Gemini- und Apollo-Missionen und die erste Mondlandung im Jahr 1969. Ein Jahr später ertönte hier auch der berühmteste Funkspruch der Raumfahrt: der Notruf von Apollo 13 mit den Worten »Houston, wir haben ein Problem«.

Foto: Wangkun Jia/Shutterstock.com
Die Mission-Control-Tour kostet zusätzlich zum Eintritt und ist an Wochenenden, Feiertagen und in den Schulferien oft Tage im Voraus ausverkauft. Einen halben Tag sollte der Besuch mindestens einplanen.
Museum District: 19 Museen rund um Hermann Park
Im Museum District geht Houston ausnahmsweise zu Fuß. Rund um Hermann Park liegen 19 Museen und Kultureinrichtungen, die Wege dazwischen sind kurz. Das Museum of Fine Arts Houston spannt seine Sammlung von der Antike bis zur Gegenwart. Zum Museum gehören außerdem die historischen Anwesen Bayou Bend und Rienzi. Gleich nebenan zeigt das Houston Museum of Natural Science Dinosaurierskelette, Mineralien und Edelsteine. Ein Planetarium und das Cockrell Butterfly Center ergänzen den Komplex.
Menil Collection und Rothko Chapel: Kunst zwischen Bungalows
Einige Kilometer nordwestlich, in Montrose, bauten die Sammler John und Dominique de Menil ihr Museum mitten in ein Wohnviertel. Das Hauptgebäude von Renzo Piano steht zwischen Holzbungalows, die im selben Grau gestrichen sind wie das Museum. Zum Campus von gut zwölf Hektar gehören das Menil Drawing Institute und eine eigene Galerie für Cy Twombly. Der Eintritt ist frei, geöffnet ist mittwochs bis sonntags von 11 bis 19 Uhr.

Menil Collection Foto: tokar/Shutterstock.com
Wenige Schritte entfernt steht die Rothko Chapel. Der achteckige Bau öffnete 1971 als Ort der Stille für Menschen aller Religionen. Im Inneren hängen 14 großformatige Gemälde von Mark Rothko, dunkle Flächen, die sich erst nach einigen Minuten öffnen. Vor der Kapelle steht Barnett Newmans Skulptur »Broken Obelisk«, die das Ehepaar de Menil Martin Luther King widmete.
Montrose: Houston zum Flanieren
Rund um die Menil zeigt Montrose eine Seite, die Houston selten zeigt. Zwischen älteren Wohnhäusern liegen Cafés, Galerien, Restaurants und kleine Läden, und abschnittsweise funktioniert hier etwas, das in dieser Stadt keine Selbstverständlichkeit ist: einfach loslaufen. Zusammen mit Menil Collection und Rothko Chapel ergibt das einen entspannten halben Tag.










