Ein kleines Hotel lebt von den Menschen, die es führen. Alle fünf Häuser dieser Auswahl sind familiengeführt, manche seit Generationen. Das zeigt sich am Frühstück, das am Tisch serviert wird, an den Weinen aus dem eigenen Keller und an Zimmern, die nicht aus dem Katalog stammen.
Leuchtenburg am Kalterer See: zwölf Zimmer und ein eigener Seezugang
In Klughammer, dem ruhigen Ortsteil am Südufer des Kalterer Sees, steht die Pension Leuchtenburg. Das Haus diente einst als Versorgungshaus der Burg, die bis heute auf dem Hügel darüber thront. Gastgeberin Katharina Sparer, genannt Kat, ist hier aufgewachsen und hat das Haus von ihren Eltern übernommen. Gemeinsam mit ihrem Partner Jan Waldner hat sie es nach einem aufwendigen Umbau im April 2023 neu eröffnet. Die Meraner Architektin Christina Biasi von Berg hat die alte Bausubstanz mit klarem, modernem Design verbunden. Ein Hotel wollen die beiden ausdrücklich nicht sein, sie bleiben beim Wort Pension.
Die zwölf Zimmer blicken alle auf den See und tragen die Namen von Weinlagen rund um Kaltern. 99 Schritte vom Haus entfernt liegt eine private Seewiese mit 400 Quadratmetern, die rund um die Uhr zugänglich ist, jeder Gast bekommt beim Check-in einen eigenen Seeschlüssel. Am Ufer steht eine Biosauna, im Haus gehört eine finnische Sauna zum Weinwohnzimmer. Kat hat die Ausbildung zur Sommelière gemacht und schenkt abends selbst ein, in der Küche steht inzwischen Chefkoch Luca.


Hotel Briol bei Barbian: Bauhaus auf 1.310 Metern, ohne Zufahrtsstraße
Zum Hotel Briol führt keine Straße. Wer hinauf will, parkt in Barbian und wandert rund eine Stunde durch den Wald nach Dreikirchen, das Gepäck bringt auf Wunsch ein Geländewagen. Oben steht auf 1.310 Metern ein Haus mit ungewöhnlicher Geschichte: Seine heutige Form bekam Briol 1928, als der Maler Hubert Lanzinger den alten Gasthof nach Bauhaus-Vorbild umgestaltete, mit Holzsäulen und großen Fenstern zur Sonne. Gegründet hat das Haus Johanna Settari, heute führen es Victoria und Valentin von Klebelsberg.
Zum Charakter des Haupthauses gehört bis heute, dass sich die Gäste Duschen und Toiletten auf der Etage teilen. Wer ein eigenes Bad möchte, bucht das Einäugl: Der Neubau von 2022/23 steht gleich neben dem Briol und ist als einzige Unterkunft ganzjährig geöffnet. Daneben gibt es das Baumhaus Isidor, benannt nach dem früheren Bürgermeister Isidor Puntair. Gebadet wird im fast 100 Jahre alten Natursteinbecken, das Bergquellen speisen, gleich daneben steht die Waldsauna. Das Haupthaus öffnet von Ende April bis Ende Oktober, die Halbpension mit Kuchen am Nachmittag ist im Preis enthalten.


Ottmanngut in Meran: elf Zimmer in einem Ansitz von 1290
Rund 500 Meter von der Meraner Altstadt entfernt liegt das Ottmanngut in einem mediterranen Garten mit Palmen und eigenem Weinberg. Urkundlich erwähnt wird der Hof erstmals 1290. 1850 kaufte Alois Kirchlechner das Anwesen, 1914 gestaltete Baumeister Johann Pittoni es herrschaftlich um. Heute führt Martin Kirchlechner, der Ururenkel von Alois, das Haus. Ein Hotel im klassischen Sinn ist das Ottmanngut nicht, eher ein Landsitz mit elf Zimmern.
Kein Zimmer gleicht dem anderen, Möbel aus dem Katalog gibt es nicht. Josephinisches Mobiliar steht neben Biedermeier und Jugendstil, in einem Zimmer zieht sich ein Jugendstil-Fries über die Wand, darunter knarzen alte Holzdielen. In der Mansarde vor dem Turmzimmer lädt eine kleine Bibliothek zum Lesen ein, im Garten steht die historische Orangerie. Das Frühstück kommt nicht vom Buffet, sondern als mehrgängiges Menü an den Tisch, im Sommer im Garten. Der Bahnhof Meran liegt knapp einen Kilometer entfernt, das Auto kann also zu Hause bleiben.


Ansitz Zum Steinbock in Villanders: zwölf Suiten und ein MICHELIN-Schlüssel
Hoch über dem Eisacktal steht im Dorfkern von Villanders der Ansitz Zum Steinbock, ein schlossähnlicher Adelssitz, den Gastgeberin Elisabeth Rabensteiner führt. In den alten Mauern liegen zwölf Suiten in sanften Grau- und Erdtönen, jede davon ein Unikat. Der Guide MICHELIN zeichnet das Haus mit einem MICHELIN-Schlüssel aus.
Gegessen wird hier auf drei Arten. Seit Oktober 2024 leitet René Tschager die Küche. Im Fine-Dining-Restaurant La Lumosa stehen nur vier Tische, serviert werden Menüs mit fünf oder sieben Gängen. Das Restaurant Stain kocht à la carte, für Hausgäste gibt es abends Steinbock Klassik, ein alpines Menü mit fünf Gängen. Im gotischen Weinkeller lagern über 800 Weine. Draußen wartet ein Panoramapool mit Blick auf die Dolomiten.


Schloss Plars in Algund: Weingut mit 16 Zimmern und Suiten
Oberhalb von Algund bei Meran liegt Schloss Plars wine & suites mitten in den eigenen Reben. Der Ansitz wurde 1357 erstmals als Torgglerhof erwähnt und 1880 im neoromantischen Stil zum Schlösschen umgebaut. Seit 1911 gehört er Familie Theiner. Heute führen Irene und Andreas Theiner das Haus und das Weingut, das die Familie in dritter Generation bewirtschaftet.
Romantik steht hier im Mittelpunkt. Zur Wahl stehen acht Zimmer, von der Mansarde bis Deluxe, und acht Suiten, darunter drei Premier-Cru-Suiten und eine Grand-Cru-Suite. Der beheizte Infinitypool liegt zwischen den Reben und blickt über Algund und Meran ins Meraner Land, dazu gehört eine Sauna. Ein Restaurant gibt es nicht. Frühstück gibt es im Salon oder auf der Terrasse, mit hausgemachten Kuchen. Für Gäste gibt es Verkostungen und Weinworkshops, zweimal pro Woche geht es auf eine Weinwanderung durch die eigenen Lagen.




