Oldtimer vor bunten Kolonialhäusern, weiße Strände und Salsa unter Palmen: Kuba gehörte jahrzehntelang zu den beliebtesten Fernreisezielen in der Karibik. Doch wer derzeit einen Urlaub auf der Insel buchen möchte, erlebt eine Überraschung. Das Angebot deutscher Reiseveranstalter schrumpft rasant. Große Hotelketten ziehen sich zurück und selbst Spezialveranstalter haben den Verkauf ihrer Reisen vorerst eingestellt.

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Für Reisende stellt sich deshalb zunehmend die Frage: Ist Kuba als Urlaubsziel noch eine Option? Kann man da guten Gewissens noch hin?
Immer weniger Reisen nach Kuba
Bis vor gar nicht allzu langer Zeit gehörte Kuba bei vielen großen Reiseveranstaltern zum festen Programm. Heute zeigt ein Blick auf ihre Webseiten, wie stark das Angebot geschrumpft ist. Man findet kaum noch oder gar keine Kuba-Reiseangebote mehr, berichtet u.a. das Portal »Reise vor 9« auf seiner Website. Teilweise existieren zwar noch Informationsseiten über das Reiseziel, konkrete Angebote fehlen jedoch.
Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Spezialveranstalter DIAMIR. Auf seiner Website heißt es unmissverständlich: »Aufgrund der aktuellen Lage nehmen wir keine Buchungen für Kuba-Reisen entgegen. Es befinden sich derzeit keine DIAMIR-Reisegäste im Land. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine Auskünfte und Prognosen zu zukünftigen Kuba-Reisen geben können.« Für einen Veranstalter, der seit vielen Jahren Erlebnis- und Rundreisen nach Kuba organisiert, ist das ein außergewöhnlicher Schritt.
Hotelriesen ziehen sich zurück
Parallel dazu ziehen sich internationale Hotelunternehmen zunehmend aus Kuba zurück. Den Anfang machte die spanische Hotelkette Iberostar, die zunächst zahlreiche Häuser aufgab und ihre Aktivitäten inzwischen vollständig auf der Karibikinsel eingestellt hat.
Nun folgt auch Meliá. Wie die spanische Tageszeitung El País unter Berufung auf eine Mitteilung an die spanische Börsenaufsicht CNMV berichtet, beendet Meliá zum 24. Juli 2026 sämtliche Hotelmanagement-, Vermarktungs- und Markenaktivitäten auf Kuba.

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Für Urlauber bedeutet das allerdings nicht automatisch, dass alle betroffenen Hotels schließen. Die meisten Anlagen gehören kubanischen Staatsunternehmen und sollen unter neuer Leitung weiterbetrieben werden. Ob Service, Ausstattung und Qualitätsstandards ohne die internationalen Hotelketten auf dem bisherigen Niveau bleiben, steht jedoch auf einem anderen Stern.
Airlines: Kaum einer fliegt noch aus Europa hin
Nicht nur Reiseveranstalter und Hotelketten kehren Kuba den Rücken. Auch im internationalen Flugverkehr sind die Folgen der Krise deutlich spürbar. Mehrere Fluggesellschaften haben ihre Verbindungen nach Havanna in den vergangenen Monaten eingestellt oder ausgesetzt, darunter Condor, Iberia, Air France, Air Canada, WestJet, Air Transat und World2Fly. Direktflüge aus Europa sind dadurch zur Ausnahme geworden.
Die einzige größere europäische Fluggesellschaft, die Havanna derzeit noch regelmäßig direkt anfliegt, ist Air Europa. Doch selbst sie bekommt die Versorgungskrise zu spüren: Wegen des anhaltenden Kerosinmangels in Havanna legt die Airline auf dem Rückflug nach Madrid derzeit einen Tankstopp im dominikanischen Punta Cana ein. Wer heute nach Kuba reist, muss deshalb mit einer deutlich eingeschränkten Flugauswahl und kurzfristigen Änderungen im Flugplan rechnen.
Kuba-Krise: Warum passiert das gerade jetzt?
Der Rückzug hat mehrere Ursachen. Seit Jahren steckt Kuba in einer schweren Wirtschaftskrise. Immer wieder kommt es zu langen Stromausfällen, Treibstoffmangel und Engpässen bei Lebensmitteln sowie Medikamenten. Auch Hotels leiden unter den Problemen.
Hinzu kommen verschärfte US-Sanktionen. Sie richten sich unter anderem gegen Geschäfte mit dem staatlichen Militärkonzern GAESA, dem große Teile der kubanischen Tourismusbranche gehören. Internationale Hotelunternehmen müssen deshalb abwägen, ob ein Engagement auf Kuba wirtschaftlich und rechtlich noch vertretbar ist. Viele haben sich inzwischen dagegen entschieden.
Urlaub auf Kuba ist deutlich schwieriger geworden
Wer derzeit nach Kuba reisen will, muss damit rechnen, dass Strom zeitweise ausfällt, bestimmte Lebensmittel nicht verfügbar sind oder Ausflüge kurzfristig abgesagt werden. Teilweise fehlt Treibstoff für Busse oder Mietwagen. Hinzu kommen massive Einschränkungen beim bargeldlosen Bezahlen (siehe FAQ unten) sowie eine medizinische Versorgung, die unter der anhaltenden Krise leidet.

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Was bedeutet das für bereits gebuchte Reisen?
Ob eine bereits gebuchte Kuba-Reise wie geplant stattfinden kann, lässt sich derzeit kaum pauschal beantworten. Reisende sollten deshalb frühzeitig ihren Veranstalter kontaktieren und sich den aktuellen Stand schriftlich bestätigen lassen, sofern sich dieser nicht schon längst gemeldet hat. Eine mündliche Auskunft am Telefon lässt sich im Streitfall später nur schwer nachweisen.
Sollte ein wesentliches Reiseelement wegfallen – etwa weil das gebuchte Hotel schließt oder eine vergleichbare Unterkunft nicht zur Verfügung steht –, muss der Reiseveranstalter in der Regel eine angemessene Alternative anbieten. Ist diese nicht gleichwertig oder möchte der Reisende sie nicht akzeptieren, können je nach Einzelfall Ansprüche auf eine kostenlose Stornierung oder eine Reisepreisminderung bestehen.
Wer individuell gebucht hat, sollte zusätzlich Fluggesellschaft und Unterkunft direkt kontaktieren. Aufgrund der angespannten Lage können sich Flugzeiten, Hotelbetrieb oder Serviceangebote kurzfristig ändern.
Kann man derzeit überhaupt unbeschwert Urlaub auf Kuba machen?
Reisen nach Kuba sind grundsätzlich weiterhin möglich. Wer das Land bereits kennt, flexibel unterwegs ist, sich auf improvisierte Lösungen und Entbehrungen einstellen kann, wird die kolonialen Altstädte, Strände und die besondere Kultur erleben können.

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Ein klassischer Karibikurlaub mit einer funktionierenden touristischen Infrastruktur ist derzeit jedoch kaum zu erwarten. Stromausfälle, Treibstoffmangel und Lieferengpässe gehören inzwischen vielerorts zum Alltag. Restaurants müssen ihre Speisekarten kurzfristig ändern, Ausflüge können ausfallen und auch Hotels kämpfen teilweise mit Einschränkungen bei Klimaanlagen, Aufzügen oder der Wasserversorgung.
Wer sich dennoch für eine Reise entscheidet, sollte ausreichend Bargeld, alle benötigten Medikamente sowie eine gut ausgestattete Reiseapotheke mitnehmen und sich auf kurzfristige Änderungen einstellen.
Wer dagegen einen sorgenfreien All-inclusive-Urlaub mit verlässlichem Service erwartet, dürfte derzeit in anderen Karibikzielen wie der Dominikanischen Republik, Mexiko oder Jamaika weitaus bessere Bedingungen vorfinden.


