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Neuer WeltRisikoBericht: In diesen Ländern ist das Katastrophenrisiko am höchsten

Der neue WeltRisikoBericht zeigt, in welchen Ländern extreme Naturereignisse am ehesten zur Katastrophe werden. An der Spitze stehen drei beliebte Reiseziele in Asien. Warum das keine Reisewarnung ist und was Reisende trotzdem daraus mitnehmen.

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Die ersten Plätze des WeltRisikoIndex belegen bekannte Urlaubsländer. Die Philippinen stehen erneut an der Spitze, dahinter folgen wie im Vorjahr  Indien und Indonesien. Der Index misst dabei etwas anderes als die Gefahr für Reisende: das Risiko, dass extreme Naturereignisse für die Bevölkerung eines Landes zur Katastrophe werden.

Neuer WeltRisikoBericht untersucht 193 Länder

Bündnis Entwicklung Hilft und das Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum stellten den WeltRisikoBericht 2026 am 23. September auf dem ExtremWetterKongress in Hamburg vor. Untersucht haben sie alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen.

Der WeltRisikoIndex stützt sich auf zwei Faktoren. Der erste ist die Exposition, also wie stark ein Land extremen Naturereignissen und Folgen des Klimawandels ausgesetzt ist: Erdbeben, Tsunamis, Küsten- und Flussüberschwemmungen, Wirbelstürme, Dürren und der Anstieg des Meeresspiegels.

Philippinen erneut mit dem höchsten Katastrophenrisiko

An der Spitze hat sich wenig verändert. Die Philippinen erreichen im WeltRisikoIndex 2026 einen Wert von 46,69 und weisen damit von allen untersuchten Staaten das höchste Katastrophenrisiko auf. Auf Platz zwei folgt Indien mit 44,97, knapp dahinter Indonesien mit 44,63. Damit stehen drei asiatische Staaten an der Spitze des weltweiten Rankings.

Menschen bewegen sich nach Taifun Fung-wong durch eine überflutete Straße in Bulacan auf den Philippinen.

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Für Reisende zählen vor allem die Philippinen und Indonesien. Beide gehören zu den großen Zielen Südostasiens und liegen dort, wo mehrere Naturgefahren zusammentreffen: Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis, Überschwemmungen und tropische Wirbelstürme.

Eine Reisewarnung ist der Index deshalb nicht. Ein hoher Wert sagt nichts darüber aus, ob während einer konkreten Reise etwas passiert, und er gilt auch nicht für alle Regionen eines Landes gleichermaßen.

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2026 stehen Stürme im Fokus

Jedes Jahr widmet sich der WeltRisikoBericht einem Schwerpunktthema. 2026 sind es Stürme, und dafür haben die Forscherinnen und Forscher erstmals einen eigenen SturmRisikoIndex für alle 193 Staaten berechnet.

Auch hier führen die Philippinen das Feld an, vor Mexiko und Madagaskar. Deutschland liegt auf Rang 167 und gilt damit als sehr gering gefährdet. Wie ungleich die Gefahr verteilt ist, zeigt der Blick auf das gesamte Feld: 123 der 193 Staaten sind Stürmen kaum ausgesetzt, während zehn Länder den Großteil der weltweiten Sturmgefährdung tragen.

Ein Taifun über dem Ozean.

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Für Reisende ist dieser Teil des Berichts besonders aufschlussreich. Tropische Wirbelstürme treten den Auswertungen zufolge weltweit nicht häufiger auf, gewinnen aber an Intensität. Manche verstärken sich innerhalb weniger Stunden dramatisch, kurz bevor sie auf Land treffen. Aus einem mäßigen Sturm wird dann über Nacht ein schwerer Taifun, und den Behörden bleibt kaum Zeit für Warnungen und Evakuierungen.

Nicht der Wind ist die größte Gefahr

Die meisten Todesopfer fordert laut WeltRisikoBericht nicht der Wind selbst, sondern das Wasser: Sturmfluten und Überschwemmungen. Steigende Meeresspiegel verschärfen das Problem, am stärksten trifft es kleine Inselstaaten und schnell wachsende Küstenstädte.

Ob aus einem Sturm eine Katastrophe wird, entscheidet sich allerdings nicht über dem Meer, sondern an Land. Japan und die USA liegen teilweise stark im Weg der Wirbelstürme wie viele Länder des Globalen Südens. Weil dort Frühwarnsysteme greifen, Bauvorschriften eingehalten werden und Behörden funktionieren, bleiben die Folgen kleiner.

Genau darauf zielt Katrin Radtke, wissenschaftliche Leitung des WeltRisikoBerichts am IFHV: »Stürme sind Naturereignisse. Katastrophen sind es nicht.«

Ob Menschen sterben, entscheide sich lange vor dem Landfall, in Bauvorschriften, Warnketten und Sozialsystemen.

Damit ist der zentrale Unterschied benannt: Naturgefahr und Katastrophenrisiko sind zweierlei.

Was bedeutet das Ranking für Urlauber?

Für die konkrete Urlaubsplanung eignet sich der WeltRisikoIndex nur eingeschränkt. Er bewertet ganze Staaten, keine einzelnen Ferienregionen. Zudem bildet er langfristige strukturelle Risiken ab, keine Wettervorhersage für die kommenden Wochen.

Einen Hinweis liefert der Bericht trotzdem: bei welchen Zielen Naturgefahren in die Vorbereitung gehören. Meist entscheidet die Reisezeit. Auf den Philippinen läuft die Taifunsaison etwa von Juni bis November, mit den meisten Stürmen zwischen Juli und Oktober. In Mexiko und der Karibik dauert die Hurrikansaison offiziell vom 1. Juni bis zum 30. November. In Indonesien bringt die Regenzeit von November bis März die höchsten Niederschläge und das größte Überschwemmungsrisiko. Außerhalb dieser Monate sieht dieselbe Insel oft völlig anders aus.

Vor der Buchung lohnt sich deshalb der Blick auf die Risiken der konkreten Region und ihrer Jahreszeit, nicht allein auf den Rang eines ganzen Landes.

Gute Vorbereitung wird bei Fernreisen wichtiger

Konkreter als jedes Ranking sind für Reisende sind die Reise- und Sicherheitshinweise auf der Website des Auswärtigen Amts. Sie berücksichtigen aktuelle Entwicklungen und enthalten neben Naturgefahren Informationen zu Sicherheitslage, medizinischer Versorgung und Einreisebestimmungen.

Wer in Regionen mit Vulkanen, Erdbeben, Taifunen, Hurrikans oder Überschwemmungen reist, braucht deshalb kein anderes Ziel. Etwas mehr Vorbereitung hilft aber: die typischen Naturgefahren und ihre Saison kennen, Warn-Apps und lokale Warnsysteme einrichten, bei außergewöhnlichen Wetterlagen den Behörden folgen.

Vulkanausbruch auf Island mit einem aktiven Kraterkegel, aus dem Lava spritzt und eine Rauchsäule aufsteigt, davor ein glühender Lavastrom durch ein schwarzes Lavafeld unter grauem Himmel.

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Auch der Blick in die Reiseversicherung lohnt sich, denn nicht jede Police greift bei Naturereignissen. Deutsche Reisende können sich zudem in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND des Auswärtigen Amts eintragen, über die Auslandsvertretungen sie in Krisensituationen erreichen.

Der WeltRisikoBericht liefert damit keine Liste von Ländern, die Urlauber meiden sollten. Er zeigt, wo extreme Naturereignisse auf schlecht vorbereitete Gesellschaften treffen und wo Katastrophenvorsorge fehlt. Für die eigene Reiseplanung bleibt daraus eine Frage: Welche Naturgefahren gibt es am konkreten Urlaubsort, und wann im Jahr treten sie auf?

Die vollständigen Ergebnisse des WeltRisikoIndex 2026, die Methodik und den SturmRisikoIndex gibt es auf WeltRisikoBerichts.

Häufige Fragen

Welches Land hat das höchste Katastrophenrisiko?
Die Philippinen führen den WeltRisikoIndex 2026 mit einem Wert von 46,69 an, gefolgt von Indien und Indonesien. Auch im erstmals berechneten SturmRisikoIndex stehen sie an erster Stelle.
Was misst der WeltRisikoIndex?
Er verbindet die Exposition gegenüber Naturgefahren wie Erdbeben, Überschwemmungen oder Wirbelstürmen mit der gesellschaftlichen Verwundbarkeit eines Landes. Rund 100 Indikatoren fließen in die Berechnung für alle 193 UN-Staaten ein.
Ist ein hohes Katastrophenrisiko eine Reisewarnung?
Nein, der Index bewertet die Verwundbarkeit ganzer Staaten, nicht die Gefahr für einzelne Reisen oder Ferienregionen. Aktuelle Einschätzungen liefern die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.
Welchen Platz belegt Deutschland?
Im Gesamtindex liegt Deutschland auf Rang 99 mit einem Wert von 4,29. Beim Sturmrisiko steht es auf Rang 167 und gilt damit als sehr gering gefährdet.
Wann ist Taifun- und Hurrikansaison?
Auf den Philippinen ziehen Taifune vor allem von Juni bis November durch, mit Schwerpunkt zwischen Juli und Oktober. In Mexiko und der Karibik läuft die Hurrikansaison offiziell vom 1. Juni bis zum 30. November.
Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.