Insgesamt zählt Chile 46 Nationalparks, 45 Nationalreservate und 19 Naturdenkmäler. Viele davon liegen abseits der großen Reiserouten, einige erreichen Reisende nur mit dem Boot oder dem Kleinflugzeug.
Nationalpark Lauca: Vulkane und Hochlandseen im Norden
Ganz im Norden, in der Region Arica y Parinacota, liegt der Nationalpark Lauca. Chile hat ihn 1970 gegründet, er schützt heute 137.883 Hektar Altiplano. Sein bekanntestes Motiv ist der Lago Chungará auf über 4.500 Metern Höhe, über dem sich der schneebedeckte Vulkan Parinacota erhebt. Seit 1981 ist das Gebiet UNESCO-Biosphärenreservat, seit 1996 steht es zusätzlich als Ramsar-Feuchtgebiet unter Schutz.
Ausgangsort ist das Dorf Putre, 14 Kilometer vom Park entfernt. Von der Küstenstadt Arica sind es 187 Kilometer.
Tipp: Wer direkt von Arica hinauffährt, überwindet an einem Tag mehrere Tausend Höhenmeter. Ein bis zwei Nächte in Putre helfen dem Körper bei der Akklimatisierung.

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Nationalreservat Los Flamencos in der Atacama-Wüste
Streng genommen ist Los Flamencos ein Nationalreservat; für Reisende im Norden Chiles gehört es trotzdem zu den wichtigsten Schutzgebieten des Landes. Seit 1990 umfasst es 73.986 Hektar in der Atacama-Wüste, verteilt auf sieben getrennte Sektoren zwischen 2.300 und 5.500 Metern Höhe. Entsprechend wechselt die Landschaft von Sektor zu Sektor.
Das Valle de la Luna hat Wind und Wasser über Millionen Jahre zu einer Mondlandschaft aus Salzkrusten und Dünen geformt. Gleich daneben liegt die Aldea de Tulor, die Reste eines frühen Lehmdorfs. Im Salar de Atacama staksen Flamingos durch die Laguna Chaxa, weiter oben im Hochland spiegeln sich die Vulkane in den Lagunen Miscanti und Miñiques. Mit etwas Glück zeigen sich Vikunjas, Andenfüchse, Viscachas und Nandus, am Himmel kreisen Kondore. Einzelne Sektoren betreiben atacamenische Gemeinschaften der Lickanantay gemeinsam mit der Conaf.
Ausgangspunkt für alle Ausflüge ist San Pedro de Atacama. Der nächste Flughafen liegt in Calama, rund 100 Kilometer und eine Autostunde entfernt.
Nationalpark Conguillío: Araukarien am Vulkan Llaima
In der Araucanía, etwa 600 Kilometer südlich von Santiago, erstreckt sich der Nationalpark Conguillío rund um den aktiven Vulkan Llaima. Erstarrte Lavaströme ziehen sich hier durch dichte Araukarienwälder. Die älteste von ihnen, die »Araucaria Madre«, soll über 1.800 Jahre alt sein. Zu den Höhepunkten zählen der Lago Conguillío mit der Bergkette Sierra Nevada im Hintergrund, die Laguna Verde und die Laguna Arcoíris, in deren klarem Wasser noch Baumstämme aus einem alten Wald stehen. Der Park gehört zum UNESCO-Geopark Kütralkura.
Reisende erreichen Conguillío von Norden über Curacautín oder von Süden über Melipeuco. Der nächste Flughafen liegt in Temuco.

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Nationalpark Vicente Pérez Rosales: 100 Jahre in der Seenregion
Im Jahr 2026 feiert der Nationalpark Vicente Pérez Rosales sein 100-jähriges Jubiläum. Chile hat ihn am 17. August 1926 gegründet, damit ist er der älteste Nationalpark des Landes. Er schützt 253.780 Hektar in der Seenregion und gilt traditionell als der meistbesuchte Park Chiles: 2018 kamen laut Statistikamt INE über 550.000 Besucher.
Im Mittelpunkt liegt der Lago Todos los Santos, umgeben von den Vulkanen Osorno, Puntiagudo und Tronador. Aus dem See fließt der Río Petrohué ab und stürzt kurz darauf als Saltos del Petrohué über schwarzes Lavagestein des Osorno. Für die meisten Besucher sind die türkisfarbenen Stromschnellen der Hauptgrund für einen Abstecher.
Ausgangsort ist Puerto Varas, rund 1.000 Kilometer südlich von Santiago de Chile. Von dort aus sind es bis zu den Saltos del Petrohué etwa 60 Kilometer.
Nationalpark Queulat: der hängende Gletscher
An der Carretera Austral in der Region Aysén liegt der Nationalpark Queulat, mit über 154.000 Hektar, der meistbesuchte Park der Region. Er verdankt seinen Ruf dem Ventisquero Colgante, einem Gletscher, der über einer Felswand zu hängen scheint und dessen Schmelzwasser als Wasserfall in eine Lagune fließt. Ein Wanderweg führt auf rund drei Kilometern durch den Regenwald zum Aussichtspunkt mit Blick auf Gletscher und Lagune.

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Parque Nacional Patagonia und die Route der Parks
Zu den jüngsten Nationalparks Chiles zählt der Parque Nacional Patagonia. Er entstand im Januar 2018 aus dem Valle Chacabuco, das Tompkins Conservation dem Staat geschenkt hatte, sowie aus den früheren Reservaten Cochrane und Jeinimeni. Heute umfasst er rund 304.000 Hektar Steppe, Seen und Berge. Der Ort Cochrane liegt 40 Kilometer entfernt.
Der Park ist Teil der »Ruta de los Parques de la Patagonia«. Die Route verbindet 17 Nationalparks auf 2.800 Kilometern zwischen Puerto Montt und Kap Hoorn. Dazu gehört auch der Nationalpark Corcovado mit über 400.000 Hektar, der keinen Straßenzugang hat und als schwer erreichbar gilt.
Nationalpark Torres del Paine in Patagonien
Die drei Granittürme, die dem Park seinen Namen geben, sind das bekannteste Naturmotiv Chiles. Der Nationalpark Torres del Paine erstreckt sich über 227.298 Hektar in der Region Magallanes und umfasst Fjorde, türkisfarbene Seen und den Grey-Gletscher. Dessen Eisberge treiben über den Lago Grey. 2013 wählten die Nutzer des Reiseportals VirtualTourist den Park zum »achten Weltwunder«.
Die meisten Besucher kommen zum Wandern. Der klassische W-Trek führt auf rund 76 Kilometern in drei bis fünf Tagen zu den Höhepunkten: dem Aussichtspunkt unter den Torres, dem Valle del Francés und dem Grey-Gletscher. Übernachten dürfen Wanderer im Park nur mit Reservierung in einem Refugio oder auf einem Campingplatz. Diese Plätze sind in der Hochsaison oft Monate im Voraus vergeben.

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Ausgangsort ist Puerto Natales. Von dort sind es rund 115 Kilometer bis zum Parkeingang von Laguna Amarga. In der Saison fliegen LATAM und Sky direkt von Santiago nach Puerto Natales. Alternativ landen Reisende in Punta Arenas und fahren die rund 250 Kilometer mit dem Bus oder Mietwagen.
Nationalpark Rapa Nui auf der Osterinsel
3.700 Kilometer vor der Küste liegt der wohl ungewöhnlichste Nationalpark Chiles. Er umfasst einen Großteil der Osterinsel, einschließlich der Moai-Statuen, des Steinbruchs Rano Raraku und des Zeremonialdorfs Orongo. Seit 1995 ist der Park UNESCO-Welterbe.
Für den Besuch benötigen Reisende ein Parkticket, das zehn Tage gültig ist und je einen Eintritt für Rano Raraku und Orongo umfasst. Die meisten Stätten dürfen Besucher nur mit einem akkreditierten Guide von der Insel betreten, das wird vor Ort kontrolliert. Das Ticket gibt es online. Dieser Link führt auf die Seite des Nationalparks Rapa Nui. Nach Rapa Nui fliegt nur LATAM, der Flug ab Santiago dauert fünf bis knapp sechs Stunden.

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Tickets und Reservierung in Chiles Nationalparks
Viele Nationalparks begrenzen inzwischen die Zahl der Besucher. In Torres del Paine, Conguillío, Vicente Pérez Rosales, Fray Jorge und Radal Siete Tazas brauchen Reisende deshalb ein vorab gebuchtes Ticket, das es online über die Plattform der Conaf gibt. reisen EXCLUSIV empfiehlt, Tickets und Unterkünfte zusammen mit den Flügen zu buchen, insbesondere in den Monaten von Dezember bis Februar.
Die Parks werden von der nationalen Forstbehörde Conaf verwaltet. Ein Gesetz von 2023 sieht vor, dass ein neuer Dienst für Biodiversität und Schutzgebiete (SBAP) diese Aufgabe übernimmt. Die für August 2026 geplante Übergabe hat die Regierung jedoch verschoben, neuer Termin ist März 2027. Weitere Ziele im Land stellt unser Reiseführer Chile vor.

