Foto: Florian Trykowski/TVABS
Deutschland

Zwischen Meteorkrater und Donaumoos: 5 Naturziele in Bayerisch-Schwaben

Bayerisch-Schwaben überrascht mit vielen Naturerlebnissen. Zwischen Meteorkrater, Flusslandschaften und Auwäldern warten besondere Ausflugsziele – und ein neuer Guide zeigt noch viele weitere.

Natur zwischen Flüssen, Wäldern und Geotopen

Bayerisch-Schwaben erstreckt sich vom Rieskrater im Norden bis an den Rand des Allgäus. Dazwischen liegen Flusstäler, Auwälder, Feuchtgebiete und historische Städte. Viele Landschaften sind durch Donau, Lech, Iller oder Günz geprägt und lassen sich entspannt auf einem dichten Netz aus Wander- und Radwegen erkunden.

Blick über den Salzweiher bei Autenried in Bayerisch-Schwaben mit Steg, Wasserflächen, Schilfinseln und dichtem Baumbestand.

Foto: Tourismusverband Bayerisch-Schwaben / Florian Trykowski

Streifzüge in der Region Günzburg/Neu-Ulm: Kleine Wanderungen mit großem Naturerlebnis

Die neun Premium-Spazierwanderwege »Streifzüge« richten sich an alle, die ohne lange Tagesetappen unterwegs sein möchten. Die Rundwege sind zwischen 3,5 und 5,7 Kilometer lang, nach den Kriterien des Deutschen Wanderinstituts zertifiziert und in beide Richtungen ausgeschildert.

Die Wege führen durch renaturierte Flussauen, Wälder, Biotoplandschaften und kleine Ortschaften. Entlang der Günz oder des Osterbachs lassen sich mit etwas Aufmerksamkeit Eisvögel, Teichrohrsänger oder Biberspuren entdecken. Sitzplätze und Aussichtspunkte bieten Gelegenheit für kurze Pausen, ohne dass eine aufwendige Tourenplanung nötig ist.

Unesco-Global-Geopark Ries: Auf den Spuren eines gewaltigen Meteoriteneinschlags

Vor rund 14,6 Millionen Jahren entstand durch den Einschlag eines Asteroiden das Nördlinger Ries. Der Krater mit einem Durchmesser von rund 25 Kilometern zählt zu den am besten erhaltenen Einschlagstrukturen der Erde und prägt die Landschaft bis heute.

Wie sich die gewaltigen Kräfte ausgewirkt haben, zeigt unter anderem der Steinbruch Lindle bei Holheim. Dort liegen Gesteinsschichten noch immer schräg übereinander. Die besondere Geologie machte das Ries auch für die Raumfahrt interessant: 1970 nutzten Astronauten der Apollo-14-Mission das Gelände als Trainingsgebiet für ihre spätere Mondmission.

Heute vermittelt der Unesco-Global-Geopark Ries die Erdgeschichte an Informationszentren, Themenwegen und digitalen Lauschtouren. Besucher erfahren, wie der Krater entstand, weshalb hier winzige Diamanten im Gestein vorkommen und welche Spuren der Meteoriteneinschlag bis heute hinterlassen hat. Familien können die Landschaft auf mehreren Erlebniswegen erkunden, die geologische Zusammenhänge kindgerecht erklären.

Blick über die felsige Landschaft des UNESCO Global Geopark Ries in Bayerisch-Schwaben mit Wiesen, Bäumen und Kalkfelsen.

Foto: Tourismusverband Bayerisch-Schwaben / Fouad Vollmer

Der Lech-Radweg: Immer dem türkisgrünen Fluss entlang

Der Lech begleitet Radfahrer auf seinem Weg von den Alpen bis zur Donau. Seine oft türkisgrüne Farbe entsteht durch feine Gesteinspartikel, die der Fluss mitführt.

Der Lech-Radweg beginnt an der Donaumündung bei Marxheim und führt in fünf Etappen bis nach Tirol. Die beiden ersten Etappen verlaufen vollständig durch Bayerisch-Schwaben und verbinden Natur- und Kulturlandschaften miteinander. Unterwegs liegen Seen, Auwälder und Wasserkraftwerke ebenso am Weg wie historische Städte.

Ein Ziel entlang der Strecke ist Augsburg. Das Unesco-Welterbe Augsburger Wassermanagement-System dokumentiert, wie Wasser seit Jahrhunderten das Leben der Stadt prägt. Wer mehr über den Fluss erfahren möchte, kann an mehreren Stationen eine digitale Lauschtour nutzen.

Der Lech-Radweg ist Teil eines größeren Radwegenetzes. Zwischen Donau, Lech, Iller und Paar lassen sich verschiedene Flussrouten miteinander kombinieren.

Zwei Radfahrer sind auf dem Lech-Radweg entlang des Flusses in Bayerisch-Schwaben unterwegs.

Foto: Allgäu GmbH / Marc Oeder

Kneipp erleben: Erfrischung mit Tradition

Sebastian Kneipp entwickelte viele seiner Wasseranwendungen während seiner Zeit in Dillingen an der Donau. Eine Lauschtour führt zu den Stationen seines Wirkens und erläutert die Grundgedanken seiner Gesundheitslehre.

Wer das Wassertreten selbst ausprobieren möchte, findet in Bayerisch-Schwaben zahlreiche öffentlich zugängliche Kneipp-Anlagen. Sie liegen unter anderem im Gerberviertel in Nördlingen, im Schnellepark in Gundelfingen, im Luitpoldhain in Lauingen oder am Kneipp-Rundweg in Krumbach. Viele Anlagen sind in Grünanlagen oder an Bachläufen angelegt und lassen sich gut mit einem Spaziergang verbinden.

Ein Mann watet durch das Kneippbecken im Gerberviertel von Nördlingen und nutzt die Wasseranlage zum Wassertreten.

Foto: Tourismusverband Bayerisch-Schwaben / Florian Trykowski

Vogelbeobachtung im Schwäbischen Donaumoos: Naturkino mit Fernglas

Das Schwäbische Donaumoos gehört zu den größeren zusammenhängenden Feuchtgebieten Süddeutschlands. Flachwasserzonen, Schilfflächen und Moore bieten zahlreichen Vogelarten geeignete Lebensräume.

Beobachtungstürme und Aussichtshütten ermöglichen den Blick über Wasserflächen und Röhrichte, ohne die Tiere zu stören. Je nach Jahreszeit lassen sich unter anderem Rohrdommeln, Nachtreiher, Silberreiher, Kiebitze, Eisvögel oder Singschwäne beobachten. Mit etwas Glück ist auch ein Seeadler zu sehen.

Naturlehrpfade erschließen Teile des Gebiets und informieren über die Entwicklung der Moorlandschaft sowie über Tier- und Pflanzenarten. Wer früh am Morgen oder in den Abendstunden unterwegs ist, hat oft die besten Chancen auf Beobachtungen.

Ein hölzerner Beobachtungsturm im Donaumoos bei Günzburg bietet Ausblicke über Wasserflächen und die Feuchtlandschaft.

Foto: Tourismusverband Bayerisch-Schwaben / Helmut Grandel

Outdoor-Inspiration für die ganze Region

Noch mehr Ideen für Wanderungen, Radtouren und Naturerlebnisse bietet das neue Booklet »Alltag aus. Abenteuer an«. Die Broschüre kann kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden.

Weitere Infos auf der Internetseite des Tourismusverbands Bayerisch-Schwaben.


Übrigens: Noch mehr Tipps zu Ausflügen in Bayern gibt’s bei unserem Schwestermagazin funkyGERMANY.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Reisezeit für Naturausflüge in Bayerisch-Schwaben?
Die Natur in Bayerisch-Schwaben lässt sich das ganze Jahr über erleben, die beliebtesten Monate liegen jedoch zwischen April und Oktober. Im Frühjahr stehen Auwälder und Wiesen in voller Blüte, während sich im Sommer Radtouren entlang von Donau und Lech sowie Wanderungen durch schattige Wälder anbieten. Der Herbst eignet sich mit seinen farbenfrohen Laubwäldern und oft klarer Sicht besonders für längere Touren. Wer Vögel beobachten möchte, findet vor allem im Frühjahr und Herbst während der Zugzeiten gute Bedingungen.
Lässt sich Bayerisch-Schwaben gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden?
Viele Städte der Region, darunter Augsburg, Günzburg, Dillingen, Donauwörth und Nördlingen, sind gut an das Bahnnetz angebunden. Von dort aus führen regionale Buslinien zu zahlreichen Ausflugszielen. Einige Wander- und Radwege beginnen direkt an Bahnhöfen oder lassen sich mit kurzen Busfahrten erreichen. Für abgelegenere Naturgebiete oder kleinere Beobachtungspunkte ist ein Auto oder Fahrrad allerdings oft die bessere Wahl.
Gibt es geführte Naturtouren in Bayerisch-Schwaben?
Ja. In Bayerisch-Schwaben werden das ganze Jahr über geführte Touren angeboten, die unterschiedliche Natur- und Landschaftsräume der Region vorstellen. Im Unesco-Global-Geopark Ries stehen geologische Wanderungen und Exkursionen auf dem Programm, bei denen zertifizierte Geoparkführer die Entstehung des Meteoritenkraters und die Besonderheiten der Landschaft erläutern. Im Schwäbischen Donaumoos und in den Donauauen werden regelmäßig naturkundliche Führungen sowie Vogelbeobachtungen angeboten. Hinzu kommen geführte Wanderungen, Radtouren und thematische Spaziergänge, etwa zu den Flusslandschaften oder auf den Spuren von Sebastian Kneipp.
Gibt es in Bayerisch-Schwaben außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten?
Ja. Wer seinen Natururlaub mit einer besonderen Unterkunft verbinden möchte, findet in Bayerisch-Schwaben einige ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten. Dazu gehören Baumhäuser im Baumhotel Auszeit im Donautal, wo Gäste mitten in den Baumwipfeln übernachten, ebenso wie Schlaffässer auf dem Campingplatz Lech Camping in Affing. Eine ruhige Alternative bietet das ehemalige Benediktinerinnenkloster Kloster Holzen bei Allmannshofen, das heute als Hotel genutzt wird. Wer etwas Besonderes sucht, findet außerdem Tiny Houses, Schäferwagen oder weitere naturnahe Unterkünfte in der Region.
Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.