Poznań, auf Deutsch Posen, ist mit rund 535.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt Polens. Von Berlin aus ist sie mit dem Zug in knapp drei Stunden erreichbar, mehrmals täglich ohne Umsteigen.
Alter Markt und Rathaus: Sehenswürdigkeiten in Poznań
Herz der Stadt ist der Stary Rynek, der Alte Markt. Der Platz ist annähernd quadratisch, misst 141 Meter Seitenlänge und umfasst rund zwei Hektar. Bunte Bürgerhäuser umschließen ihn, außerdem stehen hier vier Brunnen mit den Figuren von Proserpina, Mars, Apollo und Neptun.
Mitten auf dem Platz erhebt sich das Rathaus. Giovanni Battista Quadro aus Lugano baute es zwischen 1550 und 1560 im Stil der Renaissance um. Es ist eines der schönsten Renaissancerathäuser nördlich der Alpen, und vor blauem Himmel außerdem ein dankbares Fotomotiv. Das Muzeum Poznania im Rathaus ist allerdings aufgrund von Sanierungsarbeiten vorübergehend geschlossen, voraussichtlich bis Ende 2027.

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Ein besonderes Schauspiel bietet der Rathausturm. Dort stoßen täglich um 12 Uhr zwei Ziegenböcke zwölfmal mit den Hörnern zusammen, um 15 Uhr fünfzehnmal. Dann richten sich zahlreiche Smartphones auf den Turm, während Mars und seine Brunnengeschwister das Treiben gelassen hinnehmen.
Einen regelmäßigen Markt gibt es auf dem Stary Rynek abgesehen von Souvenirständen nicht. Im Juni findet hier allerdings der Johannisjahrmarkt (Jarmark Świętojański) statt.

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Fara Poznańska: Barockkirche mit Ladegast-Orgel
Wer dem Blick Apollos folgt, entdeckt am Ende einer schmalen Straße die barocke Fassade der Posener Pfarrkirche (Fara Poznańska). Offiziell heißt sie Kollegiatsbasilika Unserer Lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe, St. Maria Magdalena und St. Stanislaus. Sie gehört zu den wertvollsten Denkmälern barocker Kunst in Polen. Ihre ganze Pracht zeigt sich erst im Inneren, wo 16 große Säulen aus Kunstmarmor aufragen.

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Ein Prunkstück ist die Orgel, die Friedrich Ladegast aus Weißenfels von 1872 bis 1876 baute. Sie hat 2.579 Pfeifen, die größten sind bis zu sechs Meter lang. Zu hören ist sie samstags um 12.15 Uhr bei den Fara-Konzerten, im Anschluss gibt es eine Führung.
Tipp von reisen EXCLUSIV: Wer über das Wochenende nach Poznań reist, plant den Samstagmittag für das Orgelkonzert ein.
Dominsel und Porta Posnania: die Wiege Polens
Als Wiege Polens gilt die Dominsel (Ostrów Tumski). Hier entstand die erste Kathedrale, und 968 bekam Polen auf der Insel sein erstes Bistum. In der Goldenen Kapelle stehen der Sarkophag und das Denkmal für Mieszko I., der erste christliche Herzog Polens, und Bolesław Chrobry, sein Sohn und der erste König Polens.
Gegenüber der Dominsel, am Ostufer der Cybina im Stadtteil Śródka, steht die Porta Posnania, polnisch Brama Poznania. Das Kulturzentrum mit zeitgenössischer Architektur öffnete am 30. April 2014. Eine überdachte Brücke führt von dort über die Cybina.

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Essen in Posen: Martinshörnchen und Brauereikultur
Liebe geht durch den Magen, das gilt auch für eine Reise nach Poznań. Rund um den Alten Markt reihen sich Cafés und Restaurants in den Bürgerhäusern aneinander. Am Stary Rynek 73–74 braut zum Beispiel die Brovaria ihr eigenes Bier und betreibt zugleich ein Restaurant.

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Direkt gegenüber dem Rathaus, am Stary Rynek 41, liegt das Rogalowe Muzeum Poznania. In einer rund 55 Minuten langen Live-Show mit Verkostung erfahren Besucher, was es mit der Geschichte der Martinshörnchen (Rogale świętomarcińskie) auf sich hat. Die kleinen und oft mit Nüssen gefüllten Plunderteilchen sind seit 2008 von der EU geschützt, dürfen also nur von qualifizierten Bäckern in der Region hergestellt werden. Die Show gibt es auf Englisch, für Gruppen ab 25 Personen auch auf Deutsch. Traditionell gehört das süße Gebäck zum Martinstag am 11. November.

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Auf der Warta: der Großpolnische Ring
»Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss«, heißt es. In Großpolen trägt dieser Fluss den Namen Warta. Sie ist Teil des Großpolnischen Rings (Wielka Pętla Wielkopolski), eines Wasserwegs, zu dem außerdem die Noteć und der Bydgoszcz-Kanal gehören. Je nach Quelle ist der Ring zwischen rund 690 und 765 Kilometer lang.
Von Konin bis Luboń bei Poznań sind es auf der Warta 154,6 Kilometer. Die Stadt Konin weist allerdings darauf hin, dass sich die Warta dort wegen ihrer flachen, wechselnden Sohle kaum für Ausflugsfahrten eignet.

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Entlang der Strecke liegt der Nadwarciański-Landschaftspark, ein wichtiges Rückzugs- und Brutgebiet für zahlreiche Vögel. Am Ufer stehen außerdem die ehemalige Zisterzienserabtei Ląd und der Bischofspalast in Ciążeń mit Blick auf die Altarme der Warta.
Stary Browar und Malta-See
Auf dem Gelände der Hugger-Brauerei aus dem 19. Jahrhundert entstand der Stary Browar, ein Einkaufs- und Kulturzentrum an der ulica Półwiejska 42. Es öffnete 2003, die Anfänge der Brauerei reichen laut Stadt bis 1844 zurück. Wer beim Wochenendausflug Lust auf einen ausgedehnten Shoppingtrip hat, ist hier an der richtigen Adresse.

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In unmittelbarer Nähe zur Altstadt findet sich außerdem eine Anlaufstelle für alle sportbegeisterten Stadtbesucher: Der Malta-See umfasst 64 Hektar und hat eine 2.190 Meter lange Regattastrecke. Am Nordwestufer speisen Thermalquellen das Bad Termy Maltańskie, außerdem gibt es mit Malta Ski eine ganzjährig betriebene Skianlage.
Service: Anreise nach Poznań und praktische Tipps
Mit dem Zug: Der Berlin-Warszawa-Express fährt mehrmals täglich direkt von Berlin Hauptbahnhof und Berlin Gesundbrunnen über Rzepin nach Poznań Główny. Die Fahrt dauert knapp drei Stunden.
Bezahlen: Bezahlt wird in Złoty, Karten werden fast überall akzeptiert. Am Terminal sollten Reisende immer in Złoty abrechnen lassen.
Weitere Infos: Reiseinformationen bietet die Polnische Tourismusorganisation. Dieser Link führt auf die Seite der Polnischen Tourismusorganisation.


