Im November möchte ich gern nach Ruanda. Der Wunsch besteht seit Jahren, der Plan steht seit Monaten. Warum? Natürlich wegen der Berggorillas im Parc National des Volcans. Dann meldet die WHO Mitte Mai einen Ebola-Ausbruch im Nachbarland, der Demokratischen Republik Kongo. Seitdem bleibt eine Unruhe. Auch 25 Jahre Reisejournalismus moderieren sie nicht einfach weg.
Ich kenne die Mechanik dieser Angst. Ich bin mit meiner Tochter zu Beginn der COVID-Pandemie nach Bali gereist. Das war eine unschöne Reise, weil sie im Zeichen der Verunsicherung stand. Und seitdem gilt für mich: ein Virusname, ein Kontinent, fertig ist das Bedrohungsgefühl. Genau deshalb sehe ich nach und ordne ein. Zumindest versuche ich es. Ich bin zwar reiseerfahren, aber nicht medizinisch versiert.
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Foto: Prostock-studio/Shutterstock.com
Was tatsächlich im Kongo und in Ruanda passiert
Der Ausbruch geht auf das Bundibugyo-Virus zurück, eine Spezies des Ebolavirus. Sein Zentrum liegt in der Provinz Ituri im Nordosten der DR Kongo, dazu kommen Fälle in Nord- und Süd-Kivu. Die WHO meldet aktuell 635 bestätigte Fälle und 127 Tote in der DR Kongo (Stand 9. Juni 2026), in Uganda 19 Fälle und zwei Tote (Stand 10. Juni 2026). Überwiegend eingeschleppt über Reisende aus dem Kongo. Am 17. Mai erklärte die WHO den Ausbruch zur gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite.
Zwei Dinge ordnen die Lage für mich. Ebola überträgt sich über direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten, nicht über die Luft wie eine Grippe. Für den Bundibugyo-Stamm existiert bislang weder ein zugelassener Impfstoff noch eine spezifische Therapie. Damit bleibt das Meiden von Kontakt der wichtigste Schutz.

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Wie nah ist nah?
Das Epizentrum in Ituri liegt mehr als 600 Kilometer von den Gorillaregionen entfernt. Das klingt beruhigend, erzählt aber nur die halbe Geschichte. Der Parc National des Volcans liegt im Dreiländereck von Kongo, Uganda und Ruanda. Die Grenze zur DR Kongo verläuft direkt am Park. Genau dieser rege Grenzverkehr ist der Grund, warum die Behörden die Region beobachten.
Ruanda hat reagiert. Wer sich in den 30 Tagen vor der Einreise in der DR Kongo aufgehalten hat, kommt nicht ins Land. Am Flughafen Kigali laufen Gesundheitskontrollen. Bestätigte Ebola-Fälle gibt es in Ruanda bisher keine.
Wo ich mich informiere
Erste Adresse bleiben die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts. Stand Anfang Juni spricht das Amt für Ruanda keine Ebola-bedingte Warnung aus. Für die gesamte DR Kongo gilt eine Reisewarnung, für Uganda besondere Vorsicht. Das Amt rät von nicht notwendigen Reisen in Ruandas Grenzregionen zur DR Kongo ab. Das hängt jedoch mit dem Konflikt um die Miliz M23 zusammen, nicht mit Ebola.
Dazu kommen die Ausbruchsseiten der WHO und des ECDC sowie die DR-Kongo-Seite des Robert Koch-Instituts. Vor Abflug trage ich mich in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND des Auswärtigen Amts ein. Meinen Veranstalter frage ich nach dem aktuellen Stand der Permits und der Routenführung.
Mehr Informationen auf der Website des Auswärtigen Amts unter www.auswaertiges-amt.de.
Was ich konkret tue
Beim Trekking gelten ohnehin strenge Regeln: Abstand zu den Tieren, Maske, gesundheitlicher Check vorab. Diese Regeln schützen die Gorillas vor menschlichen Erregern und mich gleich mit. Krankenhäuser ohne Schutzstandard, Beerdigungen mit Körperkontakt und der Kontakt zu sichtbar Kranken bleiben tabu. Bushmeat kommt nicht auf den Teller. Händewaschen und Desinfektion laufen konsequent.
Nach der Rückkehr behalte ich mich 21 Tage im Blick. Fieber, starke Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen wären Warnsignale. Beim Arzt käme die Reise sofort zur Sprache.
Mein Stand
Eine Meldung von heute nimmt mir einen Teil der Sorge. Ein in der DR Kongo infizierter Arzt wurde in der Berliner Charité behandelt und am Wochenende gesund entlassen. Gut zwei Wochen Therapie haben gereicht, darunter experimentelle Medikamente gegen genau diesen Virustyp. Für den Bundibugyo-Stamm gibt es zwar noch keinen zugelassenen Impfstoff. Moderne Versorgung kann schwere Verläufe trotzdem auffangen, und die WHO treibt Impfstoffe und Therapeutika voran.
Auf der anderen Seite: Der Ausbruch ist noch nicht unter Kontrolle, die Zahlen steigen weiter. Die WHO erreicht bei der Kontaktverfolgung erst rund 45 Prozent der Fälle. Genau deshalb verfolge ich die offiziellen Hinweise und habe mich noch nicht entschieden.
Fest steht: Die Berggorillas leben in einer der am besten kontrollierten Schutzregionen Ostafrikas. Der Rest ist Recherche statt Reflex.
Gibt es Ebola-Fälle in Ruanda?
Bislang keine bestätigten Fälle. Der Ausbruch betrifft die DR Kongo und Uganda, Ruanda selbst ist nicht betroffen.
Ist Gorilla-Trekking im Parc National des Volcans möglich?
Ja, der Park ist nach Angaben lokaler Veranstalter geöffnet und Permits sind verfügbar. Das Trekking läuft unter den üblichen Abstands- und Hygieneregeln.
Welche Einreiseregeln gelten gerade für Ruanda?
Wer sich in den 30 Tagen vor der Einreise in der DR Kongo aufgehalten hat, wird abgewiesen. Am Flughafen Kigali gibt es Gesundheitskontrollen.
Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko für Reisende?
Außerhalb der Ausbruchsgebiete gilt es als sehr gering. Ebola überträgt sich über direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten, nicht über die Luft.
Wo finden sich verlässliche Informationen?
Maßgeblich sind die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts sowie die Ausbruchsseiten von WHO, ECDC und RKI. Ergänzend hilft die Registrierung in der ELEFAND-Liste.
Worauf kommt es nach der Rückkehr an?
Bis zu 21 Tage auf Fieber und grippeähnliche Symptome achten. Beim Arztbesuch den Aufenthalt in der Region unbedingt erwähnen.

