Der Urlaub ist gebucht, die Koffer gepackt, der Flieger geht früh am Morgen. Für viele Reisende ist das Auto dann die bequemste Wahl, um zum Flughafen zu kommen. Doch wer sich für einen günstigen Fly-and-Park-Anbieter entscheidet, sollte genau hinschauen. Denn die Polizei warnt aktuell vor unseriösen Unternehmen im Umfeld des Flughafens Düsseldorf. Mehrere Kunden sollen ihre Fahrzeuge mit deutlich mehr Kilometern oder sogar mit Schäden zurückerhalten haben.
Polizei ermittelt nach Beschwerden von Reisenden
Nach Angaben der Polizei Mettmann häufen sich die Beschwerden über einzelne Parkservice-Anbieter rund um den Flughafen Düsseldorf. Betroffen sind sogenannte Fly-and-Park- oder Valet-Parking-Dienste. Dabei übergeben Reisende ihr Auto direkt am Terminal oder an einem vereinbarten Treffpunkt. Während der Reise wird das Fahrzeug auf einem externen Parkplatz abgestellt und nach der Rückkehr wieder zum Flughafen gebracht.

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Genau dieses Modell soll in mehreren Fällen missbraucht worden sein. Die Ermittler berichten von Fahrzeugen, die während der Abwesenheit ihrer Besitzer für private Fahrten genutzt wurden. Manche Autos kamen mit deutlich höherem Kilometerstand zurück, andere wiesen neue Schäden auf. Nach Angaben der Polizei besteht zudem der Verdacht, dass einzelne Fahrzeuge sogar für illegale Autorennen oder als Ersatzwagen im Alltag genutzt wurden. Die Ermittlungen dauern an.
Warum Fly-and-Park-Angebote so beliebt sind
Der Erfolg dieser Anbieter überrascht kaum. Die offiziellen Parkhäuser an großen Flughäfen sind oft teuer und insbesondere in den Ferien schnell ausgebucht. Private Parkservices werben deshalb mit deutlich günstigeren Preisen und zusätzlichem Komfort. Viele versprechen, das Auto direkt am Terminal entgegenzunehmen, sodass sich Reisende weder um Parkplatzsuche noch um einen Shuttle kümmern müssen.
Grundsätzlich ist dieses Geschäftsmodell nicht unseriös. Rund um deutsche Flughäfen arbeiten zahlreiche professionelle Anbieter, die Fahrzeuge sicher auf bewachten Parkplätzen unterbringen und über entsprechende Versicherungen verfügen. Das Problem sind einzelne schwarze Schafe, die den Markt ausnutzen.

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Woran Reisende seriöse Anbieter erkennen
Ein niedriger Preis allein ist kein Warnsignal. Werden Angebote jedoch deutlich unter dem Marktniveau beworben, lohnt sich ein genauer Blick.
Wichtig dabei sind unter anderem diese Dinge:
- Gibt es eine vollständige Firmenanschrift und ein Impressum?
- Ist bekannt, auf welchem Parkplatz das Fahrzeug tatsächlich abgestellt wird?
- Verfügt der Anbieter über aussagekräftige Kundenbewertungen auf verschiedenen Plattformen?
- Werden Versicherungen und Haftungsregelungen transparent erläutert?
- Gibt es einen schriftlichen Vertrag oder zumindest eine nachvollziehbare Fahrzeugübergabe?
- Werden bei der Übergabe Schäden und Kilometerstand dokumentiert?
Wer auf der Internetseite keine Informationen zum Parkplatz findet oder lediglich eine Mobilfunknummer als Kontakt angegeben ist, sollte vorsichtig sein.
Fahrzeug vor der Übergabe dokumentieren
Die Polizei empfiehlt, das Auto vor der Schlüsselübergabe sorgfältig zu dokumentieren. Dazu gehören Fotos von allen Fahrzeugseiten, vom Innenraum, vom Kilometerstand und von der Tankanzeige. So lässt sich später leichter nachweisen, ob das Fahrzeug während der Abwesenheit bewegt oder beschädigt wurde.
Auch Wertgegenstände sollten grundsätzlich nicht im Auto bleiben. Selbst wenn sie im Kofferraum verstaut sind, lassen sich spätere Streitigkeiten so vermeiden.
Was tun, wenn das Auto verändert zurückkommt?
Fällt nach dem Urlaub auf, dass der Kilometerstand ungewöhnlich hoch ist oder neue Schäden vorhanden sind, sollten Reisende den Zustand sofort dokumentieren und den Anbieter umgehend informieren. Fotos und Videos können dabei helfen, den Schaden festzuhalten.

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Besteht der Verdacht, dass das Fahrzeug unbefugt genutzt wurde, empfiehlt die Polizei, Anzeige zu erstatten. Je nach Einzelfall können außerdem Ansprüche gegen den Parkservice bestehen. Auch die eigene Kfz-Versicherung sollte informiert werden, insbesondere wenn während der unbefugten Nutzung ein Unfall entstanden ist.
Gibt es Alternativen?
Wer kein Risiko eingehen möchte, kann direkt über den jeweiligen Flughafen einen Parkplatz buchen. Diese Angebote sind häufig teurer, bieten aber klare Zuständigkeiten und überwachte Parkflächen. Viele Flughäfen arbeiten zudem mit offiziell zertifizierten Valet-Parking-Unternehmen zusammen. Man sollte über den Flughafen recherchieren, welche Anbieter dort gelistet sind, empfiehlt Iwona Husemann von der Verbraucherzentrale NRW in einem Gespräch mit WDR 5.
Eine weitere Möglichkeit sind Park-and-Ride-Angebote in Verbindung mit Bus oder Bahn. Wer in der Nähe eines Bahnhofs wohnt, kann häufig ganz auf das Auto verzichten und entspannt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen fahren.

