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Foto: Hochkönig Tourismus GmbH
Servicetipps

Sicher wandern in den Alpen: Diese Fehler sollten Bergurlauber vermeiden

Wandern in den Alpen liegt im Trend. Doch viele unterschätzen die Herausforderungen in den Bergen. Mit der richtigen Vorbereitung und ein paar einfachen Regeln lassen sich Risiken deutlich reduzieren. Worauf es dabei ankommt, zeigt unser Überblick.

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8:33

Wandern boomt. Immer mehr Menschen schnüren ihre Schuhe, um Gipfel zu erklimmen, Almen zu entdecken oder einfach die Ruhe der Berge zu genießen. Doch mit der steigenden Zahl an Wanderern wächst auch die Zahl der Unfälle. Oft sind es keine spektakulären Abstürze, sondern vermeidbare Fehler, die einen Ausflug in die Berge abrupt beenden. Eine schlechte Tourenplanung, falsches Schuhwerk oder ein überraschender Wetterumschwung reichen mitunter aus, damit aus einem schönen Wandertag ein Einsatz für die Bergrettung wird.

Genau deshalb setzen Österreichs Wanderdörfer verstärkt auf Aufklärung. Ziel ist es, Wanderer besser auf Touren im alpinen Gelände vorzubereiten und gleichzeitig die Zahl vermeidbarer Notfälle zu senken. Denn wer die Besonderheiten der Berge kennt und seine Tour sorgfältig plant, ist deutlich sicherer unterwegs.

Zwei Wanderer sind auf dem Kat Walk in den Kitzbüheler Alpen bei Sonnenaufgang unterwegs.

Foto: Kitzbüheler Alpen / Erwin Haiden

Die Berge werden oft unterschätzt

Anders als Spaziergänge im Flachland verlangen Wanderungen im Gebirge Kondition, Trittsicherheit und eine realistische Selbsteinschätzung. Schon wenige hundert Höhenmeter können deutlich anstrengender sein als erwartet. Hinzu kommen wechselnde Untergründe, steile Passagen und das Wetter, das sich innerhalb kurzer Zeit komplett verändern kann.

Nach Angaben von Alpenvereinen und Bergrettungen gehören Erschöpfung, Selbstüberschätzung, mangelnde Vorbereitung und ungeeignete Ausrüstung zu den häufigsten Ursachen für Rettungseinsätze. Viele Notfälle ließen sich vermeiden, wenn Wanderer ihre Tour besser planen würden.

Eine Wanderin genießt den Ausblick von einem Gipfel über das Alpbachtal und die Tiroler Alpen.

Foto: Alpbachtal Tourismus / Hannes Sautner (shootandstyle)

Gute Planung beginnt zu Hause

Die wichtigste Sicherheitsmaßnahme startet lange vor der ersten Steigung. Wer eine Tour auswählt, sollte sich ehrlich fragen, wie fit man ist und ob Strecke, Gehzeit und Höhenmeter zur eigenen Kondition passen. Hilfreich ist außerdem ein Blick auf Wetterbericht, Kartenmaterial und aktuelle Weginformationen. Gerade nach starken Regenfällen oder Unwettern können Wege gesperrt oder schwer passierbar sein. Wer allein unterwegs ist, informiert am besten Angehörige oder Gastgeber über das geplante Ziel und die voraussichtliche Rückkehrzeit.

Digitale Helfer können die Planung erleichtern

Apps wie Bergfex oder die Tourenportale der Alpenvereine liefern aktuelle Tourenbeschreibungen, Höhenprofile und Wetterinformationen. Im Notfall kann die App SOS EU ALP den eigenen Standort an die Rettungskräfte übermitteln. Trotzdem gilt: Eine App ersetzt weder eine sorgfältige Tourenplanung noch die eigene Orientierung. Offline-Karten sollten vor dem Start heruntergeladen werden, da der Mobilfunkempfang in den Bergen lückenhaft sein kann.

Die richtige Ausrüstung entscheidet mit

Nicht jede Wanderung erfordert eine Hightech-Ausrüstung. Einige Dinge gehören jedoch immer in den Rucksack. An erster Stelle stehen knöchelhohe Wanderschuhe mit griffiger Sohle. Turnschuhe bieten auf losem Geröll oder nassen Wurzeln oft zu wenig Halt.

Ein gepackter Wanderrucksack mit Trinkflasche und Isomatte liegt neben einer Wanderin, die ihre Tour plant.

Foto: Pressmaster / Shutterstock.com

Ebenso wichtig sind wetterfeste Kleidung, eine leichte Regenjacke, Sonnenschutz, Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung. In den Bergen kann es selbst im Hochsommer deutlich kühler werden als im Tal.

Zur Grundausstattung gehören außerdem:

– ausreichend Trinkwasser (je nach Tour mindestens ein bis zwei Liter)

– energiereiche Snacks

– ein kleines Erste-Hilfe-Set

– Notfall-Biwaksack oder eine Rettungsdecke

– vollständig geladenes Mobiltelefon

– Powerbank

– Stirnlampe

– Kartenmaterial oder eine Offline-Navigation

Kaum irgendwo verändert sich das Wetter so schnell wie in den Alpen. Sonnenschein am Morgen ist keine Garantie für einen trockenen Nachmittag. Besondere Vorsicht gilt bei Gewittern. Wer dunkle Wolken bemerkt oder Donner hört, sollte einen Gipfel möglichst gar nicht erst ansteuern oder ihn sofort verlassen. Metallgegenstände, freistehende Bäume und Grate sollten während eines Gewitters gemieden werden.

Im Zweifel gilt: Lieber umkehren als ein unnötiges Risiko eingehen. Der Berg läuft nicht weg.

Diese Fehler passieren besonders häufig

Viele Bergretter erleben immer wieder dieselben Situationen. Dazu gehören Wanderer, die ihre Fitness überschätzen oder zu spät aufbrechen und dadurch erst in der Dunkelheit den Rückweg antreten müssen. Andere verlassen markierte Wege, weil sie eine vermeintliche Abkürzung nehmen möchten. Auch zu wenig Wasser oder fehlender Sonnenschutz führen regelmäßig zu Problemen.

Ein weiterer häufiger Fehler: Viele orientieren sich ausschließlich an der Streckenlänge. Im Gebirge sind jedoch vor allem die Höhenmeter entscheidend. Fünf Kilometer im Gebirge können deutlich anstrengender und zeitaufwendiger sein als zehn Kilometer im Flachland.

Rücksicht auf Tiere und Natur

Wer auf Almen unterwegs ist, sollte ausreichend Abstand zu Weidetieren halten. Kühe wirken oft friedlich, verteidigen jedoch ihre Kälber konsequent. Hunde sollten deshalb stets angeleint bleiben. Kommt es dennoch zu einer bedrohlichen Situation, empfiehlt die Bergrettung, den Hund loszulassen, damit er flüchten kann.

Kühe hinter Zaun auf Wiese

Foto: Theo Leconte

Ebenso selbstverständlich sollte es sein, ausschließlich auf markierten Wegen zu bleiben. Das schützt nicht nur die empfindliche Natur, sondern verhindert auch, dass Wanderer die Orientierung verlieren. Müll gehört grundsätzlich wieder mit ins Tal. Das gilt auch für Bananenschalen, Taschentücher oder Zigarettenstummel.

Was im Notfall wichtig ist

Kommt es dennoch zu einem Unfall, zählt vor allem Ruhe. Wer Hilfe benötigt, sollte zunächst den eigenen Standort möglichst genau bestimmen.

Der europaweite Notruf 112 funktioniert auch in Österreich. Daneben ist dort die 140 direkt mit der Bergrettung verbunden. Viele Wander-Apps und Smartphones können den Standort inzwischen automatisch übermitteln, was Rettungskräften die Suche erleichtert.

Weitere Informationen hält die Webseite von Österreichs Wanderdörfern bereit.

Häufige Fragen

Welche Bergwanderung eignet sich gut für Anfänger?
Gut ausgeschilderte Panoramawege, Almwanderungen und leichte Gipfeltouren mit moderaten Höhenmetern eignen sich perfekt für den Einstieg. Viele Tourismusregionen kennzeichnen den Schwierigkeitsgrad ihrer Routen.
Darf man in den Alpen überall wild campen oder biwakieren?
Nein. Wildcampen ist in den meisten Alpenregionen verboten oder nur in Ausnahmefällen erlaubt, auch für Biwakieren gelten je nach Land unterschiedliche Regeln. Wer in den Bergen übernachten möchte, sollte sich vorab informieren oder auf Berghütten und ausgewiesene Campingplätze ausweichen.
Was kostet ein Einsatz der Bergrettung?
In Österreich können Bergrettungseinsätze mehrere Tausend Euro kosten, nicht alle Kosten werden von der Krankenversicherung übernommen. Vor einer Bergtour empfiehlt sich deshalb eine Versicherung, die Such-, Rettungs- und Bergungskosten abdeckt.
Gibt es in den Alpen genügend Möglichkeiten zum Einkehren?
In vielen beliebten Wandergebieten laden Berghütten und Almen zur Einkehr ein, allerdings sind nicht alle ganzjährig geöffnet. Auf abgelegenen Routen und in der Vor- oder Nachsaison können längere Abschnitte ohne Einkehrmöglichkeit liegen, weshalb ausreichend Wasser und Proviant immer in den Rucksack gehören.
Was bedeuten die Farben der Wanderweg-Markierungen in den Alpen?
Ein einheitliches System gibt es nicht, die Markierungen unterscheiden sich je nach Land und Region. In vielen Gebieten weisen gelbe Schilder auf Wanderwege hin, Farben oder Symbole kennzeichnen zusätzlich Schwierigkeitsgrad oder Route. Ein Blick auf örtliche Informationen und Wanderkarten lohnt sich vor jeder Tour.
Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.