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Skurrile Parkregeln in Europa: So bleibt das Auto im Urlaub ohne Strafzettel

Farbige Bordsteine und halbmonatliche Seitenwechsel: Wer in Europa parkt, trifft auf Regeln, die selbst routinierte Vielfahrer ins Grübeln bringen. Der Mietwagen-Anbieter Sunny Cars hat die kuriosesten Vorschriften gesammelt. Ein Überblick, der teure Strafzettel im Reisegepäck verhindert.

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Ein freier Parkplatz im Urlaub wirkt harmlos, bis das Schild daneben Rätsel aufgibt. Zusatztafeln und Farbcodes unterscheiden sich zudem von Land zu Land, und ein falsch abgestelltes Auto wird schnell teuer. Sunny Cars hat deshalb die ungewöhnlichsten Parkregeln Europas zusammengetragen. Denn wer sie kennt, spart sich teuren Ärger.

Dänemark: Der Bordstein zählt mit

Von oben fotografierte Kreuzung mit Radwegen, Fahrradsymbolen und Fußgängerüberweg im Sommer

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Hygge klingt nach Kerzenschein und Gelassenheit. Beim Parken endet die dänische Entspannung jedoch exakt bei 10 Metern. Die Straßenverkehrsordnung schreibt nämlich diesen Abstand zu jeder Kreuzung und jedem Radweg vor. So behalten alle beim Einfahren freie Sicht. Bei abgerundeten Ecken zählt die nächstliegende Kante mit scharfem Winkel. Schließlich werden für den zu knappen Abstand mindestens 70 Euro fällig, und das Knöllchen reist notfalls bis nach Deutschland hinterher.

Frankreich: Parken im Halbmonatstakt

Baumgesäumte französische Wohnstraße mit längs geparkten Autos auf beiden Straßenseiten

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Mitten im Monat wechselt in Frankreich die erlaubte Parkseite. Das »Stationnement alterné semimensuel «, das halbmonatliche Wechselparken, regelt die Seite nach Datum. Vom 1. bis 15. gilt die Seite mit den ungeraden Hausnummern. Vom 16. bis zum Monatsende ist dann die gerade Seite dran. Entsprechende Schilder markieren die betroffenen Straßen. Wer die Seite verwechselt, zahlt ab etwa 15 Euro. Schnelles Bezahlen bringt Rabatt, Zögern verdreifacht hingegen die Summe.

Griechenland: Der Trick mit den Linien

Zwei griechische Halteverbotsschilder mit blauem Grund und rotem Kreuz nebeneinander an einem Garagentor

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Versteckte Logik steckt in griechischen Halteverbotsschildern. Entscheidend sind dabei die senkrechten Linien auf dem Schild. Eine Linie steht zunächst für ein eingeschränktes Halteverbot in ungeraden Monaten wie Januar oder Mai. Zwei Linien gelten hingegen in geraden Monaten wie Februar oder Juni. Ein genauer Blick lohnt sich daher, sonst steht das Auto schnell im falschen Monat auf der falschen Seite. Verstöße starten außerdem bei 20 Euro, und im Ernstfall kassiert die Polizei kurzerhand das Kennzeichen ein, bis die Strafe beglichen ist. Ohne Nummernschild steht das Mietauto dann erst mal.

Italien: Wenn der Kuss teuer wird

Küssen verboten? In der süditalienischen Stadt Eboli, gelegen in Kampanien nahe Salerno, soll ein Kuss im Auto bis zu 500 Euro kosten. Ganz sicher belegt ist die Regel allerdings nicht, sie kursiert vor allem in Reisegeschichten. Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen will, spart sich die Zärtlichkeit fürs Hotel auf. Abseits der Romantik lauert zudem die zweite Falle. Viele Städte richten sogenannte »Zona a Traffico Limitato« ein, kurz ZTL, also verkehrsberuhigte Zonen. Sie liegen oft in historischen Altstädten und sind nur mit Sondererlaubnis befahrbar. Schließlich droht ohne Genehmigung ein Bußgeld von rund 100 Euro.

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Kroatien: Die Rechnung kommt später

Wie eine späte Rechnung aus dem Urlaub wirkt das kroatische Knöllchen manchmal. Parkgebühren lassen sich vielerorts am Automaten oder per SMS zahlen. In kostenpflichtigen Zonen arbeiten viele Gemeinden mit privaten Überwachungsfirmen. Bei Verstößen entsteht dann keine klassische Strafe, sondern eine zivilrechtliche Forderung von etwa 20 Euro. Wer nicht vor Ort zahlt, bekommt es später mit Inkasso oder Anwaltskanzlei zu tun. Die Forderungen verjähren erst nach fünf Jahren und bleiben auch in Deutschland vollstreckbar.

Schweiz: Die charmante Mittagspause

Blaues Schweizer Parkschild mit Aufschrift Zentrale Parkuhr vor einer Altbaufassade in Zürich

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Erstaunlich charmant löst die Schweiz die Mittagspause. Die »Blaue Zone« erlaubt mit Parkscheibe zwischen 8 und 18 Uhr regulär nur eine Stunde. Zur Mittagszeit wird die Regel allerdings großzügig. Wer zwischen 11:30 und 13:29 Uhr ankommt, darf notfalls bis 14:30 Uhr stehen bleiben. Nach 18 Uhr klappt das Parken sogar ohne Scheibe, sofern das Auto vor 8 Uhr wieder verschwindet. Eine Parkscheibe mit nächtlicher Ankunftszeit verlängert den Spaß bis 9 Uhr. Grundsätzlich zeigt die Scheibe immer den nächsten halben Strich nach der Ankunft. Wer sie vergisst, zahlt ab 40 Franken, rund 42 Euro. Und wer das Auto stundenlang stehen lässt, für den klettert die Strafe zügig nach oben.

Bordsteine mit Bedeutung

Wer nur auf freie Lücken achtet, übersieht leicht den Bordstein. Besonders tückisch ist die Farbe Blau. In Frankreich und der Schweiz steht sie für zeitlich begrenztes, aber kostenloses Parken. In Griechenland, Italien, Portugal und Spanien bedeutet dieselbe Farbe: kostenpflichtig. Ein kurzer Farbcheck vor dem Aussteigen spart also Nerven. Am Ende entscheidet ohnehin der Blick aufs Schild über einen entspannten Urlaub. Wer Farben und Zusatztafeln kennt, stellt das Mietauto sorgenfrei ab. So bleibt als Souvenir die schöne Erinnerung, nicht der Strafzettel unter dem Scheibenwischer. Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Farben nach Ländern.

 

Bordsteinfarben in Europa auf einen Blick

Land Blau Gelb Weiß Sonstiges
Frankreich Zone bleue: zeitlich begrenzt, kostenlos durchgezogen: absolutes Halteverbot; gestrichelt: Parkverbot kostenpflichtig
Griechenland kostenpflichtig Parkverbot kostenlos Rot: absolutes Park- und Halteverbot
Italien kostenpflichtig Parkverbot, reserviert für Busse, Taxis, Anlieger meist kostenlos, auf Beschilderung achten Schwarz-Gelb: absolutes Parkverbot
Portugal kostenpflichtig Park- und Halteverbot nach Schild: kostenlos oder kostenpflichtig
Schweiz Blaue Zone: zeitlich begrenzt, kostenlos, Parkscheibe Flächen: Parkverbot; durchgezogen: Park- und Halteverbot kostenpflichtig
Spanien kostenpflichtig je nach Gemeinde unterschiedlich kostenlos Grün: Anwohnerparkplatz

Alle Angaben ohne Gewähr, regionale Abweichungen möglich. Im Zweifel gilt die Beschilderung vor Ort.


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Häufige Fragen

Gilt eine deutsche Parkscheibe auch im Ausland?
In der Schweiz und den meisten EU-Ländern wird die deutsche Parkscheibe anerkannt, da sie einer einheitlichen Norm folgt. Ein Ersatzexemplar im Handschuhfach schadet trotzdem nie.
Ab welcher Höhe wird ein ausländischer Strafzettel in Deutschland vollstreckt?
Seit 2010 lassen sich Bußgelder aus dem EU-Ausland ab 70 Euro in Deutschland eintreiben. Auch kleinere Beträge bleiben rechtskräftig und wachsen bei Nichtzahlung durch Mahngebühren.
Sollte ein Strafzettel im Urlaub sofort bezahlt werden?
In vielen Ländern lohnt schnelles Zahlen, etwa in Frankreich mit Rabatt bei zügiger Begleichung. Wer zögert, riskiert höhere Summen oder Inkassoforderungen wie in Kroatien.
Wer haftet bei einem Knöllchen für den Mietwagen?
Die Forderung geht zunächst an die Vermietstation, die den Fahrer über die Buchungsdaten ermittelt. Häufig kommt eine Bearbeitungsgebühr des Vermieters obendrauf.
Wie lässt sich eine ZTL-Zone in Italien rechtzeitig erkennen?
Ein rundes Schild mit der Aufschrift »ZTL« und oft eine Ampel oder Kamera markieren die Einfahrt. Navi-Apps mit ZTL-Warnung helfen, die Grenze nicht versehentlich zu überfahren.
Was tun, wenn das Auto im Ausland abgeschleppt wurde?
Der erste Anruf gilt der örtlichen Polizei, die Auskunft über den Verwahrort gibt. Neben der Strafe fallen dann Abschlepp- und Standgebühren an, die der Fahrer trägt.
Ulrike Herder
Ulrike probiert gerne alles aus und liebt den guten Mix. Ob exotisches Essen, heilende Rituale, treibende Megastädte oder einsame Landschaften. So möchte sie ein Land gerne auf die Weise der Einheimischen erleben. Am liebsten stillt sie ihre Neugier in Asien, in Flip-Flops. Tragen die Einheimischen ja schließlich auch.