Wer im Ausland mit dem eigenen Wagen oder einem Mietwagen unterwegs ist, rechnet oft mit den Strafen aus Deutschland. Tatsächlich fallen die Bußgelder aber anders aus. In Frankreich kosten Alkohol und Drogen am Steuer bis zu 9.000 Euro. In Italien werden bei schweren Tempoverstößen bis zu 3.287 Euro fällig. Deutschland verlangt dagegen (nur) bis zu 800 Euro, wenn ein normaler Pkw mehr als 70 km/h zu schnell fährt.
Die Analyse von billigermietwagen.de wertet die Bußgeldregelungen von 15 beliebten Reiseländern aus und zeigt, wo Bußgelder im Ausland besonders ins Geld gehen. Alle genannten Beträge sind Höchstwerte des jeweiligen Bußgeldrahmens und greifen vor allem bei schweren Verstößen.
Tempoverstöße im Ausland: Italien verlangt am meisten

Foto: photosoria/Shutterstock
Bei zu hohem Tempo klaffen die Strafen weit auseinander. Italien liegt am oberen Ende der Auswertung. Wer dort mehr als 60 km/h zu schnell fährt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 3.287 Euro. Auch Frankreich greift bei massiven Überschreitungen ebenfalls hart durch: Ab 50 km/h über dem Limit werden bis zu 1.500 Euro fällig. In Deutschland liegt das höchste Bußgeld für normale Pkw dagegen bei 800 Euro, wenn Autofahrende innerorts mehr als 70 km/h zu schnell unterwegs sind.
Der deutsche Tarif unterscheidet dabei nach Fahrzeug und Ort. Bei normalen Pkw bis 3,5 Tonnen kostet ein Tempoverstoß von mehr als 70 km/h innerorts bis zu 800 Euro, außerorts bis zu 700 Euro. Deutlich teurer wird es allerdings für Fahrzeuge mit gefährlichen Gütern und für Passagierbusse. Bei mehr als 60 km/h zu viel drohen ihnen bis zu 950 Euro innerorts und 900 Euro außerorts.
Tempoverstöße außerhalb Europas
Auch außerhalb Europas fallen die Strafen hoch aus. In Australien variieren die Bußgelder beispielsweise je nach Bundesstaat. Laut Auswertung steigen sie ab 45 km/h über dem Limit auf rund 620 Euro, bei schweren Fahrzeugen kostet derselbe Verstoß sogar 1.424 Euro. Neuseeland staffelt dagegen genau nach Tempo. Bis zu 10 km/h zu viel kosten 15 Euro, zwischen 46 und 50 km/h zu viel bereits 314 Euro. Für Australien und Neuseeland sind die Bußgelder zudem in Euro angegeben, umgerechnet aus den lokalen Währungen. Die Werte können je nach Region leicht variieren.
Bußgeld bei Tempoverstößen
| Land |
Niedrigstes Bußgeld |
Höchstes Bußgeld |
Anmerkung |
| Deutschland |
20 Euro |
950 Euro |
niedrigster Wert bei normalen Pkw außerorts bis 10 km/h, höchster Wert bei Gefahrgut-Fahrzeugen oder Passagierbussen |
| Österreich |
30 Euro |
7.500 Euro |
kein einheitlicher Bußgeldkatalog; Richtwerte, ja nach Behörde und Höhe der Überschreitung |
| Großbritannien |
mindestens 116 Euro |
keine höhere Angabe |
nur Mindestwert genannt |
| Australien |
155 Euro |
1.424 Euro |
höchster Wert bei schweren Fahrzeugen |
| USA |
40 Euro |
527 Euro |
je nach Überschreitung und Quelle |
| Spanien |
ab 100 Euro |
ab 600 Euro |
20 km/h zu schnell bis über 50 km/h zu schnell |
| Portugal |
ab 120 Euro |
ab 300 Euro |
je nach Schwere des Verstoßes |
| Neuseeland |
15 Euro |
314 Euro |
10 km/h oder weniger bis 46 bis 50 km/h zu schnell |
| Südafrika |
13 Euro |
170 Euro |
je nach Zone und Überschreitung |
| Frankreich |
ab 68 Euro |
1.500 Euro |
unter 20 km/h bis über 50 km/h zu schnell |
| Italien |
ab 90 Euro |
3.287 Euro |
unter 10 km/h bis über 60 km/h zu schnell |
| Kanada |
ab 85 Euro |
keine höhere Angabe |
nur Geschwindigkeitsverstoß ab 20 km/h genannt |
| Island |
bis zu 164 Euro |
579 Euro |
je nach Zone und Überschreitung |
| Schweiz |
22 Euro |
282 Euro |
niedrigster Wert auf Autobahnen, höchster Wert bei 21 bis 25 km/h zu schnell auf Autobahnen |
| Irland |
160 Euro |
320 Euro |
Fixed Charge für Speeding |
Quelle: billiger-mietwagen.de. Beträge aus Fremdwährungen umgerechnet (Stand: 23. Juni 2026). Die Höhe der Bußgelder kann je nach Land, Region, Fahrzeugart, Schwere des Verstoßes und Situation variieren.
Parken im Ausland: Spanien an der Spitze

Foto: columbo photog/Shutterstock.com
Beim Parken zeigen sich ebenfalls klare Unterschiede zwischen den Reiseländern. In Frankreich beginnen die Strafen bereits bei 15 Euro, in Italien ab 40 Euro. Portugal liegt mit 30 Euro dazwischen. In Deutschland kostet ein allgemeiner Halt- oder Parkverstoß mindestens 25 Euro. Teurer wird es beim Halten in zweiter Reihe oder auf einem Schutzstreifen, hier sind bis zu 110 Euro möglich.
Unter den betrachteten europäischen Ländern liegt Spanien beim Parken an der Spitze. Dort werden bis zu 200 Euro fällig. Auch die Schweiz regelt Park- und Halteverstöße genau. Wer die erlaubte Parkzeit um bis zu zwei Stunden überschreitet oder die Parkscheibe schlecht sichtbar anbringt, zahlt 40 Schweizer Franken. Das Halten auf einem Fußgängerstreifen kostet dagegen das Doppelte: 80 Schweizer Franken. Manche Städte schränken die Einfahrt sogar ganz ein, etwa mit dem Einfahrverbot für Tagestouristen in Salzburg.
Bußgeld bei Falschparken
| Land |
Niedrigstes Bußgeld |
Höchstes Bußgeld |
Anmerkung |
| Deutschland |
25 Euro |
110 Euro |
allgemeiner Halt- und Parkverstoß bis Parken oder Halten in zweiter Reihe oder auf Schutzstreifen |
| Österreich |
36 Euro |
36 Euro |
Halte- und Parkverbot sowie vorschriftswidriges Kurzparken |
| Großbritannien |
58 Euro |
186 Euro |
Penalty Charge Notice, je nach Kommune und London, unter anderem abgelaufener Parkschein, gelbe Linien oder Behindertenparkplatz |
| Australien |
38 Euro |
428 Euro |
Parkverstoß, je nach Bundesstaat und Stadt, unter anderem No Parking, No Stopping oder unberechtigtes Parken auf Behindertenparkplatz |
| USA |
26 Euro |
31 Euro |
Parking Violations |
| Spanien |
keine genaue Untergrenze |
bis 200 Euro |
Parkverstoß |
| Portugal |
ab 30 Euro |
keine höhere Angabe |
Parkverstoß |
| Neuseeland |
keine Angabe |
keine Angabe |
kein Parkverstoß in den Rohdaten enthalten |
| Südafrika |
27 Euro |
27 Euro |
Illegal Parking |
| Frankreich |
ab 15 Euro |
keine höhere Angabe |
Parkverstoß |
| Italien |
ab 40 Euro |
keine höhere Angabe |
Falschparken |
| Kanada |
ab 26 Euro |
keine höhere Angabe |
Parkverstoß |
| Island |
24 Euro |
278 Euro |
Parkuhr-Verstoß bis illegale Nutzung eines Behindertenparkplatzes bei später Zahlung |
| Schweiz |
43 Euro |
87 Euro |
Parkzeit überschritten oder Parkscheibe nicht sichtbar bis Halten auf Fußgängerstreifen |
| Irland |
40 Euro |
200 Euro |
Höchstwert bei Behindertenparkplatz |
Quelle: billiger-mietwagen.de. Beträge aus Fremdwährungen umgerechnet (Stand: 23. Juni 2026). Die Höhe der Bußgelder kann je nach Land, Region, Fahrzeugart, Schwere des Verstoßes und Situation variieren.
Alkohol und Drogen am Steuer: Frankreich straft am härtesten

Foto: Pazargic Liviu/Shutterstock.com
Die höchsten Bußgelder entstehen bei Alkohol und Drogen am Steuer laut der Analyse. Am strengsten geht Frankreich vor. Schwere Verstöße mit Alkohol oder Drogen am Steuer kosten dort jeweils bis zu 4.500 Euro. Treffen beide zusammen, kann die Strafe sogar auf bis zu 9.000 Euro steigen.
Auch andere Länder verlangen viel. Italien ahndet Alkohol am Steuer mit bis zu 2.000 Euro. Spanische Bußgelder beginnen bei 500 Euro, portugiesische bei 250 Euro. In Neuseeland fällt der Strafrahmen dagegen besonders breit aus: Er reicht von rund 1.100 Euro bis zu 9.967 Euro, je nach Schwere des Verstoßes.
Bußgeld bei Alkohol und Drogen am Steuer
| Land |
Niedrigstes Bußgeld |
Höchstes Bußgeld |
Anmerkung |
| Deutschland |
500 Euro |
einkommensabhängig |
Maximum ist einkommensabhängig und gegebenenfalls deutlich höher |
| Österreich |
300 Euro |
5.900 Euro |
Trunkenheit |
| Großbritannien |
keine genaue Untergrenze |
bis 2.898 Euro |
Trunkenheit |
| Australien |
keine Angabe |
keine Angabe |
stark abhängig vom Bundesstaat |
| USA |
keine Angabe |
keine Angabe |
stark abhängig vom Bundesstaat |
| Spanien |
ab 500 Euro |
keine höhere Angabe |
Alkohol am Steuer |
| Portugal |
ab 250 Euro |
keine höhere Angabe |
Alkohol am Steuer |
| Neuseeland |
bis zu 1.121 Euro |
bis zu 9.967 Euro |
Strafrahmen je nach Schwere des Verstoßes, höchster Wert bei besonders schweren Vergehen |
| Südafrika |
67 Euro |
6.383 Euro |
niedrigster Wert bei Verstoß im Zusammenhang mit Blut- oder Atemprobe, höchster Wert bei DUI |
| Frankreich |
135 Euro |
9.000 Euro |
Alkohol am Steuer bis Kombination aus Alkohol und Drogen |
| Italien |
keine genaue Untergrenze |
bis 2.000 Euro |
Alkohol am Steuer |
| Kanada |
620 Euro |
keine Angabe |
Trunkenheit, keine gesetzliche Obergrenze |
| Island |
ab 635 Euro |
keine höhere Angabe |
Alkohol am Steuer |
| Schweiz |
630 Euro |
einkommensabhängig |
Trunkenheit |
| Irland |
200 Euro |
5.000 Euro |
Höchstwert bei Gerichtsverfahren |
Quelle: billiger-mietwagen.de. Beträge aus Fremdwährungen umgerechnet (Stand: 23. Juni 2026). Die Höhe der Bußgelder kann je nach Land, Region, Fahrzeugart, Schwere des Verstoßes und Situation variieren.
Vorbereitung schützt vor teuren Überraschungen
»Wer im Ausland mit dem Auto oder Mietwagen unterwegs ist, sollte sich vorab nicht nur mit den geltenden Tempolimits vertraut machen, sondern auch Parkregelungen und Promillegrenzen kennen. Unsere Analyse zeigt, dass selbst alltägliche Verkehrsverstöße je nach Reiseland deutlich teurer werden können als erwartet«, sagt Frieder Bechtel, Pressesprecher von billiger-mietwagen.de.
Weitere Artikel zu Bußgeldern
FAQ: Bußgelder im Ausland, was Reisende wissen sollten
| Gilt im Urlaub der deutsche Bußgeldkatalog? |
Nein. Im Ausland gelten die jeweiligen nationalen Regeln, und die können deutlich strenger sein als in Deutschland. Wer fährt, hält sich an die Gesetze des Reiselandes, unabhängig davon, wo das Auto zugelassen ist. |
| Sind Strafzettel aus dem Ausland zu bezahlen? |
In der Regel ja. Innerhalb der EU lassen sich Bußgelder ab einer bestimmten Höhe auch im Heimatland vollstrecken, falls sie unbezahlt bleiben. Eine frühe Zahlung erspart Mahngebühren und zusätzlichen Verwaltungsaufwand. |
| Warum sind die Bußgelder in Ländern wie Frankreich oder Italien oft höher? |
Viele Länder setzen bewusst auf hohe Geldstrafen, um die Zahl schwerer Unfälle zu senken. Zu schnelles Fahren oder Alkohol am Steuer gelten dort nicht als »Kavaliersdelikt«, sondern als Gefährdung anderer. Entsprechend hoch fallen die Bußen aus. |
| Gibt es für Verstöße im Ausland Punkte in Flensburg? |
Für die meisten Auslandsverstöße gibt es keine Punkte im deutschen Fahreignungsregister. Harmlos sind die Strafen deshalb nicht. Im Reiseland selbst drohen weiterhin hohe Geldbußen, teils auch Fahrverbote. |
| Wie lassen sich die Verkehrsregeln des Ziellandes vorab in Erfahrung bringen? |
Am sichersten ist ein Blick in die offiziellen Verkehrsregeln des Ziellandes, ergänzt durch seriöse Ratgeber oder Bußgeldrechner. Viele Automobilclubs und Mietwagenportale bieten aktuelle Übersichten zu Tempolimits und Promillegrenzen. |
| Lohnen sich Rabattregelungen bei schneller Zahlung? |
Manche Länder gewähren Nachlässe, wenn das Bußgeld innerhalb einer bestimmten Frist beglichen wird. Das spart oft spürbar. Vorher lohnt eine Prüfung, ob der Vorwurf plausibel ist und die Angaben auf dem Bescheid stimmen. |
| Welche teuren Fehler passieren mit Mietwagen besonders häufig? |
Neben den Klassikern wie Tempo und Alkohol fallen im Urlaub oft Verstöße ins Gewicht, die in Deutschland seltener vorkommen. Dazu zählen die falsche Nutzung von Mautstraßen oder das Ignorieren von Umweltzonen. Auch das Handy am Steuer wird vielerorts streng geahndet. Häufig unterschätzt wird zudem die vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung, etwa Warnweste oder Alkoholtester. |
| Wie lassen sich hohe Strafen in der Praxis vermeiden? |
Vor der Fahrt lohnt ein Blick auf die wichtigsten Tempolimits und Promillegrenzen. Navi-Hinweisen sollten Fahrende nicht blind folgen, im Zweifel hilft eine defensive Fahrweise. Auch das Kleingedruckte im Mietwagenvertrag ist nützlich, weil es oft auf landestypische Besonderheiten hinweist. |
Alle Angaben ohne Gewähr. Verkehrsregeln und Bußgelder ändern sich, im Zweifel geben die Automobilclubs oder die Behörden des Reiselandes verbindlich Auskunft.