Foto: The Observatory, A Viceroy Resor
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Dieses neue Luxushotel in den Rocky Mountains hat eine Sternwarte auf dem Dach

73 Zimmer, ein eigenes Observatorium und ein Spa am Gebirgsbach: In Ketchum eröffnet Ende Oktober 2026 ein außergewöhnliches Luxushotel. Das The Observatory verbindet amerikanische Bergarchitektur mit Astronomie. Hinter dem Neubau steckt allerdings eine ziemlich lange Geschichte.

Mehr als 20 Jahre lang blickten die Bewohner von Ketchum auf ein großes Loch mitten in ihrer Stadt. Ein Hotel sollte hier entstehen, doch aus den ambitionierten Plänen wurde zunächst nichts. Jetzt ist die Baugrube verschwunden. An ihrer Stelle steht ein Luxushotel, das seine Gäste nicht nur in die Berge, sondern auch ins Weltall entführen möchte. Auf seinem Dach stehen nämlich zwei leistungsfähige Teleskope, deren Bilder sogar bis in die Gästezimmer übertragen werden. Wer nachts nicht schlafen kann, braucht also nicht unbedingt Schäfchen zu zählen. Ein Blick auf die Sterne tut es auch. Das The Observatory, A Viceroy Resort, soll am 30. Oktober 2026 eröffnen.

Überdachter Eingang des The Observatory, A Viceroy Resort, in Idaho mit goldenem Hotelschriftzug, dunklen Stahlträgern, Holzbalken und Natursteinpfeilern.

Foto: The Observatory, A Viceroy Resort

Ein Luxushotel in Idaho

Wo liegt’s? Das The Observatory entsteht im Zentrum von Ketchum, einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Idaho. Die Adresse an der East River Street liegt wenige Schritte von der Main Street entfernt. Restaurants, Galerien und Geschäfte sind bequem zu Fuß erreichbar. Der bekannte Wintersportort Sun Valley liegt unmittelbar nebenan, die Pisten am Bald Mountain sind nur eine kurze Autofahrt entfernt.

Die Vorgeschichte des Grundstücks ist bemerkenswert. Bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten verfolgte Projektentwickler Jack Bariteau hier Hotelpläne. Lange blieb von diesen allerdings vor allem eine Baugrube. Das Projekt wechselte mehrfach sein Konzept und seinen Namen, zuletzt vom zunächst angekündigten The Harriman zum heutigen The Observatory. Auch der Eröffnungstermin verschob sich. Ursprünglich war bereits Juni 2026 vorgesehen, später Anfang Oktober. Inzwischen nimmt der Betreiber Reservierungen ab dem 30. Oktober entgegen.

73 Zimmer und zwölf Penthouse-Residenzen

Wie viele Zimmer? Das Hotel verfügt über 73 Gästezimmer und Suiten. Hinzu kommen zwölf großzügige Penthouse-Residenzen, die sich über die oberen Etagen verteilen und teilweise zum Verkauf vorgesehen sind. Sie gehören nicht zum regulären Zimmerkontingent. Die kleineren Zimmer messen knapp 37 Quadratmeter, größere Studios etwa 51 Quadratmeter. Bodentiefe Fenster, Kingsize-Betten, maßgefertigte Möbel und elektronische Verdunkelungen gehören zur Ausstattung. Einige Suiten besitzen private Balkone und geräumige Badezimmer mit Ausblick. Ein ungewöhnliches Extra wartet auf dem Fernseher: Gäste können Livebilder der hoteleigenen Teleskope empfangen und den Nachthimmel beobachten, ohne das Bett verlassen zu müssen. Wer lieber auf die Berge schaut, findet dank der Lage im Wood River Valley ebenfalls reichlich Anschauungsmaterial.

Gästezimmer im The Observatory, A Viceroy Resort, in Idaho mit Doppelbett, Sitzecke, Bergblick und Badezimmer mit zwei Waschbecken und beleuchteten Spiegeln.

Foto: The Observatory, A Viceroy Resort

Naturstein, Walnussholz und Fotografien aus alten Skitagen

Was verspricht das Interieur? Für die Architektur zeichnen de Reus Architects und Hornberger+Worstell verantwortlich. Das Innenraumkonzept stammt von der FDG Design Group um Fatima Silva. Statt rustikaler Skihüttenromantik setzt das Team auf zeitgenössische amerikanische Bergarchitektur mit Naturmaterialien, großzügigen Fensterflächen und ausgewählten Kunstwerken.

Bereits im Eingangsbereich treffen Naturstein aus Montana und Betonflächen aufeinander, deren Struktur mit Holzschalungen erzeugt wurde. Der Empfangstresen besteht aus grauem italienischem Marmor. Walnussholz prägt Teile der öffentlichen Räume, darunter speziell entwickelte Akustikdecken, die den Geräuschpegel in Restaurant und Lounge reduzieren sollen. Besonders interessant ist die Kunstsammlung. Historische Fotografien des amerikanischen Skirennläufers und Filmemachers Dick Durrance erinnern an die Wintersportgeschichte Sun Valleys. Seine Aufnahmen aus den 1940er- bis 1960er-Jahren hängen auch in Gästezimmern.

Lobby des The Observatory, A Viceroy Resort, in Idaho mit hellen Sofas, Holztischen, dunkler Regalwand und einer Decke aus versetzt angeordneten Holzlamellen.

Foto: The Observatory, A Viceroy Resor

Zeitgenössische Arbeiten regionaler Künstler ergänzen das Konzept. Dazu gehören Fotografien von Lisa Wood und Nick Price sowie astrophotografische Bilder von Travis Amick. Die Verbindung von alpiner Vergangenheit und nächtlichem Sternenhimmel zieht sich damit bis in die Kunstwerke.

Auch beim Wellnessangebot wurde nicht gespart: Geplant sind ein rund 520 Quadratmeter großes Spa mit sechs Behandlungsräumen, Sauna, Dampfbädern sowie Warm- und Kaltwasserbecken. Dazu kommen ein Fitnessraum und eine beheizte Außenterrasse mit Pool. Allerdings soll das Spa nach bisherigen lokalen Angaben erst Mitte November vollständig eröffnen.

Italienische Handschrift trifft auf die Küche Idahos

Wo essen und trinken? Drei gastronomische Adressen sind für das The Observatory vorgesehen. Das wichtigste Restaurant heißt Joan, benannt nach Joan Blank, der verstorbenen Mutter eines der Hotelinvestoren. Sie war Sängerin, trat während des Zweiten Weltkriegs zur Truppenbetreuung auf und lebte später in Sun Valley.
Küchenchef ist der Italiener Nicola Cavicchini, der zuvor unter anderem im Four Seasons Resort Maui, im Rosewood Miramar Beach und im kalifornischen CordeValle arbeitete. Im Joan möchte er seine europäischen Einflüsse mit den Produkten des amerikanischen Westens verbinden. Geplant sind eine saisonale amerikanische Küche, regionale Zutaten und Spezialitäten aus dem Holzofen. Das Restaurant bietet rund 70 Plätze, eine offene Küche und einen privaten Speiseraum. Die angrenzende Bar besitzt eine Zinktheke, Ledersessel und einen großen Kamin.

Joan Bar im The Observatory, A Viceroy Resort, in Idaho mit dunkler Holzvertäfelung, Spirituosenregalen, schwarz-weißen Barhockern und historischer Bergsteigerfotografie.

Foto: The Observatory, A Viceroy Resor

Deutlich unkomplizierter geht es im Odin’s Corner zu. Das Café ist nach dem Berner Sennenhund aus der Familie des Projektentwicklers benannt und serviert Espresso, Gebäck, kleine Mahlzeiten und Snacks für unterwegs. Gleichzeitig fungiert es als Anlaufstelle für den Skiservice.

Die dritte Adresse, Andy’s Watershed, liegt am Pool und setzt auf leichte Gerichte sowie Cocktails mit Spirituosen aus Idaho.

Skifahren, Fliegenfischen und Kunst in den Rocky Mountains

Was kann man in der Umgebung unternehmen? Sun Valley gehört zu den traditionsreichsten Wintersportregionen der USA. Am Bald Mountain erwarten Skifahrer abwechslungsreiche Abfahrten. Im Sommer verwandelt sich das Gebiet in ein Revier für Wanderer und Mountainbiker. Ein besonderes Erlebnis ist das Fliegenfischen am Big Wood River, der durch das Tal fließt. Wer lieber Kultur statt Forellen sucht, besucht das Sun Valley Museum of Art in Ketchum, das wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst zeigt. Der Eintritt ist kostenlos. Für längere Ausflüge bietet sich die Sawtooth National Recreation Area an. Schroffe Gipfel, Bergseen und Wanderwege machen die Landschaft zu einem der reizvollsten Naturgebiete Idahos. Von Ketchum ist der nördlich gelegene Ausgangspunkt bei Stanley ungefähr eine Autostunde entfernt.

Zwei Teleskope holen das Weltall ins Hotelzimmer

Highlight des Hotels? Ohne Zweifel das Observatorium auf dem Dach. Es ist nicht bloß ein dekoratives Fernrohr für gelegentliche Sternengucker, sondern eine astronomische Einrichtung mit zwei leistungsfähigen Teleskopen. Eines stammt vom Spezialhersteller PlaneWave, das zweite kann bewegliche Himmelsobjekte verfolgen. Die Aufnahmen werden digital auf Bildschirme im Observatorium und in die Gästezimmer übertragen. Begleitete Himmelsbeobachtungen und Fotografieprogramme sind mit dem lokalen Astrofotografen Travis Amick geplant.

Silberne Kuppel der Sternwarte im The Observatory, A Viceroy Resort, in Idaho vor einer Berglandschaft mit herbstlich gefärbten Bäumen.

The Observatory, A Viceroy Resor

Der Standort ist bewusst gewählt. Die Region gehört zur Central Idaho Dark Sky Reserve, einem großflächigen Schutzgebiet gegen Lichtverschmutzung. Unter guten Bedingungen lässt sich hier ein außergewöhnlich klarer Sternenhimmel beobachten.

Was kostet der Spaß? Bei Expedia wurden Anfang Oktober für die Eröffnungsnacht am 30. Oktober 2026 Zimmerpreise ab 573 US-Dollar für zwei Personen inklusive Steuern und Gebühren angezeigt. Das ist eine datumsbezogene Preisangabe, keine garantierte Einstiegsrate für sämtliche Reisetermine.

Häufige Fragen

Warum eignet sich Idaho besonders gut zur Sternenbeobachtung?
Ein wesentlicher Grund ist die geringe Lichtverschmutzung in den dünn besiedelten Bergregionen. Das Central Idaho Dark Sky Reserve wurde 2017 als erstes Lichtschutzreservat dieser Art in den Vereinigten Staaten anerkannt und erhielt die höchste Qualitätsstufe Gold. Das Schutzgebiet umfasst rund 3.600 Quadratkilometer.
Wie kommt man von Deutschland nach Sun Valley in Idaho?
Direktflüge von Deutschland nach Sun Valley gibt es nicht. Reisende fliegen zunächst zu einem größeren amerikanischen Flughafen, beispielsweise nach Denver, Chicago, Los Angeles oder San Francisco. Von dort bestehen je nach Saison Anschlussflüge zum Friedman Memorial Airport in Hailey, dem nächstgelegenen Flughafen. Die Fahrt von dort nach Ketchum dauert ungefähr 25 Minuten. Alternativ kann man nach Boise fliegen, etwa zweieinhalb Autostunden entfernt.
Warum ist Sun Valley als Wintersportort so berühmt?
Sun Valley gehört zu den traditionsreichsten Wintersportorten Nordamerikas. Das Resort wurde 1936 eröffnet und entwickelte sich rasch zu einem Treffpunkt wohlhabender Amerikaner, Hollywoodstars und prominenter Sportler. Zu den berühmten Besuchern gehörte auch Ernest Hemingway, der mehrere Jahre in der Region verbrachte und 1961 in Ketchum starb. Wintersport ist bis heute präsent. Vor allem der Bald Mountain ist für seine langen Abfahrten und anspruchsvollen Pisten bekannt.
Wann ist die beste Reisezeit für Ketchum und Sun Valley?
Die Region ist ganzjährig interessant, allerdings mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten. Von Dezember bis März stehen Skifahren und andere Wintersportarten im Mittelpunkt. Im Sommer locken Wanderungen, Mountainbiketouren und Fliegenfischen am Big Wood River. Der Herbst bietet häufig klare Luft, vergleichsweise wenig Besucher und eine schöne Laubfärbung. Für die Sternenbeobachtung sind insbesondere klare, mondarme Nächte interessant. Die Sichtbarkeit der Milchstraße hängt zusätzlich von Jahres- und Uhrzeit ab. Wer eigens für die Sternwarte anreist, sollte die Mondphasen bei der Reiseplanung berücksichtigen.
Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.