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Großbritannien

Stonehenge in England: Wo der Steinkreis liegt und was dahintersteckt

Mitten in der sanften Hügellandschaft von Wiltshire steht ein Monument, das seit Jahrtausenden Fragen aufwirft: Stonehenge in England. reisen EXCLUSIV erklärt, was hinter dem berühmten Steinkreis steckt und wie sich ein Besuch planen lässt.

Der Kreis aus gewaltigen Steinen ist archäologisches Meisterwerk und Stoff für Mythen zugleich. Laut dem britischen Verband der Besucherattraktionen Alva zählte Stonehenge im Jahr 2025 rund 1,25 Millionen Besuche.

Wo liegt Stonehenge in England?

Stonehenge liegt im Süden Englands in der Grafschaft Wiltshire, rund 13 Kilometer nördlich von Salisbury (Luftlinie). Mit dem Auto dauert die Fahrt ab dem Zentrum von London etwa zwei Stunden in Richtung Südwesten. Wie die Anreise mit Zug und Bus klappt, steht im Serviceteil am Ende des Beitrags.

Was ist Stonehenge?

Kurz gesagt: ein prähistorischer Steinkreis. Seine Geschichte beginnt um 3000 v. Chr. mit einem kreisförmigen Graben samt innerem und äußerem Wall. Um 2500 v. Chr. stellten die Menschen der Jungsteinzeit im Zentrum die großen Steine auf. Als letzte bekannte Bauphase gelten zwei Grubenringe um die Steine, datiert auf 1800 bis 1500 v. Chr.

Zum Vergleich: Die ersten Erdwerke sind älter als die Cheops-Pyramide in Ägypten, die nach Einschätzung von Ägyptologen um 2560 v. Chr. fertig war. Der Steinkreis entstand dagegen etwa zur selben Zeit wie die Pyramide. Seit 1986 gehört Stonehenge gemeinsam mit Avebury und zugehörigen Fundstätten zum Unesco-Welterbe.

Woher stammen die Steine von Stonehenge?

Die großen Sandsteine, sogenannte Sarsensteine, wiegen im Schnitt rund 25 Tonnen. Der schwerste, der Heel Stone, bringt laut English Heritage etwa 30 Tonnen auf die Waage. Die meisten Sarsen stammen nach einer Studie aus dem Jahr 2020 aus West Woods in Wiltshire, rund 25 Kilometer nördlich.

Deutlich weiter reisten die kleineren, bläulich schimmernden Blausteine. Sie kommen aus den Preseli Hills in Wales, rund 225 Kilometer Luftlinie entfernt. Der Altarstein in der Mitte stammt laut einer 2024 in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Studie sogar aus dem Nordosten Schottlands, mehr als 700 Kilometer entfernt. Wie genau die Menschen der Jungsteinzeit diese Brocken transportierten, bleibt deshalb bis heute ein kleines Wunder der Ingenieurskunst.

Aufrechte Steine mit waagerechten Decksteinen im Steinkreis von Stonehenge in England

Foto: Inja Pavlic

Woher kommt der Name Stonehenge?

Der Name geht auf das Altenglische zurück. Der Chronist Henry of Huntingdon erwähnt den Ort um 1130 erstmals schriftlich, und zwar als »Stanenges«. Der erste Teil »stān« bedeutet Stein. Den zweiten Namensteil deuten Sprachforschende als »Angel« oder als »Galgen«, endgültig geklärt ist das allerdings nicht.

Zur Galgen-Deutung passt die Konstruktion erstaunlich gut: Zwei aufrechte Steine tragen einen waagerechten Deckstein, fast wie ein steinerner Galgen. Über die Jahrhunderte wandelte sich die Schreibweise, bis schließlich der heute bekannte Name Stonehenge entstand.

Stonehenge von oben: Luftaufnahme des Steinkreises in Wiltshire, England

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Wozu diente Stonehenge?

Darüber rätselt die Forschung seit Jahrhunderten. Eine Theorie sieht Stonehenge als astronomischen Kalender. Tatsächlich ist die Achse des Steinkreises auf den Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende und den Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende ausgerichtet. Zur Sommersonnenwende geht die Sonne vom Zentrum aus gesehen knapp links neben dem Heel Stone auf. English Heritage hält es außerdem für möglich, dass der Mittwinter für die Erbauer wichtiger war als der Mittsommer. Andere Forschende vermuten eine Kultstätte oder einen Ort für Rituale und Begräbnisse.

Romantischer sind die Geschichten über Druiden und Zauberkräfte. Die Druiden-Legende geht auf die Antiquare John Aubrey und William Stukeley zurück, die im 17. und 18. Jahrhundert über Stonehenge schrieben. Archäologisch belegt ist diese Verbindung nicht. Noch weiter gehen moderne Legenden, die den Bau Außerirdischen zuschreiben. Solche »Theorien« unterschätzen allerdings, was die Menschen der Jungsteinzeit mit einfachen Mitteln leisteten. Ein bisschen Geheimnis bleibt Stonehenge trotzdem.

Langzeitbelichtung des Sternenhimmels über Stonehenge

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Stonehenge heute besuchen

Früher durften Gäste direkt zwischen den Steinen spazieren. Seit 1977 ist der Steinkreis für Tagesbesucher allerdings abgesperrt. Heute führt ein Rundweg um die Anlage, von dem aus Besucher das Monument aus etwas Entfernung betrachten. Vom Besucherzentrum fährt regelmäßig ein Shuttlebus zum Steinkreis. Zu Fuß dauert der rund zwei Kilometer lange Weg 25 bis 30 Minuten.

Stone Circle Experience: Im Inneren des Steinkreises

Näher heran kommen Gäste bei der sogenannten Stone Circle Experience. English Heritage bietet die einstündigen Besuche am frühen Morgen oder am Abend an, also außerhalb der regulären Öffnungszeiten. Pro Termin sind höchstens 52 Personen zugelassen, an den Steinen teilen sie sich in zwei Gruppen auf. Im Oktober und November finden keine Termine statt. Die Buchung läuft online über English Heritage.

Tipp von reisen EXCLUSIV: Wer mit dem Bus ab Salisbury anreist, sollte vorab prüfen, ob der Fahrplan zum gebuchten Termin passt. Laut English Heritage ist das nicht immer der Fall.

Stimmung zur Sommersonnenwende am Steinkreis von Stonehenge

Foto: John Kotlowski/Shutterstock.com

Sonnenwende in Stonehenge

Eine besondere Atmosphäre herrscht rund um die Sommersonnenwende im Juni und die Wintersonnenwende im Dezember. Dann öffnet English Heritage den Steinkreis kostenlos für alle, das gilt außerdem für die Tag-und-Nacht-Gleichen im Frühjahr und Herbst. Zur Sommersonnenwende 2026 kamen laut English Heritage mehr als 20.000 Menschen, zur Wintersonnenwende 2025 waren es rund 8.500.

Spirituell Interessierte und Neugierige treffen dort auf heutige Druiden und Pagane, für die Stonehenge ein religiöser Ort ist. Gemeinsam feiern sie den Sonnenaufgang, im Winter ebenso wie im Sommer. Für viele ist das ein bewegender Moment. Wer schließlich vor den riesigen Steinen steht, die seit Jahrtausenden Wind und Wetter trotzen, merkt schnell: Stonehenge liefert keine endgültigen Antworten. Genau darin liegt der Reiz des Ortes.

Service: Anreise und Tickets für Stonehenge

  • Anreise mit dem Zug: Ab London Waterloo fahren direkte Züge in rund eineinhalb Stunden nach Salisbury. Vom Bahnhofsvorplatz fährt stündlich der Bus »The Stonehenge Tour« zum Besucherzentrum.
  • Anreise mit dem Auto: Das Besucherzentrum liegt an der A360 und ist von der A303 aus ausgeschildert.
  • Tickets: Tickets mit Zeitfenster gibt es online bei English Heritage, im Voraus 15 Prozent günstiger als an der Kasse. Auch am Besuchstag sind Tickets vor Ort erhältlich.
  • Weitere Infos: Öffnungszeiten und aktuelle Preise stehen auf der Website von English Heritage. Dieser Link führt auf die Seite von English Heritage.

Häufige Fragen

Wer verwaltet Stonehenge?
Stonehenge steht in staatlicher Obhut. Die Organisation English Heritage verwaltet die Anlage im Auftrag des Staates.
Was kostet die Stone Circle Experience?
Laut English Heritage kostet sie ab 70 Pfund für Erwachsene und ab 40 Pfund für Kinder von 5 bis 17 Jahren (Stand Oktober 2026).
Gibt es private Termine für die Stone Circle Experience?
Für private Termine oder besondere Bedürfnisse nimmt English Heritage Anfragen telefonisch unter 0370 333 1181 entgegen.
Wie lange fährt der Bus vom Bahnhof Salisbury nach Stonehenge?
Laut Fahrplan von Salisbury Reds dauert die Fahrt vom Bahnhof zum Besucherzentrum rund 35 Minuten.
Wird unter Stonehenge ein Straßentunnel gebaut?
Nein. Die britische Regierung kündigte im Juli 2024 das Aus für den Tunnel der A303 an, im März 2026 widerrief der Verkehrsminister die Baugenehmigung.
Marie Tysiak
Ihren ersten Gipfel erklomm Marie im Himalaya in Nepal, weitestgehend ungeplant. Seither sind einige Berge hinzugekommen, besonders Vulkane haben es ihr angetan. Je abenteuerlicher der Aufstieg, je mehr Adrenalin involviert, je zerklüfteter der Weg erscheint, desto besser! Hoch über den Wolken, aus eigener Kraft hinaufgeschleppt, das ist für Marie Urlaub.