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Großbritannien

James-Bond-Drehorte in London: Auf den Spuren von 007

London ist Bonds Heimatstadt: Von MI6 über die National Gallery bis zum Somerset House finden Fans zahlreiche Originalschauplätze – und einige Orte, die eng mit Ian Fleming verbunden sind.

Er ist der wohl bekannteste Agent der Welt – was offen gestanden vielleicht keine sehr gute Eigenschaft für einen Agenten ist: James Bond, Dienstnummer 007. Und auch wenn der Martini-Enthusiast in seinen Filmen bekanntermaßen in der ganzen Welt seinen nicht enden wollenden Missionen nachgeht, spielt die britische Hauptstadt London doch auch immer eine tragende Rolle. Einige der im Laufe der Jahrzehnte gezeigten Orte lassen sich mit einem kleinen Spaziergang wunderbar ablaufen.

Vom Langham Hotel nach St. James: Bonds Adressen für Tee und Zwirn

Angehende Agenten begeben sich als erstes zum Langham Place, Ecke Portland Place, und gönnen sich einen Nachmittagstee im Langham Hotel. Zu seiner Eröffnung im Jahre 1865 galt es als das größte und modernste Hotel Europas und hat sich bis heute viel von seinem Grandeur bewahrt. Das Gebäude wurde im James-Bond-Film »GoldenEye« (1995) gezeigt. Allerdings wurde nur die Fassade gefilmt, das Innere wurde in einem Studio gedreht.

Die Fassade des Hotels The Langham an der Regent Street in London. Vor dem Sandsteinbau fahren zwei Radfahrer über die Straße, am Eingang hängt eine Union Jack.

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Durch das bildhübsche Viertel Marylebone geht es zunächst an Soho vorbei und dann Richtung St. James, fast schon in Sichtweite zum Buckingham Palace. Hier kleidet der Herrenausstatter Turnbull & Asser seit 1903 alles in feinen Zwirn, was Rang und Namen hat. In der Vorzeigefiliale in der Jermyn Street können Fans sich problemlos umschauen und staunen.

Was der Edelausstatter mit James Bond zu tun hat? Im Jahr 1962 statteten sie mit Sean Connery erstmals die Filmfigur James Bond aus. Die für Bond typischen Umschlagmanschetten, die statt mit Manschettenknöpfen mit herkömmlichen Knöpfen geschlossen werden, tragen seither im englischen Sprachgebrauch neben »Portofino« oder »Cocktail Cuffs« zusätzlich den Namen »James Bond Cuffs«. Sogar eine eigene James-Bond-Kollektion steht dem Gentleman von Welt zur Auswahl.

Passanten betrachten das Schaufenster der Turnbull & Aster Filiale in London

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Von der Dukes Bar bis zur Themse: Martini, Kunst und eine Verfolgungsjagd

Auf der Spazierroute steht ein weiteres Hotel, genauer gesagt dessen Bar. Die Dukes Bar im Dukes Hotel, ebenfalls in St. James, war die Lieblingsbar von Bond-Autor Ian Fleming. Dort ließ er sich angeblich für das berühmte 007-Zitat »geschüttelt, nicht gerührt« inspirieren. Der Ausdruck wurde erstmals im Roman »007 James Bond jagt Dr. No« vom Doppelnullagenten benutzt. Ein Martini ist hier geradezu Pflicht. (Achtung: Das Hotel selbst wird derzeit saniert, die Bar selbst ist aber weiter zugänglich)

Leichten Schrittes geht es nun die Pall Mall bis zum Trafalgar Square entlang. In der National Gallery können Kunstkenner sich nicht nur Kunstwerke bis zum Umfallen anschauen. In Raum 34 befinden sie sich außerdem in dem Raum, in dem James Bond in dem Film Skyfall (2012) zum ersten Mal auf Q stieß.

Ausstellungssaal der National Gallery in London mit grün tapezierten Wänden und vergoldeter Deckenkassettierung. Besucher betrachten die Gemälde, in der Mitte steht eine lederne Sitzbank.

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Weiter geht es durch Covent Garden und bis zum Somerset House. Das klassizistische Gebäude war Drehort einer Szene im Film »GoldenEye« (1995). Allerdings spielte im Film die Szene nicht in London, sondern in St. Petersburg. Dazu wurden einige Russland-Flaggen, eine Lenin-Statue und typische Ostblock-Autos in die Kulisse eingefügt. Schon zwei Jahre später tauchte das Gebäude für eine kurze Szene in »Tomorrow Never Dies« erneut auf, diesmal als Verteidigungsministerium. Tatsächlich ist das beeindruckende Gebäude heute Teil der University of London, untergebracht ist dort das Institut für Kunstgeschichte.

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Zum Abschluss wartet ein rasantes Highlight. Denn was wäre ein Agent ohne eine waschechte Verfolgungsjagd? Vom Anleger in Westminster, unweit des Parlaments, gehen regelmäßig Touren mit dem Speedboat über die Themse. Der Anbieter »RIB Experience« war auch bei den Dreharbeiten für »Spectre« involviert, viel authentischer geht es also nicht. Während der gut 70-minütigen Tour düsen die Teilnehmer unter anderem an den Hauptquartieren des MI5 und MI6 vorbei. Zur musikalischen Untermalung läuft – natürlich – James-Bond-Musik, außerdem werden zahlreiche interessante Fakten zu den Filmen serviert.

Abseits der Route: O2-Arena, Barbican Center und geführte Touren

Nicht ganz auf der Route, aber trotzdem einen Abstecher wert ist die O2-Arena. Die Arena war einer der Hauptschauplätze des Bond-Films »The World Is Not Enough« mit Darsteller Pierce Brosnan im Jahr 1999. Vom Dach der Arena eröffnet sich ein spektakulärer Blick auf London. Und wer schon mal da ist, kann auch gleich das Innere der Arena besuchen. Wie wäre es mit einem Konzert- oder Ausstellungsbesuch oder mit einem Drink in einem der vielen Restaurants und Bars?

Das Barbican Estate in London mit den Betontürmen der Wohnanlage und dem Barbican Centre. Im Vordergrund liegt ein Wasserbecken mit Seerosen, das die Gebäude spiegelt.

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Das Barbican Center in der City of London ist eines der prominentesten Kunstzentren der Stadt und wurde im Bond-Film »Quantum of Solace« (2008) kurzzeitig zur Zentrale des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6. Während des Films ist zu sehen, wie MI6-Leiterin und Bonds direkte Vorgesetzte M und Stabschef Tanner aus dem vermeintlichen Büro kommen.

Wer lieber an einem geführten James-Bond-Stadtrundgang teilnehmen möchte, hat auch dazu die Möglichkeit. »Brit Movie Tours« zeigt die Originalschauplätze der James-Bond-Filme in London während eines geführten Spaziergangs, alternativ werden auch Touren in den charakteristischen Black Cabs oder im Minibus angeboten. Hier geht’s zur Website des Anbieters.

Häufige Fragen

Wo befindet sich das MI6-Hauptquartier in den James-Bond-Filmen?
Als MI6-Zentrale dient im Film das reale SIS-Gebäude Vauxhall Cross am Südufer der Themse. Seit "GoldenEye" 1995 taucht es in mehreren Bond-Filmen auf.
Welche berühmten Bootsverfolgungen gibt es in James-Bond-Filmen in London?
Bekannt ist die Bootsjagd aus "Die Welt ist nicht genug" von der Themse bei MI6 bis zum Millennium Dome. In "Spectre" verfolgt ein Helikopter Bonds Boot zwischen Vauxhall und Westminster Bridge.
Welches Gemälde betrachten Bond und Q in "Skyfall" in London?
In der National Gallery am Trafalgar Square treffen sich Bond und Q in "Skyfall" vor Turners Gemälde "The Fighting Temeraire". Die Szene spielt in Raum 34.
Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.