Foto: Tourism Ireland / Nuria Puentes
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Dublin in der Nebensaison: Warum sich Herbst, Winter und Frühjahr lohnen

Dublin sollte auf jeder Städtetrip-Wunschliste stehen. Aber ist die irische Metropole außerhalb des Sommers nicht zu kalt? Ganz im Gegenteil, in der Stadt ist es – wie auf der ganzen Insel – das gesamte Jahr über angenehm mild. Wir liefern dir zahlreiche weitere Gründe dafür, dass Dublin in der Nebensaison ein echter Hauptgewinn ist!

Dublin im Herbst: Von Grusel und Gemütlichkeit

Im Herbst wirft sich Dublin in ein buntes Blätterkleid und dreht die Gemütlichkeit nochmal auf. Die ohnehin schon sehenswerten Baudenkmäler der Stadt, wie etwa die St. Patricks Cathedral, das Trinity College, das Dublin Castle oder die O’Connell Bridge, werden von der Herbstsonne in ein warmes, einladendes Licht getaucht. Perfekte Bedingungen für ausgedehnte Spaziergänge, nach denen man sich die Einkehr in einem der urigen Pubs oder eleganten Restaurants der Stadt redlich verdient hat.

Dublin ist eine Stadt der Schriftsteller. Doch während die meisten wohl an Oscar Wilde und James Joyce denken, wissen Gruselkenner, dass auch Bram Stoker von hier stammt. Das »Bram Stoker Festival« erinnert Ende Oktober an den 1847 im Stadtteil Clontarf geborenen Autor des »Dracula«. Auf dem Programm stehen Theaterabende im Gothic-Gewand und nächtliche Spaziergänge zu Orten, die Stoker inspirierten, etwa zur Krypta von St. Michan’s Church mit ihren mumifizierten Leichnamen.

Das Bram Stoker Festival im Park an der St Patrick's Cathedral in Dublin. Auf der Wiese dreht sich ein historisches Karussell, rechts stehen rote Zeltdächer über Bierbänken, dazwischen bewegen sich Besucher.

Foto: Megan Daly / Tourism Ireland

Vom Gruseln zur Gelehrsamkeit sind es nur wenige Straßenzüge: Im Herbst füllen sich Dublins Museen, und in den staatlichen Häusern ist der Eintritt frei (tatsächlich das ganze Jahr über!). Im National Museum of Ireland an der Kildare Street liegen Moorleichen aus der Eisenzeit neben Goldarbeiten der Bronzezeit. Reisen bildet eben.

Wer den Herbst lieber unter freiem Himmel erleben will, hat dazu im Süden Dublins Gelegenheit. Am Marlay Park beginnt der Wicklow Way, Irlands ältester Weitwanderweg, der über 131 Kilometer bis nach Clonegal führt. Für einen Tag genügt die erste Etappe hinauf in die Dublin Mountains: Das Farnkraut färbt sich im Oktober rostrot, und der Blick reicht zurück über die ganze Bucht.

Eine Frau in Wanderkleidung steigt einen felsigen Wanderweg in Irland hinauf, im Hintergrund eine weite Landschaft.

Foto: Ferderic Verdier / Wicklow County Council

Dublin im Winter: Weihnachtsmärkte und Hirsche im Phoenix Park

Wenn es im Dezember bereits am Nachmittag dämmert, machen sie in Dublin einfach die Lichter an. Ab Ende November verteilen sich Weihnachtsmärkte über Dublin und tauchen die Stadt an der Liffey in lauter bunte Farben. In Smithfield entsteht mit »TwinkleTown« ein Areal mit Eisbahn und Riesenrad. Mit »Dublin Loves Christmas« entsteht wiederum auf dem Gelände der Royal Dublin Society ein großer Weihnachtsmarkt, unter anderem mit Eislaufbahn und Fahrgeschäften.

Die beleuchtete Fassade des Pubs The Temple Bar in Dublin bei Nacht. Über der Gasse hängen Lichterketten, dazu schmücken Blumenampeln und weihnachtliche Beleuchtung die Häuserzeile.

Foto: Ruth Medjber / Fáilte Ireland

Ein Gegenprogramm liegt im Westen der Stadt. Im Phoenix Park, einem der größten Stadtparks Europas, lebt eine Herde von rund 600 Damhirschen, deren Vorfahren in den 1660er-Jahren angesiedelt wurden. Im Winter schließen sich die Tiere zu größeren Gruppen zusammen und stehen gut sichtbar auf den offenen Wiesen. Echte Schönheit, die sich am besten mit einem respektvollen Abstand bewundern lässt.

Am Weihnachtsmorgen verlagert sich das Geschehen an die Küste, ins Felsenbecken Forty Foot in Sandycove. Der Sprung ins gut zehn Grad kalte Wasser gehört seit Generationen zum Dubliner Festtag, viele sammeln dabei Geld für gute Zwecke. Ausflugstipp: Gleich daneben steht der Martello-Turm, in dem James Joyce seinen »Ulysses« beginnen lässt.

Luftaufnahme des Neujahrsschwimmens am Forty Foot bei Dublin. Zahlreiche Menschen stehen auf den Felsen an der Bucht, einige schwimmen im kalten Meerwasser.

Foto: Remizov/Shutterstock.com

Dublin im Frühjahr: Wenn die Stadt zum St. Patrick’s Day feiert

Im März geht es in Dublin hoch her: Die Tage werden länger, und die Stadt richtet ihr größtes Fest aus. Das St. Patrick’s Festival dauert mehrere Tage und verwandelt die Innenstadt in eine Bühne. In der ganzen Stadt spielen traditionelle Musiker zum Tanz auf, jeder Gast wird automatisch zum Freund. Irische Gastfreundschaft in Höchstform.

Mehrere Menschen in grünen Kostümen und grün angemalten Gesichtern sind Teil der St. Patrick's Day Parade in Dublin

Foto: Tourism Ireland

Höhepunkt ist die Parade am 17. März. Sie startet um 12 Uhr am Parnell Square, zieht über die O’Connell Street und die O’Connell Bridge auf die Südseite der Liffey und endet an der Kevin Street. Mehr als 3.000 Mitwirkende sind beteiligt. Rund eine halbe Million Zuschauer säumt die Route. Der Zugang ist frei, für einen festen Sitzplatz gibt es Tribünentickets. Früh da sein lohnt sich: Die Plätze am Straßenrand sind lange vorher belegt.

Nach dem Trubel liegt der nächste Park wenige Schritte von der Grafton Street. St Stephen’s Green wurde viktorianisch angelegt und 1880 mit Mitteln von Arthur Guinness für die Öffentlichkeit geöffnet. Im Frühjahr blühen unter den Zierkirschen die Narzissen, an den Bänken am Teich sitzen die Dubliner und genießen die wärmenden Strahlen der Frühlingssonne.

Blühender Ginster und Heide an den Klippen von Howth Head bei Dublin in der Abenddämmerung. Unten auf der Landzunge steht der Leuchtturm Baily, dahinter öffnet sich die Bucht bis zu den Wicklow Mountains.

Foto: Brian Morrison / Tourism Ireland

Falls der Sinn nach Meer steht: Da reicht eine halbe Stunde mit der Bahn nach Howth. Der Cliff Path Loop führt in knapp acht Kilometern über die Klippen zum Baily Lighthouse und zurück, mit Blick auf die Vogelinsel Ireland’s Eye. Im Frühjahr brüten hier die unverwechselbaren, schwarz-weißen Tordalke in den Felswänden und geben ein erstklassiges Fotomotiv ab.

Dublin lohnt sich das ganze Jahr, nicht nur im Sommer

Dublin ist also eine Stadt, die das ganze Jahr über begeistert, nicht nur in der Hauptsaison. Sehenswürdigkeiten wie das Trinity College oder die Kathedrale, die riesige Auswahl an Restaurants und Pubs sowie Institutionen wie das Guinness Storehouse und die zahlreichen Museen der Stadt sind ohnehin zu jeder Jahreszeit Pflicht. Und wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann den Städtetrip mit einem Roadtrip nach Belfast erweitern. Bei Tourism Ireland gibt’s die passende Routenempfehlung. Dem nächsten Urlaub nach Dublin steht also nichts mehr im Wege.

Infos zur Anreise

Dublin wird von vielen deutschen Flughäfen angeflogen. Direktflüge gehen unter anderem aus Hamburg, Frankfurt a.M. und auch Frankfurt/Hahn, Köln/Bonn, Düsseldorf, München, Berlin sowie Stuttgart. Der Direktflug dauert zwischen zwei und zweieinhalb Stunden. Noch mehr Informationen zu Reisen nach Irland gibt’s bei Tourism Ireland unter ireland.com.

Häufige Fragen

Warum lohnt sich eine Reise nach Dublin in der Nebensaison?
In der Nebensaison sind deutlich weniger Touristen unterwegs und Flüge sowie Hotels kosten weniger. Pubs und Museen wirken dadurch authentischer.
Wann ist Nebensaison in Dublin?
Von November bis März ist Nebensaison. Kulturprogramm und Sehenswürdigkeiten lassen sich dann ohne lange Warteschlangen erleben.
Welche besonderen Veranstaltungen sollte man sehen?
Im Dezember erleuchten die kostenlosen Dublin Winter Lights die Stadt, gefolgt vom New Year's Festival zum Jahreswechsel. Im Januar sorgt das Temple Bar TradFest für irische Musik. Und im März steht die ganze Stadt im Zeichen des bekannten St. Patrick's Festivals.