Zwischen den einzelnen Archipelen zeigen sich durchaus Unterschiede. Sprache, Bräuche und Traditionen können von Insel zu Insel variieren. Grund genug, einige dieser Besonderheiten genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Viele Inseln, viele Sprachen
Französisch ist die Amtssprache Französisch-Polynesiens, während Tahitianisch insbesondere den sprachlichen Alltag auf den Gesellschaftsinseln prägt. Doch damit ist die sprachliche Vielfalt der Inselwelt noch lange nicht ausgeschöpft. Auf den Marquesas-Inseln wird beispielsweise Marquisisch gesprochen, auf den Tuamotu-Inseln Paumotu. Interessant sind auch die Verbindungen zu anderen polynesischen Sprachen. Verwandtschaften gibt es unter anderem mit den Sprachen Hawaiis, Neuseelands, Samoas und Tongas.
Von Geburt an verwurzelt
Auf den Inseln von Tahiti ist die Geburt eines Kindes mit einem besonderen Brauch verbunden. Die Plazenta des Neugeborenen, auf Tahitianisch »pu fenua«, wird traditionell am Fuß eines Baumes vergraben. Sie steht symbolisch für die Verbindung zwischen Mensch und Erde. Je nach Archipel wird das Ritual etwas anders praktiziert und hat sich bis heute erhalten.
Jede Insel schmeckt ein bisschen anders
Die kulinarischen Traditionen Französisch-Polynesiens sind so unterschiedlich wie die Inselgruppen selbst. Auf den Marquesas zählt Ka’aku zu den typischen Spezialitäten. Zubereitet wird das Gericht aus ‘uru, der Frucht des Brotfruchtbaums. Auf den Austral-Inseln wiederum findet sich Poi auf dem Speiseplan. Dafür wird Taro verwendet, eine stärkehaltige Knolle, die in der polynesischen Küche weit verbreitet ist. Bei besonderen Anlässen kommt auf den Tuamotus schließlich ‘avaro auf den Tisch. Dabei handelt es sich um ein traditionelles Brot der Inselgruppe.

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Woher das Tattoo seinen Namen hat
Dass das Wort »Tattoo« aus Polynesien stammt, dürfte nicht jedem bekannt sein. Seine Wurzeln liegen im tahitianischen »tatau«, das mit »schlagen« übersetzt werden kann und an die traditionelle Technik des Tätowierens erinnert. Die kunstvollen Muster waren weit mehr als Körperschmuck: Mit ihnen wurden Geschichten und kulturelles Erbe über Generationen weitergegeben. Gleichzeitig konnten Tattoos als Zeichen der Ehre verstanden werden oder etwas über die Herkunft ihres Trägers verraten. Manche Motive waren dabei bestimmten Familien vorbehalten.

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Tanzen auf den Marquesas
Getanzt wird auf den Inseln von Tahiti seit Jahrhunderten, wobei sich je nach Archipel ganz unterschiedliche Traditionen entwickelt haben. Ein gutes Beispiel dafür sind die Marquesas, wo einige Tänze traditionell klar zwischen Männern und Frauen aufgeteilt sind. So wird der Haka Manu ausschließlich von Frauen getanzt. Übersetzt bedeutet der Name »Vogeltanz«, was sich auch in den Bewegungen widerspiegelt, die an einen Vogel erinnern. Den Männern ist dagegen der Haka Puaka vorbehalten. Dahinter verbirgt sich der sogenannte Schweinetanz, bei dem die Tänzer die Bewegungen und Laute der Tiere nachahmen.

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Auf den Spuren der Arioi
Auf Tahiti und weiteren Inseln des Gesellschaftsarchipels gab es einst den Arioi-Orden, eine geheime religiöse Gemeinschaft. Zu seinen Mitgliedern zählten Heiler ebenso wie Künstler und Tänzer. Innerhalb des Ordens herrschte eine klare Hierarchie, in die auch der gesellschaftliche Status der Mitglieder einfloss. Über lange Zeit waren die Arioi eng mit dem kulturellen und religiösen Leben der Inseln verbunden.
Raiateas bedeutendste Kultstätte
Zwischen Raiatea, Hawaii und Neuseeland liegen Tausende Kilometer Ozean. Dennoch bestanden zwischen den weit voneinander entfernten Inseln schon früh enge Verbindungen. Eine wichtige Rolle spielte dabei Taputapuatea auf Raiatea. Die Kultstätte war Teil eines weitreichenden Netzwerks, das sich über den Pazifik erstreckte und sogar bis zur Osterinsel reichte. Menschen trafen sich hier zu religiösen Zeremonien und politischen Zusammenkünften, tauschten Wissen aus und pflegten ihre Verbindungen zu anderen Inseln. Seit 2017 gehört Taputapuatea zum Unesco-Welterbe.

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Schutzgeister in Tiergestalt
Hai, Hund oder sogar Hundertfüßer: Nach tahitianischer Tradition können Familien mit einem eigenen Totemtier verbunden sein. Diese als »Taura’a« bezeichneten Wesen werden als Schutzgeister verstanden und stehen für Stärke und Macht. Dabei beschränkt sich die Vorstellung nicht allein auf die Tierwelt. Auch bestimmte Pflanzen oder Mineralien können als Taura’a gelten. Die Verbindung zu einem solchen Schutzgeist kann innerhalb der Familie über Generationen bestehen bleiben.

