Foto: Fairmont/Matias Vargas
Designhotels

20 Jahre nach Hurrikan Katrina: Fairmont kehrt nach New Orleans zurück

Die Luxushotelgruppe Fairmont kehrt nach dem Rückzug wegen Hurrikan Katrina nach New Orleans zurück. Das neue Haus eröffnet am 2. November 2026 in einem denkmalgeschützten Bankhochhaus – mit 250 Zimmern, einem Pool über den Dächern und Starkoch Emeril Lagasse.

Fairmont war schon einmal da. Bis Hurrikan Katrina im Jahr 2005 New Orleans verwüstete, gehörte das traditionsreiche Hotel an der Roosevelt Way zur kanadischen Luxushotelmarke. Das Haus blieb nach dem Sturm geschlossen und eröffnete 2009 als The Roosevelt unter der Flagge von Waldorf Astoria wieder. Fairmont verschwand damals aus der Stadt.

Nun folgt das Comeback, allerdings nicht am alten Standort. Und auch nicht ganz so schnell wie ursprünglich angekündigt: Eigentlich sollte das Fairmont New Orleans schon im Sommer 2025 eröffnen, später war von Mitte 2026 die Rede. Nun soll es am 2. November 2026 endlich so weit sein. Dafür bekommt die Rückkehr eine durchaus interessante Bühne: einen ehemaligen Bankturm aus der Hochphase des amerikanischen Bürohochhauses.

Vom Bankhochhaus zum Luxushotel

Wo liegt’s? Das Fairmont New Orleans zieht an die 1010 Common Street im Central Business District, nur wenige Gehminuten von Canal Street und dem French Quarter entfernt. Spannender als die Adresse ist das Gebäude. Der 31-stöckige Turm wurde 1970 als Hauptsitz der Bank of New Orleans and Trust Company fertiggestellt und von Skidmore, Owings & Merrill entworfen, dem Büro hinter einigen der bekanntesten amerikanischen Hochhäuser. Seit 2016 steht das Gebäude im National Register of Historic Places.

Das Fairmont ist dabei nur ein Teil einer großen Umnutzung. Entwickler Kailas Companies verwandelt den lange überwiegend leer stehenden Bürokomplex in ein Mixed-Use-Projekt aus Hotels, Büros, Einzelhandel und Parkhaus. Bereits im Februar 2026 eröffnete im selben Gebäude das Hotel »Element by Marriott New Orleans Downtown« mit 216 Zimmern. Das Fairmont belegt nach den jüngsten Angaben 17 Etagen des Turms; frühere Projektunterlagen nannten noch 18. Architektonisch begleitet Rozas Ward Architects aus New Orleans den Umbau.

Viel Aussicht und eine Whiskey-Suite

Wie viele Zimmer? Insgesamt sind 210 Zimmer und 40 Suiten vorgesehen. Schon die normalen Fairmont-Zimmer fallen mit rund 35 Quadratmetern ordentlich geräumig aus; Deluxe-Zimmer kommen auf etwa 37 Quadratmeter. Typisch sind kleine, an Wintergärten erinnernde Sitzecken, Marmoreingänge sowie Bäder mit Doppelwaschtischen und Regenduschen.

Deluxe River View Zimmer im Fairmont New Orleans mit Doppelbett, orangefarbener Sitzbank und großen Panoramafenstern mit Blick auf den Mississippi.

Foto: Fairmont/Matias Vargas

Interessanter wird es weiter oben. Auf den Etagen 29 und 30 liegt Fairmont Gold, das »Hotel im Hotel« mit eigener Lounge, Concierge, Frühstück und Canapés. Die rund 79 Quadratmeter großen Gold One Bedroom Suites besitzen Wohn- und Essbereiche für sechs Personen. Ganz oben im 31. Stock befindet sich die zweigeschossige Loft Suite mit rund 64 Quadratmetern und sechs Meter hoher Decke. Noch großzügiger gerät die rund 117 Quadratmeter große Nearest Green Suite im 27. Stock mit Mississippi-Blick und eigener Whiskey-Bar, benannt nach Nathan »Nearest« Green, dem afroamerikanischen Destillateur, der Jack Daniel das Whiskeyhandwerk beigebracht haben soll.

Rockwell Group spielt mit den Siebzigern

Was verspricht das Interieur? Für die Innenräume zeichnet die New Yorker Rockwell Group verantwortlich. Und die hatte bei einem Bürohochhaus von 1970 eine reizvollere Aufgabe als bei einem beliebigen Neubau. Statt sämtliche Spuren der Bankzeit wegzurenovieren, nimmt das Konzept die strenge Architektur des International Style auf und stellt ihr weichere Materialien, kräftigere Farben und Motive aus der Landschaft Louisianas gegenüber. Fairmont beschreibt den Gegensatz zwischen gebauter Stadt und üppiger Natur als Leitmotiv; interessanter sind die konkreten Resultate: Walnussholz, Samt, Wandbekleidungen mit Anklängen an Spanish Moss und eine Palette, die deutlich weniger nach international austauschbarem Beige aussieht als manches neue Fünf-Sterne-Hotel.

Club Lounge des Fairmont New Orleans mit goldfarbenem Sofa, gemusterten Sesseln und Panoramablick über die Stadt.

Foto: Fairmont/Matias Vargas

Am stärksten begegnen sich Vergangenheit und Gegenwart in den Veranstaltungsräumen. Ein Ballsaal bewahrt eine Decke aus lokalem Zypressenholz und italienisch inspirierte Kronleuchter aus den 1970er-Jahren. Dazu kommen zwei rund 370 Quadratmeter große Ballsäle, sechs Meetingräume und ein Boardroom. Solche Details erzählen von der früheren Bank überzeugender als ein paar historische Schwarz-Weiß-Fotos neben dem Aufzug.

Auch die Zimmer zitieren die Vergangenheit eher beiläufig: strukturierte Stoffe, warme Farbtöne, geometrische Formen und die erwähnten Sitzecken treffen auf Marmor, große Bäder und moderne Technik. Ob Rockwell damit tatsächlich die oft bemühte »Seele von New Orleans« eingefangen hat, lässt sich sinnvoll erst nach der Eröffnung beurteilen. Immerhin hat man versucht, mehr aus dem Ort zu machen als einen austauschbaren Luxusrahmen.

Emeril Lagasse bringt das Delmonico zurück – aber anders

Wo essen und trinken? Für die Gastronomie hat sich Fairmont prominente Unterstützung geholt: Emeril Lagasse, einen der bekanntesten Fernseh- und Starköche der USA. Der in Massachusetts Geborene wurde mit seiner Interpretation der kreolischen und Cajun-Küche berühmt und betreibt seit Jahrzehnten Restaurants in New Orleans und anderen amerikanischen Städten.

Im neuen Fairmont verantwortet er unter anderem das »Delmonico Steakhouse«. Das Restaurant mit 139 Plätzen orientiert sich an seinem gleichnamigen Steakhouse im Venetian Resort in Las Vegas, das Lagasse 1999 eröffnete. Auf der Speisekarte stehen vor allem erstklassige Steaks, darunter am Knochen gereifte Fleischstücke, begleitet von einer umfangreichen Wein- und Spirituosenauswahl. Das Interieur greift mit seinem Design die 1970er-Jahre auf und erinnert damit an die Entstehungszeit des ehemaligen Bankhochhauses.

Wine Room des Delmonico Steakhouse im Fairmont New Orleans mit gedeckten Tischen, grünen Polsterstühlen und großem Wandgemälde.

Foto: Fairmont/Matias Vargas

Daneben eröffnet »The Café by Emeril« für Frühstück und Mittagessen mit kreolisch beeinflussten Southern Classics und Chicorée-Kaffee.

Mehr Aussicht gibt es oben: »Third Measure« kombiniert Cocktails, kleine Gerichte und Live-Musik in einer intimeren Rooftop-Bar. »Bleu Perdu« liegt direkt am Dachpool und ist als legerere Pool-Lounge gedacht. Hinzu kommt die Lobby-Bar.

Das French Quarter beginnt fast vor der Tür

Was kann man in der Umgebung unternehmen? Die Lage ist für Besucher ausgesprochen praktisch, ohne dass man gleich mitten im nächtlichen Bourbon-Street-Betrieb schlafen muss. Die Canal Street liegt nur wenige Minuten entfernt, Bourbon Street rund sechs Gehminuten, der Caesars Superdome etwa acht. Das French Quarter beginnt also beinahe vor der Haustür.

Historisches Backsteingebäude mit schmiedeeisernen Balkonen und roter Pferdekutsche im French Quarter von New Orleans.

Foto: Delpixel/Shutterstock.com

Wer New Orleans nicht auf Bourbon Street, Handgranaten-Cocktails und Junggesellenabschiede reduzieren möchte, sollte weiter Richtung Royal Street gehen. Dort liegt die Historic New Orleans Collection, ein ausgezeichnetes und kostenloses Museum zur Geschichte der Stadt und der Golfküste. Aktuell zeigt es unter anderem Ausstellungen zu Künstler Bunny Matthews, Musikern aus New Orleans sowie zum Verlust der Küstenlandschaften Louisianas.

Abends bleibt die Preservation Hall eine der verlässlichsten Adressen für traditionellen New-Orleans-Jazz. Seit Oktober 2026 gehört nebenan außerdem Le Spectacle dazu, erstmals mit eigener Bar und Restaurant. Wer mehr Zeit hat, sollte das French Quarter anschließend verlassen: Tremé, Marigny und Bywater erzählen mindestens ebenso viel über die musikalische und kulturelle Gegenwart der Stadt wie das touristische Zentrum.

Ein Pool ganz oben über New Orleans

Highlight des Hotels? Die Versuchung ist groß, das historische Bankinterieur zu wählen. Für Hotelgäste dürfte das stärkste Argument aber tatsächlich ganz oben liegen: Fairmont bezeichnet den Rooftop-Pool als den höchstgelegenen der Stadt. Von dort sollen sich Mississippi, Downtown und Teile des French Quarter überblicken lassen; mit Bleu Perdu und Third Measure entstehen gleich zwei gastronomische Anlaufstellen auf den oberen Etagen.

Zum Auftakt deutlich über 600 Dollar möglich

Was kostet der Spaß? Einen verlässlichen Einstiegspreis veröffentlicht Fairmont derzeit (noch) nicht. Ende 2025 war das Hotel noch mit Raten ab 395 US-Dollar pro Nacht angekündigt worden; damals sollte es allerdings bereits im Juni 2026 eröffnen. Für die tatsächliche Eröffnungsphase liegen die Preise nun höher: Eine aktuelle Abfrage nennt etwa für den 4. November 2026 rund 623 US-Dollar pro Nacht. Wie in New Orleans üblich können die Preise abhängig von Wochentag, Veranstaltungen und Saison erheblich schwanken. Steuern und Gebühren kommen hinzu.

Lobby des Fairmont New Orleans mit zwei Empfangstresen, dunkelgrünen Wandverkleidungen und geometrischer Deckengestaltung.

Foto: Fairmont/Matias Vargas

Fairmont bietet zur Eröffnung außerdem ein Paket mit täglich 75 Dollar Hotelguthaben und einer historischen Führung durch das French Quarter bei mindestens zwei Übernachtungen an. Wer mit dem Auto kommt, sollte einen weiteren Posten einplanen: Das Hotel nennt derzeit 65 Dollar plus Steuer pro Nacht fürs Valet Parking.

Weitere Informationen und Buchung auf der Website des Fairmont New Orleans.

Häufige Fragen

Wie weit ist das Fairmont New Orleans vom Flughafen entfernt?
Das Fairmont New Orleans liegt rund 22 Kilometer vom Louis Armstrong New Orleans International Airport (MSY) entfernt. Mit dem Taxi oder Mietwagen dauert die Fahrt je nach Verkehr etwa 25 bis 35 Minuten. Für ein Taxi in die Innenstadt gilt derzeit ein Festpreis von 36 US-Dollar für ein bis zwei Personen, zuzüglich möglicher Gepäckgebühren. Günstiger geht es mit dem Airport Express 202, der für 1,25 Dollar in etwa 40 Minuten ins Stadtzentrum fährt. Von einer Haltestelle an der Poydras Street lässt sich das Hotel zu Fuß erreichen.
Wann ist die beste Reisezeit für New Orleans?
Die angenehmsten Monate für eine Reise nach New Orleans sind März bis Mai sowie Oktober und November. Im Frühling liegen die Tageshöchsttemperaturen meist zwischen 23 und 29 Grad, im Oktober bei durchschnittlich 27 Grad. Dazu kommen zahlreiche Musik- und Kulturfestivals. Besonders lebhaft wird es rund um Mardi Gras, das je nach Jahr im Februar oder März stattfindet. Der Sommer ist dagegen heiß, schwül und regenreich. Zwischen Juni und November herrscht offiziell Hurrikansaison, wobei das Risiko schwerer Tropenstürme besonders im Spätsommer und Frühherbst erhöht ist. Wer Hitze schlecht verträgt, sollte Juli und August meiden.
Braucht man in New Orleans einen Mietwagen?
Bloß nicht. Vom Fairmont New Orleans lassen sich das French Quarter, zahlreiche Restaurants, Jazzclubs und Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erreichen. Für längere Strecken gibt es Straßenbahnen, Stadtbusse sowie Uber und Lyft. Besonders reizvoll ist die historische St. Charles Streetcar, die durch das Garden District und weiter nach Uptown fährt. Ein Mietwagen lohnt sich eher für Ausflüge ins Umland, etwa zu den Sumpflandschaften Louisianas oder zu Plantagen entlang des Mississippi. Wer ausschließlich in New Orleans bleiben möchte, spart sich besser die zum Teil sündhaft teuren Parkgebühren.
Wie viele Tage sollte man für New Orleans einplanen?
Für einen ersten Besuch sind vier bis fünf Tage ideal. So bleibt genügend Zeit, um das French Quarter zu erkunden, Live-Jazz zu hören, die kreolische und Cajun-Küche kennenzulernen und auch Viertel wie Tremé, Marigny oder das Garden District zu entdecken. Besonders lohnenswert ist ein Abend auf der Frenchmen Street mit ihren zahlreichen Musikclubs.
Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.