Der Name verrät schon das Rezept: Piña colada heißt auf Spanisch »gesiebte Ananas«. Frischer Ananassaft bildet die Basis, weißer Rum und Kokos machen daraus einen Drink, der auch an einem grauen Novembertag nach Karibik schmeckt. 1979 landete Rupert Holmes mit »Escape (The Piña Colada Song)« einen Nummer-eins-Hit in den USA, und der Cocktail wanderte auf die Karten von Strandbars in aller Welt. Dort büßte er an Qualität ein. Fertigmischungen und billiger Rum prägten sein Image über Jahrzehnte.
In guten Bars kehrt die Piña Colada inzwischen als das zurück, was sie ursprünglich war: ein sorgfältig gemixter Klassiker. Frisch gepresste Ananas, ein ordentlicher weißer Rum und die richtige Kokoscreme genügen dafür.
Rezept für die klassische Piña Colada
Beim Einkauf lohnt ein genauer Blick. Die Kokoscreme aus dem Asia-Regal ist ungesüßt und ersetzt die gesüßte Cream of Coconut nicht. Wer sie trotzdem verwendet, gibt Zuckersirup dazu.
Zutaten für 1 Drink
- 5 cl weißer Rum
- 3 cl Cream of Coconut (gesüßte Kokoscreme, etwa Coco López)
- 10 cl Ananassaft, frisch gepresst oder naturtrüb
- 1 cl frisch gepresster Limettensaft (optional)
- Eiswürfel
- 1 Stück Ananas zum Garnieren
Zubereitung
- Rum, Cream of Coconut, Ananassaft und Limettensaft mit reichlich Eis in einen Shaker geben.
- Kräftig schütteln, bis der Shaker außen beschlägt, etwa 15 Sekunden.
- Auf frisches Eis in ein hohes Glas abseihen und mit Ananas garnieren.
Gut zu wissen: Im Standmixer mit einer Handvoll Eis kurz aufgeschlagen, wird der Drink cremiger. So servierte ihn das Caribe Hilton ursprünglich.
Gefrorene Piña Colada: Rezept für 4 Gläser
Die gefrorene Variante setzt zusätzlich auf tiefgefrorene Ananasstücke. Der Drink verwässert dadurch nicht und bekommt die Konsistenz eines Slushies. Die Säure von Ananas und Limette hält die Süße in Schach. Neben der Cream of Coconut kommt ungesüßte Kokosmilch hinein, die den Drink samtig macht.
Ohne Standmixer geht es nicht. Die Ananas wandert mindestens drei Stunden vorher ins Gefrierfach, die fertige Mischung später noch einmal für eine halbe Stunde. Den Platz dafür besser vor dem Mixen freiräumen.

Kike Salazar
Zutaten
- ½ frische Ananas, geschält und in Stücke geschnitten
- 0,2 l Cream of Coconut (gesüßte Kokoscreme, etwa Coco López)
- 0,1 l ungesüßte Kokosmilch
- 0,25 l weißer Rum
- 2 EL frisch gepresster Limettensaft
- ca. 400 g Eiswürfel
- 1 Schuss dunkler Rum (optional)
- Ananasstücke zum Garnieren

Humphrey Muleba
Zubereitung
- Ananasstücke flach in einem Gefrierbeutel verteilen und mindestens drei Stunden einfrieren.
- Cream of Coconut und Kokosmilch in den Dosen gut durchschütteln. Gefrorene Ananas, Cream of Coconut, Kokosmilch, weißen Rum, Limettensaft und Eis im Standmixer glatt pürieren.
- Die Mischung in eine Gefrierdose umfüllen und 25 bis 35 Minuten ins Gefrierfach stellen, bis sie die Konsistenz eines Milchshakes hat.
- Erneut kurz pürieren, bis ein cremiger Slush entsteht. Auf vier Gläser verteilen, nach Belieben mit einem Schuss dunklem Rum toppen und mit Ananas garnieren.

Debbie Galbraith/Shutterstock.com
Gut zu wissen: Gefrorene Ananasstücke halten sich bis zu drei Monate. Wer sie auf Vorrat einfriert, spart beim nächsten Mal drei Stunden.
Wer hat die Piña Colada erfunden?
Zwei Adressen in San Juan beanspruchen die Erfindung für sich. Das Caribe Hilton erzählt, sein Barkeeper Ramón »Monchito« Marrero habe 1954 monatelang an der Mischung gefeilt, bis sie saß. Das Restaurant Barrachina in der Altstadt hält mit einer Plakette am Eingang dagegen: Dort soll Ramón Portas Mingot den Drink 1963 zum ersten Mal gemixt haben. Belegen lässt sich keine der beiden Versionen zweifelsfrei.
Für Besucher hat der Streit einen angenehmen Nebeneffekt. Beide Häuser schenken ihre Piña Colada bis heute aus, und der Weg vom Hotel am Condado-Strand in die Altstadt dauert mit dem Taxi eine Viertelstunde. Ein direkter Vergleich lohnt sich.
Mehr Cocktails und Bars
Wer nach der Piña Colada Lust auf weitere Klassiker bekommt, findet sie in den Hotelbars mit den besten Martinis. Europas Barszene versammelt unsere Auswahl der 17 besten Cocktailbars Europas. Für Gin-Liebhaber gibt es Gin-Empfehlungen aus Deutschland und Europa.


