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Kulinarik

Piña Colada: So mixt du den süßen Cocktail

Am Anfang stand eine Hotelbar in San Juan. Im Caribe Hilton soll Barkeeper Ramón »Monchito« Marrero 1954 weißen Rum, Kokoscreme und Ananassaft zu dem Drink gemixt haben, der Puerto Rico seither begleitet. Seit 1978 ist die Piña Colada offiziell das Nationalgetränk der Insel. Zum klassischen Rezept gehört eine gefrorene Variante mit frischer Ananas, und zum Gelingen vor allem die richtige Kokoscreme.

Der Name verrät schon das Rezept: Piña colada heißt auf Spanisch »gesiebte Ananas«. Frischer Ananassaft bildet die Basis, weißer Rum und Kokos machen daraus einen Drink, der auch an einem grauen Novembertag nach Karibik schmeckt. 1979 landete Rupert Holmes mit »Escape (The Piña Colada Song)« einen Nummer-eins-Hit in den USA, und der Cocktail wanderte auf die Karten von Strandbars in aller Welt. Dort büßte er an Qualität ein. Fertigmischungen und billiger Rum prägten sein Image über Jahrzehnte.

In guten Bars kehrt die Piña Colada inzwischen als das zurück, was sie ursprünglich war: ein sorgfältig gemixter Klassiker. Frisch gepresste Ananas, ein ordentlicher weißer Rum und die richtige Kokoscreme genügen dafür.

Rezept für die klassische Piña Colada

Beim Einkauf lohnt ein genauer Blick. Die Kokoscreme aus dem Asia-Regal ist ungesüßt und ersetzt die gesüßte Cream of Coconut nicht. Wer sie trotzdem verwendet, gibt Zuckersirup dazu.

Zutaten für 1 Drink

  • 5 cl weißer Rum
  • 3 cl Cream of Coconut (gesüßte Kokoscreme, etwa Coco López)
  • 10 cl Ananassaft, frisch gepresst oder naturtrüb
  • 1 cl frisch gepresster Limettensaft (optional)
  • Eiswürfel
  • 1 Stück Ananas zum Garnieren

Zubereitung

  1. Rum, Cream of Coconut, Ananassaft und Limettensaft mit reichlich Eis in einen Shaker geben.
  2. Kräftig schütteln, bis der Shaker außen beschlägt, etwa 15 Sekunden.
  3. Auf frisches Eis in ein hohes Glas abseihen und mit Ananas garnieren.

Gut zu wissen: Im Standmixer mit einer Handvoll Eis kurz aufgeschlagen, wird der Drink cremiger. So servierte ihn das Caribe Hilton ursprünglich.

Gefrorene Piña Colada: Rezept für 4 Gläser

Die gefrorene Variante setzt zusätzlich auf tiefgefrorene Ananasstücke. Der Drink verwässert dadurch nicht und bekommt die Konsistenz eines Slushies. Die Säure von Ananas und Limette hält die Süße in Schach. Neben der Cream of Coconut kommt ungesüßte Kokosmilch hinein, die den Drink samtig macht.

Ohne Standmixer geht es nicht. Die Ananas wandert mindestens drei Stunden vorher ins Gefrierfach, die fertige Mischung später noch einmal für eine halbe Stunde. Den Platz dafür besser vor dem Mixen freiräumen.

Gefrorene Piña Colada

Kike Salazar

Zutaten

  • ½ frische Ananas, geschält und in Stücke geschnitten
  • 0,2 l Cream of Coconut (gesüßte Kokoscreme, etwa Coco López)
  • 0,1 l ungesüßte Kokosmilch
  • 0,25 l weißer Rum
  • 2 EL frisch gepresster Limettensaft
  • ca. 400 g Eiswürfel
  • 1 Schuss dunkler Rum (optional)
  • Ananasstücke zum Garnieren
Frische Ananas und Kokosnüsse auf einem Holzbrett vor pinkem Hintergrund

Humphrey Muleba

Zubereitung

  1. Ananasstücke flach in einem Gefrierbeutel verteilen und mindestens drei Stunden einfrieren.
  2. Cream of Coconut und Kokosmilch in den Dosen gut durchschütteln. Gefrorene Ananas, Cream of Coconut, Kokosmilch, weißen Rum, Limettensaft und Eis im Standmixer glatt pürieren.
  3. Die Mischung in eine Gefrierdose umfüllen und 25 bis 35 Minuten ins Gefrierfach stellen, bis sie die Konsistenz eines Milchshakes hat.
  4. Erneut kurz pürieren, bis ein cremiger Slush entsteht. Auf vier Gläser verteilen, nach Belieben mit einem Schuss dunklem Rum toppen und mit Ananas garnieren.
Gefrorene Piña Colada im Glas mit Ananas garniert

Debbie Galbraith/Shutterstock.com

Gut zu wissen: Gefrorene Ananasstücke halten sich bis zu drei Monate. Wer sie auf Vorrat einfriert, spart beim nächsten Mal drei Stunden.

Wer hat die Piña Colada erfunden?

Zwei Adressen in San Juan beanspruchen die Erfindung für sich. Das Caribe Hilton erzählt, sein Barkeeper Ramón »Monchito« Marrero habe 1954 monatelang an der Mischung gefeilt, bis sie saß. Das Restaurant Barrachina in der Altstadt hält mit einer Plakette am Eingang dagegen: Dort soll Ramón Portas Mingot den Drink 1963 zum ersten Mal gemixt haben. Belegen lässt sich keine der beiden Versionen zweifelsfrei.

Für Besucher hat der Streit einen angenehmen Nebeneffekt. Beide Häuser schenken ihre Piña Colada bis heute aus, und der Weg vom Hotel am Condado-Strand in die Altstadt dauert mit dem Taxi eine Viertelstunde. Ein direkter Vergleich lohnt sich.

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Wer nach der Piña Colada Lust auf weitere Klassiker bekommt, findet sie in den Hotelbars mit den besten Martinis. Europas Barszene versammelt unsere Auswahl der 17 besten Cocktailbars Europas. Für Gin-Liebhaber gibt es Gin-Empfehlungen aus Deutschland und Europa.

Häufige Fragen

Welcher Rum eignet sich für die Piña Colada?
Ein weißer, leichter Rum im spanisch-karibischen Stil, wie ihn die Destillerien auf Puerto Rico herstellen. Er lässt Ananas und Kokos den Vortritt. Kräftiger dunkler Rum überdeckt die Frucht und kommt höchstens als Schuss obenauf.
Gibt es eine alkoholfreie Piña Colada?
Ja, als Virgin Colada. Dafür 12 cl Ananassaft, 4 cl Cream of Coconut und 1 cl Limettensaft mit Eis shaken und auf frisches Eis abseihen. Ohne Rum fehlt etwas Körper, ein kleiner Schuss Kokosmilch gleicht das aus.
Lässt sich Ananassaft durch frische Ananas ersetzen?
Ja, und der Drink schmeckt dann frischer. Reife Ananas im Mixer pürieren und durch ein feines Sieb streichen. Der klare Saft ersetzt die gleiche Menge Ananassaft aus der Flasche.
Kann man Piña Colada für Gäste vorbereiten?
Die klassische Variante eignet sich gut dafür. Rum, Cream of Coconut und Ananassaft ohne Eis in einer Flasche mischen und bis zu einem Tag kalt stellen. Den Limettensaft erst kurz vor dem Servieren zugeben, die Mischung kräftig schütteln und jede Portion einzeln mit Eis shaken.
In welchem Glas wird die Piña Colada serviert?
Klassisch im Hurricane-Glas oder im Poco-Grande-Glas mit geschwungenem Stiel. Ein schlichtes Longdrinkglas funktioniert genauso, solange es genug Platz für Drink und Eis bietet.
Louisa Latuperisa
Louisa hat Philosophie und Ethnologie studiert, zwei Fächer, die einem das Fragen nicht mehr abgewöhnen. Genau deshalb zieht es sie in die Türkei und in die Berge, wo sich Menschen, Mythen und Höhenmeter wunderbar hinterfragen lassen. Neuem öffnet sie sich sofort, jedem Text dagegen erst nach gründlicher Prüfung. Als härteste Kritikerin der Redaktion zerlegt sie jede Behauptung, bis nur noch das Wahre übrig bleibt.