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Indonesien

Erdrutsch auf Bali: Deutscher in Glampinganlage vermisst

Ein Erdrutsch hat auf der indonesischen Ferieninsel Bali eine Glampinganlage verwüstet. Zwei Urlauber werden vermisst, darunter ein Deutscher. Das Unglück wirft Fragen zur Sicherheit von Unterkünften an steilen Hängen und Flüssen auf.

Es sollte eine Übernachtung mitten in der tropischen Natur Balis werden. Stattdessen endete der Aufenthalt für zwei Gäste einer Glampinganlage möglicherweise in einer Katastrophe. In der Nacht zum 2. November 2026 löste heftiger Regen im Norden des Regierungsbezirks Badung einen Erdrutsch aus. Schlamm, Geröll und Wassermassen trafen die Anlage Pelaga Eco Park. Ein Unterkunftsgebäude wurde von der Strömung eines Flusses fortgerissen. Zwei Menschen werden seitdem vermisst.

Nach Angaben der balinesischen Polizei ereignete sich das Unglück am Sonntag, 1. November, gegen 23 Uhr Ortszeit. Betroffen ist das Dorf Pelaga im Distrikt Petang, einer hügeligen Region im Landesinneren der indonesischen Ferieninsel. Die Anlage liegt in unmittelbarer Nähe eines Flusses. Die beiden Vermissten hielten sich offenbar in derselben Unterkunft auf. Wie die Polizei am Dienstag, 3. November, mitteilte, handelt es sich um einen 27-jährigen Indonesier und einen 56-jährigen Deutschen. Beide bewohnten die als Room 6 bezeichnete Unterkunft.

Heftiger Regen in der Region

Nach Angaben der indonesischen Katastrophenschutzbehörde BPBD befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks insgesamt 23 Gäste auf dem Gelände, darunter die beiden Vermissten. Die anderen 21 konnten sich in Sicherheit bringen.

Das Ausmaß der Zerstörung ist erheblich. Laut Nachrichtenagentur ANTARA wurden vier von insgesamt 25 Glampingunterkünften auf dem rund vier Hektar großen Gelände beschädigt. (Dieser Link führt auf die Nachrichtenseite.) Eine davon rissen die Wassermassen vollständig mit sich. In Pelaga hatte es zuvor heftig geregnet. Der Katastrophenschutz registrierte eine Niederschlagsmenge von 121 Millimetern innerhalb eines Tages. Das entspricht 121 Litern Wasser pro Quadratmeter.

Ein schwarzes Auto fährt bei heftigem Regen durch eine überflutete Straße in Denpasar auf Bali und wirbelt große Wassermassen auf (Archivbild).

Foto: ddprasetya/Shutterstock.com

Besonders in bergigem Gelände können solche Regenmengen gefährlich werden. Nach Informationen der Lokalzeitung Radar Bali begann der  Regen bereits gegen 15 Uhr, also etwa acht Stunden vor dem Unglück. Die Zeitung berichtet außerdem, dass neben der fortgerissenen Unterkunft weitere Gebäude durch nachfolgende Hangbewegungen zerstört wurden. Ob die Menschen in der Unterkunft rechtzeitig über die zunehmende Gefahr informiert wurden und welche Vorsichtsmaßnahmen die Anlage getroffen hatte, ist bislang allerdings nicht bekannt.

Rettungskräfte suchen entlang des Flusses nach Vermissten

Auch am Dienstag, 3. November, setzte sich die Suche nach den beiden vermissten Gästen fort. Nach Polizeiangaben waren 76 Einsatzkräfte verschiedener Organisationen beteiligt. Neben der Polizei gehörten dazu die nationale Such- und Rettungsbehörde Basarnas, der Katastrophenschutz sowie weitere Spezialeinheiten. Das Gelände erschwert die Rettungsarbeiten erheblich. Steile Hänge, Schlamm und Geröll machen es den Einsatzkräften schwer, einzelne Bereiche zu erreichen. Zudem besteht die Gefahr weiterer Erdrutsche. Die Polizei warnte ausdrücklich davor, sich gefährdeten Hängen oder Flussläufen zu nähern. Balis Vizegouverneur I Nyoman Giri Prasta besuchte die Unglücksstelle und sagte, die Suche werde mit allen verfügbaren Mitteln fortgesetzt.

Warum sind Unterkünfte an steilen Hängen besonders gefährdet?

Das Unglück lenkt die Aufmerksamkeit auf eine Urlaubsform, die auf Bali immer beliebter geworden ist: Glamping. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern »glamorous« und »camping« zusammen. Gemeint sind komfortable Unterkünfte in der Natur, beispielsweise luxuriöse Zelte, kleine Holzhäuser oder Bungalows mit Blick auf Reisfelder, Schluchten und tropische Wälder. Keine Frage: Die außergewöhnliche Lage macht viele solcher Unterkünfte attraktiv. Was auf Urlaubsfotos spektakulär aussieht, kann allerdings Risiken bergen. Besonders problematisch sind Standorte unterhalb steiler Hänge, an Flussufern oder in engen Tälern.

Bei lang anhaltendem Starkregen saugt sich der Boden zunehmend mit Wasser voll. Dadurch kann seine Stabilität abnehmen. Schließlich geraten ganze Erdschichten in Bewegung und rutschen talwärts. Besonders gefährlich wird es, wenn sich die Erdmassen mit Wasser und Geröll vermischen. In engen Flusstälern können solche Schlammströme enorme Kräfte entwickeln. Gebäude, Brücken und Zufahrtswege können innerhalb kürzester Zeit zerstört werden. Hinzu kommt, dass Flüsse bei heftigen Niederschlägen rasch anschwellen können. Das gilt auch dann, wenn es unmittelbar an der Unterkunft gerade nicht mehr regnet. Entscheidend sind häufig die Niederschläge im gesamten Einzugsgebiet.

Ob die Standortwahl oder bauliche Mängel das Ausmaß der Zerstörung in Pelaga begünstigt haben, lässt sich derzeit nicht beurteilen. Dafür wären Untersuchungen des Untergrunds, der Gebäude und der Schutzmaßnahmen erforderlich.

Regenzeit auf Bali: Von November bis März steigt das Risiko

Das Unglück fällt zu Beginn der Regenzeit auf der Insel. Auf Bali dauert diese gewöhnlich ungefähr von November bis März, wobei Beginn, Dauer und Intensität regional und von Jahr zu Jahr variieren. Während die südlichen Küstenregionen vielerorts vergleichsweise flach sind, prägen Berge und tief eingeschnittene Flusstäler das Inselinnere. Dort können ergiebige Niederschläge besonders schwerwiegende Folgen haben.

Eine ausgestreckte Hand fängt Regen auf Bali auf, im Hintergrund liegen grüne Reisterrassen und Palmen.

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Auch das Auswärtige Amt weist in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen für Indonesien ausdrücklich auf die Gefahren durch Monsunregen hin. (Dieser Link führt auf die Website des Auswärtigen Amtes.) Demnach können Starkregenfälle Überschwemmungen, Sturzfluten und Erdrutsche auslösen. Außerdem drohen erhebliche Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs, der Stromversorgung und der Telekommunikation. Problematisch sind vor allem außergewöhnlich intensive oder über längere Zeit anhaltende Niederschläge.

Die indonesische Wetterbehörde BMKG veröffentlicht regionale Wettervorhersagen und Warnungen vor kräftigem Regen. Diese Informationen sind besonders für Reisende wichtig, die in abgelegenen Bergregionen übernachten oder Wanderungen und Ausflüge in Flusstäler planen.

Woran lässt sich eine sichere Naturunterkunft erkennen?

Ob eine Unterkunft an einem steilen Hang sicher ist, können Urlauber allein anhand von Buchungsfotos kaum beurteilen. Ein spektakulärer Infinitypool über einer Schlucht sagt ebenso wenig über die Stabilität des Untergrunds aus wie ein hochwertig ausgestattetes Glampingzelt. Dennoch gibt es einige Anhaltspunkte. Eine Unterkunft unmittelbar an einem Fluss oder unterhalb einer steilen, unbefestigten Böschung verdient besondere Aufmerksamkeit. Das gilt erst recht, wenn die Region regelmäßig oder in bestimmten Monaten von Starkregen betroffen sein könnte.

Wichtig ist auch die Frage, wie die Anlage bei einem Unwetter reagiert. Professionell geführte Unterkünfte in gefährdeten Gebieten sollten Wetterwarnungen verfolgen, erkennbare Gefahrenbereiche überwachen und über einen funktionierenden Evakuierungsplan verfügen. Dazu gehören sichere Fluchtwege, die auch bei Dunkelheit erkennbar sind, sowie geeignete Sammelpunkte außerhalb möglicher Überschwemmungs- und Rutschungsbereiche. Besonders in abgelegenen Anlagen muss außerdem sichergestellt sein, dass Gäste zuverlässig gewarnt werden können.

Wer eine Naturunterkunft auf Bali buchen möchte, kann deshalb gezielt nachfragen, ob es einen Evakuierungsplan gibt und wie das Personal bei Starkregen vorgeht. Auch die Frage, ob Zufahrten bei schlechtem Wetter regelmäßig unpassierbar werden, ist berechtigt. Ein seriöser Betreiber sollte solche Fragen konkret beantworten können. Eine Garantie für absolute Sicherheit gibt es allerdings selbst bei professionellen Schutzmaßnahmen natürlich nicht.

Häufige Fragen

Welche Warnzeichen für Erdrutsche sollten Urlauber ernst nehmen?
Plötzliche Risse im Boden, schief stehende Bäume, ungewöhnliche Geräusche aus einem Hang oder austretendes Wasser können auf einen drohenden Erdrutsch hinweisen. Auch schnell steigende Flusspegel und schlammiges Wasser sind Warnsignale. Bei solchen Anzeichen sollten Urlauber gefährdete Bereiche sofort verlassen und das Hotelpersonal informieren.
Sind Straßen und Ausflugsziele im Norden von Badung betroffen?
Nach dem Erdrutsch waren Teile der Zufahrtswege zur Unglücksstelle durch Geröll blockiert. Größere Straßensperrungen im Norden von Badung sind bislang nicht bestätigt. Wer nach Pelaga oder in die umliegenden Bergregionen reisen möchte, sollte sich vorab über die Straßenverhältnisse informieren. Besonders nach Starkregen ist Vorsicht geboten.
Müssen Bali-Urlauber jetzt um ihre Sicherheit fürchten?
Nein, eine generelle Reisewarnung für Bali lässt sich aus dem Unglück nicht ableiten. Besonders gefährdet sind Unterkünfte an steilen Hängen, Flüssen und in engen Tälern. Balis Behörden haben nach dem Erdrutsch zusätzliche Sicherheitsüberprüfungen naturnaher Unterkünfte angekündigt. Reisende sollten bei der Buchung auf mögliche Naturgefahren und vorhandene Evakuierungspläne achten.
Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.