Ein Schweizer Tourist muss auf Bali für ein Jahr ins Gefängnis. Sein Vergehen: Er hatte während Nyepi, dem heiligen balinesischen »Tag der Stille«, seine Unterkunft verlassen, war zum Strand gegangen und hatte anschließend Videos davon in sozialen Medien veröffentlicht. Dabei machte er sich über die Tradition lustig. Ein Gericht in Denpasar verurteilte den 26-Jährigen im August 2026 zu einem Jahr Haft.
Nur wenige Tage später sorgte ein weiterer Fall für Aufsehen. Ein 27-jähriger Australier wurde am Flughafen von Bali festgenommen, nachdem eine Überwachungskamera ihn beim Sex mit einer Frau im Freien gefilmt hatte.

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Die Behörden identifizierten den Mann mithilfe der Aufnahmen, bevor er nach Australien zurückfliegen konnte. Ursprünglich stand eine mögliche Gefängnisstrafe von bis zu einem Jahr im Raum. Nach aktuellen australischen Medienberichten soll jedoch keine Anklage erhoben werden, weil der Grundstückseigentümer den Fall nicht weiterverfolgt. Stattdessen soll der Australier abgeschoben werden.
Die Fälle fallen in eine Zeit, in der Indonesien und insbesondere Bali deutlich konsequenter gegen Regelverstöße ausländischer Besucher vorgehen. Seit Januar 2026 gilt zudem ein neues Strafgesetzbuch. Es betrifft ausdrücklich auch Ausländer.
Außerehelicher Sex kann strafbar sein
Für besonders viele Schlagzeilen sorgte bereits vor Inkrafttreten des neuen Strafrechts das Verbot von Sex außerhalb der Ehe. Seit Januar 2026 kann außerehelicher Geschlechtsverkehr mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden. Die Vorschrift gilt auch für ausländische Urlauber.
Allerdings bedeutet das nicht, dass unverheiratete Paare bei einem gemeinsamen Bali-Urlaub automatisch mit einer Strafverfolgung rechnen müssen. Ein Verfahren wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs setzt eine Anzeige voraus. Anzeigeberechtigt sind nach Angaben des Auswärtigen Amts ausschließlich Ehepartner sowie Eltern oder Kinder der Betroffenen.
Für Touristen ist diese Einschränkung entscheidend. Das Gesetz existiert und gilt auch für sie, eine allgemeine Kontrolle unverheirateter Hotelgäste ist daraus aber nicht abzuleiten. Sex in der Öffentlichkeit ist ohnehin eine ganz andere Angelegenheit. Der aktuelle Fall des Australiers auf Bali zeigt, dass öffentliches sexuelles Verhalten Ermittlungen, Festnahmen und eine Abschiebung nach sich ziehen kann.
Auf Bali ist Nyepi auch für Urlauber ernst
Einmal im Jahr verwandelt sich Bali für 24 Stunden in eine ungewöhnlich stille Insel. Nyepi markiert das balinesische Neujahr und gehört zu den wichtigsten hinduistischen Feiertagen Balis.

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Straßen und Strände bleiben leer, Geschäfte schließen und selbst der internationale Flughafen stellt seinen Betrieb ein. Die Menschen sollen zu Hause bleiben, auf Unterhaltung verzichten und möglichst wenig Licht verwenden. Auch Urlauber müssen während dieser Zeit grundsätzlich in ihren Hotels oder anderen Unterkünften bleiben. Ausnahmen gelten insbesondere für Notfälle.
Dass diese Regeln keine touristische Folklore sind, zeigt das Urteil gegen den Schweizer Touristen. Er war nach Angaben des Gerichts zuvor sogar vom Personal seiner Unterkunft auf die Vorschriften hingewiesen worden. Anschließend ging er dennoch zum Strand und veröffentlichte Videos, in denen er die Tradition verspottete.
Wer während Nyepi auf Bali ist, sollte sich deshalb rechtzeitig beim Hotel über die konkreten Regeln informieren und auch Essen, Getränke und andere benötigte Dinge vorher besorgen.
Tempel sind keine Kulisse für spektakuläre Instagram-Fotos
Gerade auf Bali liegen religiöse Orte häufig unmittelbar an touristischen Routen. Doch Tempel, Schreine und heilige Gegenstände sind keine gewöhnlichen Sehenswürdigkeiten.
Die balinesische Provinzregierung hat für ausländische Besucher ausdrücklich Verhaltensregeln veröffentlicht. Reisende sollen heilige Orte, religiöse Symbole, Traditionen und Zeremonien respektieren und angemessene Kleidung tragen. Untersagt sind unter anderem respektloses Verhalten an heiligen Orten, das Besteigen heiliger Gebäude und unangemessene oder unbekleidete Fotoaufnahmen an solchen Plätzen. Auch auf als heilig geltende Bäume darf nicht geklettert werden.

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Das gilt auch dann, wenn ein spektakulärer Aussichtspunkt in sozialen Medien bereits tausendfach zu sehen ist. Eine Aufnahme, die bei Instagram oder TikTok kursiert, ist kein Beleg dafür, dass das Verhalten erlaubt ist.
Vorsicht mit Kommentaren in sozialen Medien
Das neue Strafrecht macht außerdem deutlich, dass ein Instagram-Post oder Video rechtliche Folgen haben kann. Die Beleidigung des indonesischen Präsidenten oder Vizepräsidenten sowie von Regierung und staatlichen Institutionen kann unter bestimmten Voraussetzungen strafrechtlich verfolgt werden. Auch der Straftatbestand der Blasphemie wurde verschärft. Das Auswärtige Amt empfiehlt deshalb ausdrücklich, dies bei öffentlichen Äußerungen sowohl im persönlichen Gespräch als auch im Internet und in sozialen Medien zu berücksichtigen.

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Auf Bali kommen lokale Verhaltensregeln hinzu. Die Provinzregierung untersagt ausländischen Besuchern unter anderem beleidigendes oder aggressives Verhalten gegenüber Behörden, Einheimischen und anderen Touristen. Das gilt ausdrücklich auch für soziale Medien. Der Fall des verurteilten Schweizers zeigt, wie schnell ein vermeintlich flapsiges Urlaubsvideo eine völlig andere Dimension bekommen kann.
Bei Drogen kennt Indonesien kaum Nachsicht
Besonders ernst sollten Reisende die indonesischen Drogengesetze nehmen. Indonesien gehört zu den Ländern mit den strengsten Drogengesetzen weltweit. Bereits der Besitz geringer Mengen kann zu hohen Freiheitsstrafen führen. Bei schweren Drogendelikten ist sogar die Todesstrafe möglich. Sie kann grundsätzlich auch gegen Ausländer verhängt werden. Cannabis ist ebenfalls illegal. Das gilt auch für Produkte mit THC oder CBD.
Problematisch können sogar Medikamente sein. Das Auswärtige Amt warnt insbesondere bei betäubungsmittelhaltigen Präparaten und Psychopharmaka. Fehlen die notwendigen Nachweise und Verschreibungen, können Medikamente unter Umständen als Drogen eingestuft werden.
Ebenso wichtig ist eine klassische Reiseregel: Niemals Gepäckstücke, Päckchen oder andere Gegenstände für fremde Personen nach Indonesien hinein oder aus dem Land heraus transportieren, wenn der Inhalt nicht zweifelsfrei bekannt ist.
In Aceh gelten noch strengere Regeln
Indonesien ist riesig und kulturell sehr unterschiedlich. Was auf Bali gilt, muss deshalb nicht automatisch den Regeln in anderen Landesteilen entsprechen. Besonders deutlich wird das in der Provinz Aceh im Norden Sumatras. Dort gelten Teile der Scharia-Gesetzgebung. Diese Vorschriften können laut Auswärtigem Amt auch nichtmuslimische Reisende betreffen.
Unter anderem können homosexuelle Handlungen, Glücksspiel, Alkoholkonsum und außerehelicher Geschlechtsverkehr mit Prügelstrafen geahndet werden. Wer Aceh besucht, sollte sich deshalb vor der Reise besonders sorgfältig über die örtlichen Vorschriften informieren.
Auf dem Roller gelten dieselben Regeln wie für Einheimische
Ein weiterer Konfliktpunkt auf Bali ist der Straßenverkehr. Roller gehören für viele Urlauber inzwischen beinahe selbstverständlich zum Inselaufenthalt. Doch auch hier gelten klare Regeln.
Für deutsche Reisende ist ein internationaler Führerschein erforderlich, der nur zusammen mit dem deutschen Führerschein gültig ist. Das Auswärtige Amt rät inzwischen generell davon ab, Motorräder, Motorroller und Quads zu mieten.

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Die balinesische Regierung verlangt von ausländischen Besuchern unter anderem das Tragen eines Helms, die Einhaltung der Verkehrsregeln und einen gültigen Führerschein. Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ist untersagt. Zudem sollen Fahrzeuge von offiziell registrierten Anbietern genutzt werden.
Arbeiten mit Touristenvisum kann Ärger bringen
Laptop auf, ein paar Stunden arbeiten und anschließend an den Strand: Bali gehört zu den bekanntesten Treffpunkten für digitale Nomaden. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede berufliche Tätigkeit mit jedem Aufenthaltstitel erlaubt ist.
Die balinesischen Behörden weisen ausdrücklich darauf hin, dass ausländische Besucher ohne die erforderlichen Genehmigungen weder arbeiten noch geschäftlich tätig werden dürfen. Verstöße gegen Einwanderungsbestimmungen können zur Abschiebung und zu Wiedereinreisesperren führen. Insbesondere bei längeren Aufenthalten oder beruflichen Tätigkeiten sollte deshalb vor der Einreise geprüft werden, welches Visum beziehungsweise welcher Aufenthaltstitel tatsächlich erforderlich ist.

