Foto: Minor Hotels
Sambia

14 Meter über dem Boden: Dieses neue Safari-Camp in Sambia ist außergewöhnlich

Luxus mitten in der Wildnis: Im größten Nationalpark Sambias hat das Anantara Tented Camp Kafue River eröffnet. Die nur 13 Suiten und Villen stehen auf erhöhten Plattformen, einige sogar 14 Meter über dem Boden. Dazu kommen private Pools, Safaris und ein Restaurant, das seine Gäste auf Wunsch mitten auf dem Fluss bewirtet.

Wer in der afrikanischen Wildnis übernachten möchte, sollte sich nicht zu sehr an feste Tagesabläufe klammern. Elefanten kennen schließlich keine Besuchszeiten, Flusspferde halten wenig von Privatsphäre, und auch der schönste Sonnenuntergang lässt sich nicht bestellen. Das neue Anantara Tented Camp Kafue River versucht deshalb gar nicht erst, die Natur dem Menschen anzupassen. Stattdessen wurden die Unterkünfte kurzerhand auf Stelzen gestellt. Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie ungewöhnlich: Unten haben die Tiere freie Bahn, oben machen es sich die Gäste bequem.

Nach rund dreijähriger Planungs- und Bauzeit hat die Hotelmarke Anantara ihr erstes Safari-Camp in Afrika nun eröffnet. Ursprünglich war der Start bereits für April 2026 angekündigt, im Juli begann schließlich die Buchungsphase. Anfang Oktober stellte der Betreiber das fertiggestellte Projekt ausführlich vor.

Wo liegt’s? Das Anantara Tented Camp Kafue River befindet sich im Kafue-Nationalpark im Westen Sambias. Der Park erstreckt sich über rund 22.400 Quadratkilometer und ist damit das größte Schutzgebiet dieser Art im Land. Wälder, offene Graslandschaften, Flüsse und weitläufige Überschwemmungsgebiete bilden eine der schönsten Naturlandschaften im südlichen Afrika. Im Gegensatz zu den bekannten Safari-Hochburgen Ostafrikas ist die touristische Infrastruktur hier noch vergleichsweise überschaubar.

Horizon Terrace Suite im Anantara Tented Camp Kafue River in Sambia bei Nacht, mit erhöhtem Schlafplatz unter dem Sternenhimmel und beleuchteter Terrasse.

Foto: Anantara Tented Camp Kafue River

Das Camp liegt direkt am Kafue-Fluss. Die Anlage wurde von Grund auf neu entwickelt und nach Angaben des Betreibers behutsam zwischen bestehende Marula- und Jackalberry-Bäume gebaut. Ein rund sieben Kilometer langer Flussabschnitt bildet die unmittelbare Umgebung. Die Gebäude stehen auf erhöhten Plattformen, die Wildtieren weiterhin die Durchquerung des Geländes ermöglichen sollen.

Auf Stelzen über der Wildnis und dem Fluss

Wie viele Zimmer gibt es? Gerade einmal 13 Suiten und Villen verteilen sich auf dem Gelände. Neun davon sind sogenannte Pool and Bush Villas, drei gehören zur Kategorie Horizon Terrace Suite. Hinzu kommt eine Presidential Villa, die sich mit rund 400 Quadratmetern besonders großzügig präsentiert. Die Pool and Bush Villas sind jeweils etwa 115 Quadratmeter groß und stehen auf 3,5 Meter hohen Holzplattformen. Sie besitzen beheizte private Pools mit Blick auf den Fluss sowie eigene Räume für Massagen und andere Spa-Anwendungen. Hinzu kommen großzügige Terrassen, auf denen sich das Leben in der umliegenden Natur beobachten lässt.

Holzsteg zu einer erhöhten Terrasse mit Sitzgelegenheiten, Sonnenschirm und Blick auf den Kafue-Fluss im Anantara Tented Camp in Sambia.

Foto: Minor Hotels

Noch außergewöhnlicher sind die drei Horizon Terrace Suites. Ihre Konstruktionen ragen bis zu 14 Meter in die Höhe. Ein gläserner Aufzug bringt die Gäste hinauf, wo sie unter anderem eine private Terrasse, einen Green-Egg-Grill und ein sogenanntes Star Bed erwartet. Dieses Bett ermöglicht Übernachtungen unter freiem Himmel.

Holz, Flechtwerk und afrikanisches Design ohne Safari-Klischees

Was verspricht das Interieur? Verantwortlich für die Gestaltung ist das südafrikanische Studio Meg Ralph Spaces. Das Konzept verbindet zeitgenössische Architektur mit regionalen Handwerkstraditionen und Materialien, die sich an der Landschaft Sambias orientieren. Statt auf die üblichen Versatzstücke nostalgischer Safari-Romantik zu setzen, prägen klare Linien, dunkle Hölzer und natürliche Textilien die Szenerie.

Besonders auffällig ist das Zusammenspiel von Architektur und Vegetation. Die zeltartigen Dächer nehmen die Formen traditioneller Safari-Unterkünfte auf, während erhöhte Plattformen, großzügige Terrassen und offene Übergänge den Blick auf den Kafue-Fluss freigeben. Marula- und Jackalberry-Bäume wurden in die Planung integriert, anstatt großflächig zu roden. Im Inneren sorgen skulpturale Holzelemente, handgefertigte Möbel und geflochtene Details für eine warme, handwerklich geprägte Atmosphäre. Dunkle Braun- und Erdtöne greifen die Farben der umliegenden Landschaft auf. Dazu kommen Stoffe mit unterschiedlichen Strukturen und dekorative Elemente, die Bezüge zum kulturellen Erbe Sambias herstellen sollen.

Schlaf- und Wohnbereich im Anantara Tented Camp Kafue River in Sambia mit Holzgitterwand, gemusterten Textilien, geschwungener Sitzbank und großer Flechtleuchte.

Foto: Minor Hotels

Die ungewöhnliche Bauweise ist eindrücklicher, als es jedes spektakuläre Designer-Möbelstück je sein könnte. Denn während in vielen Luxushotels die Natur vor allem durch Panoramafenster betrachtet wird, gehört sie hier unmittelbar zum Raumkonzept. Terrassen liegen zwischen den Baumkronen, große Öffnungen verbinden die Wohnbereiche mit der Landschaft, und selbst der Weg zur Unterkunft wird zum Gang durch die Natur.

Sambische Küche, Cocktails am Lagerfeuer und Dinner auf dem Fluss

Wo essen und trinken? Das kulinarische Herz des Camps heißt »Luzuba Harvestry«. Das Restaurant mit seiner offenen Terrasse setzt auf moderne Interpretationen sambischer Spezialitäten und verbindet regionale Zutaten mit internationalen Einflüssen. Statt eines streng festgelegten Menüs soll die Küche den Gästen unterschiedliche Möglichkeiten bieten, sich mit den Aromen des Landes vertraut zu machen.

Die sambische Küche ist außerhalb des südlichen Afrikas kaum bekannt. Zu ihren Grundlagen gehört Nshima, ein fester Maisbrei, der traditionell mit Gemüse, Fleisch oder Fisch serviert wird. Auch Süßwasserfische, Blattgemüse und verschiedene Erdnusszubereitungen spielen in der regionalen Esskultur eine Rolle. Für Getränke und entspannte Abende ist die »Twalumba Bar & Lounge« zuständig. Hier gibt es Afternoon Tea, Signature Cocktails und eine Feuerstelle, an der Gäste den Tag ausklingen lassen können. Gerade nach einer Safari, die oft schon am frühen Morgen beginnt, dürfte der Übergang vom Geländewagen zum bequemen Sessel willkommen sein.

Großzügige Lounge im Anantara Tented Camp Kafue River in Sambia mit geschwungenen Sofas, Flechtleuchten, Holzboden und Panoramablick auf den Fluss.

Foto: Minor Hotels

Wer aber eine unvergessliche Dinner-Erinnerung mitnehmen möchte, muss sich aufs Wasser trauen. Anantara bietet sein sogenanntes Designer Dining auch auf einer schwimmenden Plattform an, die im Kafue-Fluss verankert ist. Gäste können dort mitten auf dem Wasser essen und mit etwas Glück Flusspferde oder Krokodile am Ufer beobachten.

Privater Pool und Wellnessbereich

Was kann man in der Umgebung unternehmen? Im Kafue-Nationalpark dreht sich naturgemäß vieles um Wildtiere. Elefanten, Löwen, Leoparden, Flusspferde und zahlreiche Antilopenarten gehören zur Tierwelt. Besonders reich ist die Vogelwelt mit mehr als 500 dokumentierten Arten. Zum Aufenthalt im Anantara gehören zwei tägliche Pirschfahrten mit einheimischen Guides. Hinzu kommen Flusssafaris, Vogelbeobachtungen, Picknicks in der Natur und Angeltouren.

Flusspferd im Wasser in den Busanga-Ebenen des Kafue-Nationalparks in Sambia. Nur der Kopf mit Augen, Ohren und Nasenlöchern ragt aus dem Wasser.

Foto: Robert Harding Video/Shutterstock.com

Interessant ist auch, was sich gegenwärtig im Nationalpark verändert. Seit 2022 arbeitet die Naturschutzorganisation African Parks im Rahmen einer langfristigen Vereinbarung mit der sambischen Regierung an der Verwaltung und der ökologischen Wiederherstellung des Parks. Eine wichtige Rolle spielen der Schutz vor Wilderei, Investitionen in die Infrastruktur und die Wiederansiedlung von Tierarten. 2024 wurden 401 Kafue-Litschis, eine seltene Antilopenart, wieder in den Park gebracht. Im Jahr darauf folgte eine groß angelegte Umsiedlung von Gnus und Zebras. Diese Maßnahmen sollen langfristig zur Erholung der Wildtierbestände beitragen.

Übernachten unter den Sternen, 14 Meter über dem Boden

Highlight des Hotels? Die drei Horizon Terrace Suites sind das außergewöhnlichste Angebot des Anantara Tented Camp Kafue River. Die Unterkünfte sollen möglichst wenig Raum am Boden beanspruchen und gleichzeitig ungewöhnliche Perspektiven auf die Landschaft eröffnen. Deshalb befinden die Terrassen sich in rund 14 Metern Höhe, mit Blick über die Umgebung. Gäste erreichen sie bequem mit einem gläsernen Aufzug. Oben wartet neben einem Ess- und Aufenthaltsbereich das Star Bed, das eine Nacht unter freiem Himmel ermöglicht. Das klingt nach einer ziemlich romantischen Vorstellung. Tatsächlich dürfte das Erlebnis vor allem von den Geräuschen der Umgebung leben. In der Dunkelheit trägt jeder Laut weiter, und fernab größerer Ortschaften wird der nächtliche Himmel selbst zum Schauspiel.

Was kostet es? Zur Eröffnung bewirbt Anantara ein Arrangement ab 6.289 US-Dollar pro Zimmer und Nacht. Im Preis enthalten sind Vollpension, ausgewählte Premiumgetränke, zwei tägliche Pirschfahrten, persönlicher Villa-Host-Service und eine 90-minütige Spa-Anwendung pro Person und Aufenthalt. Inzwischen finden sich auf der offiziellen Hotelwebsite auch günstigere Angebote. Ein spezieller Tarif für Aufenthalte ab vier Nächten wird derzeit ab 3.136 US-Dollar pro Zimmer und Nacht ausgewiesen. Ein flexibel buchbares All-inclusive-Angebot beginnt bei 3.690 US-Dollar. Die Preise sind abhängig von Reisezeit, Verfügbarkeit und Buchungsbedingungen. Laut Tarifbedingungen kommen Servicegebühren und Steuern hinzu.

Ein weiteres außergewöhnliches Naturschauspiel erwartet Safari-Fans im Westen Sambias: In der Liuwa-Ebene findet jedes Jahr die zweitgrößte Gnuwanderung Afrikas statt. Wer Sambia auch abseits der Safariparks entdecken möchte, findet in unseren vier Geheimtipps für den Sambia-Urlaub weitere Anregungen, von versteckten Wasserfällen über traditionelle Märkte bis zu außergewöhnlichen Seen. Weitere Informationen über den Kafue-Nationalpark gibt es hier auf der Tourismus-Website von Sambia.

Häufige Fragen

Wie kommt man zum Anantara Tented Camp Kafue River in Sambia?
Die internationale Anreise erfolgt in der Regel über Lusaka, die Hauptstadt Sambias. Von dort organisiert das Hotel auf Wunsch einen privaten Charterflug zum Camp. Der Flug dauert etwa eine Stunde, anschließend folgt eine rund zehnminütige Fahrt im Geländewagen. Alternativ ist das Hotel von Lusaka aus in ungefähr vier Stunden auf dem Landweg erreichbar. Auch von Livingstone, in der Nähe der Victoriafälle, werden Charterflüge angeboten. Transfers müssen im Voraus organisiert werden.
Wann ist die beste Reisezeit für den Kafue-Nationalpark?
Für klassische Safaris eignen sich besonders die Monate Juni bis Oktober. Während der Trockenzeit ist die Vegetation weniger dicht, und viele Wildtiere versammeln sich an Flüssen und Wasserstellen. Im Oktober kann es allerdings sehr heiß werden. Von November bis April herrscht Regenzeit. Dann zeigt sich der Nationalpark besonders grün, zahlreiche Zugvögel sind zu beobachten, und die Landschaft bietet reizvolle Fotomotive. Allerdings können starke Regenfälle manche Wege unpassierbar machen und Pirschfahrten einschränken.
Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.