Dubrovnik mag schon längst kein Geheimtipp mehr sein, eine Reise wert ist die Traumstadt an der Adria aber trotzdem. Das durfte auch Reporterin Laura erfahren, die sich für uns am Game-of-Thrones-Drehort umgesehen hat. So viel vorweg: Die Aussichten sind spektakulär.
Text: Laura Geyer
Diese Stadt glänzt, drängt, verführt und fordert zugleich. Wer hier nur durch die Altstadt hastet, verpasst das Beste. Denn der Zauber Dubrovniks erschließt sich auch abseits des Trubels – mit duftenden Gärten unterhalb der Stadtmauer, Austern direkt aus dem Meer und Panoramen, die selbst hartgesottene Vielreisende kurz sprachlos machen.
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Du legst uns als Quelle fest. Und wir dich in unserem Herzen. ♥Tiefblau ist das Meer unter mir, beige-grün die Hügel und Gebirgszüge, die sich zu meiner Linken erheben. Spätestens als wir über die orangefarbenen Dächer von Dubrovnik fliegen, bin ich hin und weg. Auf der Fahrt zum Hotel taucht dann auch noch die Sonne hinter den Hügeln ab und am Himmel beginnt sich ein Farbspektakel zu entfalten, wie ich es nur selten gesehen habe. Wow!
Dubrovnik: Mehr als nur Drehort
Dubrovnik stand schon lange auf meiner Bucketlist. Mit ihren engen Steingassen und mittelalterlichen Bauten gilt Dubrovniks Altstadt als eine der schönsten Europas, seit 1979 ist sie Unesco-Weltkulturerbe. Doch seit die 42.000-Einwohner-Stadt im Süden Kroatiens »Game of Thrones«-Drehort wurde, wird sie von Touristenströmen eingerannt. 1,5 Millionen Menschen sollen es jedes Jahr sein. Ich nächtige daher etwas außerhalb, sodass ich die Stadt kennenlernen, danach aber wieder in ruhigere Gefilde zurückkehren kann. Wie sich herausstellen wird, ist auch die Umgebung überaus sehenswert. Aber dazu später.
Am nächsten Morgen spuckt uns das Shuttle erst einmal an der Brücke zum Pile-Tor aus, wo sich schon zu früher Stunde Menschenmassen tummeln. Ich atme tief durch und tauche ein, werde gefühlt Teil einer gigantischen Welle, die über eine alte Steinbrücke und durch das massive Tor rollt – hinein in die Altstadt und hoch auf die berühmte Stadtmauer, die sie vollständig umschließt. Und was soll ich sagen … Es lohnt sich!
Früher Ragusa, heute Dubrovnik
Der Blick von der zwei Kilometer langen Mauer ist atemberaubend: rechts das Meer, links die unglaublich gut erhaltene Altstadt. Alles wirkt hell und wie aus einem Guss. »Das liegt zum einen daran, dass die Stadt überwiegend aus Kalkstein gebaut wurde«, erklärt unser Guide Zoran. »Und zum anderen daran, dass es seit dem 12. Jahrhundert strenge Regularien gab – zum Bauen, aber auch in Bezug auf Kleidung, Hygiene und mehr.«
Zoran war als Kind mit seinen Eltern vor dem Krieg geflohen und hat einige Jahre in Köln gelebt. Ein bisschen »kölscher Jung« stecke immer noch in ihm, sagt er, vor allem aber ist er stolzer »Dubrovčanin«. Er erzählt begeistert von der wechselhaften Geschichte Dubrovniks, über die man eine Menge schreiben könnte. Hier nur so viel: Dubrovnik entstand wohl schon im dritten Jahrhundert vor Christus und war immer wieder Ziel von Belagerungen, durch Sarazenen, Venezianer, Osmanen – deshalb die Stadtmauer. Im Mittelalter avancierte die Republik Ragusa, wie sie damals hieß, zu einem der reichsten Handelsstandorte Europas. Der slawische Name Dubrovnik setzte sich offiziell erst 1921 mit der Entstehung des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen durch (später Jugoslawien).
Kein Museum, sondern lebendige Stadt
Zurück ins Heute. Von der Mauer aus erhasche ich plötzlich Einblicke in die Häuser, die sich direkt unterhalb aneinanderreihen. Es fühlt sich fast verboten an, aber natürlich kann ich nicht anders, als in die kleinen und großen Gärten hineinzuspähen. Da wachsen Rosmarinbüsche, Feigenbäume, Weinreben und rosa blühender Oleander. Wäsche trocknet auf Leinen, die die Bewohner zwischen der Stadtmauer und ihren Häusern aufgespannt haben.
Als wir die gesamte Mauer umrundet haben, bin ich geschafft. Kein Wunder, immerhin haben wir unterwegs 1.100 Stufen bewältigt. Gut, dass die Altstadt selbst übersichtlich ist. Die Hauptstraße Stradun ist gerade einmal 300 Meter lang, von ihr gehen viele schmale Nebengassen ab. Doch keine ist zu eng, um nicht einen Restauranttisch darin aufzustellen.
In den Souvenirshops stammen die meisten Produkte aus China, warnt Zoran, und rät stattdessen zu einem Besuch des »Grünen Markts« auf dem Gundulić-Platz. Dort verkaufen lokale Bauern jeden Vormittag neben Obst und Gemüse auch Honig, getrocknete Früchte, Grappa und handgemachte Souvenirs. Ich erstehe ein paar Tüten Arancini – kandierte Orangenschalen, eine traditionelle Süßspeise aus der Region um Dubrovnik.
Anschließend fahren wir mit der Seilbahn hoch auf den Berg Srđ und essen dort im »Panorama Restaurant«. Der Name kommt nicht von ungefähr: Der Blick aus 400 Metern Höhe auf Altstadt und Adria ist fantastisch. Und auch das Essen überzeugt, von den dalmatinischen Antipasti (Kapern, Sardellen, Garnelen und Oktopus) bis hin zur Seafood-Pasta. Ich bin überrascht, wie stark die lokale Küche von der Lage am Meer geprägt ist.
Raus aus der Stadt
Nach dem Trubel in der Stadt zieht es mich ins Umland, in Richtung der rund eine Stunde entfernten Halbinsel Pelješac. Unterwegs halten wir am Arboretum Trsteno, dem ältesten botanischen Garten Kroatiens. Angelegt wurde er im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert von einer Familie Gučetić-Gozze, die hier ihre Sommerresidenz hatte – mit Samen und Pflanzen aus dem mediterranen Raum, aber auch aus weiter entfernten Regionen. Wir spazieren durch Zypressen- und Palmenspaliere, vorbei an üppig blühender Bougainvillea und mannshohen Kakteen. Bis auf das leise Plätschern des alten Bewässerungssystems, das sich durch den gesamten Garten schlängelt, und das Zwitschern der Vögel herrscht absolute Stille. Ein schönes Kontrastprogramm.
Ebenso wie unser nächster Stopp Ston. Der Name kommt von »stagnum«, was so viel wie stagnierendes Wasser bedeutet. Diesem ist es zu verdanken, dass Ston schon unter den Römern Salinenstadt wurde. 1333 erwarb Ragusa die Region, sie markierte damals die Grenze der Republik. Das hier gewonnene Salz sicherte rund ein Drittel der Einnahmen Ragusas und wurde deshalb entschlossen verteidigt – unter anderem durch den Bau von Europas längster Stadtmauer. Sieben Kilometer maß sie ursprünglich, noch heute gilt sie mit rund 5,5 Kilometern als zweitlängste Stadtmauer der Welt, direkt nach der Chinesischen Mauer. Die alte Saline Solana produziert inzwischen nur noch Salz für den lokalen Markt, und zwar traditionell von Hand, ohne Zusätze oder erzwungene Verdunstung des Meerwassers. Auch ein schönes Mitbringsel.
Ein Blick über den Tellerrand? Auch Dalmatien sollte auf jeder Kroatien-Bucketlist stehen.
»Dinner in the Sky« in Dubrovnik
Im benachbarten Fischerort Mali Ston steht etwas anderes im Fokus als Salz: die Austern- und Muschelzucht. Getragene kroatische Musik schallt aus einem Restaurant am kleinen Hafen, eine leichte Brise trägt das Läuten einer Kirchenglocke zu uns hinüber. Auf dem Wasser schaukeln bunte Boote. Eines davon bringt uns jetzt zu einer dem Hafen vorgelagerten Austernfarm.
Auf der floßartigen Holzplattform riecht es bereits köstlich nach Knoblauch. Zwei Männer schwenken Miesmuscheln in einer großen Pfanne. Derweil zeigt uns Aparat, wie die Zucht funktioniert: Sie zieht lange Seile voller Muscheln aus dem Wasser, erklärt, wie sich diese vermehren und wie lange es dauert, bis sie geerntet werden können (bei Austern zwei bis drei Jahre!). Danach sind nicht nur die Miesmuscheln fertig – wir dürfen auch Austern probieren, direkt aus dem Meer. Mmmh!
- Foto: Laura Geyer
- Foto: Laura Geyer
Zum Abschluss der Reise beschließe ich, mir noch einen kleinen Adrenalinkick zu gönnen: bei einem »Dinner in the Sky«. Ich habe minimale Höhenangst, und während ich in meinem achterbahnähnlichen Sitz festgeschnallt werde, frage ich mich kurz, was ich hier eigentlich tue … Aber dann zieht der Kran uns schon nach oben. Als wir die angepeilten 50 Meter erreicht haben, schaue ich vorsichtig nach links und rechts, und langsam fällt die Anspannung von mir ab. Das 360-Grad-Panorama hier oben war die Nervosität so was von wert. Während wir ein köstliches Drei-Gänge-Menü genießen, sinkt die Sonne immer tiefer. Ein Schwarm Möwen beginnt, schnatternd über den Himmel zu tanzen, der sich langsam von Gelb zu Rosa, Lila und Blau färbt. Es ist fast surreal schön, und ich denke: Dubrovnik, wir sehen uns wieder.
Weitere Informationen zu Dubrovnik
- Zahlreiche Airlines fliegen Dubrovnik von Deutschland aus direkt an, etwa Eurowings, Lufthansa oder Croatia Airlines.
- Das President Hotel, Valamar Collection, liegt zehn Minuten von der Altstadt entfernt auf der Halbinsel Lapad. Hier kann man den Touri-Trubel vergessen und einen fantastischen Blick auf das Meer und die Elaphiten genießen, am hauseigenen Strand relaxen oder in einem der drei Restaurants schlemmen. Ab 214 Euro für zwei Personen inkl. Frühstück. www.valamar.com
- Das La Mar im President Hotel bietet auch für externe Gäste direkt am Strand frische mediterrane Speisen mit Fokus auf Fisch und Meeresfrüchte.
- Im Panorama Restaurant auf dem Berg Srđ gibt es mediterrane Küche und Cocktails mit Aussicht. www.nautikarestaurants.com/panorama-restaurant-bar
- Traditionelle dalmatinische Küche, von frischen Austern über schwarzes Risotto bis hin zu Rožata (einem Eicremedessert), serviert das Bota Šare im Hafen von Mali Ston. www.bota-sare.hr/en/mali-ston
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Dubrovnik?
Die Altstadt, die Stadtmauer, der Stradun und die Festung Lovrijenac gehören zu den Klassikern. Auch der Berg Srđ und der Alte Hafen sind sehr beliebt.
Wann ist die beste Reisezeit für Dubrovnik?
Am angenehmsten sind Frühling und Herbst. Dann ist es meist warm, aber weniger voll als in den Sommermonaten, in denen es in der Stadt deutlich lebhafter wird.
Wie viele Tage sollte man für Dubrovnik einplanen?
Für die Altstadt und die wichtigsten Highlights reichen oft zwei bis drei Tage. Wer Strände, Ausflüge und Bootsfahrten mitnehmen will, bleibt besser etwas länger.
Lohnt sich Dubrovnik auch für Familien?
Ja, vor allem wegen der kompakten Altstadt, der Seilbahn, Bootsausflügen und Badeplätzen in der Nähe. Für Kinder ist die Mischung aus Stadt, Meer und kurzen Wegen oft angenehm.





