Nicht jede Hütte hat das ganze Jahr geöffnet. Wann sich der Weg lohnt und wo man übernachten kann, steht deshalb bei jeder Hütte dabei.
Schwarzensteinhütte im Ahrntal
Sie ist die Vorzeigehütte für modernes Bauen in den Alpen: die Schwarzensteinhütte oberhalb von St. Johann im Ahrntal. Auf 3.026 Metern ist sie die höchste Hütte der Zillertaler Alpen. 2018 eröffnete der Neubau der Architekten Stifter + Bachmann, im selben Jahr gab es dafür den Klimahaus-Award. Mit ihrer dunklen Fassade wirkt die Hütte fast wie ein Meteorit, der in den Hang eingeschlagen ist. Seit der Eröffnung bewirtet Margit Ainhauser die Gäste. Wer bleiben möchte, bucht sich in eines der Zimmer oder Lager ein und wacht mit einer atemberaubenden Sicht auf.
Höhe: 3.026 m · Geöffnet: Ende Juni bis Ende September · Zustieg: ab St. Johann/Stallila 4 bis 5 Stunden, rund 1.500 Höhenmeter, mit versicherten Passagen · Übernachtung: 50 Plätze, Reservierung über Hut Reservation

wisthaler.com
Schatzerhütte am Gabler bei Brixen
Genuss in jeder Hinsicht: Dafür steht die Schatzerhütte, die Franz Pernthaler in dritter Generation führt. Zwischen den mächtigen Spitzen der Aferer Geisler und des Peitlerkofels serviert er Abendmenüs auf Feinschmeckerniveau. Mit einem letzten Glas Wein zieht man sich danach in sein Zimmer oder in eines der Chalets zurück und freut sich schon auf die Sonnenaufgangstour am nächsten Morgen. Den großen Hunger für das Abendmenü holt man sich am besten bei der Panoramawanderung auf den Gabler.
Höhe: rund 2.000 m · Geöffnet: Ende Mai bis Ende Oktober, im Winter geschlossen · Zustieg: ab Parkplatz Skihütte oberhalb von Brixen rund 40 Minuten auf bequemem Weg · Übernachtung: Zimmer und Chalets
Rifugio Emilio Comici am Langkofel
Gianni Marzola eröffnete das Schutzhaus inmitten der Grödner Hausberge 1955 und benannte es nach dem Alpinisten Emilio Comici. Bis heute führt die Familie Marzola die Hütte mit den himmelblauen Fensterläden und der großen Sonnenterrasse. Bekannt ist sie für etwas, das man auf 2.154 Metern kaum erwartet: Fischküche. Die Familie besitzt in Grado an der Adria ein weiteres Haus, von dort kommt das Know-how für Meeresfrüchte und Fisch. Zu den Gästen zählten schon Michael Schumacher, Fernando Alonso und Fürst Albert II. von Monaco.
Höhe: 2.154 m · Geöffnet: im Sommer und im Winter als Skihütte im Gebiet Dolomiti Superski · Zustieg: ab Wolkenstein mit der Ciampinoi-Bahn, dann rund 30 Minuten auf Weg 21 · Übernachtung: keine, nur Einkehr

Rifugio Emilio Comici
Gostner Schwaige auf der Seiser Alm
Laut Hütte misst die Küche der Gostner Schwaige gerade einmal zweieinhalb Quadratmeter. Was Franz Mulser darin zaubert, hat ihm trotzdem eine Haube im Gault&Millau eingebracht. Die Schwaige liegt etwas versteckt auf einem flachen Grasrücken der Seiser Alm, gemütliche Holzbänke auf der Sonnenterrasse locken auch im Winter. Platz ist für höchstens 25 Gäste, abends kocht Mulser nur auf Vorbestellung. Dazu gibt es Südtiroler Weine, und spätestens danach ist jeder Vorsatz zum Weiterwandern dahin.
Geöffnet: im Sommer und im Winter von Mitte Dezember bis Anfang April · Zustieg: ab Compatsch rund 30 Minuten auf Weg 3 oder mit Bus 11 bis zur Haltestelle Steger · Übernachtung: keine, nur Einkehr

Joachim Kraus
Schöne Aussicht am Hochjochferner
Zwischen Schnalstal und Ötztal liegt auf 2.845 Metern die Schutzhütte Schöne Aussicht. Seit 1999 gehört sie Paul Grüner, der unten im Schnalstal auch das Hotel Goldene Rose in Karthaus führt. Grüner ist ein bekennender Knödel-Enthusiast, und das schmeckt man. Besonders gemütlich werden die Hüttennächte im ehemaligen österreichischen Zollhaus, das ein paar Hundert Meter entfernt als Selbstversorger-Hideaway dient, oder in einem der Iglus, die Grüner jeden Dezember baut. Danach geht es in die Sauna: Das schwedische Saunahaus mit Holzofen steht direkt im Eis des Hochjochferners und ist laut Südtirol Marketing die höchstgelegene Außensauna Europas. Dazu kommen ein Hot Tub und eine Panoramadusche.
Höhe: 2.845 m · Geöffnet: Mitte Juni bis Anfang Oktober und Mitte November bis Anfang Mai · Zustieg: ab Kurzras rund 2,5 Stunden, mit der Grawand-Bahn und 40 Minuten Abstieg deutlich schneller, ab Vent über das Hochjochhospiz rund 5,5 Stunden; im Winter auf Ski über den Hintereislift oder mit Tourenski · Übernachtung: Zimmer, Iglus und Zollhaus

IDM Südtirol/Stefan Schütz
Rescher Alm im Vinschgau
Die Rescher Alm, oft auch Reschner Alm genannt, liegt auf der Vinschger Seite des Dreiländerecks von Italien, Österreich und der Schweiz. Elin Ladurner und Hannes servieren hier Südtiroler Gerichte aus regionalen Produkten, von hausgemachten Käseknödeln bis zu Apfelstrudel und Kaiserschmarrn, im Herbst auch zum Törggelen. Von der Terrasse geht der Blick über den Reschensee mit dem versunkenen Kirchturm bis zur Ortlergruppe. Im Winter ist die Alm ein beliebtes Ziel für Rodler, Schneeschuhwanderer und Skitourengeher.
Geöffnet: im Sommer und im Winter, Montag und Dienstag Ruhetag außer in den Ferien · Zustieg: ab Reschen auf Weg 3, rund 470 Höhenmeter und 1,5 Stunden · Übernachtung: keine, nur Einkehr

IDM Südtirol/Frieder Blickle
Lavarellahütte in den Fanes-Bergen
Seit über 100 Jahren ist die Lavarellahütte im Besitz der Familie Frenner. Michaela Frenner führt die Küche, Hanspeter Frenner, Tochter Anna und Schwiegersohn Gábor Sogorka kümmern sich um die Gäste. Gábor braut seit 2019 im Keller eigenes Bier nach dem Reinheitsgebot. Die Hütte selbst spricht von der höchsten Kleinbrauerei Europas. Nach einem langen Tag in den Bergen wartet außerdem eine Sauna.
Höhe: 2.050 m · Geöffnet: im Sommer und im Frühjahr, im März und April als Stützpunkt für Skitourengeher · Zustieg: ab Pederü bei St. Vigil in Enneberg rund zwei Stunden über die alte Militärstraße, im Winter auf dem Winterwanderweg · Übernachtung: Zimmer und Lager

Anna Fichtner
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